Montag, 3. August 2009

Der Weg aus dem Dschungel der Einsamkeit

Früher ging es mir wie diesem Jäger, der sich im Urwald verirrt hatte – Osho hat einmal von ihm erzählt. Der arme Mann hatte sich total verlaufen und geriet immer mehr in Panik. Kein Essen, wilde Tiere, giftige Pflanzen, kein Ausweg und diese schreckliche Angst in der Einsamkeit. Nach über drei Tagen sah er an einem Baum einen Mann sitzen.

Kannst Du Dir die Freude und Erleichterung vorstellen, die er empfand? Er rannte zu dem Mann am Baum, umarmte ihn und er rief voller Glück: „Was für eine Freude!“. Und auch der andere Mann schien glücklich und freute sich wie ein Kind.
Da fragte der Mann am Baum den Jäger: „Warum bist Du denn so glücklich?“ Der Jäger antwortete: „Ich habe mich verirrt und hoffte einem Menschen zu begegnen.“ Da antwortete der andere Mann: „Ich habe mich auch verirrt und hoffte, jemanden zu finden. Aber wenn wir uns beide verirrt haben, ist es töricht, sich so zu freuen. Jetzt haben wir uns gemeinsam verirrt.“

So ging es mir immer. Ich war einsam und der andere war einsam – dann trafen wir uns. Zuerst war die Begeisterung groß. Die Einsamkeit wich zunächst einer Gemeinsamkeit der Einsamen – aber das hielt nicht lange.

Denn 1 Einsamkeit +1 Einsamkeit = 2 Einsamkeiten.

Am Anfang dauerte es lange, bis ich diese Rechnung begriffen hatte, doch am Ende erkannte ich immer schneller, dass die Summe von zwei Einsamkeiten einfach zwei Einsamkeiten ist und eben keine Erlösung, kein Frieden und keine Rettung aus dem Dschungel der Einsamkeit.

Als ich vor ein paar Jahren in die tiefe Erkenntnis meiner wahren Natur eintauchte, als ich erfuhr, wie einfach und anstrengunslos mein individuelles Ich zum All-Ich aufgehoben wird, da war mit einem Atemzug alle Einsamkeit verschwunden – bis zu diesem Augenblick.

An ihre Stelle trat etwas anderes: Alleine und vollkommen selig sein mit mir selbst. Eine ekstatische Liebe zu mir selbst – nur (und bitte trennt diese Sätze nicht), dass dieses Selbst nicht an Sebastian Gronbach gebunden ist. Dieses Selbst war einfach der ewige Grund von jedem Menschen. Das Herz aller Religionen. Der stille Friede in der Mitte eines jeden Wesens.

Als ich begann darüber zu reden, da war mir klar, dass dieses Reden über diesem Moment des Erwachens mit Schwierigkeiten verbunden sein würde. Ich schrieb dazu in meinem Buch – in der dritten Person:

„Er weiß auch, dass er sich verletzlich macht und verletzt werden wird. Er weiß, dass er nun zu Hause ist, und de weiß, dass er immer schon zu Hause war.
Er weiß aber auch, dass dieses zu Hause etwas von ihm fordert. Es fordert: «Wie im Himmel so auf Erden». Transzendenz ist kein Sofa im Himmel, sondern ein Motor zur Transformation der Erde.

Er erkennt seinen eigenen Geist als in Ewigkeit eins mit dem universalem Geist. Es ist der glücklichste Moment seines Lebens – und dieser Moment dauert unaufhörlich an und hat alles von Grund auf verändert.“

Über die Schwierigkeiten will ich hier nichts sprechen – sie können in diversen Kommentaren nachgelesen werden.
LIEBE
Sprechen will ich darüber, was ich in meinem Leben geändert habe. Vor allem habe ich begonnen zu meditieren – einfach darum, weil Meditation der natürlich Zustand dessen ist, was ich damals erfahren habe.

Sobald ich in den Zustand der Meditation übergehe, expandiert dieser glücklichste meines Lebens. Und wenn ich andere in der Meditation anleite, dann überträgt sich diese Expansion.

Das ist kein Guru-Hokuspokus, sondern das einfache Überfließen der Leerheit – und überfließende Leerheit wird zu Liebe.

Es ist ein Teilen des Überflusses – das ist letztlich der einzige Grund für diesen Blog. Es gibt keine Einsamkeit mehr in mir. Es ist das Überfließen aus einer Mitte, das nur im Teilen zur Liebe wird. Was ist die Mitte?

Die Mitte ist die Stille. Die Mitte ist die Leerheit.

In der spirituellen Praxis bedeutet dies (in Oshos Worten): „Meditation ist die Mitte – Liebe umgibt sie. Meditation ist die Flamme – Liebe die Ausstrahlung davon. Meditation ist die Blume – Liebe ist der Duft.“

Liebe ist, wenn der Mensch aus der Leerheit überfließt. Lieben ist Teilen des Unteilbaren.
FÜLLE
So wird aus der Leerheit die Fülle: Indem Leerheit durch den schaffenden Menschen fließt und gestaltet wird!

Wenn Du die Einsamkeit wirklich beenden willst, dann suche nicht nach anderen Einsamen – auch wenn das den eigenen Schmerz für kurze Zeit relativiert. Geteilte Einsamkeit bleibt leider Einsamkeit - geteiltes Leid ist auf lange sicht nicht halbes Leid. Zwei Unglückliche machen sich gegenseitig unglücklich.
LIEBE
Wenn Du die Einsamkeit für alle Zeiten beenden willst, dann erkenne und erlebe Dich in extaktischer Ruhe, als diese ewige und grenzenlose Existenz – Du kannst Dich nie mehr verirren, denn es gibt nichts was ausserhalb von Dir ist.

Darum geht es in der Mediation als Weg aus der Einsamkeit: Du erfährst die radikalste aller Einsamkeiten. Du bist der einzige MENSCH und Du bist wie ein Kreis und ohne Anfang und Ende.
mensch
„...denn der Mensch ist so groß wie das Weltenall. Seine Gedanken sind so weit wie das Licht, seine Gefühle sind so weit wie die Wärme, sein Wollen ist so weit wie die Luft.“ (Rudolf Steiner, GA 270/I)

Du bist aufgehoben in Deinem eigenen & grundlosen Frieden.
LIEBE
Du bist Freiheit. Du bist Leerheit. Werde Leben. Werde Liebe.

Kommentare:

und außer dem hat gesagt…

Du musst nicht ruhig werden – Du kannst niemals ruhig werden. Selbst wenn Deine Gedanken ruhig sind, rast noch Dein Blut, Dein Herz schlägt, Deine Nieren säubern und Dein Darm verdaut...Vergiss alle Versuche wahrhaft ruhig zu werden.

manroe hat gesagt…

@ und außerdem...

Es geht um die geistige Ruhe und nicht um den Körper, obgleich auch er durch obige Ruhe in die Gesundung überführt wird.
---------------

Mit diesen Ausführungen bin ich wieder einverstanden, allerdings würde ich gern darüber sprechen, wie man in der Transzendenz das Reich der Transzendenz belebt, denn das muß ebenfalls geschehen, weil man andernfalls auf dieser "Grundlagenebene" stehen bliebe.

Das Setzen geistiger Impulse im reinen Geist, um sie von dort aus wiederum hinüber zu transzendieren bzw. sie und sich dadurch zu verwirklichen und nicht lediglich nur Sein zu bleiben.-

Daß wir vielleicht mal darüber zu sprechen versuchen, daß es wichtig ist, dieses Setzen von Impulsen, das wahre Denken aufzusuchen, zu finden, zu impulsieren, zu lenken, zu richten -- Energien zu formen, schöpferisch zu sein.

Empfinden und leben des Lebens ist ja ganz gut und auch wichtig, und auch schön etc. und wenn es auch noch so quillt, aber kommt da nichts hinzu, dann versackt man im Reich des Erlebens, dieser "bloß" weiblichen Energie, das "männliche" impulsierende und klärende Lenken muss gestärkt und aktiviert werden, dann erst geht es wirklich los.

Wahres Denken wäre Energien erlebend lenken.

Manfred

Anonym hat gesagt…

Danke an Sebastian Gronbach. Für seinen Mut und seine Liebe und für diesen Blog.

Christine G.B. Rau hat gesagt…

Lieber Sebastian Gronbach, es ist schön zu spüren, dass Sie sich die Kommentare der Leserinnen und Leser Ihrer Seite wohl immer wieder durchlesen und ernst nehmen ! Das bestätigt mir einmal mehr, wie wichtig und ehrlich 'es' Ihnen ist, wie wichtig Sie es nehmen, dass 'Ihre' Anliegen so 'richtig' wie möglich ankommen ! :) Dafür danke !
Dieser ekstatische Zustand, den man in der Meditation geistig erleben kann (so wie auch bei körperlichen Höhepunkten ...) ist wirklich fast un-beschreibbar (das muss er ja auch gar nicht sein)und dennoch ist es gerade dann, wenn die Liebe so sehr überströmt auch eine riesengroße Herausforderung an die Menschen mit diesem Überströmen (geistig und körperlich) klarzukommen ! ... Immer die grenzenlosen Grenzen des Gegenübers respektierend !
Es ist ein herrlich-schönes Gefühl sooo viel Liebe zu empfinden, weitergeben zu können und dann immer und immer noch mehr davon zu 'haben'. Und: Es ist meiner Ansicht nach sehr sehr sinn-voll und grund-legend, dass man diese positive Einstellung zur Welt, zu den Mit-Menschen, Mit-Tieren, Mit-Pflanzen täglich übt übt übt und anwendet anwendet anwendet !
Die Gedanken von Ihnen, Manfred, finde ich auch sehr spannend: Wie könnte denn dieses Denken in der Realität aussehen ? Können Sie bitte ein Beispiel nennen ?
mit herzlichen Grüßen an alle lebens-frohen und schöpferischen Menschen.
Christine

manroe hat gesagt…

Hallo Christine.

...ich würde zunächst gern einmal mit einer Frage antworten:

Schildere mal bitte, wie ursprüngliches Verstehen abläuft, was ma da tut bzw. wie man es tut. Da steckt dann was von dem drin, was ich meine, prinzipiell.

Manfred

Christine G.B. Rau hat gesagt…

Hallo Manfred und alle Mit-Leserinnen und Leser,
ganz im Ernst gemeint ist meine Frage an dich: Was meinst du mit 'ursprünglich' ? Kommt ganz darauf an, wo du 'den' Ursprung ansiedelst. Meinst du, wie man als kleiner Erdenmensch versteht ? Oder siedelst du den Ursprung noch viel eher an ? Im vorgeburtlichen Ur-Grund ?

