Mittwoch, 25. März 2009

Eyes Wide Shut

Was bedeutet es einen erwachten Standpunkt einzunehmen? Es bedeutet die Perspektive zu wechseln. Unsere normale menschlich-westlich-postmoderne Werkseinstellung sieht diese erwachte Perspektive nicht vor. Unsere heutige Perspektive, ist die Perspektive des Individuums. Es ist eine von milliarden verschiedener Blickrichtungen. Milliarden Menschenaugen blicken auf das eine Auge Gottes. Die Vielen sehen zum EINEN. Dieser Blick war menschheitsgeschichtlich notwendig.

Doch die Zeiten entwickeln sich. Einen erwachten Standpunkt einzunehmen bedeutet heute, dass Du bewusst die Blickrichtung änderst. Du musst die Vielheit der Schöpfung durch das eine Auge Gottes sehen. Wenn Du das tust, dann ändert sich alles.

Denn in Wirklichkeit schaust Du dann nicht mit einem Auge AUF die Menschen, sondern Du blickst mit diesem einem Augenlicht DURCH alles hindurch. Dein eines Augenlicht strahlt durch jedes Auges. Durch das Auge Deiner Mutter, durch das Auge Deiner Katze, durch das Auge der Kuh, durch das Auge des Blattes, durch das Auge des Windes, durch das Auge des Berges und durch das Auge der Sonne.

Diese Blickrichtung führt dazu, dass Dein Verhältnis zu Deiner Person, die Deinen Namen trägt, sich grundlegend ändert. Du kannst Deine persönliche Sicht auf Dein persönliches Schicksal immer noch sehen, fühlen und erleben, aber Du siehst & fühlst & erlebst es in Relation zu allen anderen Schicksalen. Jedes Schicksal ist ein Schicksal – aber eben nur eines von unendlich vielen Schicksalen im ewigen Zeitenstrom.

Du brauchst keine Angst zu haben, dass diese Perspektive Dir etwas nimmt. Das einzige was Abnimmt, ist die Gefahr, sich in der persönlichen Perspektive zu verrennen. Die Frage „Warum gerade ich?“, wirst Du mit einem lapidaren „Warum nicht?!“ beantworten. Warum sollte gerade ich so Leiden? Warum nicht? Warum sollte gerade ich erwachen? Warum nicht?

Keines Deiner Gefühle wird geringer werden – Du bekommst aber mehr und mehr ein Verhältnis zu Deinen Gefühlen und Gedanken und erkennst so, dass Du nicht an Gefühle, Gedanken oder Deine Person gefesselt bist. Darum macht diese Perspektive Dich immer freier und in Wirklichkeit auch besser.

Es wird Dir wie einer guten Krankenschwester gehen. Wäre eine Krankenschwester eine bessere Krankenschwester, wenn alle ihre Patienten aus engen Familienangehörigen bestünden, zu denen sie ein heftige Bindung hätte? Sicherlich nicht. Eine gute Krankenschwester wird sich besser, ausdauernder und intensiver um ihre Patienten kümmern können, wenn sie eine gesunde Distanz zu ihren Patienten hat.

Wenn Du die Perspektive des einen Auges Gottes einnimmst, dann wirst Du noch eine Veränderung spüren. Du wirst einen unnachgiebigen Drang danach verspüren, tatsächlich durch alle Augen blicken zu wollen, denn der Mono-Blick reicht Dir nicht und Stereo auch nicht. Denn der Grund, warum Gott unendlich viele und unterschiedliche Wesen geschaffen hat, liegt ja gerade darin, dass er unendlich viele verschiedene Perspektiven einnehmen will.

Aber immer wieder wirst Du durch Menschenaugen blicken, die geschlossen sind – obwohl sie weit aufgerissen scheinen. Eyes Wide Shut.

Nichts treibt Dich mehr an, als diese weit geöffneten Augen von ihrer offenen Blindheit zu befreien. Du brichst ein durch die „die Türen der Nacht“ mit Deinen „Worten Wunden reissend in die Felder der Gewohnheit“ (Nelly Sachs).

