Montag, 13. Juli 2009

Liebe zur Tat - ohne Rücksicht auf Verluste

„Sich verschenken - ohne Rücksicht auf Verluste“ – dass Matthias Ruff am Ende, so meine Arbeit im Integralen Forum in Berlin beschrieben hat, ist mir ans Herz gegangen. Weiss ich doch manchmal weniger über meine eigene Art & Arbeit, als andere es sagen können. Ich denke, man braucht Zeugen, die bezeugen.

Im Grunde hat Matthias das angesprochen, was ich in allen Seminaren, Vorträgen und sonstigen Veranstaltungen versuche zu tun: Meinem Mitmenschen in die Augen zu schauen und ihm - mit oder ohne Worte - die einzige Wahrheit zu sagen, die ich immer sagen will: Ja – Du bist es...Verschenke Dich auf Deine Art & Weise – ohne Rücksicht auf Verluste. Du bist das EINE. Umarme DICH in den Vielen. Ohne Angst vor Verlusten.

Denn dasjenige was verlustig gehen kann, war nie wirklich da und dasjenige was am Ende bleibt ist die einfache und eine Ewigkeit - Einfach Das.

ES will sich in Dir zeigen, will dort wachsen, blühen und seinen Tod erleben – um im Nächsten aufzuerstehen und zu neuer & größerer Schönheit zu erwachen.
Dieser Nächste bist immer Du. Verschenke Dich – es gibt keine Verluste.

Nun ist es ja nicht nur so, dass ich mich in meinen Veranstaltungen verschenke – gerade in Berlin wurde ich selber wieder überaus reichhaltig beschenkt.

Der Kopf denkt und das Herz dankt – und so dankt mein Herz für Gastfreundschaft und für jeden Beitrag unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer - die Integrale Vision zieht starke Persönlichkeiten an.

Danke dafür, dass im Integralen Forum in Berlin, Anthroposophie aufleben durfte. Dafür, dass Rudolf Steiner in Berlin mit wachem Sinn und weiter Seele begrüßt wurde (Steiner liebte & lebte & trank in Berlin). Danke dafür, dass die Integrale Bewegung das Beste aus meiner Tradition annimmt und wir es transformieren.
danke
Danke dafür, dass wir in unserem Seminar erleben durften, dass Ken Wilber nicht nur ein Denker, sondern ein Poet ist. Dafür, dass Poesie und Kunst bedeutsame Beiträge dafür sind, dass unser Universum nicht nur eine neue Sprache spricht...es beginnt auch zu singen....Und es singt doch nur das, was in ihm ist...wenn DU es mit Deinem Wort darum bittest...

Was ich noch entdeckt habe: Nachdem ich nun seit zwei Jahren einige erste Erfahrungen in verschiedenen Traditionen des Yoga machen durfte, habe ich erkannt, dass sehr viele Übungen von Rudolf Steiner an diese Tradition anknüpfen. Das Buch „Seelenübungen – mit Wort- und Sinnbildmeditationen“ (GA 267) ist voll von Atem-, und Körperübungen, die nichts anderes sind als eine Form von Yoga. Ja – Rudolf Steiner war (auf seine eigene Art) auch ein Yoga-Lehrer. (Und Matthias Ruff ist ein 1A Yoga-Lehrer)

Berlin war für mich eine Zusammenfassung vieler Veranstaltungen im vergangnen halben Jahr. Alle waren sie da.

Ken Wilber, Rudolf Steiner, Willigis Jäger, Eckhart Tolle, Peter Sloterdijk, Helge Schneider, Osho, Joseph Beuys, Andrew Cohen, Thomas Hübl & und die Meister des Yoga....wir haben sie nicht zitiert. Sie waren da. Als Geschenk. Geschenke wollen verschenkt werden und sie wollen angenommen werden.