P.S. Als Hörbuch gibt es 4 sehr spannende CDs mit dem Titel: 'Wer bin ich und wenn ja, wieviele' Die sind eine Anschaffung wert ! Speziell auf der CD 4 geht es um so spannende und auf-schluss-reiche Themen, wie die moralische Frage, warum die Menschen sich das Recht nehmen, ihre Mit-Geschöpfe, die Tiere, zu töten und aufzuessen ... dazu gerne mehr bei Interesse !
ICh wünsche allen lieben Menschen einen kreaktiven und erholsamen Abend :)
Christine

manroe hat gesagt…

Ursprünglich in diesem Zusammenhang meine ich ein Verstehen, das nicht zurückgreift auf bereits Bekanntes. Also wenn Du jemanden verstehst weil er auch deutsch spricht, oder Dir etwas mitteilt von Inhalten die Du prinzipiell kennst. Sondern ursprünglich jetzt so, daß Du etwas wirklich völlig Neues vor Dir hast. Also frei auch von jeglich Zeitlichem wie kleines Kind oder Vorgeburtlichem, sondern Du existierst lediglich, erlebst es -- JETZT. Und dann tritt Dir etwas gegenüber, in Deinen(m) Wahrnehmungs"raum" und dies gilt es zu verstehen, zu erfassen, für Dich zugänglich zu machen, also das, was Du nicht bist, bzw. noch nicht kennst. Wie machst Du es, was tust Du da, wie geht es? Ist verstehen und lernen das Gleiche?

Manfred

manroe hat gesagt…

Und an dieser Stelle hier auch mal ein intensives Wort an alle Steiner-Kritiker, der Schulungsweg von Steiner sei überholt. Er kann gar nicht überholt werden!!! schon allein deswegen nicht, weil er absolut zeitgemäß ist. Er kann vielleicht vor lauter falschem Erlebnisdrang nicht erkannt werden, das mag sein und so ist es wohl auch. Steiner, wirklich verstanden, beginnt da, wo andere aufhören!! Das Nichts muss belebt werden, ansonsten ist es reichlich nutzlos und dies Beleben beginnt mit dem, mit einem "Steinerschen" Schulungsweg!! Eine jegliche andere Betrachtung befindet sich in der Irre!!
Man möge Denkmodelle von z.B. Wilber doch bitte nicht verwechseln mit "Modellen" die man sich selbst erwirbt durch entsprechende geistige Betätigung!! HIER beginnt die Freiheit !!, aus einem aktivierten NICHTS !!


In diesem Sinne
Manfred

Anonym hat gesagt…

Danke Manfred,

für Deinen Mut,Dich zum Erkenntnisweg Steiners zu bekennen!
Das sind mal klare Worte, das tut gut.
Du bist echt viel cooler als Sebastian! Mit Dir würde ich gerne mal einen Kaffe trinken gehen.

Uschi

Wegbeschreibung hat gesagt…

Ich möchte hier einmal etwas dazustellen, das mir doch sehr viel tiefer nachklingt, als die sonstigen Beiträge hier. Es gibt heute offenbar doch noch Menschen, die einen Weg in die Wirklichkeit des Geistes in kurzen Worten beschreiben können und offenbar aus dieser Wirklichkeit schöpfen können:



Der Mensch ist ein Doppelwesen

Der Mensch als seelisches Wesen erwächst aus einer geistigen Welt. Durch seinen physischen Leib ist er mit den drei Naturreichen - Erde, Pflanze und Tier - verwandt. Seine geistige Entwicklung führt ihn in die seelische Selbsterfahrung und – wenn geschult – hin zur geistigen Erfahrungswelt. Dort findet er Heimat. Er erkennt die Gesetze einer sinnlichkeitsfreien Welt, aus der die Seele und das Schicksal sich schaffend betätigen. Die geistigen Gesetze werden zu Wegleitung und Ziel, die der Mensch ergreifen kann, wenn er den Ursprung seiner menschlichen Wesenheit sucht.

Das Streben nach geistiger Entwicklung führt ihn zu der Quelle, aus der wir stammen. Seine Seelenheimat findet der Mensch im Ringen um die Seelen-Selbst-Erkenntnis, die jedoch nur ein Anfang ist. Die Beherrschung des Seelenselbst ist die notwendige Voraussetzung dafür, dass sich die Seele aus ihrer einseitigen Erdverhaftung befreien kann. Der sich so entwickelnde Mensch erlebt seine Seele in der Verbindung mit der geistigen Welt. Tiere und Pflanzen werden ihm zu Brüdern und Schwestern, und er erkennt die uralten Bande, durch die er mit seinen Mitmenschen verwoben ist.

Mit seinen neuen Fähigkeiten lebt der Mensch mit seinem Körper und seinen Sinnesorganen in der materiellen Welt, doch schaut er mit seinem geistigen Auge eine zweite Welt, aus der die materielle Welt hervortritt. In dieser geistigen Welt leben Elementarwesen, Lebensgeister, Seelenwesen, die Engel des Menschen und hohe Engelkräfte, die den Menschen mit Hilfe geistiger Führer in sinnesfreien Lebens-Wandlungsprozessen schulen. Beide Welten fließen nun in seinem seelischen Leben zusammen: Er handelt in der materiellen Welt aus den Erkenntnissen und Impulsen einer übersinnlichen, geistigen Welt.

Nun beginnt sein Weg mit der erworbenen unbestechlichen Selbsterkenntnis, die ihm hilft, sein wirkliches Seelenbild zu erkennen und sich von ihm bislang unbekannten Seelenschatten zu befreien. Mit der daraus gewonnenen Urteilsfähigkeit tritt er vor den „Hüter der Schwelle zur geistigen Welt“, und ihm wird offenbart, warum er die geistige Erfahrungswelt bisher nicht erleben konnte. Sein Meister (aus der Sphäre der Aufgestiegenen Meister) lehrt ihn die Arbeit an der bewussten Wandlung seines Lebens und befreit seine Seele aus den Bindungen der Materie. Als Frucht dieser Arbeit erlebt er eine universelle Verbundenheit mit allen Wesen dieser Erde. Seine Seele lebt erleuchtet im allgegenwärtigen Sein.

Hat die Seele ausreichend Kräfte entwickelt, um vor die Welten-Widersacher zu treten, kann sie eine illusionäre geistige Welt von den wahren Offenbarungen der Geisteswelt unterscheiden. Sie macht sich mit ihren neun Engelwesen vertraut, die ihr die neun Quellen der Schattenkräfte spiegeln, die dem Licht der Erde entgegenstehen. Sie tritt vor das Zentrum einer dunklen Kraft, die sie auffordert zu unterscheiden und treu den geistigen Gesetzen zu folgen, sowie ihr Leben ethisch-moralisch auszurichten. Erst dann wird sie von den vier Arché Michael, Gabriel, Raffael und Uriel in die geistige Erfahrungswelt eingeführt, um die spirituelle Technik der vitalen Transformation, gemäß ihren Gesetzen zu erlernen.

Wegbeschreibung hat gesagt…

Viele Prüfungen muss der Schüler bestehen, bevor sich ihm die Geisteswelt öffnet. Die Gemeinschaft der Mitstudierenden hilft dem Vorwärtstrebenden in dem Maße, wie er seinen Mitmenschen selbstlos dient. Vor dem „Großen Hüter der Schwelle“ gestanden zu haben bedeutet, von nun an bewußt alle Verantwortung für sein Jahrtausende altes Karma zu übernehmen, das er auszugleichen sucht. Der „Große Hüter“ löst den Menschen aus diesen Verstrickungen seines Karmas. Die daraus gewonnene Kraft schenkt ihm neue Hingabe, sich für das Wohl der anderen noch inniger einzusetzen. Aus dieser Hingabekraft ziehen die geistigen Wesen die Nahrung, die sie in der Zusammenarbeit mit den Menschen suchen. Nur auf dieser Grundlage dürfen sie sich den Menschen mehr und mehr als ständige Begleiter zeigen.

Allmählich erlangt der Übende die Reife, dass sein Meister und die vier Arché in neuer Weise vor seine Seele treten, um ihn auf eine nächste Stufe der Wandlung zu führen. Aus seinem Leibe und seiner befreiten und erleuchteten Seele gebiert sich ein neues Wesensglied: das Geistselbst. Im leibfreien Zustand erwacht das sogenannte Dritte Auge und eröffnet dem Menschen die Allgegenwart des Geistes in allen Lebenszusammenhängen.

Aber noch liegt vor dem Suchenden ein weiter Weg im Geiste. Er durchläuft verschiedene Zustände, die hier nur durch symbolische Begriffe angedeutet werden können. So eröffnen sich ihm die neun Tore der Planeten und die Weisheit der Sterne. Die Weisheit des Lebens in der Natur und in seinem Leibe wird ihm als gesetzmäßige Ordnung offenbart. Ist dieser Weg vollendet, treten wieder neue Geister an seine Seele heran und zeigen ihm die Geschenke der Lebensgeister. Sie verleihen ihm die Gabe, Heilungen einzuleiten und zu begleiten. Damit eröffnen sich seinem geistigen Auge die Ursachen von Gesundheit und Krankheit und der seelisch-geistigen Schmerzen des Menschen. Der so bevollmächtigte Schüler darf mit den Geschenken der Lebensgeister die Krankheiten durch Verstärkung der Gesundungskräfte ausgleichen.

Auf seinem Wege erfährt der Schüler noch weitere Geistgebiete, die zu beschreiben kaum möglich sind, da es in der materiellen Welt an Worten mangelt. Es darf hier aber angedeutet werden, dass der Wanderer in der Geisteswelt sich auch den Widersacherkräften zu stellen hat, die ihm in vielfältiger Gestalt gegenübertreten. Hier gibt es dämonische Elementargeister, Besetzungen und Mitgifte astraler Formen, welche die Menschen sich durch unrechtmäßige Kulte früherer Zeiten und neuerdings durch missverstandene Esoterik selbst einverleibt haben, und die nun dem Geistesauge sichtbar werden. Aber zur Transformation stehen dem Menschen, wenn er im Namen des Schöpfers und in Übereinstimmung mit den Gesetzen Wandlungen vollzieht, entsprechende Hilfen zur Verfügung.

