Mittwoch, 9. September 2009

Die Welle surfen

Als ich vor drei Jahren die integrale Spiritualität Ken Wilbers entdeckte, da hätte ich nicht gedacht, welche Wellen das schlagen würde. Für mich persönlich bedeutete dies, dass sich mein ganzes Leben änderte. Ich kann ganz einfach sagen, wie es sich verändert hat: Alles wurde besser! Am besten wurde Anthroposophie. Noch immer surfe ich die Welle, die sich aufbäumte, als Ken Wilber aus dem Meer meines bisherigen geistigen Lebens auftauchte.

Ich kann die Welle surfen, weil Rudolf Steiner mir beigebracht hat, wie man dieses Brett benutzt. Er lehrte mich, „statt in die Welt hineinzustarren, die in Glück und Unglück das Ich auf ihren Wellen trägt“, das Ich zu finden, „das wollend das eigene Schicksal gestaltet“.

Ich bin nicht so der Rückblick-Typ. Darum will ich nur kurz beschreiben, wie das Wochenendseminar zu Rudolf Steiner und Ken Wilber gewesen ist.
GLÜCK
Ein Blick zurück im Glück: Dass trotz mancher Widerstände, alles in allem zwanzig Menschen das nicht ganz billige Wochenendseminar im Haus der Anthroposophischen Gesellschaft NRW besuchten, ist sicherlich nicht nur ein guter Anfang, sondern ein großer Erfolg!

Ich habe sehr für dieses Seminar gekämpft. Weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass Anthroposophie diese integrale Landkarte benötigt. Zum einen, um ihre überragenden Stärken auszuspielen und zum anderen, um ihr eklatanten Schwächen auszumerzen.

Ja, es war schon ein seltsames Gefühl, in den alt-ehrwürdigen Zweigräumen in Bochum die Kraft des Tai Chi zu erleben – kongenial gelehrt von Stefan Stark.

Und als wir Ken Wilber tägliche Meditation praktizierten und Steiners Seelenübungen verinnerlichten – da wurde mir erst bewusst, dass niemand mehr hinter dieses Wellen-Wochenende zurück kann.

Die Welle war angekommen und sie beginnt sich erst langsam aufzubauen – da helfen auch keine Mauern der Angst und keine Bollwerke aus dem Sand der Gewohnheiten....und wie schön: Als wir das Seminar beendeten, begann der "Tag der offenen Tür" in unserem Tagungsgebäude. Na bitte.

Ein wirklicher Glücksfall – auch für die Anthroposophie – ist Michael Habecker. Seine innere Gedankenklarheit, bei gleichzeitiger Herzenswärme ließ immer und immer wieder den Satz Steiners in mir klingen, mit dem dieser den Beginn des sogenannten „Michaelzeitalters“ zusammenfasste. (Was in der Anthroposophie das „Michaelzeitalter“ ist und mit der „Bewusstseinsseele“ zusammenhängt, wird in der integralen Karte als „Zweites-Rang Bewusstsein“ bezeichnet.) Steiner: „Die Herzen beginnen, Gedanken zu haben; die Begeisterung entströmt nicht mehr bloß mystischem Dunkel, sondern gedankengetragener Seelenklarheit.“

Wenn Habecker sprach, gelang es uns immer wieder einfach und schnell, Links zur Anthroposophie zu setzen und Widersprüche zu transzendieren - selbst die leidige Rassimus-Frage lässt sich mit Hilfe der integralen Karte und Sprache, in wenigen Minuten aufklären. Die integrale Sprache wird zum Esperanto der Spiritualität.

Und nochwas wurde mir schlagartig klar: Ohne Steiner, ohne die Anthroposophie und ohne die unermüdliche inneren und äusseren Anstregungen der Anthroposophen (auch der Gesellschaft), hätte dieser Tag nie im Leben stattfinden können. Ich bin dafür sehr dankbar!

Wir haben alles gegeben (und doch müssten wir beim nächsten mal so viel besser machen), doch am Ende war alles wie ein großes und anstrengungsloses Geschenk des Himmels.

