Dienstag, 24. März 2009

Was für ein Gott bist Du, Mensch?

Bitte versetze Dich einmal in folgende Lage: Du erkennst auf eine fundamentale Weise, was Dein wahres Selbst ist. Stell Dir vor Du stellst fest, dass Dein tiefstes Selbst die Gegenwart Gottes ist. Stell Dir vor, der Gedanke, dass dies wirklich, wirklich so ist, bleibt nicht länger ein Gedanke. Der Gedanke beginnt sich auszudehnen, bis nur noch diese göttliche Gegenwart übrigbleibt.

Was denkst Du, wirst Du tun, wenn Du Dich als die Gegenwart Gottes erkannt hast? Ich denke, die Antwort lautet: Du beginnst die Welt zu erschaffen. Und wie wird das jetzt wohl sein?

Wirst Du Dich griesgrämig auf den Weg machen und lustlos hier und da ein paar graue und laue Blume in die Ecke setzen? Oder wirst Du Deinen kreativen Urimpuls, den Du gerade erst beginnst zu verstehen, als üppiges urwaldgrün mit fantastischen Blumenformen sprießen lassen?
Gott
Wirst Du träge ein paar flache Tiere erschaffen, die müde in der Ecke hocken und sehnsuchtsvoll ihren eigenen Tod herbeisehnen?

Oder wirst Du begeistert ein paradiesisches Chaos von wilden, gierigen, lüsternen, zärtlichen und kraftvollen Tieren in allen Größen und Formen erschaffen?

Wirst Du genervt irgend so einen Zweibeiner zusammenschrauben, der sich ständig um sich Sorgen macht, ernst und betroffen und mit schwere Miene durchs Leben stolpert? Oder wirst Du – der Du gerade erkannt hast, dass alle Schöpfung in Deiner Hand liegt – wirst Du einen potenten Menschen nach Deinem Bilde erschaffen? Einen der Glück suchen und Leid meiden soll?

Ein Wesen, welches sich mit allen Sinnen in dieses Leben stürzt. Ein Wesen, welches dieses Leben erfahren will. Als ein instinktives, als fühlendes, als essendes, als sexuelles, als gemeinschaftliches, als tanzendes, als moralisches, als gemeinschaftliches, als intelligentes, integres,spirituelles und gewissenhaftes Wesen. Als ein Wesen, welches „beseelt dem Geiste Wohnung gibt“ (Steiner) . Ein Wesen, welches Gott als sein eigenes Selbst erkennt? Welches Bewusstsein vom Bewusstsein hat? Würdest Du – wenn Du alle Macht Gottes hättest – den Menschen als ein Wesen der überschäumenden Freude erschaffen?
Gott
Oder würdest Du den Menschen als ein egozentrisches & einsames & trübsalblasendes Etwas erschaffen? Ein Wesen, welches in dunklen Kirchen und alten Versammlungsräumen nach Dir sucht, anstatt zu verstehen, dass Du Gott näher bist als Deine eigene Hand? Immer. An jedem Ort.

Würdest Du am siebten Tage sagen: "Och nööö...is das langweilig". Oder würdest Du sagen: "Gott, ist das gut geworden!" Wenn Du Gott wärst, wäre Deine Credo die Freude oder das Leiden? Und hättest Du nach sieben Tagen tatsächlich genug? Oder würdest Du einfach immer weiter machen? Im Stein ruhend schlafen. In der Pflanze lebend wachsen. Im Tier fühlend leben. Im menschlichen Ich erwachend?

Würdest Du sagen: „Und ich sage Dir Mensch – die Orgie sei Dir verboten. Der Alkohol sei Dir verboten. Dies ist Sünde und jenes ist Sünde“ Oder würdest Du sagen: „Bediene Dich an meiner Schöpfung, die Du selber bist. Die Schöpfung ist nicht die Sünde – Sünde allein ist das SICH-verlieren in der Schöpfung. SICH-Finden in der Schöpfung ist Religion“

Würdest Du, eine Menschen erschaffen, der Dich nur auf schmerzhaften und komplizierten Wegen findet? Oder würdest Du ihn so schaffen, dass er einfach aufschauen müsste und alles wäre gut? Würdest Du – Gott – den Menschen als einen spontane Ausdruck Deines schöpferischen Impulses gestalten, der aus der Tiefe des immerwährenden Urgrund des Seins kommt und nie genug vom Leben bekommt. Dieses „Nie genug“ wäre kein Mangel – es wäre Deine Lebensversicherung. "Nie genug" ist Gottes Unendlichkeit.

Was ist Deine Entscheidung? Wie sieht Dein Schöpfung aus? Schau Dein Leben an. Schau Deine Umgebung an. Schau Dich an, dann weißt Du, zu was Du Dich entschieden hast.