Der so ausgebildetete Geistesschüler erlebt sich als Diener seines Herrn, der am Kreuze starb und wieder auferstanden ist. Durch ihn blickt er auf die vor ihm stehenden Menschen und erkennt deren Aufgaben und auch ihre Schatten, die sie am wirklichen Leben hindern. Durch seinen Weg der Höhen und Tiefen sind ihm die Waffenrüstungen des Geistes vertraut, und er kann die Menschen vor den Wirren und Verletzungen auf dem ihnen bevorstehenden Weg schützen. Die absolute Selbstlosigkeit ist der einzige Garant dafür, dass sich der Mensch unbeschadet in der sinnlichkeitsfreien Welt bewegen kann.

Hat der Mensch einmal die Stufe der reinen Selbstlosigkeit erreicht, offenbaren sich ihm noch weit tiefere Geheimnisse, die unaussprechlich bleiben, nicht weil sie geheim sind, sondern weil es keine Worte dafür gibt.

manroe hat gesagt…

Wir stehen auf der Stufe des Menschen, aber ich denke, wir sind noch keine.

Das Mensch-Sein kann erst beginnen, wenn wir die Selbst-Lenkung ent-decken, frei bekommen von all dem Erlebensinhalt in unserem inneren "Kino". Oder im Bilde, wenn es Filme gibt, dann muß es auch möglich sein, selbst welche zu drehen. Mir geht es um diesen kreativen Regisseur in seiner reinen Form, seinem Prinzip.

Und dieses Prinzip ist das DENKEN im Sinne Steiners. Nicht zu verwechseln mit dem Denken, das man normalerweise als ein solches bezeichnet.

Um an dieses DENKEN zu gelangen, es überhaupt zu bemerken, bedarf es sicherlich einer Reinigung oder "Erleuchtung", weil man sie ja sonst nicht sehen kann, die Quelle des DENKENS.

Das Merk-Würdige bei der meditativen Reinigung ist allerdings, daß man einerseits erheblich klarer wird bis hin zum wirklich klar sein, sich einem aber auch dadurch bisherige erlebnismässige "Blassheiten" erheblich plastischer ausgeleuchtet darstellen. Man kann in diesem ""Kino" selbst blass werden vor lauter Erlebnisinhalt neuer Dimension.

Wenn ich dann mal innehalte im inneren Erleben und mich fragend zu bemerken versuche, mich geistig in mir selbst "umzudrehen" vermag, erkenne ich, bemerke ich, daß es jemanden gibt, der all dies hier erlebt, wahr nimmt, bemerkt, staunt ...

Wenn ich mich "umdrehe", schaue ich mir selbst ins Gesicht, das ich allerdings nicht sehen kann, weil der, der sieht, also ICH, wenn er sieht, sich selbst halt nicht sieht, -- aber ich erlebe absolut eindeutig, das ICH die Quelle des sehenden Erlebens bin. Und um den geht es, um MICH. Und ICH-MICH bin ein DENKENDER.

DENKEN ist ab hier ein in der "Startposition" Wahrnehmender, allerdings aktiv, obgleich in Ruhe, aktive Ruhe als Grundvoraussetzung klaren Denkens. Und DENKEN wäre dann, hier, die schöpferische Energiequelle, die es zu lenken gilt, die Energie. DENKEN ist ENERGIE lenken, durch Aufmerksamkeit, erkennende Aufmerksamkeit.

Und ab hier erst beginnt der Mensch dann Mensch zu werden, unabhängig von weiblich oder männlich. Geschlechter gibt es eigentlich gar nicht, sondern nur Qualitäten.

UND NUN !! DENKEN kommt VOR dem Erleben, bitte mal anschauend nachvollziehen, nach-denken. Wenn ich im "Kino" sitze, wenn ich einen Film erleben will --- wer hat ihn gedreht? Und wenn ich wirklich selbst einen gedreht habe, dann war ich im Entstehen dabei und benötige kein Kino.

ICH bin die Quelle -- und die "funktioniert" NUR denkerisch -- und das ist der Steinersche Weg -- und den Steinerschen Weg kann man gar nicht überholen oder überwinden, sondern lediglich falsche Vorstellungen!!

Die Gegenwart ist nicht überwindbar, weil sie Gegenwart ist. Und in der Gegenwart beginnt die Quelle reinen Denkens, von MIR gelenkt. Und davon spricht Steiner, er beginnt dort, wo all die Reinigungsmeditationen enden.

Und im DENKEN ist man Gegenwart und sich selbst kann man da auch nicht überholen oder überwinden. Sollte man auch nicht :)

Erst DENEKN, dann Erleben, das ist die richtige Reihenfolge. Wenn ich erst erlebe, dann muss ich fragen, wo es herkommt. War ich es wirklich selbst?

In diesem Sinne
Manfred

Anonym hat gesagt…

Erleuchtung ist ein anderes Wort für Selbsterkenntnis

Du könntest die Quelle, das Licht nicht erkennen, ohne Schattenwerfer. Willst du das Licht in seinen Qualitäten erkennen, musst Du zwangsläufig die Schattierungen miterkennen.Dualismus ist die Grundlage des erkennenden Denkens.

HorstHelge

manroe hat gesagt…

Genau HorstHelge

... deshalb können wir auch nur hier in unserer jeweiligen Inkarnation, dem Reich der Dualität, das Wesen der Freiheit erkennend bewirken.

an den "Schatten" meines "Projektors" lese ich dann ab, was ich tue, vorhabe, getan habe. Allerdings würde ich das dann nicht mehr Schatten nennen, sondern im Sinne von "... an meinen eigenen Taten werde ich mich erkennen... " und dadurch dann die Quelle des Schaffens bzw. mich daselbst inclusive meines Vermögens Schöpfer sein zu können.

Manfred

Lichtpionier hat gesagt…

OMAR TA SATT lieber Lichtarbeiter,


Den Weg des Erwachens bin ich im Fernlehrgang gegangen und weiß, wie wichtig und bereichernd es ist, sich während dieser Zeit mit anderen Lichtarbeitern der Familie des golden-blauen-Lichtes auszutauschen. Sich getragen zu fühlen, von den 36 Hohen Räten des Lichtes und genauso von den Menschen um dich herum, ist ein großes Geschenk.

Möchtest du die 48 Schritte mit anderen Menschen gemeinsam gehen?

Falls eine Gruppe nicht das Richtige für dich ist, biete ich dir gern eine Einzelbetreuung während der Schritte an.


A NI O'HEVED O'DRACH

Only Peace is real hat gesagt…

Like an island of hope in a sea of chaos.

Bernhard Albrecht hat gesagt…

Denken ist Energien erlebend lenken – 1. Teil

Wenn ich mir fortlaufend tiefer Klarheit darüber verschaffe, dass Denken zum einen inneres Blicken, Ausdruck eines inneren Beobachters ist, der in jedem Augenblick die Gesamtheit aller meiner möglichen Aspekte des Werdens im Auge habend, die jeweilige Konfiguration der Gedanken ermöglicht, prägend zulässt und selbst gesteuert hervorbringt, wenn ich mir des Weiteren darüber Klarheit verschaffe, dass Denken eine innere Tätigkeit meines Willens, also ein hervorbringender, schöpferischer Akt und Ausdruck meiner ureigenen, einzigartigen und wachsenden Authentizität ist, dann können im Sphärischen Raum meines Selbst vernebelte Begriffe, also nicht tatsächlich unter der unmittelbaren, vom eigenen Willen gelenkten Geistesgegenwart stehende Begriffe, wie Leerheit und Nichts, in mir in einem individuell mehr oder weniger langen Prozess zum Leben erwachen.
In Sonderheit können nämlich gerade die beiden Begriffe Leerheit und Nichts mir eine scheinbare Erfahrung ihrer selbst vorgaukeln.
Ich kann aus meiner Erfahrung jedenfalls soviel sagen, dass die tatsächlich willentliche Annäherung an diese Begriffe mit unzähligen schmerzlichen Zurückweisungen verbunden sind und zwar so lange, bis Du Dich der energetischen Realität, die sie repräsentieren und bewachen würdig erweisen kannst. Wo in der einen oder anderen Weise derartige Erfahrungen nicht gemacht werden, erhebt sich die Frage an den eigenen inneren Beobachter, ob ich mich da nicht innerlich in etwas hinein träume, das möglicherweise noch nicht Erfahrung im tieferen Sinne des Wortes werden konnte.
Damit ist kein Makel bezeichnet, sondern nur verwiesen auf eine ganz natürliche Erfahrung auf dem spirituellen Weg. Ob ich meinen inneren Beobachter aufrufe und in wie weit ich meine spirituellen Erfahrungen immer und immer wieder überprüfe und mit den Korrekturen, die ich mir selber gebe, wachse, das ist allein in meine Verantwortung gestellt. Hier kann ich mir nur selber zum Lehrmeister werden.
Ich kann als Beitrag Schreiber nur die Möglichkeit schaffen, dass andere Leser und Schreiber auf dieser Plattform sich unter Bezugnahme auf ihren eigenen inneren Beobachter ein Stück weit im Hinblick auf die Weiterentwicklung ihres eigenen Lebensentwurfes erinnern können, wenn sie sich denn von ihrem eigenen inneren Beobachter erinnern lassen wollen.

Bernhard Albrecht

Bernhard Albrecht hat gesagt…

Denken ist Energien erlebend lenken – Teil 2

Geschieht dieses Erinnern, so kann dies als Erwachen am anderen Menschen bezeichnet werden und dieses ist aus meiner Sicht die der heutigen Zeit gemäße Form von Erleuchtung. Erleuchtung ist kein Zustand, der einmal zu erreichen ist und auf den ich mich im weiteren Verlauf dann beziehen könnte. Erleuchtung ist ein fortlaufender Akt des Geisterinnerns, in dem der EINE in Erscheinung tritt oder verträumt wird. Sie ist kein Statussymbol, auf das ich mich berufen könnte, nicht einmal ein Meilenstein in meiner spirituellen Entwicklung, sondern individuelles Ereignis auf ein Erinnern hin, zu dem mich auf eine stille, aber nachhaltige Art hin mein innerer Beobachter ruft. Sie geschieht zwischen dem Kiosk, an dem ich meine Zeitung kaufe und dem Besteigen des Busses zu meiner Arbeitsstelle, sie ereignet sich oder auch nicht, in der Art wie ich den Obdachlosen, der an der Bus Haltestelle seine Hand aufhält in meine innere Beobachtung einbette, usw.

