Mittwoch, 17. Juni 2009

Es lebe der Unterschied der Einheit

Jeder kann in die Welt des einenden Gottes eintreten – jeder kann in Welt des entzweienden Teufels eintreten. Doch nur wenigen gelingt es, gleichzeitig in beiden Welten zu leben. Erleuchtung steht jedem offen – sie tritt spontan durch plötzliche Erfahrung, ohne Übung und ohne Vorwarnung in Dein Leben. Die wahre Arbeit beginnt auch nicht nur dort, wo Du das Licht der Erleuchtung in die Finsternis trägst. Die wahre Arbeit hat damit zu tun, die Begierden zu bewahren – ohne ihnen zu verfallen.

Die Quelle der Begierden ist der Unterschied. Unterschiedliche Pole ziehen sich an, stoßen sich ab. Maskuline und Feminine Pole sind beide gleich stark – jedoch auf unterschiedliche Weise. Sex, das ist das lustvollste, grundlegenste und offensichtlichste Spiel mit diesen Unterschieden. Doch diese Pole leben in jeder Beziehung mit Menschen. Das spirituelle Ziel, welches ich leben will, ist meine leidenschaftliche und begehrende Beziehung auf allen Ebenen der Unterschiede zu leben - ohne Karma zu erzeugen!
Du kannst die Unterschiede leugnen, sie einebene oder sie für irrelevant erklären – das alles haben spirituelle Menschen seit jeher getan. Du kannst vor diesen grundlegenden Polen fliehen und die Gegensätze auf einer höheren Ebene transzendieren. Das alles ist ok.

Ich halte allerdings nichts davon. Ein erleuchtetes Leben wie ich es will, vergrößert die Unterschiede und den Abstand der Pole. Warum? Weil so das Abenteuer der Anziehung erhöht wird. Die Anziehung bringt uns zusammen, lässt uns nacheinander greifen, lässt uns durchdringen und vereint uns. Wir erkennen einander in der Vereinigung der Pole als die ewige Einheit. Wir gehen durch die Unterschiede durch - nicht aussen herum.
GOTT
Das EINE hat sich aufgeteilt in Millionen "Saug- und Drängwesen", um sich SELBST in allen Aspekten zu erkennen, zu lieben – ob in heterosexuellen, oder in homosexuellen Beziehungen. Im Maskulinen und im Femininen (wo immer es sich manifestiert) soll Gottes evolutionärer Traum erwachen und wachsen. Gott will die Vereinigung mit sich nicht nur schnell, schnell....er will dieses Ziel mit Lust und Liebe erreichen. Gott ist ein Genießer.

Der Weg der Weisheit & des Glücks & der Spiritualität wie ich ihn gehe, und im Alltag lebe, arbeitet die Unterschiede heraus, definiert sie, beleuchtet sie, dehnt sich aus, erfreut sich an ihnen... und dann lasse ich los. Die Vereinigung die sich dann ereignet, ist kein Brei. Es ist die Explosion der Sinne. Ich mag die explosive Vereinigungen der Sinne lieber als den neutralen Einheitsbreibrei.

Ich mag Ereignisse. Wahre Ereignisse sind Erfahrungen der radikalen Dualität, die sich gerade dadurch zum EINEN transzendieren, dass sie ausgelebt werden und nicht verdrängt.
ereignisse sind gut
Das ist auch der anthroposophische Ansatz Rudolf Steiners. Immer wieder propagierte Steiner "die Begegnung mit dem Bösen" - dabei war für ihn "das Böse" nur die begriffliche Zusammenfassung von einseitigen Unterschieden. Sein ganzes Leben versuchte er die energetischen Unterschiede herauszuarbeiten. So fasste er alle Eigenschaften, die wir heute mit dem Femininen in Verbindung bringen als "luziferisch". Die als maskulinen Eigenarten bekannten Energien, nannte er "ahrimanisch". Steiner schärfte unsere Sinne für diese diese unterschiedlichen Profile.
Mensch
Ich widme mich also dem Unterschied zwischen ihrem und meinem Mund. Ich widme mich dem Unterscheide zwischen ihrem Geschlecht und meinem Geschlecht. Widme mich dem Unterschied zwischen meinem Orgasmus und ihrem Orgasmus. Widme mich dem Unterschied zwischen der femininen Energie und der maskulinen Energie.

