Samstag, 21. März 2009

Feuer & Flamme

„Was können wir konkret dafür tun?“ Nach jedem Vortrag den ich halte – egal ob vor zehn oder mehreren hundert Menschen – am Ende kommt immer wieder diese Frage. Auch auf diesem Blog kommt diese Frage und sie löst in mir etwas aus, was ich versuchen will, zu beantworten.

Ich habe ungemein vom anthroposophischen Schulungsweg profitiert. Bis zu dem Moment, wo dieser anthroposophische Schulungsweg dort mündete, wo es keine Anthroposophie, keine Religion und auch sonst keinen spezifischen spirituellen Weg mehr gibt. Wo will man noch hingehen, wenn sich alles erfüllt hat? Mein spiritueller Lehrer – Rudolf Steiner – beendet die Beschreibungen des Schulungsweg an dieser Stelle.

Die Frage, „was können wir konkret dafür tun?“, kann ich mit dem Hinweis auf den anthroposophischen Schulungsweg und der vorhanden Literatur beantworten. Ich könnte diese verschiedensten Hinweise und verstreuten Andeutungen und Übungen auch erneut und in moderner Sprache zu einem Leitfaden zusammenfassen – so wie es x-fach und in großartige spirituelle Bücher getan wird.

Muss ich etwas neues sagen? Es ist doch bereits alles da. Jeder sucht und findet seinen Weg. Jedes Buch findet seinen Leser, jeder Leser sein Buch, jede Methode zum Erwachen ist exakt die richtige Methode und jeder Schritt, den Du tust, ist der richtige Schritt. Es gibt religiöse Wege, es gibt philosophische Wege, östliche, westliche, leidvolle oder glückliche. Mein Vertrauen darauf, dass jeder seinen Weg macht und geht, ist grenzenlos. Es kann gar nicht anders sein - auch den Weg nicht zu finden ist ein Weg.

Was soll ich noch dazu tun? Eine Antwort finde ich nur, wenn ich wieder zurückgehe. Weit zurück. In Rudolf Steiners wichtigsten Buch zur Einweihung („Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“) treffe ich dann auf diese Worte: „Bisher hast Du Dich selbst erlöst, nun kannst Du als ein Befreiter alle deine Genossen in der Sinnenwelt befreien“.

An dieser Stelle des Weges spüre ich auch wieder das Leiden und den Schmerz und wenn ich auf dieses Leiden schaue, wenn ich mich frage, worunter leide ich noch, dann lautet die Antwort: Ich leide weil Du leidest. „Ich kann kein Seliger sein, solange es noch Unselige gibt“, beschreibt Steiner in dem erwähnten Buch diesen Zustand.

Und dann verstehe ich, dass es zwar östliche und westliche Wege, religiöse und philosophische Wege und alle möglichen wunderbaren Wege gibt. Aber einen Weg gibt es noch nicht. Den Sebastian-Gronbach-Weg.

Natürlich klingt das mal wieder alles andere als bescheiden – aber vielleicht ist genau das mein Weg für Dich. Denn der "Sebastian-Gronbach-Weg" mündet unmittelbar in den Weg, der Deinen Namen trägt!
Auf dem Sebastian-Gronbach-Weg, wird ohne Rücksicht auf anerzogene und postmoderne Bescheidenheit geleuchtet. Es ist der Weg, der nicht nur nach konkreten kleinen Schritten fragt, sondern danach, ob wir den großen Sprung wagen. Der Weg, der nicht nach Lampen am Wegesrand fragt, nicht danach, was andere für die Beleuchtung des Weges tun. Sondern der Weg, der nur nach dem Leuchten in unseren eigenen Augen fragt.

Der Weg, der nicht den einen Moment des Anfangs hat, sondern den Aufbruch ohne Ende. Nicht der Weg, der nach Mitteln und Übungen fragt, um später einmal etwas zu erreichen. Sondern der Weg, der unverschämten Liebeskraft im hier und jetzt. Kein Weg, sondern eine brennende Leidenschaft.