Damit ist, und dies will ich um möglichen Missverständnissen vor zugreifen doch noch hier feststellen, keine Kritik an Herrn Gronbach verbunden. Dass der ideologische Mief, der sich über ein Jahrhundert hinweg unter vielen, nicht allen, Anthroposophen angehäuft und ein Bild von Anthroposophie hervorgebracht hat, das ihrer im Kern nicht entspricht, zu entfernen ist, das ist nicht zu bezweifeln und längst überfällig. Dass Herr Gronbach hier die Fenster weit aufgerissen hat und eine Sprache spricht, die den einen oder anderen Anthroposophen innerlich aufschrecken lässt, das muss hingenommen werden im Zuge notwendiger weiterer Entwicklung. Gerade in Bezug auf eine Jugend, die heute eine andere Sprache spricht als vor hundert Jahren und latent auch auf einen anderen inneren Erfahrungshorizont zugreifen kann, als die Menschen dazumal.
Im Übrigen halte ich es aus meiner Sicht nicht für angebracht die spirituellen Erlebnisse anderer Menschen zu bewerten oder zu beurteilen. Das fordert mir der Respekt vor der Freiheit des anderen Menschen einfach ab. In meiner Verantwortung liegt es allein meine Authentizität so klar wie nur möglich, unter Augenhöhe auf meinen eigenen inneren Beobachter, zum Ausdruck zu bringen und damit einen Spiegel zu schaffen, in dem sich Andere erinnern können.

Bernhard Albrecht

manroe hat gesagt…

Durch das Wiederentdecken oder vielleicht sogar das Ent-Decken DES Denkens als eigentliche Quelle im Werden und Aufrechterhalten eines "beleuchteten" Zustands (Erleuchtung als Prozess) oder Seins ließe sich erleben, wie richtungweisend das Geisteslicht Steiners war und ist. In einem solchen Denken erst erblüht die echte Freiheit, weil selbstschöpferisch, selbsterkennend und selbstwerdend. In einem solchen DENKEN erst beginnt der Mensch Mensch zu werden.

Manfred

Bernhard Albrecht hat gesagt…

Wer ist der Steuermann DES Denkens?

Das Bild vom Sturm auf dem See Genezareth einmal losgelöst von seinem üblicherweise bekannten religiösen Kontext betrachtet und innerlich ausgelotet als spirituelle Erfahrung, enthüllt für mein Erfahren sehr präzise unterschiedliche Steuermannsfertigkeiten.
Wer ist also der Steuermann innerhalb denkender Turbolenzen?
Was repräsentiert die aufrecht am Schiffsmast stehende Gestalt für eine innere Haltung im Verhältnis zum Denken?
Höchste Aufmerksamkeit, Wachheit, sichere Überschau, innere Ruhe, unmittelbare Bereitschaft zum willentlichen Zugriff in einer der jeweiligen Situation entsprechenden Weise!
Damit sind für mein Erfahren Übungselemente ausgewiesen, werden mir von meinem inneren Beobachter Erinnerungen zugespielt, so ich innerhalb der meine Lebensschritte begleitenden Wahrnehmungen den Ruf zur Erinnerung hören kann und in meine weiteren Werdeschritte aufzunehmen bereit bin.
Der Ehrlichkeit halber, bin ich das immer und zu jeder Zeit?
Übende, die von der Erkenntnisseite her kommen, können in einer bestimmten Phase ihrer Bemühungen manchmal sehr den emphatisch erlebenden Kontakt zu ihren Mitmenschen verlieren, durch ihre Art der Kommunikation verstörend irritierend und abschreckend auf sie zurück wirken, sie geradezu klein reden und mutlos machen. Was läuft dann schief?
Ist es das vielleicht, dass sie auf ihrem Weg die Kältekammern der Abstraktion für sich noch nicht bis ins Letzte hinein bewältigt haben? Ist es das unterschwellige „Man-Gehabe“, ihr nicht ins innere Blickfeld genommener königlicher Dünkel?
Wer Wellenreiten für sich zur Passion macht, der übt und erringt nämlich die gleichen Fähigkeiten, wie einer der vom Alltagsdenken herkommend den inneren Beobachter sich mühsam zur Anschauung bringt. Er kommt früher oder später in den gleichen ätherischen Strom hinein. Es gibt viele Wege zur gleichen Grundfähigkeit. Der Weg des Denkens ist ein wichtiger, aber nicht notwendig ein von allen Menschen hier und jetzt in dieser Weise zu Gehender.

Bernhard Albrecht

manroe hat gesagt…

Der Mensch, nicht die Menschheit, ist jetzt an einem "Punkt" angelangt, an dem, in dem er das Denken ergreifen lernen soll, kann, ja muß. Der Frucht eines östlichen Weges wird im Ergreifen des wahren Denkens die Krone aufgesetzt - und - nicht umgekehrt!! "... der steinersche Weg sei überholt...". Überholt ist, wenn überhaupt, der östliche Weg! Einem Erleben gehört ein klarer erkennender "Blick" vorangestellt, der in der Lage ist schöpferisch hervorzubringen und das ist halt das Denken, die wahre Anthroposophie, die dem Menschen seine Krone darbietet.

Wirklich zu lieben, was ich nicht erkannt habe, ist eigentlich ziemlich schwach-sinnig. ;)

Manfred

Belinda hat gesagt…

Lieber Hr. Albrecht,

ich danke Ihnen seeeeeeehr für Ihre Beiträge.
Klare Worte (Sätze)... Wunderbar!


Lieber Manfred,

auch meinen herzlichen Dank für die Klarheit der Worte...

Beide Beiträge (Kommentare) sind für mich seeeeehr hilfreich.

Herzliche Grüße
Belinda

Christine G. B. Rau hat gesagt…

Hallo Manfred und alle LeserInnen,
du schreibst (u.a.):
"Wirklich zu lieben, was ich nicht erkannt habe, ist eigentlich ziemlich schwach-sinnig. ;)"
Nun lautet meine Erkenntnis-Frage an dich:
... liegt es dann z.B. daran, dass viele Menschen die Verletzlichkeit ihrer menschlichen, tierischen und pflanzlichen Um-Welt bzw. Mit-Welt bisher nicht erkannt haben ? Sind deren Sinne deshalb so schwach dafür, dass sie ohnen Be-Denken diese Geschöpfe töten ? Wo hört bei diesen 'denkenden' Menschen die Liebe auf ? Wie stumpf-sinnig muss mensch sein, wenn man sich über diese fühlenden Geschöpfe erhebt (geistig und in der Tat (z.B. der Qual, der Tötung ...)? Wo siehst du, Manfred, wo seht ihr diese Grenze ? Rechtfertigt ein eigentlich 'klares Denken', solches Verhalten ?
P.S. Mein positiv motivierter Beitrag aus dem Leben gegriffen für heute lautet: Sehen Sie sich einmal den Film 'Unser täglich Brot' an ! (Tipp: Dazu brauchen Sie starke Nerven - es lohnt sich aber auch hier real hinzusehen !)
liebe Grüße von Christine

manroe hat gesagt…

Hallo Christine,

es ist natürlich auch ein wenig provokativ von mir gesagt, ich hatte daher auch die beiden Worte "wirklich" und "eigentlich" mit eingeflochten.

Und da wir ja hier in einem spirituellen blog sind, sollte man, so denke ich, die "Pferde" ganz vorn einspannen und beim richtigen Namen nennen, weil sie es sein werden, die dann unseren Weg bereiten, weil uns leiten.

... ja, ich glaube, die verletzenden Menschen haben noch nicht tief genug erkannt. Und unter "erkannt" verstehe ich nicht lediglich ein Wissen oder ein Verhalten, sondern ein Ein-Sichtig-Sein, verbunden und durchdrungen, weil darauf zugegangen sein, es/etwas verinnerlicht haben, geworden sind.

Es gibt ja auch viele Menschen, die ein Haustier haben und es gut versorgen, vielleicht auch vorgeben es zu "lieben" und dann am Dorfteich im Angesicht von Gänsen an ihren Weihnachtsbraten denken, so eine "schizo-Liebe". Da kann man dann ja auch schon mal versuchen abzulesen, wieviele Gesichter die Liebe hat.
-------------------

"Rechtfertigt ein eigentlich 'klares Denken', solches Verhalten ?"

Und da dann auch dieses "klare Denken", was ja in meinem Sinne eben KEIN DENKEN ist, dieses klare Denken, das wären lediglich gut positionierte, logische Wissens- und intellektuelle Inhalte, die doch eigentlich meist dem Ego dienen, im Sinne von "der Wunsch war der Vater des "Gedankens". Da sieht man dann auch wieder: Das wirkliche DENKEN ist IMMER!! an erster Stelle oder bildet eine Einheit mit dem jeweiligen Vorhaben. Eben im Sinne der "Philosophie der Freiheit", man aus Erkenntis handelt.

Und diese Erkenntnis, dieses ungeliebte!!! Geschöpf, wird ja immer falsch verstanden und nicht recht angenommen, zurückgewiesen, weil ja sooo schwierig, sooo ernst, sooo so ...
-- wer spricht da eigentlich solche Urteile?? bitte mal sich in sich selbst umdrehen und diesen Worten ins Gesicht schauen!!

Erkenntnis, lebendiges Erkennen, das ist (für mich) Liebe, in the beginning.

Natürlich würde ich - und tue es auch nicht - abkanzeln oder kleinreden, liebevolle Gefühle und ihre Kräfte -- aber wir sind hier ja doch in einem spirituellen blog und da ist doch wohl das Bemühen um eine richtige Reihenfolge an die erste Stelle zu setzen.

Ich bemühe mich immer darum, eine "richtige" Reihenfolge zu erkennen, sie abzulesen, folge-richtig sein zu können statt logisch. Logisch wäre "klares Denken", Folge-richtig wahres DENKEN.