Ich bin einfach glücklich darüber, dass dieser Tag möglich war. Glücklich, dass so viele und vor allem so innig liebevolle und spirituell erwachsene Menschen dabei sind. Auch glücklich darüber, dass Schmerz und brennende Fragen nicht ausgeschlossen, sondern eingeladen waren. Und vor allem darüber, dass dieser Anfang gemacht ist.

Wo kommen nur alle diese wunderbaren Menschen her?

Wenn ich in die frischen und von innerer Begeisterung strahlenden Gesichter blicke - die durchaus wissen, wie sich Schmerz anfühlt und was es bedueutet am Ende zu sein - dann weiss ich woher sie kommen. Sie surfen mit der Welle.

Die Welle hat ganz sicher nichts damit zu tun, dass man Wilber-Fan werden muss. Sie hat damit zu tun, dass man die beste Version seines ganz individuellen Lebens leben will - die höchste, tiefste, innerlichste und umfassenste Version. Und die jeweils modernste Version - diese Menschen sind sich treu, jedoch jeden Tag in einer angemesseneren Weise. Ach, ja: Und dabei ruhen sie gleichzeitig lässig liebend in der Tiefe des Ozeans - unberührt vom Wellen-Theater.

Rudolf Steiner wollte die Wellen des Lebens nie los werden. Er wollte die Welle surfen. Für ihn war die Welle kein Feind. Er kannte das Meer und die Wellen waren der immer neue, immer einzigartige Ausdruck des einen Ozeans. Er wollte nicht im Einen versinken, er wollte die immer neuen Entfaltungen des Einen reiten.

Zu surfen, das bedeutet nicht, dass man nicht leidet. Es bedeutet nicht, dass alles leicht ist. Surfen erfordert Mut und Energie. Man kann sich blaue Flecken holen und böse Verletzungen...Aber surfen macht FREUDE – und das ist etwas, worauf ich stehe!

Wenn am Wochenende in den gleichen Räumen die Jahresversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft NRW stattfindet – zu der auch Ramon Brüll von der Zeitschrift info3 eingeladen ist und mit dem anthroposophischen Generalsekretär diskutiert – dann wird dieser Kellerraum für mich anders sein.

Ich werde das Meer riechen. Diesen unvergleichlichen Geruch von Frische und Weite. Ich werde, das Salz noch schmecken und ich werde mich mit allen, denen der Spaß einfach nicht vergeht, in die Wellen werfen und die Welle surfen -ich werde dankbar sein.

Dankbar für die Steiner-Surfer-Schule. Dankbar für die Wilber-Welle.

Denn „surfen macht Freude, erfrischt und belebt, auch wenn es sehr schmerzvoll, schwierig und angsterfüllt sein kann“. (Ken Wilber)



SUBSTANZ UND BEWEGUNG –
Wohin entwickelt sich Anthroposophische Gesellschaft?
Am Samstag, den 12. September 2009 von 10.00 bis 18.00 Uhr im

Kommentare:

Rosi hat gesagt…

wann immer es Dir möglich ist,tue es.in Liebe Rosi

Rosi hat gesagt…

wer schenkt Dir immer diese guten Bilder,alle Achtung!

be in touch - Suscha + Bodo hat gesagt…

hey super, vielen Dank.

Mir erging es mit Michael genauso. Habe bei ihm eine große Klarheit mit einem hohen Maß an Einfühlung erlebt.

Macht Lust auf mehr.

herzlich

Bodo

MonikaMaria hat gesagt…

Ja, mit dem Herzen ist Michael dabei. Präsent und liebevoll auch beim Simultanübersetzen von Wilber. :-)

Es ist gut, in die Steiner-Surfer-Schule zu gehen: sie lehrt den Umgang mit den verschiedenen Wellen. :-)))

Und Stefan war bestimmt auch mit dem Herzen dabei. Viel Liebe und Glück Euch Dreien.

Bin echt gespannt auf das Weitere.

Mit dem Herzen mit dabei ...

Anonym hat gesagt…

Ich war dabei! Cool! Hot! Spacy!

JANET hat gesagt…

Ich nicht, macht aber nichts!
Es gibt noch andere Wellen, vielleicht nicht ganz so hohe... muss ja auch gelernt sein solch Monsterwellen zu surfen...

Guten Morgen und schönen Tag!