Diesen „Weg“ ist eher eine Gnade: Diese Gnade, kann ich Dir anbieten – aber nur, weil ich weiss, dass andere ihre Gnaden, Wege und Methoden anbieten. Ich kann nicht alles, aber WIR können alles. Mein Gnade ist von Deiner Gnade abhängig.

„Nicht jeder muss dasselbe können und dasselbe tun. Aber jeder muss sein persönliches Feuerwerk - seine Gnade - jeden Tag neu entzünden und abbrennen. Das Leben wird zu einem wunderbaren Abenteuer, wenn man seine Gaben bewusst zum Wohle aller anwendet. Dann verteilt man jeden Tag nicht nur Gnade, man erfährt sie im selben Moment auch. Denn das Gefühl des Reichtums und wirklicher Zufriedenheit stellt sich letztlich nie dadurch ein, dass man etwas bekommt oder nimmt - nein, das Reichtumsgefühl, das wirklich zufrieden macht, kommt daher, dass man das teilt oder "austeilt", was einem - als Gnade - gegeben ist.“ So mein spiritueller Coach, Dr. Klaus Wolff.

Du musst alles tun, damit ich alles tun kann.

Meine Gnade liegt darin, Dich spürbar an der Ewigkeit teilhaben zu lassen. Meine Gnade liegt darin, dass ich es nicht zulassen will, dass Du mit weniger als mit ALLEM zufrieden bist. Meine Gnade liegt darin, dass ich Dein Ego nerve, es anspucke, anbrülle und trete. Und meine Gnade liegt darin, dass ich es mir gefallen lasse, von Deinem Ego angespuckt, angebrüllt und getreten zu werden. (Sie hat da ihre Grenzen, wo sie Leid erzeugt. In meine Familie.).
Meine Gnade besteht darin, Dich daran zu erinnern, dass Du in jedem Moment wach bist, dass in Dir ein Feuer brennt, dass Du LEBST! Das Du selber Flamme bist.
kosmos
„Ich möchte jeden Menschen
Aus Kosmos´Geist entzünden,
Dass er Flamme werde
Und feurig seines Wesens
Wesen entfalte. –
Die anderen, sie möchten
Aus des Kosmos´ Wasser nehmen,
Was die Flamme verlöscht
Und wäss´rig alles Wesen
Im Inneren lähmt. –
O Freude, wenn die Menschenflamme
Lodert auch da, wo sie ruht! –
O Bitternis, wenn das Menschending
Gebunden wird da, wo es regsam
sein möchte“.
Rudolf Steiner

Ich will, dass Du erlebst, dass Du eine Mission bist. Und ich will von Dir wissen, was Du damit anfängst!

Meine Gnade hat damit zu tun, dass ich Dir mit absoluter und unzweifelhafter Klarheit und aus tiefster Erfahrung versichern kann: Du bist geborgen. Du bist bereits jetzt gerettet. Die unversiegbare Quelle Deines eigenen Daseins, Glückes und Lebens, ist untrennbar mit Dir verbunden. Du bist grenzenlos.
Du bist flammende Seligkeit. Brenne in Seligkeit. Du bist tiefster Friede. Leuchte in Frieden.

Kommentare:

Monika hat gesagt…

Lieber Sebastian
Berührt wieder ganz tief. «Meine» Gnade spricht dieselbe Sprache.

...Du musst alles tun, damit ich alles tun kann...
Auch dieses Satz kann ich nach einem tiefen Atemzug annehmen. Denn müssen ... ? Feuer und Flamme und die Lust, ES einfach zu tun. Ja, das ist mein freiwilliges Müssen auf meiner Mission.

«Dieses Gebären, dieses Hervorbringen eines Höheren, spiegelt sich wiederum im Bewusstsein als Lust, und es gab nie eine Lust, ohne dass es vorher einen Schmerz gegeben hätte. Unten im Leben, das sich eben aus der physischen Materie heraus erhebt, gibt es noch keine Lust. Wenn aber der Schmerz hat Bewusstsein erstehen lassen und als Bewusstsein schöpferisch weiterwirkt, dann ist diese Schöpfung auf einer höheren Stufe und drückt sich im Gefühle der Lust aus. Dem Schaffen liegt die Lust zugrunde, wie jeder Unlust die Notwendigkeit des Schaffens zugrunde liegt.» (Rudolf Steiner, aus: Ursprung des Leides, GA55).