Gott will sehen. Gott will erwachen. Dabei ist er voll und ganz darauf angewiesen, das alle Menschen erwachen und sehen. Am Ende wird dieses Erwachen auch auf die Katze, die Kuh, die Palme und den Stein und die Sonne übergehen.
GOTT
Rudolf Steiner nennt das Erwachen in den Bereichen des energetischen Wachsens und Werdens das "Erscheinen des Christus im Ätherischen". Das bedeutet, dass alles was wächst, strömt, fließt, steigt und sich verändert, alles was LEBT, sich mehr und mehr dieser Selbst-Veränderung bewusst wird. Und es geht dabei darum, dass wir diese Gesetze des Lebens als Ausdruck des EINEN LEBENS begreifen. Die Natur als ein tatsächlich lebendiger Organismus.
GOTT
"Dies ist mein Leib."
GOTT
So ist die biologisch-dynamische Landwirtschaft nicht bloß gesünder und schmeckt besser - DEMETER will der lebendigen Natur helfen, wach zu werden. DEMETER will dem KOSMOS in der KUH dienen. Schau einer DEMETER Kuh in die Augen. Sie wird Dir tiefer in Dein Gewissen blicken, als eine Kuh im Maschinen-Stall. Mach den Test! Frag Demeter - vielleicht über das neue Kundenmagazin. (Mach den Test auch mit der Möhre und stell Dir die Frage: "Wie kann die Möhre zu Dir sprechen? - Was ist die Sprache der Möhre?" - Aber stell Dich nicht dumm an, sonst kommst Du Dir blöd vor. :-)
Gott
Im tiefsten Sinne geht es nicht darum, was Du für Dich von Gott, vom Universum, dem Kosmos oder dem GEIST wünschst oder forderst. Im tiefsten Sinne geht es darum, was Gott, das Universum, der Kosmos und der GEIST sich von Dir wünschen und von Dir fordern.
Gott
Bete nicht zu Gott (oder wie immer Du ES nennst) mit der Bitte, was er für Dich tun kann. Bete zu Gott, (oder wie auch immer Du es nennst) mit der Frage, was Du für ihn tun kannst. Wenn Du diese neue Gebets-Perspektive einnimmst, wirst Du unweigerlich zu der Perspektive des einen Auges geführt. Dies ist letztlich der erwachte Standpunkt. So befreist Du Dich selbst. Das macht Dich göttlich. Nochmal: Dieser Blick ist nicht mehr von unten herauf und niemals von oben herab. Er ist durch alles hindurch. Anthroposophen nennen das den Blick der "Intuition".

Denkst Du, aus dieser erwachten Perspektive gäbe es irgendetwas, was Dich schocken oder beleidigen könnte? Irgendetwas? Ausser diese weit geschlossene Augen?

Kommentare:

Monika hat gesagt…

Da Du jetzt keinen Namen mehr hast, kann ich Dir folgen. : )

Sebastian hatte in letzter Zeit nicht mehr so richtig der Kuh in die Augen geschaut.

: )
Monika

PS. ... Unsere heutige Perspektive, ist die Perspektive des Individuums ...
Das ist der «Weg» des Bewusstseinsseelenzeitalters. Dauert aber noch bis 3500 n. Chr.. Mission Mensch arbeitet daran für alle, die noch «Fasching» feiern.

Monika hat gesagt…

Noch 3500 Jahre Monika....

Dr. S hat gesagt…

„Sprecht immer einige Jahre voraus (sprechen doch Genies in Büchern mit uns Jahrhunderte voraus).
(Rudolf Steiner)

JANET hat gesagt…

Begrenze dich Monika. 100 Jahre sind genug..dann den Kuss des Vergessens und auf ein Neues...Wollen wir uns treffen als..mmh, was wäre spannend? ;)

Reicht das Dr.S? ..tss Dr.S *grins*

Reicht = re ICH t = mmh?!

Dr.S = Steiner = mmh?!

es grüßt aus der Steinzeit
JANET *lach*

Monika hat gesagt…

Mindestens :-)))
Bis der Letze erlöst ist. Habe ich versprochen. Dauert glaube ich noch länger. Da gibt´s ja richtig zu tun. Zusammen schaffen wir das ganz bestimmt.

Drück Euch herzlich. : )
Monika

PS. Den Satz: Sprecht immer ... hatte ich anfangs Jahr grad einem Lehrer aufgetischt. Ist glaube ich nicht so gut angekommen. Er ist mir nachher nur noch aus dem Weg gegangen. Sein Argument: Mein Artikel für die Schulzeitung sei viel zu hoch. Ich könnte die Eltern und Lehrer damit erschrecken. Er erscheint jetzt aber trotzdem. Mal sehen was passiert. Ich habe NICHTS zu verlieren. So oder so. : )

Janet, bist grad wieder dazwischen gerutscht. Aufwachen! Es ist 2009. Schwester lass die Fahne schwingen und laut lachen. Bussi in den Süden. Im Norden ist es auch kalt.

Waldorf hat gesagt…

Werter Herr Gronbach,

leider musste ich Sie anzeigen!
Dachte die Verknüpfung zum Promo-Film hätte etwas mit Kindern zu tun.
War dann ja doch nicht so.
Entschuldigung.

hlg Waldorf