Gegen Gronbach hat gesagt…

Die hochfahrenden Pläne des Egomanen Gronbach, Kernbegriffe der anthroposophischen Bewegung wie Karma und Reinkarnation, aber auch die christliche Orientierung im Alleingang abzuschaffen, dürften damit doch vorläufig hinfällig sein.

Caren hat gesagt…

Wilber Michael Stark Gronbach...
das war ein super Team!
Eine große Freude!
Auch zu erleben, aus welchen Winkeln des "Denkens über das Leben", Menschen hier zusammen finden und DASSELBE zu (er)leben suchen.

Schade um all diejenigen, die diesen frischen Wind in anthroposophischen Philosophiegemäuern als Erschütterung oder gar Egomanie interpretieren.. Ich kann nur sagen: dat hilft onnich weita, weil: bleibse ja inna selben Schleife steckn un wirs nich wach.

Life is to be enjoyed with heart* als Herzensakt im Lebenstakt* offen gegenüber allem bewusstseinserweiterten Wandel.

Danke nochmals!
Herzlich Caren.

Anonym hat gesagt…

Hier noch Mal:
Das Hamsterrad ist nicht das Gleiche wie der Biss der Schlange in ihren eigenen Schwanz.

Ihr Egoisten: Schön, dass es nervt. Das bringt doch Leben in Eure Budeeee ähhh Blog.

Ich bin für den, der in Gronbach steckt!

:-))))))))

Anonym hat gesagt…

im

JANET hat gesagt…

wer oder was soll in Gronbach stecken? haha komisches Bildchen habe ich da.. ich möchte eigentlich in niemanden stecken da fehlt mir dann nämlich die objektive Betrachtung...

Schade dann bist du wohl nicht für mich.. :-))))))))))

Jasna Caluk hat gesagt…

Es scheint sich ein Trend abzuzeichne der dahingeht, dass Menschen sich eher von dem angezogen fühlen, welches Frei ist von der Autorität einer feststrukturierten Gruppe. Aktuell auch in der Politik zu beobachten bei den "partei-FREIEN" Kandidaten, die letztlich niemandem sonst außer ihrem Gewissen, als Vertreter derjenigen, die sie als Repräsentanten wählen, dienen.

So auch sonstige spirituelle Strömungen, die mE immer dann Fuss fassen können in der Gesellschaft, wenn die Unvoreingenommenheit aus dem Menschen oder der Strömung selbst heraus wirkt, sodass es für Neu-Einsteiger das Herangehen, Kennenlernen und Erfahren überhaupt erst möglich macht.

Da die Religion längst nicht mehr die Macht hat, wie es einst der Fall war, mogelt man sich so durch. Tut dieses und jenes aus Pflichtgefühl oder Gewohnheit. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Es hat allderings wenig mit Freiheit zu tun.

Die Diskussionen und innergesellschaftlichen Unstimmigkeiten und Beurteilungen der AAG schreckt wohl viele Menschen eher ab. Denke ich jedenfalls.

Warum Tolle & Co. erfolgreicher sind, hat vielleicht damit zutun, dass sie als Einzelkämpfer vor uns stehen, niemandem verpflichtet, als Gott und den Menschen, die ihnen zuhören wollen.

In eine bestehende Gruppierung sich zu integrieren, aus der heraus feststehende und unbewegliche Regeln wirken, die alles andere ausschließen und einer absoluten Identifikation bedürfen, scheint einfach OUT zu sein! Oder wir sind darüber hinausgewachsen?

Wer sagt, dass ich mich für nur eine Partei entscheiden darf?

Wer sagt, dass ich nur einer religiösen Tradition folgen darf?

Wer baut denn diese Mauern?

Meine Mutter ist Christin und mein Vater Moslem.

Was soll ich denn nun sein? Wie soll ich beten? Wie soll ich "Glauben" oder "Religion" leben? Und wenn ich mich zu einer Seite bekenne, verleugne ich dann die andere Seite? Wer ist denn der bessere Gott? Vielleicht Allah?

Ich empfinde es einerseits als Geschenk, dass ich diese Art der Identifikation in meinem Leben nicht kennengelernt habe. Andererseits führt es mich auch oft in Identitätskrisen und in mangelnde Verwurzelung in/auf der Erde.

