Montag, 6. Juli 2009

Evolution und Grundeinkommen

Wenn ich öffentlich über den Wert von Meditation im evolutionären Kontext spreche und darüber, welcher Friede und welche befreiende Wirkung von der Erfahrung des grund-, und grenzenlosen Seins ausgeht, muss ich mich mit vehementer Kritik auseinandersetzen. Die Sache ist allerdings nicht ohne Witz – wie sich jetzt zeigte.

Vor allem meine anthroposophischen Freunde, wehren sich oft mit Händen und Füßen dagegen, sich absolut auf die Dimension des „Urselbst“ (wie Steiner es nennt) einzulassen. Sie sagen: „Wenn Du einmal auf dem Sofa des Seins sitzt, dann wirst Du nicht mehr aufstehen. Es geht nicht darum, auf den Grund des Seins zu sinken und im Frieden des Absoluten zu leben – es geht um Entwicklung!“

Ich sage: Stimmt!

Meine Befreiung, die ich lehre und für die ich stehe, ist deshalb nicht nur eine Befreiung von etwas, sondern eine Befreiung für etwas.
Die existenzielle, dauerhafte und durch nichts zu erschütternde Erfahrung der absoluten Stille und des grundlosen Friedens, ist nicht das Ziel der Anthroposophie – sondern deren Ausgangspunkt.

ABER, ABER, ABER: Ohne diesen Ausgangspunkt ist jede Entwicklung nur Verwirrung. Wenn Du kein Empfinden für den zeitlosen Geist hast, wenn Du Dich der Erfahrung der höchsten und formlosen Nichts verweigerst, wenn Du niemals auch nur einen Geschmack davon haben willst, dass in absoluter Fülle bereits alles vorhanden ist, bevor Du angefangen hast etwas zu erschaffen, wenn Dir der göttlichen Urgrund des Seins nichts sagt, dann führt Deine Evolution zur Stagnation und schließlich zur Dekadenz.

Warum?

Weil Dir die Richtung fehlt.

Evolution, ist das Zu-sich-selbst-Kommen des Weltgeistes. Das „göttliche Bewusstsein“, so Steiner, „gönnt einer unermesslich großen Anzahl von Wesen denselben Inhalt, den es selber hat...In großer Zahl erscheint dann, was in Einheit war im Beginne der Weltenentwicklung.“.

Die Einheit im Beginne der Weltentwicklung ist also sowohl Ausgangspunkt als auch Zielpunkt der Evolution – in ihr erscheint der „Inhalt des göttlichen Bewusstseins“...doch nun – am Ziel – in allen lebendigen Wesen.
Das Urselbst, wird im Ziel zu sich selber aufgehoben.

Wenn Dir jedoch jegliche Erfahrung für den Ausgangspunkt, für die „Einheit im Beginne der Weltenentwicklung“ fehlt, dann weisst Du nicht wo´s lang geht. Du hast kein authentisches Empfinden dafür, ob Du über Dich hinauswächst, oder hinter Dich zurückfällst.
Ohne den Zugang zu dieser göttlichen Dimension, fehlen die klaren Referenzpunkte der Vertikalen. Den höchsten Punkt haben wir noch längst nicht erreicht, aber wenn wir den Urgrund aller Vertikalität kennen, dann kennen wir auch die grundsätzliche Qualität des höchsten Punktes.
Nur dann hat Deine Evolution hat eine Zielrichtung – sonst sie bleibt Verwicklung statt Entwicklung.

Wenn Du keine Beziehung zum Urselbst hast, welches in Dir lebt, weisst Du nicht, wohin Du streben sollst.
Ohne die nachhaltige Erfahrung des Urgrundes, gibt es keine gesunde vertikale Entwicklung.

Und diese Erfahrung, dass immer schon für mich gesorgt ist und ich immer schon gerettet bin, macht mich nicht faul. Im Gegenteil: Nur sie setzt die neuen, positiven, überquellenden, vitalen und heilsam fließenden, kreativen Kräfte frei, die zu einer gesunde Evolution führen.