Geschenke annehmen ist einatmen. Geschenke hingeben ist ausatmen. Alles ist atmende Bewegung - und dasjenige was atmet, ist atemlose Stille.

Wir haben die Geschenke angenommen und unseren bescheidenen Teil dazugeschenkt.

Der Himmel über Berlin war offen. So haben wir unser Wort dem Weltenwort gewidmet. Unsere Bewegung der Weltenbewegung und unsere Stille der Weltenstille.

Für mich ist die Praxis aus den Modulen Wort & Stille & Yoga eine ausgezeichnete Methode.

Denn jeder wahre Gedanke fließt tatsächlich in den Atem und die Bewegung der Teilnehmer ein - Gedanken verkörpern sich und sie verströmen sich im Ätherischen. Fließend vom Ich zum Du zum Es.

Und alles ereignet sich in der bewussten Stille. In unserem wahren Wesen.

Das hat uns alle nach vorne gebracht. Und weil wir verstanden haben, dass es auf uns ankommt, aber es sich nicht nur um uns dreht, haben wir am Wochenende ALLES nach vorne gebracht....So viel aus unserer Perspektive eben möglich war. Wir haben uns vorgenommen, dass es in Zukunft mehr wird. Aus Liebe zur Tat - ohne Rücksicht auf Verluste.

Die folgende Atemmeditation von Rudolf Steiner für die Nacht (von 1923 - also zwei Jahre vor seinem Tod), ist für mich Poesie & Yoga & Wahrheit als Schönheit. Wie geht es Euch, wenn ihr das praktiziert?

Stumm einatmen
Ich bin in Weltenweiten - = ausatmen

und weit ist das eigene Sein - = einatmen

Mein Auge ist der Himmelsraum - = ausatmen

Und der Lebensfäden(Nerven)Ende - = Atem anhalten

das sind die Sterne - = langsam einatmen

Die Sterne in meinem Weltenauge - = langsam ausatmen

und meine Pupille ist der Mond - = Atem anhalten

Ich sehe - = langsam einatmen
Ich sehe das Firmament -

Und ein Punkt - = schnell ausatmen

ist das Firmament - = schnell einatmen

Das Firmament ist meine Seele - = Atem anhalten

Meine Ich-tragende Seele." = ausatmen.
Stumm einatmen
Stumm ausatmen

Kommentare:

Xavier singt in Berlin hat gesagt…

Ich weiß du bist bei mir, ganz egal wo ich
bin Vater verzeih mir für alle Schande
die ich bring

REF. Leg den Himmel über Deutschland und
auf das Glück, das ich erneut fand
was du verbragst in deiner Hand:
Den Himmel über Deutschland
Du legst Feuer an den Goldrand
Die ganze Welt steht bald in Brand
Ich geb mein Herz in deine Hand
Leg den Himmel über Deutschland

Ich weiß du bist bei mir, ganz egal wo ich
bin Vater verzeih mir für alle Schande
die ich bring
Ich war von der Welt betrunken, doch dann
rief ich zu dir Tief in Not versunken, doch
dann zeigtest du es mir

Ich konnte es nicht glauben, mein Verstand
war nicht rein, dann hob ich meine Augen,
doch mein Verstand war noch zu klein
Dann gabst du mir Einsicht, von deiner
Weisheit nur ein Stück
Das dieses Kartenhaus nun einbricht, wird
für mich zum Glück

Aus Kriegern machst du Knechte, den Knecht
fürhst du zuim Sieg und Herr deine Kämpfer
sind Gerechte. Alles Helden für den Krieg
der siese Welt zu Fall bringt, denn
Babylon verliert
Der Adler der sich aufschwingt, wird von
deiner Hand allein regiert
Er wird von deiner Hand allein geführt

Robert hat gesagt…

Einatmen, Ausatmen - das leben kann so einfach sein.
Man muss es nur tun.