Es bleibt mir somit kaum etwas anderes übrig, als irgendwie zu versuchen das ALLES miteinander zu verbinden.

Heuer besuchte ich meine Familie in Bosnien. Ich habe mich dort jeden Morgen und jeden Abend zur Meditation auf einen kleine Hügel neben unserem Haus begeben, während meine Tante den Teppich zum Gebet ausgerollt hat. Wir haben uns nicht voreinander versteckt oder einander ignoriert. Im Gegenteil. Die dort eher unbekannte Art der Meditation wurde sehr achtsam und respektvoll angenommen.

Ja und was hat das ganze jetzt mit Anthroposophie zu tun?

Keine Ahnung.

Meine Kinder besuchen einen Waldorfkindergarten und ich meditiere Steiner-Texte.

Das ist alles.
Mehr weiß ich grad auch nicht.

Herzliche Grüsse
Jasna

PS: Mir ist heut aufgefallen, dass die Form des "Fragezeichens" der eines Schlüssels gleicht. Vielleicht ist es der Schlüssel zur Evolution, dass wir immer wieder Fragen stellen. Auch wenn es immer die gleichen Fragen sind. Irgendwie eröffnet das die Möglichkeit, die Dinge und die Menschen immer wieder NEU zu erfahren, oder?? Hm?

Hat das etwas mit Anthroposophie zu tun?

JANET hat gesagt…

Hat das etwas mit Anthroposophie zu tun?


Jaaaaaaaaaaa JAAAAAAAAAAASna
JAAAAAAnet sagt JAAAAAAAAAAAA!

ich finde das ganz schön, dass der Oskar Raum mit positiver Energie der vielen Menschen die mit Sebastian den Tag erlebt haben gefüllt ist.. Das gibt ne schöne Spannung, wenn positiv geladene Teilchen mit negativ geladenen Teilchen zusammentreffen. Aber bestimmt sinds mehr positive Teilchen..und es macht nur *pufffff*

Julie geht auch hat gesagt…

im September..

Jasna Caluk hat gesagt…

:-)))
Ja, cool!
Find ich auch ganz geil :-)!

Nur Schritte, die man geht, hinterlassen spuren.

Und umso wunderbarer, wenn der Weg sich auf das Wahr, Gute und Schöne ausrichten!

Anonym hat gesagt…

geil, geil, geil!

JANET hat gesagt…

Du kuck mal..nur mal so bytheway!
; )

Raksha Bandhan Fest
Sa, Sep 12, 2009 um 17:30 Uhr
BK Hamburg Maienweg 130
22297 Hamburg

Raksha Bandhan ist ein altindisches Fest der reinen spirituellen Liebe, bei dem Gott in Stille ein persönliches Versprechen gegeben wird. Die Zeremonie wird von Didi Sudesh, Lehrerin der deutschsprachigen Raja Yoga Schulen, geleitet.

EMPFEHLE ICH!

JANET hat gesagt…

geil, also neee!

Bedeutungen:

[1] erregt, sexuell fordernd, jemanden sexuell attraktiv findend
[2] jugendsprachlich: hervorragend, super, gut
[3] Botanik: wegen Konkurrenzdrucks von den Seiten her überschnell nach oben wachsend, ungesund üppig wuchernd, stark bewachsen
[4] bei Speisen: widerlich fett

wattn davon?

Anonym hat gesagt…

passt doch alles irgendwie auf diesen blog. (mir ist irgendwie schwül...)

lieber mal nich so viel abkeimen...

tschau!

Anonym hat gesagt…

Ich bin für den, der IM Gronbach steckt. Damit das für alle jetzt klar ist.

Nä, wie war dat noch mit jen Schreibfehlern??? Egal.
:-)))))

JANET hat gesagt…

also mit viel Phantasie ist das zum Todlachen! ohne Phantasie versteh ich ihn nicht.. erzähl ma was du dir dabei denkst IM oder IN
Schreibfehler hin oder her..

JANET hat gesagt…

und mittendrin wirds wieder nachdenklich... stupps ich mich eigentlich selber mit der Nase in die gemachte Kaka, kann jetzt jeder verstehen wie er will, Ich fahre meinen eigenen Film ab.

Anonym hat gesagt…

irgendwie n bischen pervers Dein Film, Janet, oder?