Gerettet sein im Letzten, das verleiht mir das Feuer für das Engagement im Vorletzten. Die Erfahrung von tiefstem Glück führt zu Realisierung höchstem Glück.
meditation
Meditation wird zum Turbo für Entwicklung.
Wo das fehlt, fehlt sowohl die Richtung als auch die gesunde Quelle. Ich fürchte, dass ist das große Drama der Anthroposophie.

Jetzt kommt der Witz: Neulich sprach ich bei einem Podiumsgespräch über diese Dinge und musste mich wieder mit der Kritik beschäftigen, dass die Erfahrung des sicheren Seins nur dazu führe, dass man sich in diesem Buddha-Modus ausruhe.

„Wer soll sich noch entwickeln wollen, wenn im Grunde bedingungslos für ihn gesorgt ist?“

Bei dieser Frage fiel mein Blick auf Götz Werner, der im Zuschauerraum saß. Götz Werner ist der populärste Verfechter des Grundeinkommens. Und plötzlich war da dieser Witz.

Denn wer argumentiert, demonstriert und petitiert ganz vorne für das bedingungslose Grundeinkommen? Genau: Anthroposophen.

Und was wird ihnen als Gegenargument erwidert? Genau: „Wer soll sich noch entwickeln wollen, wenn im Grunde bedingungslos für ihn gesorgt ist?“

Und was sagen alle Anthroposophen im Chor mit Götz Werner? Genau:

Diese Erfahrung, dass immer schon für mich gesorgt ist und ich immer schon gerettet bin, macht mich nicht faul. Im Gegenteil: Sie setzt die neuen, positiven, überquellenden, vitalen und heilsam fließenden, kreativen Kräfte frei, die zu einer gesunde Evolution führen. Grundeinkommen wird zum Turbo für Entwicklung.

Grundeinkommen ist deshalb nicht nur eine Befreiung von etwas, sondern eine Befreiung für etwas.

Das bedingungslose Grundeinkommen fasziniert auch deshalb so viele Menschen, weil es ein finanzielles Gegenstück zur spirituellen Erfahrung des bedingungslosen Urgrund ist.


Meditation und die Erfahrung des ungetrennten Seins, führt zum spirituellen Grundeinkommen.
Willst Du also geistig frei werden? Willst Du Deine Kreativität zur Explosion bringen? Willst Du wissen wo es lang geht? Willst Du wirklich den Turbo in Deiner Entwicklung einschalten?

Dann geh vom Gas. Steig aus. Es gibt nichts zu tun. Alles ist perfekte, einfache und glänzende Schönheit. Makellos und ewig leuchtend.

Und dann: Einsteigen - Turbo an...Sag Der Evolution, dass wir kommen.

Urselbst
Von dem alles ausgegangen,
Urselbst
Zu dem alles zurückgekehrt,
Urselbst
Das in mir lebt –
zu dir strebe ich hin.

(Rudolf Steiner)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Willst Du also geistig frei werden? Willst Du Deine Kreativität zur Explosion bringen? Willst Du wissen wo es lang geht? Willst Du wirklich den Turbo in Deiner Entwicklung einschalten?

Dann geh vom Gas. Steig aus. Es gibt nichts zu tun. Alles ist perfekte, einfache und glänzende Schönheit. Makellos und ewig leuchtend.


Ich hoffe, es läuft Dir kein Harz4Empfäger über den Weg. Es könnte sein, dass bei Ihm eine ganz gewisse Grenze überschritten wird, und Du einen Amoklauf auslöst.

Die ganze Anthro- Bio- und Esotherikthematik ist eine exklusive Luxusdebatte. Schaut euch mal in der Wirklichkeit um! Da multiplizieren sich Materielle und Spirituelle Armut exponeziell (turbomäßig). Wer geht zu den Armen? Intergalisten?

Umberto

Pizza mit Herz hat gesagt…

"Wer geht zu den Armen?"