In diesem Sinne
Manfred

Christine G.B. Rau hat gesagt…

Hallo Manfred & liebe LeserInnen,
vielen Dank für deine ehrlichen und umfangreichen Antworten !
Ich meine, dass es keinen wirlichen 'Anfang' gibt - da es die Dimension Zeit ja als solche 'eigentlich' gar nicht gibt ... ! ... Aber, ich bin der Ansicht, dass ich dennoch verstehe, was du schreibst; was du mit der 'richtigen' Reihenfolge meinst.
Vielleicht ist es zu verstehen, wie die Unterscheidung zwischen dem Grund-legenden und dem Be-deut-samen, die auch Herr Gronbach in seinem Buch MISSIONEN beschreibt ?!
Es fühlt sich gut an, zu spüren, dass viele viele Mit-Menschen auf einem sehr wert-vollen Weg sind !
viele Sommergrüße von Christine

Bernhard Albrecht hat gesagt…

In meinen Augen ist es ein grosser Unterschied ob ich als idealistischer Protagonist für „das DENKEN“ auftrete oder die seelische Beobachtung in meiner eigenen Gedankenführung tatsächlich übend zum Ausdruck zu bringen suche.
Wie hoch hier Rudolf Steiner die Latte ansetzte, das hat er immer und immer wieder zum Ausdruck gebracht, indem er seinen Schülern zum Beispiel aufgab einen Vortrag 70 Mal durchzuarbeiten oder er davon sprach, dass er selber seine eigene Philosophie der Freiheit 500 Mal durchgearbeitet habe.
Wie oft, Manroe, lesen Sie einen Text oder Kommentar hier bevor sie darauf antworten?
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dies sagen, solange mich noch das Bedürfnis des Widerspruchs drängt auf ein Sagen eines anderen Menschen vermeintlich antworten zu müssen, weil mich dieses oder jenes in seinem Sagen innerlich sticht oder gar aufregt, bzw. ein Kopfschütteln hervorruft bin ich noch nicht in der seelischen Beobachtung angekommen, bin ich noch einiges davon entfernt die Umkehrung des Blickes auf das Denken hin in mir in der jeweiligen Situation vollzogen zu haben.
Der Verstand in mir ist ein cleverer Zeitgenosse, der alles daran setzt um die seelische Beobachtung daran zu hindern sich sukzessive manifestieren zu können und den Blick auf die eigentliche Dimension des Denkens hin zu öffnen und frei zu geben. Der Verstand ist ein exzellenter Illusionen – Schmied in Bezug auf die realistische Einschätzung meiner selbst.
Wer sich um die seelische Beobachtung „tatsächlich“ bemühen will, der wird sich, soweit reicht meine Erfahrung mittlerweile, darauf gefasst machen und bereit dazu sein müssen eine Sturmfront von Selbsttäuschungen innerlich zu durchschreiten und zu bewältigen.
Seelische Beobachtung ist kein Nebenbei – Geschäft, sie ist Meditation im Alltag aus dem Status der inneren Stille heraus. In einer gewissen Hinsicht, so scheint es mir inzwischen, musst Du im Mittelpunkt des Hurrikans angekommen sein, bevor Dir wirklich „tatsächlich“ klar wird, was seelische Beobachtung im Hinblick auf das Denken alles möglich machen kann.
Das scheint dem einen oder anderen Leser hier jetzt vielleicht unendlich schwer erreichbar zu sein. Dazu kann ich nur dieses sagen: Nein, das ist es nicht, so Du Dir innerlich Zeit gibst und aufhörst, Du müsstest in dieser oder jener Zeit dieses oder jenes erreichen. Denn Du hast alle Zeit dieser Welt und mit dieser Einstellung wird der Weg dann letztendlich überraschend viel kürzer sein, als es Dir Dein Verstand jetzt vorgaukeln möchte. Dies ist das eine. Das andere ist Ehrlichkeit, Ehrlichkeit und noch einmal Ehrlichkeit im Blick auf Dich selbst.
Und noch ein Letztes Wort an Sie Manroe und ich hoffe sehr, dass Sie das nicht persönlich nehmen oder sich dadurch sogar gekränkt fühlen, denn alles andere als dies zu tun ist meine Intention.
Sie kommentieren folgendes:
„allerdings würde ich gern darüber sprechen, wie man in der Transzendenz das Reich der Transzendenz belebt, denn das muss ebenfalls geschehen, weil man andernfalls auf dieser "Grundlagenebene" stehen bliebe.

Das Setzen geistiger Impulse im reinen Geist, um sie von dort aus wiederum hinüber zu transzendieren bzw. sie und sich dadurch zu verwirklichen und nicht lediglich nur Sein zu bleiben“

Das ist Philosophie von gestern, um nicht zu sagen von vorgestern. Laut Steiner hat sich der Weltengrund vollständig in den Menschen hinein ausgegossen. Was konsequenter Weise heisst, von Transzendenz kann ich unter diesem Blickwinkel nicht mehr sprechen. Das andere ist: Von Thomas von Aquin ist bekannt dass er mit folgenden Worten auf seinen Lippen verstorben sei: „Wie kann der Wille in das Denken hineingebracht werden“
Die seelische Beobachtung ist die Antwort darauf.
Manroe, kommen sie also in die Socken. Ich würde mich über mehr konkretere Gespräche zur eigentlichen Sache der seelischen Beobachtung mit Ihnen und anderen sehr freuen.

Bernhard Albrecht

Robert hat gesagt…

Hallo Herr Albrecht,

dazu kann ich Ihnen nur alles Gute wünschen!
Und ich hoffe, dass Manroe seine Socken findet ;-)

Mit freundlchen Grüßen,
Robert

Anonym hat gesagt…

... und alle anderen auch. Klasse Herr Albrecht!

manroe hat gesagt…

Lieber Bernhard,

zunächst einmal sollte doch nicht übersehen werden, daß ich hier begonnen habe etwas anzusprechen, das bislang so noch nicht angesprochen wurde und daß ich dies anknüpfend versucht habe an dem oder der Art, wie wir hier miteinander uns austauschen. Ich finde das gehört dann auch, schon allein fairerweise mir gegenüber, unter "seelische Beobachtung", wenn wir diesen blog hier mal als "seelisch" bezeichnen.

Und dann, vielleicht mal etwas komprimierter, was möchten Sie mir sagen?
------------------

„Wie kann der Wille in das Denken hineingebracht werden“

Ja, genau, aber Wille, beschreiben Sie den doch mal. Der stellt sich in der Realität doch auch gänzlich anders dar als das DENKEN von dem ich spreche. Ich habe mich bislang bemüht aufzugreifen - DURCH MEIN MITLESEN und VERARBEITEN - das, was hier geschieht, wie es geschieht und dann aus dem heraus zu schreiben.

Und meine Darstellung ist so gesehen keine Philosophie von vorgestern, weil ich gar nicht philosophiere! Ich spreche aus einer Anschauung heraus. Und ich habe überhaupt nichts dagegen in die Socken zu kommen, allerdings nicht auf diese Art jetzt.

Ich würde mich wirklich auch freuen ins Gespräch zu kommen, wenn denn in der Startposition nicht bereits unterschwellige Ströme mitspielten, bitte daher darum, auch mal seelisch zu beobachten. Aber dieses Ober-Lehrerhafte Socken-Geschwafel finde ich völlig unangebracht.

In diesem Sinne
Manfred

manroe hat gesagt…

Hallo Robert,

schön mal wieder was von Dir zu hören, zeig doch mal Deine Socken, die selbst gestrickten aber ...

Gruß
Manfred

Anonym hat gesagt…

Zwei Krieger im Dschungel der Erleuchtung. "Ich will nicht mehr,
es nervt, weißt du was Wille ist?"
" Ne, aber ich will ich schon lange wissen"

Christine G.B. Rau hat gesagt…

Liebe LeserInnen,
recht eigentlich gibt es doch keinen wirklichen Angriff des einen auf den anderen oder umgekehrt ! Oder ? Denn wann fühlt mensch sich denn wirklich an-gegriffen ? Wonach sollte denn jemand 'Außenstehendes'greifen ? Solange sich die Menschen wirklich wirklich auf einer Ebene zu verstehen versuchen und Begegnungen (wenn hier auch sehr un-persönlich) als Heraus-Forderung sehen im positiven Sinne, als Möglichkeit und Chance, sich dadurch immer weiter zu durch-leuchten, dann ist das doch kein Angriff ... Und deshalb bedarf es eigentlich auch keiner Verteidigung, oder ? Oder ist dieses 'Katz-Maus-Spiel' einfach nur menschlich ?
Wo beginnt Harmonie ? Können wir uns wirklich wirklich wünschen, dass wir uns 'auf wachsenden Ringen' befinden, wenn wir über solche Kleinlichkeiten bereits stolpern ?
Mein Tipp des Tages: Probieren Sie, falls Sie dies nicht ohnehin bereits getan und erlebt haben, doch einmal die 6 Nebenübungen von Rudolf Steiner, die u.a. im Archivati-Verlag als kleines Heftchen zu erhalten sind, ernsthaft (und mit nicht weniger Lebensfreude :)) aus ! Das ist sehr befreiend !!!
liebe Grüße Christine

Rosenkreutzer hat gesagt…

Einmal schrieb Sebastian Gronbach einen Artikel über die "Rosenkreutzer", im Sinne Steiners und er dichtete ein Rosenkreutzer Mantram, welches ich ganz hervorragend finde. Auch neben dem Weg der Anthroposophie, wie sie Manfred hier vorstellt:

"Heilige das profane Leben durch das Mysterium der Tat. Wisse nicht, warum du etwas tust, sondern tue es einfach aus Liebe zur Tat. Du brauchst kein höheres Bewusstsein. Du brauchst nur der Stimme deines Herzens zu folgen und selbst wenn diese schweigt, dann nutze einfach dein praktisches Können und lege los. Um erfolgreich deine Mission zu erfüllen, brauchst du auf der Erde keine Gelehrtheit und Welterkenntnis zu erlangen, denn ich verleihe sie dir, wenn du dich jetzt bereit erklärst, meine Sonne in die Erde und in die Menschen zu bringen. Freue dich über jede Erleuchtung, aber habe keine Angst als schlichter Mensch zu leben, denn wenn du wieder bei mir bist, wirst du geweiht sein."

....

Rosenkreutzer hat gesagt…

...

Weiter schrieb S.G. etwas, was vielleicht den Streit hier zu etwas Höherem führen könnte. Er schrieb es über die heute unter uns lebenden Rosenkreutzer, die eben NICHT den Weg gehen, den wir aus der Anthroposophie kennen - ich liebe diese nun folgenden Ausführungen, weil sie in selbstkritischer Weise von einem Anthroposophen geschrieben sind:


"Als ich das hörte, war ich tief getroffen. Denn mir wurde klar, wie oft ich selber Menschen verurteilt hatte, weil sie sich kein Bewusstsein davon verschafften, warum sie etwas taten.

Ich erinnerte mich an die Vorträge, die ich gehalten und in denen ich immer gesagt hatte, man müsse zum Beispiel als Waldorfpädagoge auch das wissenschaftliche Fundament der Anthroposophie kennen, selbst Übungen und Meditationen machen, Steiner lesen und natürlich auch verstehen.