«Was können wir konkret dafür tun?»
Antwort: Laber nich, mach. : )
Dialog ist mehr als nur ein Gespräch.

Namaste
Monika

Anonym hat gesagt…

hallo Herr Gronbach und auch hallo Monika, ich bin eine der rund 200 (begeisterten) Zuhörer aus Wangen. So berechtigt ich die Frage nach den konkreten Wegen und Übungen auch finde und so berechtigt es ist, daß sie auf diese Fragen eingehen, aber wenn ich solche Fragen nach Rezeptbüchertipps immer höre, muss ich auch lächeln. Denn wir wissen alle was zu tun ist. Nicht nur, weil es bereits Rezeptbücher gibt, sondern, WEIL WIR ES EINFACH WISSEN! Ihr Fähigkeit (darin war ich mit den Leuten nach dem Vortrag einig) liegt darin, aus unmittelbarer Geisterfahrung zu sprechen und so bewusst und humorvoll, dass wir einfach mit in diesen Prozeß genommen werden.
Wer nach konkreten Übungen fragt, fragt manchmal auch nach Ausreden. So seltsam sich das anhört.
Mit ganz freundlichem Gruße
Bettina

Anonym hat gesagt…

nochmal Bettina: Ich erlebte Sie da an schwächsten (tschuldigung), als Sie sich auf diese Ratschlag-Ebene einließen. Laßen Sie das. Das können andere besser. Sie sind die große Flamme und die große Flamme brennt nicht hier ein bissle und da ein bissle. Sie brennt und jeder mag sich reinstellen. Oder eben nicht.

JANET hat gesagt…

ein Rat folgt dem nächsten ...na na! ;)

Ich sag nichts mehr! Meine Flamme kocht verhalten was zu Kochen ist.

*LG

Monika hat gesagt…

Liebe Bettina
Ich werde in einem Atemzug mit Sebastian erwähnt. Welche Ehre! Allerdings sehe ich noch nicht so ganz, was ich an Rat-Schlägen erteilt hätte. Vielleicht bin «ich» auf einem Auge blind. : )

Herzlich
Monika

PS. Meine Gnade ist von Deiner Gnade abhängig (sagt Sebastian). : )

«Ich» stelle mir immer wieder die Frage, aus welcher Perspektive «ich» gerade einen Text lese. Hochinteressant, was «ich» alles so daraus mache. Wenn «ich» im inneren Beobachter «verschwinde» wird es interessant – für «mich»!

Anonym hat gesagt…

Jesus war auch nicht konkret und hat auch kein geistiges Kochbuch geschrieben.

Anonym hat gesagt…

weisste was, ist mir Wurscht! Wenn jeder das macht was gestern gemacht wurde, machen wir nie was anders. Jesus war Jesus. Ich bin Ich.

Alpha et Omega hat gesagt…

Aber besser wär doch, wenn man einfach einen Knopf drücken könnte.
Man will halt wissen: wo ist bei mir dieder Knopf? Deshalb geht man in Seminare, liest Blogs, Bücher und und und dabei haben wir diesen Knopf doch schon längst gedrückt!

Anonym hat gesagt…

ach ja? den Knopf gedrückt und ich wusste gar nicht dass es ein Knopf ist den ich sogar gedrückt habe... weil ich nicht wusste bevor ich wusste was ein Teller ist und wozu man ihn braucht..was ist ein Buch was ist ein Blog und überhaupt alles ist nicht so heiss wie es gekocht wird. Und andere kochen auch nur mit Wasser. Na sowas!

Anonym hat gesagt…

Nicht DEN Knopf. Nu ist zu spät. PENG! : )

Anonym hat gesagt…

Welcher denn nu, "dieder" Knopf??? kann ich auch an allen Knöppen drehen was passiert dann, wird der Peng zum Knall? Vollschuss! nach vorn oder nach hinten...