Na Gronbach. Gronbach geht zu den Armen.

http://missiondienstleistung.blogspot.com/

Visionmission hat gesagt…

@Umberto Wirklichkeit? Welche?!

manroe hat gesagt…

Zum Nachlesen aus GA 155 Seite 54

Jetzt wollen wir auch sehen, wie es steht mit dem Sinn des Lebens, denn jetzt arbeiten wir auf breiter Unterlage. Jetzt ist es so, daß wir uns sagen müssen: Einstmals war in der Evolution das göttliche Bewußtsein. Das war in seiner Unermeßlichkeit. Damit stehen wir im Beginne des Daseins. Dieses göttliche Bewußtsein bildet zunächst Abbilder. Wodurch unterscheiden sich nun diese Abbilder von dem göttlichen Bewußtsein? Dadurch, daß sie viele waren, während das göttliche Bewußtsein nur eins ist. Dadurch ferner, daß sie leer waren, während das göttliche Bewußtsein voll Inhalt war, so daß die Abbilder erst als Vielheit vorhanden sind, dann aber auch leer, so, wie wir das leere Ich hatten gegenüber dem von einer ganzen Welt erfüllten göttlichen Ich. Aber dieses leere Ich wird zum Schauplatze gemacht, wo sich fortwährend verbinden die göttlichen Inhalte, die in zwei entgegengesetzte Lager geteilt werden. Und indem das leere Bewußtsein fort und fort Ausgleiche schafft, erfüllt es sich immer mehr mit dem, was ursprünglich im göttlichen Bewußtsein war. Es geht also die Evolution so vorwärts, daß das einzelne Bewußtsein erfüllt wird mit dem, was im Beginne das göttliche Bewußtsein an Inhalt hatte. Durch den fortwährenden Ausgleich in den Individualitäten geschieht das.
Braucht das göttliche Bewußtsein das zu seiner Entwickelung? So
fragen viele, die den Sinn des Lebens nicht ganz verstehen können.
Braucht das göttliche Bewußtsein dies zu seiner eigenen Vollkommen-
heit, zu seiner eigenen Entwickelung? Nein, das göttliche Bewußtsein braucht das nicht. Es hat alles in sich. Aber das göttliche Bewußtsein ist nicht egoistisch. Es gönnt einer unermeßlich großen Zahl von Wesen denselben Inhalt, den es selber hat.

Dafür müssen diese Wesen aber erst das Ganze erwerben, so daß sie das göttliche Bewußtsein in sich haben und das göttliche Bewußtsein dadurch vermannigfaltigt
wird. In großer Zahl erscheint dann, was einst in Einheit war im
Beginne der Weltentwickelung, was in der Folge aber wieder abfällt
auf dem Wege der Durchgöttlichung der Einzel-Bewußtseine.
-----------------

"Meditation und die Erfahrung des ungetrennten Seins, führt zum spirituellen Grundeinkommen."

... führt zum ...

So sehe ich das auch, danke für diese detaillierte Darstellung!!

In diesem Sinne
Manfred

MonikaMaria hat gesagt…

Lieber Manfred
Vielen Dank für diesen GA Tipp. Das ist doch sehr erhellend.

Herzlich
Monika

Simone hat gesagt…

Mal vom Gas gehen. Für eine Weile aussteigen und mal so gut wie nichts tun, dafür scheint mir der Sommer tatsächlich besonders geeignet.
Werde ich auch dieses Jahr wieder tun. Ferienzeit. Atempause. Nachtruhe. Jedenfalls in Bezug auf den Blog haben sie für mich bereits begonnen mit den ersten heißen Tagen des Jahres. Eine Zeit der Stille zum Ausgleich für die vielen Turbo-Zeiten sonst. Zum Bogen-neu-Spannen, um dann später irgendwann wieder und ganz von Selbst mit voller Kraft voraus zu düsen.
Ungefähr so.
Und insofern den aktuellen Nagel bei mir genau auf den Kopf getroffen.
Bis dahin.
Liebe Grüße und Danke.
Simone