Widme Du Dich mit aller Entschiedenheit, aller Intelligenz und aller Freude den sagenhaften Unterschieden & Gegensätzen. Dasjenige was sich entschieden, intelligent & freudvoll den Unterschieden widmet, ist selber ohne Unterschied und ohne Gegensatz. Bewahre immer diese Präsenz des EINEN - bei allen Unterschieden.

Spielt gemeinsam das wahre Spiel der Unterschiede und begleitet es mit der göttlichen Präsenz. Es ist das Ereignis des Lebens. Nehmt und erkennt jeden Unterschied als Geschenk des Universum an – dann erst löst Euch aus der Mann/Frau-Identifikation und tretet über in das WIR. Und dann erhebt Euch aus diesem WIR und geht gemeinsam ein und über in die maßlos freie Dimension des ICH BIN.

Folgt dabei dem Tao Te King: „Nur jene, die wissen wann genug ist, werden je genug haben.“

Küsse den Mund deines Partners während der gesamten Vereinigung. Spüre wie der Kreis sich schließt. Wo beginnt er? Wo endet er?



In einer entsprechenden esoterischen Übung, regt Rudolf Steiner (GA267) dazu an, acht Tage folgenden Satz zu meditieren:
„Ich bin: Sie fühlt“
Weitere acht Tage:
„Ich bin: Er will“.
Dann als nächsten Schritt diese Meditation:
„ES ist Weltendenken.
SIE ist Weltenseele.
ER ist Weltenwillen“

Kommentare:

MonikaMaria hat gesagt…

Nur jene, die wissen, wann genug ist, werden je genug haben.

So ist es.

Mit dem Alter wird man gelassener. ;-)
Genug wird aber nicht weniger, nur gelassener – schwierig zu erklären. ;-)

manroe hat gesagt…

Erfahrung, die einen wirklich befriedet hat, ergibt das wahre Mass.

M

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Lieber Herr Gronbach,

wenn ich Ihre Kommentare lese, nun mehr denn je, stellt sich mir Bild vor mein geistiges Auge.
Ein Bild von jemanden, der versucht, einen Ozean in einen Eimer zu gießen. Er sieht und weiß, dass unendlich viel daneben geht, weil dieser kleine Eimer gar nicht dieses immense Fassungsvermögen hat und dennoch verrichtet er sein Tun immer wieder von neuem, einem inneren Impuls folgend, der ihn führt.

Manchmal glaube ich, es ist sehr leidvol für Sie, hier in diesem Blog zu schreiben. Denn wenn man ihre Texte intensiv und genau liest, merkt man, dass sie in ihren Kernaussagen alle nahezu identisch sind.
Und dennoch sind sie so schwer zu verstehen.
Es muss mühevoll und kräftezehrend sein, immer wieder zu versuchen, das ewig Wahre in veränderter Form für andere verständlich und erlebbar zu machen.

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Ich las gestern einen interessanten Text über das Böse. Marcus Schneider - ein wirklich begnadetet Vortragsredner - schrieb an einer Stelle:

"... Die Meinung, Leben mache keinen Sinn, diese Meinung signalisiere die Hauptproblematik des modernen Menschen. Und durch diese Fragestellung müsse der Mensch wie durch ein Nadelöhr hindurchgehen und dabei lernen, worauf es bei der Lösung der Sinnfrage des Lebens ankommt: ... die Sinnfrage löst sich allein durch die Hingabe an das, was man selber nicht ist."

Und an anderer Stelle schreibt er:

"... Das Böse, geisteswissenschaftlich betrachtet, ist dort zu suchen, wo der Mensch über die Natur hinausgeführt wird. Und über die Natur hinausgeführt wird er dort, wo er nicht ein Triebwesen bleibt, ein leibverhaftetes Wesen, sondern dort, wo der Mensch ein selbstbewusstes Wesen ist, wo er weiss, was er tut, und weiss, dass er mit diesem Tun in das Tun anderer eingreift, wenn er bewusst in Lebenszusammenhänge von Menschen, Tieren und Natur selbst, zerstörerisch eingreift."

Sie, lieber Herr Gronbach, schrieben ähnliches schon an anderer Stelle. Ich weiß nur nicht mehr wo.
Das ist seltsam. Es ist seltsam, dass mir die obigen Zeilen bekannt vorkommen, weil ich sie in ähnlicher Weise bei Ihnen schon las und dennoch hinterlässt die Größe dieser Worte erst nach einem zweiten Anlauf von einer anderen Person bei mir eine Wirkung, eine spürbare Wirkung.