Ich hatte einen Weg aufgezeigt, der betont, dass es wichtig sei, dass man sich zuerst ein Bild von dem macht, was man will, dann dieses Bild mit seinem Denken durchdringt, sich erst am Ende mit seinem Willen zur Tat entschließt und diese letztlich im Einklang mit seinem höheren Bewusstsein durchführt.

Ich begriff, dass dies zwar für manche, aber längst nicht für alle der angemessene Weg war. Stattdessen gingen viele diesen Weg genau andersherum: Zuerst einmal taten sie etwas. Sie griffen zu und "machten einfach mal".

Dann, oft Tage oder Jahre später, bekamen sie eine Vorstellung davon, dass sie im Leben instinktiv das Richtige getan hatten. Wieder eine Zeit später, und das unabhängig von äußeren Erfolgen, hatten sie das feste Gefühl, dass sie im Leben genau die Lektionen gelernt hatten, die ihnen als existentiell wichtig erschienen, dass sie im Einklang mit ihrem persönlichen Schicksal lebten.

Bei manchen trat erst danach eine tatsächliche Erkenntnis auf, dass sie ihr Leben einer spirituellen Kraft, einer bestimmten kosmischen Energie gewidmet hatten und sie starben in diese Weisheit hinein, zufrieden mit sich und der Welt.

Als ich das begriff, spürte ich den Schmerz all derjenigen, deren Weg ich bisher nicht in seiner ganzen okkulten Dimension anerkannt hatte. Mir hatte es nie an rheinischer Toleranz gemangelt, aber etwas in mir war dennoch der Ansicht gewesen, dass es grundsätzlich besser wäre, sich vor der Tat über Beweggründe und Folgen völlig bewusst zu sein. Die Begegnung am Schicksalsstrom hatte mir die Augen dafür geöffnet, warum gerade Menschen, die in sozialen, heilenden, künstlerischen, ökologischen und pädagogischen Feldern arbeiten, einen Zugang zur Anthroposophie finden und dann aber gleichzeitig darunter leiden, dass sie das Pensum der Übungen, Aufgaben und Anweisungen nicht bewältigen.

Sie wollten ihre speziellen Fähigkeiten im anthroposophischen Kontext anwenden, weil sie seit jeher eine unbewusste Hoffnung mit dieser Anthroposophie verbanden: sie sehnten sich nach Menschen, die ein echtes wissendes Verständnis dafür haben, dass auch ihr scheinbar rein exoterisches Dasein im Zeichen eines großen esoterischen Mysteriums steht. Gerade diese Hoffnung wurde jedesmal dann enttäuscht, wenn wieder jemand einen Vortrag darüber hielt, "wie man es richtig macht". Kaum jemand, der ihnen sagte, dass die Erkenntniswissenschaft Anthroposophie nur durch die Rosenkreuzer ihren Weg in die Mitte der Welt gefunden hat und immer noch findet. Steiner hatte die Erkenntnis der höheren Welten, aber die Bauern, Mediziner und Eurythmisten hatten das Können auf der Erde.

Kaum jemand, der dankbar anerkennt, dass Anthroposophie ohne den Faktor Rosenkreuz ein Kopf ohne Körper ist."

Ist das nicht sehr schön, erhellend und versöhnend, was Sebastian Gronbach da in info3 schreibt?

Ein Rosenkreutzer

Christine G.B. Rau hat gesagt…

Ja, sehr geehrter 'Rosenkreutzer', das ist es wirklich ! :) Schön, dass Sie sich an dieser Stelle gemeldet haben ! In der Tat liegt auch für mich, wie für sicher viiieeele weitere Menschen, das tat-sächliche 'Maß aller Dinge' in der Tat (so sie positiv motiviert ist :)) Denn, was nützt alles pure Reden und Denken über ...., wenn daraus nicht die guten Taten folgen !!! Und wenn dazu noch solche Übungen kommen, vorher, nachher, gleichzeitig; das ist dann auch sehr spannend und ent-spannend.
P.S. Lieber Sebastian Gronbach, das 'Wortbild', welches Sie (?) malen, finde ich persönlich sehr sinnig und kraftspendend; welches da lautet: Einatmen von Leid und Schmerz und Ausatmen von Liebe und Heil (so zumindest sinngemäß)- das ist Gedanke & Tat zugleich - Toll :)
liebe Grüße Christine

Anonym hat gesagt…

Ein Rosenkreutzer schreibt:

"- ich liebe diese nun folgenden Ausführungen, weil sie in selbstkritischer Weise von einem Anthroposophen geschrieben sind:"

Was liebt da der Rosenkreutzer. Er liebt das, was da über ihn geschrieben steht. Viele schöne Worte.
Im gleichen Stil schreibt der Verfasser des auf das obige Zitat folgenden Textes auch über Ken Wilber und Andrew Cohen und Deepak Chopra und andere. Die Anhänger freuen sich darüber. Sie freuen sich, da hier ein Außenstehender versteht was ihre jeweilige Leitfigur sagt. Jeder liebt das, was er hat und jeder liebt es, wenn ein anderer dieses spiegelt.

Jetzt müssen nur noch die Anhänger der verschiedenen Persönlichkeiten erkennen, dass der Verfasser des besagten Textes weder Rosenkreutzer, noch Wilberianer, noch Cohenianer noch Anthroposoph ist. Sie müssen noch erkennen, dass er ein Erleuchteter ist, einer, der erkannt hat, dass er keine Persönlichkeit mehr hat, dass das All-Eins Bewusstsein aus ihm spricht, durch ihn handelt.

Er wird sie führen ...!

Wohin?

manroe hat gesagt…

He. Rosenkreutzer, Du solltest lieber erkennen, daß Dein verherrlichendes Heilandsgerede über Sebastian absolut nicht das bewirkt, was sich da so in Dir zu bewegen scheint. Eher im Gegenteil!! Wenn Du das wirklich beurteilen könntest, würdest Du es niemals in dieser Form predigen, schon allein deshalb nicht, weil es in der Gegenwart dem wahren Menschen zuwider ist. Und auch für Sebastian müßte es eher lästig sein, falls nicht, wärest Du erst recht im Irrtum.

Manfred

Bernhard Albrecht hat gesagt…

Manroe, ich habe mir das sehr wohl überlegt, ob ich das Bild von den Socken verwenden kann oder nicht. Das Risiko des Missverstehens war mir bewusst. Aber, so dachte ich, wenn ich es mit einer gewissen tänzerischen Leichtigkeit, gewürzt mit etwas Humor herüber brächte, dann kann es vielleicht genommen werden. Nun Sie waren leicht düpiert. Ich kann das verstehen. Das heisst aber nicht, dass ich deswegen gedenke mein Sagen zurück zu nehmen. Ich stehe nach wie vor zu der von mir intendierten Art und Weise meines Sagens. Denn: Dieses Bild ist eine sehr zutreffende Beschreibung und so es innerlich durchdrungen wird auch eine mögliche Hilfestellung auf eine noch zu vollziehende innere Blickumkehrung auf das eigentliche Denken hin, auf eine erste mehr erahnende innere Erfahrung des eigenen Denkwillens hin.
Und jetzt erlaube ich mir noch etwas persönlicher zu werden und etwas aus meiner Biographie anzudeuten, das ganz massgeblich meine innere Anschauung vom Willen im Denken gefördert hat. Denn nach dem Willen fragten Sie ja.
Ich bin unter vielem anderem über Jahre hinweg bei einer „Schwertmeisterin“ in die Lebensschule gegangen, einer Frau, die durch ihr schwerthaftes Denken alle meine bis anhin entwickelten philosophischen Anschauungen gleichsam durch den Mixer drehte und mir half sie auf die Füsse zu stellen. Ich weis also sehr genau, wie Sie sich nach meiner vergleichsweise nur angedeuteten Attacke gefühlt haben. Ich sage Ihnen aber auch, dieses ihr Erfahren, war kaum ein Säuseln von dem, was sie auf sich nehmen werden müssen, wenn Sie dem Willen im Denken „in der Erfahrung“ tatsächlich begegnen wollen. Auf welchem Weg auch immer. Ohne eine „gleichwertige Entwicklung von männlicher und weiblicher Energie“ in Ihnen scheint mir das nicht wirklich zu gehen.
Mit noch so verwinkelten und aus gezirkelten abstrakten Kapriolen ist der Wille nicht einzufangen. Das ist ja gerade das noch mehrheitlich vom Verstand gelenkte Verfahren der fortlaufenden Abstrahierung, dass Du Dich damit letztlich nur selbst gegen die Wand des Nichts fährst, so Du nicht irgendwann einmal die innere Umkehr des eigenen Blicks auf Deine eigene Wirklichkeitskonstitutive Tätigkeit herzustellen bereit bist. Dann nämlich wird das vordem so genannte schwarze Loch des Nichts zu einem sprudelnden Brunnen schöpferischer Kräfte im Bewusstsein, in der „tatsächlichen Erfahrung“ des eigenen Willens.
Mit der Bemerkung Steiners auf die Zurückdrängung des eigenen Leibes in der Philosophie der Freiheit wäre ein weiterer Hinweis gegeben im Hinblick auf die Auflösung des Rätsels vom Willen.
Und sagen Sie nicht, das sei nicht konkret, wenn sie allein die Konkretion ihres Willens in sich tragen. Ich kann nur versuchen sie anzuregen ihren Blick auf einige Umstände im Hinblick auf diese Tatsache aufmerksam zu machen. Ihren eigenen Blick wecken, drehen und wenden, seine Muskeln trainieren, das werden Sie schon selber müssen. Das kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Bernhard Albrecht

Bernhard Albrecht hat gesagt…

@ alle um ein Missverständnis zu beheben:
Bei meiner Kommentar Unterschrift handelt es sich um meine beiden authentischen Vornamen, also nicht um Vor- und Nachname.

Bernhard Albrecht

manroe hat gesagt…

Hallo Bernhard, finde ich jetzt wirklich sehr spannend, würde mich freuen, wenn wir dann hier noch ein wenig verweilen.

Würdest Du mir dann bitte mal genauer "erklären" was bei Dir mit den Socken gemeint war? Was meinst Du bei mir zu erblicken, was schief liefe oder in die Leere? Meine ich wirklich ernst.