JANET hat gesagt…

Was heist denn, mal vom Gas gehen? Es ist schon alles da. Was im Keim schon da ist, muss gepflegt werden...so gut man eben im Stande ist. Ich bin ein Bewunderer von Götz Werner. Ist er vom Gas gegangen? So ein Outing in der öffentlichkeit kommt einem Outing gleich, dass man bisexuell ist. Man steht im Raum als andersgeartet...Wie soll man da vom Gss gehen? Man muss sich beweisen und seine Überzeugung leben, Stück für Stück das Leben befruchten mit seiner Überzeugung. Die Frage stellt sich überhaupt nicht ob man faul wird, wenn für die Grundlage gesorgt ist. Wenn für ein Grundbedürfnis gesorgt ist, ist der Kopf frei für Anderes, Neues...ich bin überzugt dass ein Menge Potenziale in der Menschheit brach liegen. Ich kann eine lange Weile faul sein, mich erholen aber will man sich sein ganzes Leben erholen? Von was denn? vielleicht vom Leben davor aber das geht jetzt wohl zuweit...

Warum muss man sich überhaupt Anthroposoph nennen? Heissen alle Menschen irgendwann etwa Anthroposoph? Ich nenn mich auch nicht Kauffrau nur weil ich die Bücher der Kauffrau studiert habe.
Oder ist das etwa ein absolutes Unikum Anthroposoph zu sein?
und dann noch eine Steigerung integraler Anthroposoph? Manch einer bekommt Angst wenn er damit zu tun bekommt. Aber diese Schwelle muss wohl jeder selber bereit sein zu überschreiten um zu sehen was da eigentlich hintersteckt.

Guten Abend
JANET

Anonym hat gesagt…

Die indische Tradition kennt drei Stile des Gesprächs:
1. Ich habe Recht, und will dich davon überzeugen;
2. Ich weiß es auch nicht, aber du kannst es auch nicht wissen, und ich widerlege dich. Und
3. Wir wissen beide nicht, was die Wahrheit ist, und wir suchen sie gemeinsam.

manroe hat gesagt…

Liebe Janet,,
das hier gehört zusammen, das sind die beiden Grund- bzw. Voraussetzungs-Pole aus denen Evolution erwächst, ALLERDINGS bezogen auf das PRINZIP Handeln, wie beim Start zum 100m-Lauf. Absolute Stille, Ruhe, Konzentration mühelos für den gleich startenden Lauf. Der Lauf selbst gründet sich, wird geboren in der Stille, hier haben wir das "Geh vom Gas", um dann ab Startschuss den Turbo einzuschalten, der Dich hinauskatapultiert zu Deinem gesteckten Ziel, was man allerdings kennen sollte ... Ruhe und Aktivität = Vom Gas und Turbo.

A: "Dann geh vom Gas. Steig aus. Es gibt nichts zu tun. Alles ist perfekte, einfache und glänzende Schönheit. Makellos und ewig leuchtend.

B: Und dann: Einsteigen - Turbo an... Sag Der Evolution, dass wir kommen."

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Das mit den Anthroposophen, irgendwann sind wir alle Anthroposophen, da stimme ich Dir VOLL zu - und dann auch noch integral !!

Stimmt zwar alles, sind aber nur Benennungen, um sich sichtbar machen zu können nach dem Prinzip "erst trennen und dann verbinden".

Ich persönlich bin der AN-Schauung, dass wir alle, also die Menschen, Anthroposophen sind, die meisten wissen das bloss noch nicht :)) -- Steht ja auch im Namen bereits drin, Anthros = Menschen / Menschen-Weihehandlung statt Gottes-Dienst.

Ich warte noch den Hyper-Integralen- Über-Anthroposophen ab, dann winke ich ab, GENUG der Benennungen, das ist wie im Warenhaus der Evolution, die Kids tragen halt gern Markenklamotten.

Wenn man einen Begriff wirklich verstanden hat, dann löst er sich auf und wird --- zu Dir, dann IST man die Benennung und bedarf ihrer lediglich noch, um sich präziser mitteilen zu können.

In diesem Sinne
Manfred

MonikaMaria hat gesagt…

Wenn man einen Begriff wirklich verstanden hat, dann löst er sich auf und wird --- zu Dir, dann IST man die Benennung und bedarf ihrer lediglich noch, um sich präziser mitteilen zu können.