Es ist schon einige Tage her, da stand ich an der Fleischtheke bei uns im Supermarkt und hatte ein wunderliches Erlebnis.
Vor mir wurde eine ältere Frau bedient. Sie kaufte allerlei verschiedene Aufschnittwurst. Und plötzlich schob sich dieses Bild vor mein geistiges Auge.

Ich sah auf dem Fleisch- und Wurstangebot vor mir unzählige seltsame Kreaturen sich winden und drehen, als wollten sie sich in all dieses tote Flesich eingraben.
Sie sahen aus wie dicke Würmer, waren aber durchsichtig. Ich konnte es gar nicht fassen. Dann sah ich diese ältere Frau eine Scheibe Wurst nehmen und sich in den Mund schieben, zusammen mit einer von diesen Kreaturen. Sie teilte dieses Etwas beim Zerbeißen und der Stumpf windete sich weiter zwischen ihren Zähnen... dieser Anblick war so was von abscheulich...

Schließlich drehte sie sich zu mir und lächelte mich an.
Dieses Bild verfolgte mich tagelang und seit kurzem kaufe ich keine Wurst mehr, obwohl ich keine Vegetarierin bin.

Ich wünschte mir, jemand könnte mir derartige Bilder erklären, nicht in ihrer Aussage, die weiss ich ja nun, sondern woher sie entstammen.

Danke.

Sorry hat gesagt…

Sag mal Manfred, hast Du eine Freundin? Bist Du glücklich mit ihr? Und vor allem: Ist sie glücklich mit Dir?

Sag mal Simone, lebst Du in einer Beziehung? Und wer hat Deinem Körper Leid angetan?

Sorry für die Fragen, jedoch stelle ich sie nicht für mich und will keine Antwort hier. Sie sind für Euch.

manroe hat gesagt…

@Sebastian

" Die wahre Arbeit beginnt auch nicht nur dort, wo Du das Licht der Erleuchtung in die Finsternis trägst."

Nein, sicherlich nicht nur dort, aber als wahre Arbeit kann sie nur effektiv sein, wenn sie von der Erleuchtung begleitet wird.
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"Die wahre Arbeit hat damit zu tun, die Begierden zu bewahren – ohne ihnen zu verfallen."

Allerdings nur als Übergangsphänomen oder Übergangshaltung ihnen gegenüber, jedoch nicht dauerhaft.

Wenn ich Begierden lediglich bewahre, dann benötige ich unnötigen Raum zu ihrer "Lagerung". Ich würde sie verwandeln wollen, z.B. in beratende Wesen dadurch, dass ich sie erkannt und mit ihnen sprechen gelernt habe. Dann benehmen sie sich plötzlich ganz anders, teilweise völlig verdutzt ob ihrer neuen "Position", bis dahin, dass sie mir wertvolle Ratgeber werden.
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Transzendieren hat überhaupt nichts mit Flucht zu tun. In dem "Raum", wo transzendieren überhaupt erst möglich wird, kommt man mit einem Fluchtinstinkt gar nicht hinein. Und dann muss man natürlich auch etwas mitnehmen, was man transzendieren will und kann, aber der Ort der Erfüllung liegt in der Transzendenz, zumindest für mich.
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Und: "vergrößert die Unterschiede und den Abstand der Pole. Warum? Weil so das Abenteuer der Anziehung erhöht wird."

Ok, ein tolles Abenteuer, jeder wie er will. Aber irgendwann tritt die Erfüllung oder der Sinn von Abenteuern in seine Erfüllung ein, sie ähneln sich auch prinzipiell immer mehr und werden langweilig und verlieren ihren Anfangsreiz. Sie haben ein ganz "natürliches" Ende.

Ich bevorzuge es und es ist für mich ein größeres Abenteuer, möglichst direkt den hinter den Abenteuern befindlichen Raum zu betreten, ich möchte dabeisein, wo und wie Abenteuer entstehen.


Manfred

manroe hat gesagt…

@Sorry

"Sag mal Manfred, hast Du eine Freundin? Bist Du glücklich mit ihr? Und vor allem: Ist sie glücklich mit Dir?"

Ich bin sogar verheiratet, wir sind beide immer noch "wie Kinder" und wirklich glücklich. Komisch, was? Irgendwas scheint nicht verstanden zu werden. Ich verrat mal so viel, es hat was damit zu tun folgerichtig und sehend zu denken.