Was hast Du aus Dir gemacht, Gott? Was für ein Gott bist Du, Mensch?

Kommentare:

God is a girl hat gesagt…

Für mich der schönste Gott der Welt: Alanis Morrisette!

Anonym hat gesagt…

... und will doch nur spielen...

Anonym hat gesagt…

Je suis dejavu...

Anonym hat gesagt…

Je suis dejavu...

suscha hat gesagt…

he, du meinst aber annett louisan, schatzi, gell?

Anonym hat gesagt…

Rien ne va plus..

Anonym hat gesagt…

C'est la vie, mon chéri

Anonym hat gesagt…

Nicht einmal die Anonymität bleibt einem hier erhalten. Selbst DAS bisschen Identität wird einem hier genommen.

Jetzt kann ich nicht mal mehr sagen "ich war`s nicht!" oder "Oh ja...DAS war gut, DAS war ich!"

Alles Futsch

...im Nichts BIN ICH!

Na, dann mach ich mich mal an die Schöpfung :-)!

Friede mit Uns!

pardon? Je ne sui pa! hat gesagt…

Non je ne veux plus

Non, je ne veux plus: non,
de cette supreme aurore
comment pourrais-je encore
survivre à l'abandon.

L'amour, je le sais, c'est une perte
cachée par un geste qui prend.
ô mes tiges vertes
rendez mes fleurs inertes
et fermez-les lentement.

Rilke

Monika hat gesagt…

... Was für ein Gott bist Du, Mensch? ...

Hier nun meine Wiederholung:
Ein Tropfen auf dem Weg zum Meer,
wissend, dass ich nicht das Meer bin,
wissend, dass meine Mission das Meer ist,
wissend, dass ich nur ein Teil des Meeres bin,
wissend, dass ich zur Welle werde,
wissend, dass ich nur eine Form des Meeres bin
und wissend, dass das Meer nicht ohne mich
Welle und Tropfen werden kann.

So, und nun interessieren mich die zwei Gesichter Gottes .... Jetzt wird ES interessant. Die Lampe nehme ich mit. Ihr könnt ja weiter verstecken spielen. : )

Die Sache fängt nämlich mit der Erschaffung der Welt zusammen. Hier ist das Geheimnis: I O

Herzlich
Monika

Maurulam hat gesagt…

Du sollst dein Licht nicht unter den Scheffel stellen... Aber: Wenn du betest, geh in deine Kammer, und mach die Tür zu... Wie gut, dass ich noch ein Fenster hab... Gilt das? -Das gilt!
Ich bin ich, lieber Monika-Rilke!
Aber wichtig ist das alles doch wieder nur für uns selbst, nicht wahr, denn das Meer ist auch wie es ist. Mit uns!

JANET hat gesagt…

Lieber Monika-Rilke!

hier wird man schnell verdächtigt...

Lustich.. Maurulam du bist ein Knaller!

Sorry, ich hab ein bisschen Französisch geübt. *lach*

A bientot
JANET

je t´aime hat gesagt…

Geht´s nach Frankreich? Ich komm mit – blond natürlich!
A bientôt!

; )
Monika

Maurulam hat gesagt…

Fein, meine lieben. Ich brauch nämlich einen Übersetzer!

Monika hat gesagt…

... Würdest Du, einen Menschen erschaffen, der Dich nur auf schmerzhaften und komplizierten Wegen findet? Oder würdest Du ihn so schaffen, dass er einfach aufschauen müsste und alles wäre gut? ...

Lieber Sebastian
Wie und wann findet Bewusstsein statt? Wenn alles Licht ist?
In absoluter Balance auf einem sehr schmalen Grat findet für mich Bewusstsein statt. Da ist die Finsternis gleich stark wie das Licht.
Im Großen nun gedacht: Unser ganzes Universum, das Energiesystem der Erde, es könnte nicht existieren, wenn dieses Gleichgewicht nicht wäre. Es würde im selben Augenblick zerbersten. Wer durch einen Prozess, wie ich ihn gegangen bin, weiß, dass nur das absolute, und ich meine das wirklich absolute, Gleichgewicht zwischen heiß und kalt, zwischen hell und dunkel eingehalten werden muss. Jeder Fehler in dieser Balance bewirkt die Zerstörung des Körpers oder einer «Form». Sobald ich in einer «Form» bin wirkt dieses Prinzip. Die Form kann auch eine Beziehung sein. Wenn nicht beide sich in Balance entwickeln, geht die Beziehung kaputt. Wenn ich zum Licht strebe und der andere kommt nicht mit, wird es dunkel um ihn (aus meiner Sicht, die ich zum Licht streben will).