Vielleicht noch genauer und ich denke mir, dass Du das auch so siehst: Wenn man einen Begriff nicht nur wirklich verstanden hat, sondern in ihm erlebend aufgegangen ist, löst er sich im gleichen Moment auf: ich bin Bestandteil von ihm geworden und spreche nicht mehr: Rudolf Steiner hat gesagt .....

In dem Moment ist mir völlig egal, was «Steiner» gesagt hat. Ego allerdings freut sich, wenn es dann bei Steiner sein «selbst Erlebtes» wieder findet.

... und bedarf ihrer lediglich noch, um sich präziser mitteilen zu können. ....

Hier frage ich mich, was präziser bedeutet. Das Gesamtbild? Also, wenn ich Ferrari sage, versteht der Ferrari-Kenner, was ich meine, weil er ein «Insider» ist.

Das Motorgerassel von Porsche hat mir jedenfalls noch keinen Kick gegeben. .... Zum UR-TEILEN muss ich Namen verwenden. Dafür sind die Wörter wohl da. : )

( : MM : )

JANET hat gesagt…

Die indische Tradition kennt drei Stile des Gesprächs:
1. Ich habe Recht, und will dich davon überzeugen;
2. Ich weiß es auch nicht, aber du kannst es auch nicht wissen, und ich widerlege dich. Und
3. Wir wissen beide nicht, was die Wahrheit ist, und wir suchen sie gemeinsam.

3 gefällt mir besser als 1 und 2..aber wozu steht das hier..? Wir sprechen nicht, wir tippen. hach ich bin rechthaberisch, nagut..!
aber das will ich gar nicht sein, bin ich hoffentlich nicht..ich bin löchrig wie ein Sieb...

@Manroe und Monika..
das mit Begriffen verinnerlichen kenne ich irgendwie...was, wenn man sie schon verinnerlicht bevor man sie je ausgesprochen hat, wie kommuniziert man, indem man Begriffe versucht zu finden..und versucht sich verständlich zu machen...Das Tun welches mir ein Bedürfnis ist, braucht einen Spiegel um den Begriff zu bilden.

Ich versteh den Zusammenhang, Gas geben geht nur, wenn man vorher stand oder zumindestens langsamer fuhr..Die PS Grenze ist ja noch begrenzt! 105Ps hatte mal mein gelber Opelflitzer.. zu seinem Auto kann man auch ein gutes Verhältnis aufbauen..so das einem es sogar leid, tut wenn es auf den Schrott muss. ..aber 1005 PS?? gibts das schon? Muss ich das haben? Meine Reaktion ist gar nicht kompatibel mit 1005 PS..Ich würde voll gegen die Wand fahren..So ein Profi-Rennfahrer macht auch nichts anderes als seine Reaktionsfähigkeit zu üben bis er die PS im Griff hat...und geschmeidig die Kurven fährt und Hindernisse meistert. Vielleicht klingt das parallel zu dem wo ihr euch wiederfindet?

manroe hat gesagt…

@Monika und Janet..

Monika, du hast mich verstanden --

präziser meinte ich so, dass, wenn man was rüberbringen will, gesprächlich, Begriffe stark abkürzen können im Vergleich zu z.B. Umschreibungen oder Erlebnisinhalten, die man dann aber prinzipiell schon kennen sollte, als Zuhörer. Eben weil wir auch noch Begriffe brauchen.

Halt wie Du das im Ferrari-Beispiel gesagt hast. Und dann benutzt man, verinnerlicht habend, Begriffe ganz anders, lebendiger nämlich, weil man ihnen einen individuellen, persönlichen Inhalt einflechten kann...
Am besten wäre es, wenn man sich die inneren "Filme" rüberbeamen könnte.
--------------

@Janet
"Das Tun welches mir ein Bedürfnis ist, braucht einen Spiegel um den Begriff zu bilden."

Es gibt ja zwei Wege, den Begrif reinzubekommen und ihn werden zu lassen und den umgekehrten Weg, den Du jetzt ansprichst. Für mich ist das irgendwie im Wort formulieren enthalten, also daß man uliert, eine Form nämlich, daß man form-uliert. Und der Spiegel, um den Begriff zu bilden, den trägt man ja in sich, wenn man erleben kann was Steiner aussprach in den Leitsätzen, "...im Denken sehend werden.." Da liest man gesuchte, werdende Begriffe in sich selbst ab, und gibt dem dann eine Form, man form-uliert dann wieder.