Ansonsten danke Dir für Dein Mitgefühl. Das meine ich nicht ironisch!

Manfred

Whats a man without a woman hat gesagt…

@ Manfred

"Ok, ein tolles Abenteuer, jeder wie er will. Aber irgendwann tritt die Erfüllung oder der Sinn von Abenteuern in seine Erfüllung ein, sie ähneln sich auch prinzipiell immer mehr und werden langweilig und verlieren ihren Anfangsreiz. Sie haben ein ganz "natürliches" Ende."

Oh - wie traurig das klingt.Sie haben die Beziehung zum Leben verloren. Das ist traurig. Sie sind aus der Schöpfung gefallen. Das tut mir leid. Da hat Gronbach es besser. Er ist IN die Schöpfung gefallen. Wenn ich ihn richtig verstehe ist der Grund dafür darin zu finden, daß er vor dem Erwachen den anthroposophischen Schulungsweg gegangen ist.

Ihnen wünsche ich die Liebe des Lebens. Verlieben sie sich neu und lachen sie und entdecken sie das Abenteuer neu. Laßen sie sich anrühren. Sie Mann.

Gehen sie mal zu Anka. Ich wünsche ihnen die überrschende Liebe.

Simone hat gesagt…

@Sorry

MEIN Körper leidet an unzähligen Schmerzen ungefähr so wie in permanenten Geburtswehen. Und MEINE Seele will immer noch mehr lernen, dass auch Schmerz genießbar ist und Leid bloß im "Nichthabenwollen" und im Widerstand lebt.
Und ICH und auch ich lebe und habe gelebt und werde leben in unzähligen Beziehungen.
Das ist meine Antwort für dich, auch wenn du keine haben wolltest.

Fragen "nur für mich" gibt es für MICH nicht.
Genausowenig wie Antworten "nur für dich".
Teilen ist angesagt.
Damit wir miteinander immer reicher werden.

Danke also für dein Fragen.

manroe hat gesagt…

@Whats a man

"Oh - wie traurig das klingt.Sie haben die Beziehung zum Leben verloren. Das ist traurig. Sie sind aus der Schöpfung gefallen. Das tut mir leid."

Ja das ist wirklich absolut traurig, das so zu sehen, das lässt wirklich tief blicken.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass wir hier auf einem spirituellen "Erleuchtungs"-blog uns befinden und nicht in der Psychotherapie, hab ich mindestens schon 7x drauf hingewiesen. Einer von uns beiden scheint sich also hierhin verlaufen zu haben.

Ich werd ja hier mit Mitgefühl überschüttet heute. :))

P.S.: kleiner Hinweis, ich würde mal wirklich ALLES heute von mir Gesagte lesen, möglichst OHNE Grundausrichtung.

Manfred

MonikaMaria hat gesagt…

@ Manfred : ))
Ohne Worte ..... (ˆ•ˆ)

manroe hat gesagt…

@Monika

"Ohne Worte ..... (ˆ•ˆ)"

Das ist die beste Kommunikation :)))

Simone hat gesagt…

Kommentar zum Beitrag:
Ja, Es lebe der Unterschied, das Spezielle, das Spezifische, die Vielfältigkeit, die Vielseitigkeit.
Die Vielfältigkeit feiern, das kann ich am besten, wenn die Unterschiede ganz klar sind , erkannt und auch bekannt. Wenn jeder voll zu dem stehen und das voll teilen kann, was eben wirkliche, lebendige farbenfrohe Vielfältigkeit überhaupt erst möglich macht und entstehen läßt.