"Ohne eine „gleichwertige Entwicklung von männlicher und weiblicher Energie“ in Ihnen scheint mir das nicht wirklich zu gehen.
Mit noch so verwinkelten und aus gezirkelten abstrakten Kapriolen ist der Wille nicht einzufangen."


Verstehe ich, wie fangen wir an, wie begegnen wir uns? Ok, das war schon Start-konkret. Bin wirklich gespannt.

mit freudigem Gruß
Manfred

Anonym hat gesagt…

@ manroe

Der Kommentar ist unter "Anonym" veröffentlicht und es ist ein Text aus einem Kommentar eines "Rosenkreutzers" zitiert.

Sie meinen beurteilen zu können, was einem "wahren Menschen" zuwider ist?
Was ist ein wahrer Mensch?

Anonym hat gesagt…

@ manroe

Und was stimmt nicht an dem, was ich in meinem Kommentar geschrieben habe?

Schauen Sie es doch nur einmal mit dem Verstand an (ohne Mutmaßungen) und lassen Sie Ihre Gefühle nicht mitspielen - auch jetzt nicht ;-)

manroe hat gesagt…

Hallo anonym.

Es müsste doch eigentlich aus dem, was ich geschrieben habe hervorgehen, was ich gemeint habe, zumal ich es doch auch sehr eigegrenzt habe.

In dem, einem wahren Menschen der Gegenwart sehe und erlebe ich einen solchen, der sich vom Personenkult befreit hat und sein geistiges Vermögen versucht dafür zu nutzen im Miteinander eine Führung in sich selbst zu finden, sie zu stärken, aus ihr heraus zu sprechen... versucht, halt in diesem Sinne. Und dem würde absolut zuwider laufen, wenn man das Augenmerk, sein Vermōgen, ständig lenkt auf irgendwelche Führer und so habe ich es auch benannt. Einerseits sprechen Sie von "keine Persönlichkeit mehr..." und verweisen im gleichen Atemzug wieder auf eine solche, von der wir uns führen lassen sollen. Dies verweisen des eigenen Inneren auf Jemanden anderen, das ist einem zeitgemässen Menschen zuwider, JA! Und der "wahre" Mensch gebiert sich in und aus einer Gegenwart. JA!

Ansonsten fand ich die Texte gut. Ich hatte doch wirklich meinen kritischen Rahmen sehr eng gesteckt (?)

Manfred

evelien hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

@ manroe

Eine Bemerkung zu dem Zitat:
"keine Persönlichkeit mehr..."
Manfred, das sagt S. Gronbach von sich selbst.

Er spricht davon, dass er keine Persönlichkeit mehr besitzt. Sein Ego ist aufgelöst. Es hat dem All-Einen Platz gemacht. Er IST das All-Eine - schon immer gewesen - erkannt durch seine Erleuchtung. Sein Ego-Bewusstsein ist durch das All-Eins-Bewusstsein ersetzt worden. Und er predigt hier, damit alle zu diesem Bewusstsein kommen. Das ist seine Mission. Aufgabe der Persönlichkeit und Aufnahme des All-Eins-Bewusstseins ohne Individualisierung ist sein angestrebtes Ziel. Das Selbe (Bewusstsein/Göttliche)soll in uns allen leben. In jedem das Selbe. Nicht individualisiert. Denn das individuelle, das persönliche am Menschen, das wird ja gerade aufgelöst. Sein Gott ist in Allen aber wir sind nicht in diesem Gott als individualisierte Menschen. So habe ich ihn verstanden.
So sagt er das selbst ganz klar - nicht ich.

manroe hat gesagt…

@anonym

... er selber sagt es...

Und was soll ich nun machen, auf die Knie fallen?
Die sowieso hat grade im Schwimmen die Goldmedaille ... Und was soll ich jetzt machen, auf die Knie fallen?

Der "wahre" Mensch, um ihn mal wieder herbei zu zitieren, warum sollte er immer wieder verweisen auf andere? Was hat man, bekommt man, wenn man immer wieder von sich selbst wegschaut? Wenn man immer wieder auf irgendwelche Promis schaut, Praline liest etc. - und mit dieser Untat niemals zur Guttat in sich selbst vordringt, weil man sich das kostbarste Gut, das man besitzt immer wieder freiwillig absaugen lässt!!

Bitte gehe mal in Dich und verbleibe dort so lang, bis Du ein Gefühl von dem bekommst, was ich hier meine. Dann spürt man, daß es nicht nur zuwider ist, sondern Diebstahl. Mach es so lange, bis Du auch so reden würdest, daß andere dich zitieren und frage Dich dann, wie Du Dich dann fühlst und vor allem warum!!

Verführe nicht andere dazu, den wahren!! Blick auf andere zu lenken, schaue selbst!

Manfred

Bernhard Albrecht hat gesagt…

Hallo Manroe

Zuerst einmal bin ich froh, dass wir jetzt anscheinend miteinander zur Sache kommen können. Das freut auch mich.
Das andere ist: Die Sache mit der seelischen Beobachtung und der gleichwertigen Entwicklung der männlichen und weiblichen Energien wird sich sicher zu einem längeren Prozess auswachsen. Und da frage ich mich, ob dafür der „Dschungel“ nicht ein etwas ungemütlicher Ort ist.
Wäre die Plattform von Mission Wir nicht der bessere Ort für dieses Gespräch. Mir scheint, dass dort die Möglichkeit besteht, dass auch andere, die an einem echten Entwicklungsgespräch interessiert sind, sich vielleicht nachhaltiger daran mit beteiligen können.
Wenn auch Sie das so sehen können, dann werde ich mich in den nächsten Tagen dort anmelden, wenn ich hier einige dringende Tagesgeschäfte abgearbeitet habe. Ich wollte mich nur kurz melden, damit der Faden nicht abreist. Alles Weitere dann später.

Bernhard Albrecht

Anonym hat gesagt…

Hallo Bernd, schön daß Sie/Du wieder da bist. Die Idee ist gut, ich werde den Faden halten.

Manfred

Anonym hat gesagt…

@ manfred

Sie schreiben: "Verführe nicht andere dazu, den wahren!! Blick auf andere zu lenken, schaue selbst!"

Ich möchte mit meiner Darstellung niemanden verführen. Und ich denke nicht, dass ich verführerisch geschrieben habe und dies auch nicht wollte.
Die Sache habe ich mir selbst angeschaut, eigenständig durchdacht und bin eben zu diesen Ergebnissen gekommen. Ich gehe davon aus, dass ich Herrn Gronbach richtig verstanden habe, da er sich zu meinem Kommentar noch nicht geäußert hat. Vielleicht kann er mich ja auch noch auf Denkfehler oder falsche Interpretationen hinweisen. Mal schauen!

Neutraler Geist hat gesagt…

Liebe Grüße an das Forum, hallo

neugierig und inspiriert von euren Gedanken/ Worten,...hierfür vielen Dank..:-).diese sind für mich/ meine Gedankenwelt sehr hilfreich, besonders die klare und verständliche Sprache von Ihnen...Bernhard Albrecht..da ich mich wirklich über einfache und nachvollziebare Formulierungen für komplexe Inhalte freue:-)

Meine 2 Fragen/ Überlegungen

1
Warum stehen die Gedanken zur Ent..wicklung der Menschen (ganz Individuell gesehen) aus Ihrer Sicht .. zumeist unter einem Begriff wie z.B. Anthroposophie, Buddismus, Esoterik....(Aufzählung ohne die Begriffe vergleichen zu wollen...) Das bedeutet ja immer gleich das ganze Paket..Kann Entwicklung des Menschen nicht frei gedacht und aus verschiedenen Ansätzen von verschiedenen Denkrichtungen zusammengesetzt sein...was es ja letztendlich ist, oder wie sehen Sie das?

2
Ihre Gedanken zu dem inneren Beobachter..oder inwieweit wir diesem Aufmerksamkeit schenken ..finde ich sehr hilfreich und anschaulich, können Sie hierfür Beispiele nennen?

Über Ihre Antwort freue ich mich:-)

Grüße aus dem Süden

Neutraler Geist

Bernhard Albrecht hat gesagt…

Entwicklung ist in des Wortsinns tieferer Bedeutung immer eine offene. Der sich entwickeln Wollende kann sich nur selber Klammern anlegen im Gang seiner Entwicklung, Räume ab- und ausgrenzen, in die, über die hinaus er nicht bereit ist sein immer und überall selbst zu verantwortendes forschendes Beobachten zu lenken. Dort wo eine grössere Anzahl von Menschen dieses Beobachten Schlafen legt, wird aus einem ehedem grossen Freiheitsentwurf Ideologie.
Anthroposophie ist kein in sich abgeschlossenes Weltanschauungsgebäude, sie umfasst als moderne Methode im Kern nur eine Beobachtungsweise, die der naturwissenschaftlichen Denkweise standhalten kann, welche die tiefere Tragkraft dieser Denkweise voll umfänglich erschliesst. Alles andere sind Durchgangsstationen im Vollzug dieser Beobachtungsweise, ist eine immer währende stille Aufforderung dieses Beobachten in sich zu aktivieren.
Worauf es also ankommt ist, mit diesem Beobachten Laufen zu lernen!
Anthroposophie umfasst die „ganze Weisheit des Menschen.“ Sie kann von daher gar nicht in Konkurrenz zu irgendeiner so genannten anderen Weltanschauung treten. Sie ist auch nicht die so zu sagen zeitgemässe Weltanschauung gegenüber älteren Weltanschauungen. Nein, das ist sie nie und nimmer. Denn: Sie wird erst dort eine sich entfaltende Wirklichkeit, wo sie im selbst verantworteten Wachsen und Werden eines Menschen eine individuelle Form annehmen kann, einen immer neuen Ich – Ausdruck erhält.
Und diesen Ich – Ausdruck kann sie durchaus in der Begegnung mit Elementen des Zen entwickeln oder in der Art wie Sie einen Straus Rosen anschneiden, den Sie Ihrer Frau oder Freundin schenken. Ihre wachsende innere Präsenz entscheidet darüber, wie viel Menschenweisheit durch Sie in die Welt gelangen kann, bzw. durch Sie eine Wiederbelebung erfährt und damit eine Entwicklung fortführt.

Bernhard Albrecht

Anonym hat gesagt…

@ Bernhard Albrecht:

Sie schreiben: Anthroposophie "wird erst dort eine sich entfaltende Wirklichkeit, wo sie im selbst verantworteten Wachsen und Werden eines Menschen eine individuelle Form annehmen kann, einen immer neuen Ich – Ausdruck erhält."