Der Dichter dichtet. Was? Was er sehend erlebt und verdichtet es, in Worte, Bilder, Begriffe, je nachdem. Man spricht dann aus dem "inneren Kino" heraus. Denn Begriife an sich, daselbst, gibt es ja gar nicht. Im Paradies gibt es keine Begriffsbäume oder -Tiere, es gibt nur Filme, oder viel besser Landschaften.

In der Schule bagann es bei mir, na ja begann --- mit Bildbeschreibungen --- Kinder hören gerne Märchen, wir alle sehen gerne Filme ... und übersehen dabei sehr oft das Denken, was uns innerhalb dieser "Filmwelt" das Beschreiben und Ulieren gäbe und uns befreien würde, indem wir uns diesen Erlebnissen gegenüber stellen könnten - das ist doch unser eigentlicher Inkarnations-Auftrag. Im Denken Sehend Werden

in diesem Sinne?
Manfred

MonikaMaria hat gesagt…

.... Vielleicht klingt das parallel zu dem wo ihr euch wiederfindet? ....

Hier stolpere ich. Was ist denn Deine Phantasie, wo ich mich wieder finde? : )

Eine Definition (lateinisch Definitio = Abgrenzung aus de = ab/weg und finis = Grenze) ist eine möglichst eindeutige Bestimmung eines Begriffes zur Abgrenzung gegenüber anderen Begriffen.

Ferrari, Porsche und weiter bla, bla, bla .... ?

WIEDERFINDEN tue ich mich da bestimmt nicht ... Lach.

In der Ruhe liegt die Kraft und umgekehrt ist auch gefahren. : )


(*o*)

MonikaMaria hat gesagt…

.... Am besten wäre es, wenn man sich die inneren "Filme" rüberbeamen könnte. ....

Bin fleißig am Üben. Lach.
Hast Dich grad dazwischen geschrieben.

MM
Fröhlich den Rückwärtsgang am Entrümpeln. Lach!

JANET hat gesagt…

jetzt weis ich gar nicht mehr um was es geht..DENKEN? Im Denken sehend werden? Nagut! ..bevor ich wieder ein Knäul im Koppe bekomme.

Sehe ich nicht erst und dann denke ich darüber was ich sehe? Warum soll ich mir den Kopf darüber zerbrechen was nicht da ist..Oder gerade weils nicht da ist soll ich was denken damit was da ist..? Was nicht ist, ist nicht aber man kann was kreieren damit was ist.

Man Manfred du gibst hier Nüsse zum knacken.. Warum gibts denn eigentlich schon geknackte Nüsse in der Tüte. Irgendwann weis keiner mehr wie man Nüsse knackt..

JANET hat gesagt…

@Monika ist ja gut.. ist mir jetztzu kopfig

MonikaMaria hat gesagt…

@Janet ... nimm doch die Füsse ... zum Tanzen. : )

manroe hat gesagt…

Sehe ich nicht erst und dann denke ich darüber was ich sehe? Warum soll ich mir den Kopf darüber zerbrechen was nicht da ist..Oder gerade weils nicht da ist soll ich was denken damit was da ist..? Was nicht ist, ist nicht aber man kann was kreieren damit was ist.

Boaahh, das is aber auch ne heftige Nuss hier. Hast Du keinen Knacker mehr??

:))
M

manroe hat gesagt…

Janet, wenn Du solche Sätze hervorbringen kannst, das reicht doch!!

Barbara hat gesagt…

"Spirituelles Grundeinkommen" ist gut, ja.

Und "vom Gas gehen" heißt ja nicht unbedingt praktische Tatenlosigkeit, sondern eine Abkehr vom Getriebenseins des Hin- und/oder Wegwollens. Ständige Sehnsucht nach dem Anderswo, egal wo man gerade ist. Orientieren an fremden, willkürlich gesetzten Maßstäben, denen man hechelnd versucht zu genügen. Die Suche nach Perfektion/ierung, die so nicht gelingen kann.