Simone hat gesagt…

Interessant, wenn ich mich "gelesen" erlebe, wie hier beim Kommentar um 15:07 Uhr.
Ich lasse mich lesen. Vollständig. Bis dahin, wo SELBST sich SELBST erkennt. ...
Und dann komme ich auf die Idee, selbst zu "lesen".
Tue das, lande aber sofort dort, wo das EINE sich SELBST erkennt.
Erinnere mich an das, was ich die Tage gearbeitet habe für "Die 12 Bereiche des Tempels" - und vergegenwärtige mir, wie solcher Art von "Lesen" das Wort "Ganzheitlichkeit" am meisten entspricht ("Infrarot" bei Wilber, "Fische" im Tierkreis, "Rotviolett" beim 12-farbigen Regenbogen-Kreis).
Und vergegenwärtige mir, dass dieser "Ganzheitlichkeit" im Kreis genau gegenüber liegt die absolute Detailgenauigkeit (von "Petrol" bei Wilber, Jungfrau im Tierkreis oder "Gelbgrün" im 12-farbigen Regenbogen).
Befrage also diese gegenüberliegende Qualität, wie ich von dort aus vorzugehen hätte.
Eben ganz vom Detail aus. Zunächst ganz bei dem einzigen Detail beginnend, was ich zuerst hatte, nämlich eben diese Sätze um 15:07 Uhr. Von diesem Detail ausgehend "lesend" lande ich bei dem wahren Wesen, Qualitäten hinter oder in den Sätzen, Liebe oder Löwe-Qualität, würde ich hier mal zuerst formulieren.
Und dann schaue ich vom nächsten verfügbaren Detail aus, nämlich den Sätzen von 15:15 Uhr. Und das dort kann ich nicht so gut lesen, das erscheint wie ein Mischung, wie relativ durcheinander, mehreres übereinandergelagert - oder ich einfach nicht so klar und fit in dem, welchem Bereich im Kreis das entspricht. Und außerdem taucht die Frage auf, welches jeweils die Licht- und welches die Schattenseite der unterschiedlichen Bereiche ist.

Aber jedenfalls der Anfang ist gemacht. Und was wir hier tun, erscheint wie das Übereinanderlegen von Fäden oder Bewgungslinien. So, als sei unsere Absicht Muster zu weben. Schön, wenn z.B. ein Sechsstern gelingt zwischen Zweien, wie MonikaMaria das von ihrer Partnerschaft sagt.

Vielfältigste Muster.
Und ich will, dass wir sie immer vollständiger und komplexer und ausgewogener werden lassen, statt wieder und wieder stecken zu bleiben in einer eben erst begonnenen Bewegung, oder Fäden zu verlieren oder anzustoßen und nicht weiter zu kommen. Auch wenn jeweils Vieles links und rechts liegen bleiben muss oder fallen gelassen werden muss, wenn wir echte Geometrien hinkriegen wollen.
Da scheint es auf das Weglassen beinahe mehr anzukommen als auf das alles Dazunehmenwollen. Für ein wirkliches oder zunehmendes Wesen-tlich-Werden.

Und was ich dazu mit Sicherheit noch eine ganze Weile weiter zu üben haben werde, das ist das Unterscheiden, das Erkennen, das Differenzieren, das Erspüren, das Begriffe finden oder bilden für all die in Erscheinung tretenden Unterschiedlichkeiten.

Und ein gutes Beispiel kann ich mir z.B. nehmen an den 40 Veden.
Meint ihr nicht auch, dass echte Vielfalt der unterschiedlichen Herangehensweisen und die Fähigkeit sie alle differenzieren und handhaben zu können uns wirklich hilfreich werden könnte und uns bewußter und MENSCH-würdiger werden lassen würde in dem, was wir hier und anderswo tun und leben?
Oder haltet ihr das hier für reinen, realitätsfernen Idealismus?

Anonym hat gesagt…

Hammer! Das ist von Steiner??? Das ist ja David Deida mäßig....SIE ist Weltenseele, ER ist Weltenwillen....Kommt ganz nah an Wilber/Cohen: COOL!

In einer entsprechenden esoterischen Übung, regt Rudolf Steiner (GA267) dazu an, acht Tage folgenden Satz zu meditieren:
„Ich bin: Sie fühlt“
Weitere acht Tage:
„Ich bin: Er will"
Dann als nächsten Schritt diese Meditation:

„ES ist Weltendenken.
SIE ist Weltenseele.
ER ist Weltenwillen“

Christian Grauer hat gesagt…

@kerstin: "es muss mühevoll und Kräftezehren sein..."

Quark, es ist nichts weniger als mühevoll, es sprudelt nur so aus Sebastian hervor, es ist der Rest des Ozeans, der nicht in den Eimer passt, es fließt einfach. Nur keine falsche Unbescheidenheit ;-)

Conrad Ferdinand Meyer hat gesagt…

@ Christian Grauer:

Der Römische Brunnen

Aufsteigt der Strahl,
und fallend gießt er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

Betreuer hat gesagt…

Irgendein Erziehungsberechtigter sollte Herrn Gronbach die letzten GAs abnehmen, der arme dreht sonst durch!