Bei Sebastian lautet der gleiche Satz so:

"Ein anthroposophischer Kuchen ist ein Kuchen, der so schmeckt wie kein anderer Kuchen - der immer besser schmeckt und immer neu und frisch und bekömlich ist. Wenn ein Kuchen anthroposophisch schmeckt, dann ist es kein anthroposophischer Kuchen."

Oder?

Grüße aus Berlin von Helmut

manroe hat gesagt…

Hallo Bernhard

"Sie ist auch nicht die so zu sagen zeitgemässe Weltanschauung gegenüber älteren Weltanschauungen. "

Bei der "zeitgemäßen Weltanschauung" erlebe ich mich als zitiert und falsch interpretiert. Das sollten zumindest wir hier nicht machen und dann schon gar nicht mit dieser behauptend wegwischenden Geste. Da erlebe ich dann schon fast eine Art Technik, die man nutzt etc., will es jetzt wirklich nicht unterstellen, aber mal darauf hinweisen ;))

Mir ging es nicht um eine "sich entfaltende Wirklichkeit", was ja auch ein Aspekt ist, der eines Praktizierenden, sondern mehr um den Einstieg eines zeitgemäßen Menschen in den "Entfaltungszug", den gibt es doch(?) Und ebenfalls zeitgemäß im Hinblick auf die Christustat für den Menschen. Wenn man denn bereits im Zug sitzt und sich bereits zu entfalten begonnen hat, dann sehe ich es ebenso wie Sie, allerdings nur im zeitgemässen Zug.

Haben Sie mal alte vedische Texte gelesen? Die sind nicht mehr zeitgemäß, finde ich wenigstens.

Man kann ja einmal von Innen schauen, aber eben auch von Aussen.

Manfred

Bernhard Albrecht hat gesagt…

Nein Manroe, in meinem letzten Kommentar habe ich sie weder direkt noch indirekt zitiert. Ich bezog mich vielmehr allein und ausschliesslich auf die Fragen und Überlegungen von „Neutraler Geist.“ Dies hätte ich sagen müssen. Das ist mein Fehler.
Dennoch: Wenn Sie sich zitiert erlebten, dann bezeichnen Sie in meinen Augen damit ein höchst interessantes Beobachtungsfeld im Rahmen des seelischen Beobachtens. Vielleicht wollen Sie sich an das nähere Ausforschen dieses Beobachtungsfeldes in der nächsten Zeit ja einmal heranmachen. Mir scheint es nämlich so, dass Sie des Öfteren beinahe wie im Galopp auf das Sagen eines anderen Menschen einschwenken und ... sich dabei unnötig in die Gefahr bringen an der Tatsächlichkeit des Gesagten zunächst etwas vorbei zu laufen. Das unmittelbare Benennen und auch Richtigstellen in der Kommunikation ist ja eine wunderbare Sache. Mit etwas mehr Gleichgewicht in Bezug auf die eigenen inneren Bewegungsdynamiken könnten Sie daraus eine noch mehr geschliffene Fähigkeit machen. So wie es jetzt ist, ist es ein roher Diamant. Wenn Sie wollen, tasten Sie also diese Ihre eigenen inneren Bewegungsdynamiken im Vorfeld Ihres Sagens etwas mehr ab und sie finden von ganz alleine einiges mehr über den weiblichen und männlichen Energieanteil in ihrer inneren Gestaltungswelt heraus, auf den ich mich ja schon in einem vorausgehenden Kommentar bezog, ohne dass ich mehr dazu sage.
Ohnehin sind weiterführende Aussagen zu diesem inneren Kräftegefüge nur möglich auf der Basis von Erfahrungen die Sie machen. Rezepte, die abzuarbeiten wären gibt es für derartige innere Arbeitsfelder einfach nicht.
Wenn Sie bei Ihren diversen inneren Bemühungen dann vielleicht auch einmal für einen kurzen Moment die Erfahrung machen, dass Sie beim Reden und Denken gleichzeitig Ihre Füsse spüren, dann nehmen Sie das als Indikator dafür, dass sich Ihr Denken aus dem „Schlafsack des Kopfes“ zu befreien beginnt. Mit anderen Worten, dass Sie nunmehr in die Socken kommen.
Und noch etwas: Fühlen Sie sich bitte nicht zurückgewiesen, wenn ich auf das Du nicht eintrete. Für mich ist ein achtsames Nähe/Distanz-Verhältnis der Garant dafür, dass die seelische Beobachtung in der Kommunikation aktiv bleiben kann.

Bernhard Albrecht

Bernhard Albrecht hat gesagt…

@ Helmut

Wenn Sie den inneren Beobachter aufrufen wollen, dann werden Sie einige wesentliche Unterschiede feststellen, was die innere Prägekraft dieser Aussagen und den Zusammenhang in dem sie stehen betrifft. Und diese Prägekraft weist auf unterschiedliche geistig-seelische Erlebniswelten hin, bzw. spricht verschiedene Erlebnisweisen an.
Wie ich die Erfahrungen, die ich als Mensch mit diesen beiden Erlebniswelten, bzw. Erlebnisweisen mache letztlich dann bündele und einordne und vor allem unter welche innere Führung ich diese Erfahrungen stelle, die jeder Mensch mehr oder weniger auf beiden Feldern macht, das fällt in meine Verantwortung. Diese Entscheidungen kann mir niemand abnehmen.
Ich allein lese auf meinem inneren Kompass die R – ich – tung ab, die ich mir vorgeben will.

Bernhard Albrecht

manroe hat gesagt…

Hallo Herr Bernhard

"wie im Galopp auf das Sagen eines anderen Menschen einschwenken und ... sich dabei unnötig in die Gefahr bringen an der Tatsächlichkeit des Gesagten zunächst etwas vorbei zu laufen."

Ja, in solchen Fällen dann liefere ich mich der absoluten Ehrlichkeit aus, sehe darin allerdings keine Gefahr, weil mir die Antworten dann einen Einblick verschaffen. Denn wenn ich wirklich weiß was ich sage, gibt es keine wirkliche Gefahr für mich.
--

"...dass sich Ihr Denken aus dem „Schlafsack des Kopfes“ zu befreien beginnt. Mit anderen Worten, dass Sie nunmehr in die Socken kommen."

So erleben Sie mich also!? Und scheinen sich auch noch sehr sicher zu sein in der Beschreibung meines Soseins.

Spannend in diesem Zusammenhang wäre dann für mich, daß Sie mal einen Beitrag von mir so "übersetzen", daß dann darin nichts mehr von dem enthalten ist, was mir noch zu fehlen scheint, Ihrer Ansicht nach. Ich meine das wirklich aufrichtig und ernst.

Ich für mich erlebe mich nämlich so, daß ich meinen "Kopf" eigentlich gar nicht benutze, sondern lediglich folge-richtig zu schildern mich bemühe, was ich innerlich so sehe. Ich wüßte daher auch nicht, worin für mich "Ihre Socken" erkennbar würden, geschweige denn, wo hinein ich schlüpfen sollte.

Und das mit dem Verbleib beim Sie kann ich schon verstehen, finde es allerdings ein wenig befremdlich darin ein Garant für die seelische Beobachtung in der Kommnikation zu sehen. Das ist doch dann eher eine Krücke, wenn man ihrer dann bedarf, oder?

Und bevor wir noch weiter hineinrutschen in ein gegenseitiges Richtigstellen, wäre es aus meiner Sicht dann hilfreich - im Sinne eines Verbleib beim Sie - weniger vorschnell im Benennen von einem vermeintlichen Sosein zu sein. Ich habe absolut nichts dagegen, daß man sich gegenseitg füreinander hellsichtiger macht, ich sehe aber dafür eher ein fragendes aufeinander Zugehen als richtig an, als ein behauptendes. Vielleicht kommen wir ja in diesem Sinne weiter.

Gruß
Manfred

Anonym hat gesagt…

Zwei Unglückliche machen sich gegenseitig unglücklich.

oder:

"Wenn zwei sich in meinem Namen versammeln, BIN Ich mitten unter ihnen"

Preisfrage:

Welcher Impuls liegt Gronbachs Erleuchtung zugrunde?

Neutraler Geist hat gesagt…

direct commend
"Entwicklung & Beobachter

Liebes Forum,

danke Ihnen Bernhard Abrecht und Ihnen Manfred für die Aufnahme meiner Fragen zur Entwicklung des Menschen im Dogma-Kontext und der Frage zum inneren Beobachter.

Der 2er Dialog der zwischen Ihren Wahrnehmungen und den Blogg-Themen belebt wurde vernebelt scheinbar die Thematik etwas - (es gibt ja keine Zufälle) so ist dies möglicherweise ein Hinweis über die Verhaltens- und Wirkungskette zwischen Menschen ... Der mögliche Unterschied zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung ist verschieden ausgeprägt und von so unglaublich vielen Einflussgrößen abhängig



....auch die Frage: möchte die ältere Dame jetzt über die Straße oder nicht? Ich unterscheide manchmal zwischen Kunden und Bekannten ...ein Bekannter möchte meinen Rat nicht - ein Kunde möchte meinen Rat...und so kläre ich nicht selten diese Frage vorab....

..zurück zum Beobachter:-)

In einigen Zeilen zuvor wurden 2 Erlebniswelten für den Beobachter erwähnt...ein Beispiel für die Aufgaben des Beobachters und den Dialog mit dem Beobachter wäre interessant..also wie erleben andere Ihren Beobachter?...bekommt dieser nicht eine Ausbildung von uns...durch unser Leben? Wird seine Einflußkraft nicht mit unserem Wachstum stärker...Hat unser Beobachter des öfteren mit unserem Ego zu tun? WIe können wir Ihn bestens unterstützen?

Ich fände es spannend - darüber mehr - Meinungen und Erfahrungen zu lesen...denn ich glaube, dass unser Beobachter eine Schlüsselkraft für unsere Entwicklung ist...wie sicher auch viele andere...Kräfte in uns...

liebe Grüße

Neutraler Geist

manroe hat gesagt…

Tja, "Fenster" putzen und zu einem "neutralen" Geist werden, damit die Subjektivität dann als eine objektive erkannt wird und man dann aus der Einheit heraus zu handeln beginnt. Denn, ich denke, unsere Subjektivität, die ja immer als die fehlerhafte dargestellt wird ist nur deshalb eine solche, weil wir zu wenig "Fenster" putzen. Denn wer putzt denn? Wer kann überhaupt putzen?

Manfred