Alles ist bereits da, ist "perfekt", da wo Stille ist. Innere Stille, der innere stille, weite Raum. (Äußere Stille ist hierzu manchmal hilfreich, muss aber nicht unbedingt sein).

Und dann erfühlen die eigene Wahrheit, so wie sie/ es gerade ist, -und nicht wie sie/es sein sollte, oder man glaubt, dass es sein sollte. Horchen auf die eigene Stimme. Die eigene Flamme spüren, den lodernden Lebensfunken, der sich verwirklichen will, einbringen, teilhaben. Zur Quelle finden, dort wo alles beginnt, unermüdlich sich verjüngt. Nährender Ursprung.

Angekommen "am Grund", tief donnerndes Erkennen von Wahrheit, aufgeregt-prickelnde Drängen nach Verwirklichung: Alles andere findet und ergibt sich von selbst, es kann gar nicht anders sein.. ;-)

..meiner Erfahrung nach...
Barbara

manroe hat gesagt…

So, dann haben wir es ja geklärt mit den beiden Polen der Evolution. Meditative Ruhe und kraftvolle Aktivität.

Aber das war ja nur ein kleiner Bestandteil von Sebastians Rede. Mir persönlich ist es am Wichtigsten, dass ins Bewusstsein sickert die Imagination davon, dass durch eine/die Befreiung erst der eigentliche Startpunkt gelegt, gesetzt wird, ab hier beginnt es überhaupt erst, alles andere davor ist doch nur Befreiung.

Befreiung wovon und vor allem wofür kann doch nur die Frage lauten.

"...Erfahrung der absoluten Stille... - Ohne diesen Ausgangspunkt ist jede Entwicklung nur Verwirrung. -- bevor Du angefangen hast etwas zu erschaffen, wenn Dir der göttliche Urgrund des Seins nichts sagt, dann führt Deine Evolution zur Stagnation und schließlich zur Dekadenz.
Warum? Weil Dir die Richtung fehlt.


GENAU. Denn ohne diese Richtung führende Basis verheddert man sich im eigenen Gestrüpp und kann daher nicht klar sehen. Dieses gereinigte Sehen aber ist eine Grundbedingung richtigen Handelns.

Und nun gibt es zwei Möglichkeiten. Man befreit sich bloss, setzt sich lediglich dies als das Ziel, und kann dann aufgrund des klaren Sehens sich besser selbst geniessen, das meinte ich aus dem vorigen Post mit "vermeintlichem" Glück, ODER man befreit sich vom vermeintlichen Sosein wie man so ist, um durch das dadurch resultierende klare Bewusstsein in erleuchteterer Selbsterkenntnis wirklicher Handeln zu können - ich formuliere das mal vorsichtig.

Wichtig ist mir nur, dass man nicht am obigen Selbstgenuss hängen bleibt, das würde dann ja auch die Kritiker eines Grundeinkommens und des Erlebens des Seins Nahrung geben, womit sie dann ja auch recht hätten. Wir müssen ihnen und denen zeigen (lernen), dass wir darum wissen und von dem sprechen, was danach bzw. dadurch kommt und sich eröffnet. Nämlich die Geburt einer neuen Welt.

So möge es sein und werden
Manfred

JANET hat gesagt…

..Nämlich die Geburt einer neuen Welt..

..na sag ich doch immer, mit allem Drum und Dran.

bgenymous hat gesagt…

Hi, hab das so eine Frage an dich. Ich habe jetzt das "Deutschland sucht den bGE-Kandidaten"-Spiel bei Facebook gestartet:
http://www.facebook.com/apps/application.php?id=124236182237

Und wollte dich fragen, ob du Lust hättest so eine Facebook-Box bei dir in die Seite einzubauen?
Beispiel:
http://codeschnipselbge.blogspot.com/

Wenn ja, den Code findest du hier:
http://snippets.dzone.com/posts/show/7620

Damit würden wir auf unsere bGE-Kandidaten aufmerksam machen.

Viele Grüße bgenymous