Das Geschenk des Bewusstseins ist die Freiheit. Diese Freiheit ist nur solange Freiheit, wie die Balance zwischen Gleichheit und Brüderlichkeit eingehalten wird. Die Gleichheit ist nur in Balance, wenn Freiheit und Brüderlichkeit gleichgewichtig sind und Brüderlichkeit ist nur in Balance, wenn Gleichheit und Freiheit in Balance sind. Eine Balance besteht immer aus einer Mitte, die ruht und die «Gewichte» zu halten versteht.

Was mache ich nun, wenn ich dieses Prinzip verstanden habe aber meine Tochter z.B. noch gar nicht? Beispiel: Meine Tochter ist 19 und fragt mich um Rat. Ich sage ihr das, was meine Ansicht ist. Sie wird wütend und sagt mir, dass sie das jetzt nicht hören wollte. Sie wolle ihre eigenen Erfahrungen machen, egal, was dabei raus kommt. «Dann mache sie», kann ich nur in der Mitte ruhend sagen. (Sie weiß allerdings auch, dass sie immer jemanden haben wird, der für sie da ist).

Weiteres Beispiel: In der Schule wollten eine Handvoll Lehrer die «Schule erneuern». Im Schulführungsrat habe ich klar und deutlich mit jeder Faser meines Seins die Lehrer aufmerksam gemacht, dass die Eltern und der Rest der Lehrer mit ins Boot genommen werden müssen. Eltern samt Kindern wollen einen Entwicklungsprozess verstehen, Lehrer übrigens auch. – Die Handvoll Lehrer wussten es besser und liefen gegen eine Wand und wie! Wo kein Dialog stattfindet, läuft eine Sache schief, weil das Bewusstsein für den Prozess nicht entwickelt werden konnte. Bewusstseinsprozess «kostet» auf der einen Seite etwas, bevor ETWAS auf der anderen Seite «gegeben» wird. Schmerzen tut´s, wo «Quantensprünge» und Entwicklung unter «Druck» stattfinden.

Bis in die Fußspitzen hinein verstehe ich, was Du meinst. Ein Meister oder «Gott» weiß um das Funktionieren dieses Gesetzes. Gott hat zwei Gesichter.
Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Keiner kommt zum Vater, es sei denn durch mich. Liebe und Vertrauen ist der Weg. Jede Begierde, Leidenschaft und Anhaftung ist nicht Liebe. Im Licht zu sein heißt noch nicht beim «Vater», respektive «angekommen» zu sein.

«Erleuchtung» erlangen heißt den Weg des Leidens gegangen zu sein. «Himmelfahrt» hat aber noch nicht statt gefunden damit.
Das Wichtigste, was Christus nach der Auferstehung zu Maria Magdalena (eine Frau) sagte ist: Berühre mich nicht! – Was steckt dahinter? : )

Herzlich
Monika

Anonym hat gesagt…

Monika - was für ein Beitrag. Wow. Bin immer noch gefesselt von deinen so klaren und einfachen Worten. Danke dir dafür. Wenn es dir recht ist, würde ich sie gerne auszugsweise weitergeben - gerade jene vom Verstehen eines Entwicklungsprozesses. Ganz trefflich formuliert. Klasse!

Maria Magdalena durfte Jesus nicht berühren, weil er sich nur noch im Ätherleib befand. Die arme Frau hätte sicher ins Leere gegriffen, wenn sie ihn berührt hätte und wäre darüber so erschrocken gewesen, dass es ihr vermutlich den Verstand geraubt hätte.
Jesus wusste das und riet Marie Magdalena, ihn nicht zu berühren. Außerdem weiß keiner, was passiert wäre, wenn feste Materie auf ein Ätherwesen trifft - vielleicht hätte sie ihn zerstört?

Auch etwas, was uns zu denken geben sollte. Ist es uns wirklich gestattet, hinter alles und jeden zu schauen? Vermutlich ja, doch was heißt das in der Endkonsequenz? Können wir die Auswirkungen unserer Neugier überhaupt (er)tragen?

Herzlichst

Kerstin Zahariev.

Monika hat gesagt…

Liebe Kerstin
Danke für Deinen Beitrag. Deine Schlussfolgerungen berühren mein Herz zutiefst. Ja, so sehe ich es, wie Du es beschreibst. Lass uns Neugierig sein. Lass uns nie aufhören zu fragen. Die Antworten kommen. So oder so.

Herzlich
Monika

PS. Die Frau hätte nicht ins Leere gegriffen. Sie wäre augenblicklich «verbrannt». Das meine ich im Ernst.
Sie liebte Jesus noch nicht ohne Anhaftung. Es hätte auch ihn zerstört.