Anonym hat gesagt…

Zum Namen des "ES":

Was folgt daraus, wenn Herr Gronbach auf wesenhafte Erkenntnis (Michael, Christus, Ahriman, Lucifer, Asuras etc.) verzichten will? Es ist der Verzicht zugleich auf die Hilfe des Michael und seine Botschaft. Es ist der Verzicht auf die Entwicklung der Bewusstseinsseele, die in einem Zeitraum entwickelt werden soll, der erst 3573 ausläuft. Es ist der verzicht auf Anthroposophie. Wer die Augen vor den Geistwesen verschließen will, nicht in der Konfrontation mit dem Bösen wachsen will, der spielt (vielleicht unbewusst) der Seite in die Hände, die gerne unerkannt bliebe....

JANET hat gesagt…

Beim Atmen hab ich mal versucht den Übergang von Einatmen zum Ausatmen zu erfassen..geht ganz schwer und man versucht es immer und immer wieder und der Atmen wird langsam und tief aber man konzentriert sich letztendlich dann nur aufs Atmen...nichts anderes ist wichtig, der Ehrgeiz will was...und ich überliste ihn mit einer Atemmeditation sozusagen.
Kein Geplabber nur Konzentration auf den Atem...

Anonym hat gesagt…

meine besten glückwünsche herr gronbach zu berlin und zu den neuen brücken die sie zu den anderen geistigen welten schlagen. das ist sehr wichtig und sie werden von allen seiten dafür angegriffen werden. schlagen sie nicht zurück. gehen sie einfach immer weiter auf die menschen zu. es geht nicht um recht haben. es geht um liebe leben. sie sollen gesegnet sein.

Anonym hat gesagt…

Habt ihr schon einmal beobachtet, wie Didgeridoo-Spieler tönen? Sie setzen beim Spiel nicht einmal ab, um sichtlich Atem zu holen - ein ewig langer Ton.
Ich fand und finde es bemerkenswert, wie man gleichzeitig ein Blasinstrument bedienen und dabei atmen kann.

Und es klingt fantastisch.

Herzlichst

Kerstin Zahariev.

JANET hat gesagt…

Ich hab schon mal ins Horn geblasen ausser schiefe Töne kam nichts bei raus, doch Spucke! Also ist schon schwer wollte ich damit sagen..die Luft da rein zu bekommen. Didgeridoooo klingt mystisch..hab ich einen Abend mal ganz zufällig gehört..und die Skyline von Frankfurt in der Ferne genossen. Irgendwie kann man wohl didgeridooen ohne Noten so wie man grad drauf ist..Ist schön!

Simone hat gesagt…

Danke, Sebastian für diese Atem-Meditation.

Anonym hat gesagt…

sich verschenken, ohne rücksicht auf verluste.
das klingt nach fassbinder, nach romy schneider... nach einem echten existenzmodus.
für alle, die nicht dabei sein konnten. es war einfach genial,
dieses wochenende, dieses zusammenspiel von philosophie, körper-und atemübungen aus dem yoga,stille und ehrlichen und leidenschaftlichen teilnehmerinnen.
es gelang durch kontext-klarheit ein
kreatives experiment zu beginnen, eine laborsituation hervorzurufen, einen brückenschlag zu wagen , der im besten sinne,
ein integrieren, ein verbinden möglich machte was
sinn machte, geöffnet hat, nach vorne ging.
beste gruesse aus berlin

Anonym hat gesagt…

Sebastian, ich mag Deine Beiträge. Sie sind männlich und wahr und das bedeutet in einem Satz:

Die Wahrheit wird dich frei machen, aber erst wird sie dich anpissen!
Go Ahead!

Anonym hat gesagt…

Mir kommen auch die Tränen. Wirklich. Von Herzen.

Anonym hat gesagt…

Ich sehe gerade auch Helge Schneider?! Fitzefatzefitzfatze..

lustig
JANET

Ich muss noch die Meditationen inhalieren..und schon wieder weg!