Dienstag, 22. September 2009

Freiheit als Kuss

Manche Lektionen lernt man nur, wenn sie einen direkt zwischen die Augen treffen. Und sofort töten. Wenn wahre Freiheit Dich zwischen die Augen trifft, dann tötet sie Dich so schnell, dass Du nie erfahren wirst was Freiheit bedeutet. Erst so kann sich Freiheit einstellen. Als Dein wirkliches Selbst.

Egal welche spirituellen Erfahrungen Du jemals erlebt hast, egal wie intensiv Du jemals Freiheit erfahren hast – was war immer da? Die ganze Zeit? Du! Immer ist jemand da gewesen, der diese Erfahrungen gemacht hat. Immer hat eine Person dieses oder jenes erfahren. Zum Beispiel Freiheit. Und das ist dann auch schon das Ende der Freiheit.

Denn alles was „mir“ widerfahren ist, hat mit Freiheit nichts zu tun. Denn solange noch „hier“ eine Person ist und „dort“ Freiheit, solange ist Trennung – und Freiheit ist das Ende alles Trennenden.

Wenn Freiheit Dich zwischen die Augen trifft, dann kannst Du Freiheit nicht mehr erleben – denn es ist das Ende Deiner Person. Damit enden alle Vorstellungen. Es enden Kampf, Schmerz und Leid. Es enden aber auch Hoffnung und der Glaube daran, dass Schmerz und Leid einen tiefern Sinn hätten.

Wenn Dich Freiheit zwischen die Augen trifft, wird sich die Erfahrung ausdehnen, dass nichts bleibt und es niemanden gibt der das bedauern kann. Auch nicht Du.

Alles ist Irrtum. „Man ist der Irrtum, er ist ein Teil der Wirklichkeit, und zwar der eigenen Wirklichkeit. Ein solches Erlebnis hat etwas Vernichtendes für das eigene Selbst.“ (Rudolf Steiner)

Wenn Dein Selbst vernichtet ist, dann machst Du nicht länger diese oder jene Erfahrung. Du erlebst dann nicht mehr Freiheit – nein: Freiheit stellt sich ein, wenn das individuelle und getrennte „ich“ verschwindet. Einfach so. Und das „Ich ist einfach Freiheit, die als Ich erscheint.“ (Richard Sylvester).

Dein Ich-Erleben transformiert sich zu Freiheits-Erleben.

In dieser Freiheit endet alles Suchen - Du bist angekommen und stellst fest, Du warst immer schon da - Du in allem. Alles in Dir. Alles als manifestierte Freiheit. Das Manifest wird verschwinden - Freiheit bleibt Freiheit.

Einfaches, friedvolles Sein stellt sich sein: Ein Milchkaffee ist ein Milchkaffe. Ein Frosch springt ins Wasser - plitsch platsch. Ein Kuss ist ein Kuss. Freiheit manifestiert frei.

Freiheit war immer da. Als Frosch. Als Plitsch. Als Platsch. Als Kuss. Als Du.

Warum konntest Du sie nie sehen? Weil Du selber diese Freiheit in Person warst. Freiheit ist alles. In jedem Fall. Das kannst Du nicht erleben, solange Du Dich als gesonderten, als individueller Fall erlebst.

Erst wenn Dich Freiheit zwischen die Augen trifft und sofort tötet und Du in jedem Fall aufstehst, dann stellt sich Freiheit ein. Als Dein wirkliches Selbst. Als "Ich-Bin-das-Ich-Bin." Das selbe Ich-Bin in Allem. Als Weg. Als Wahrheit.

Als Kuss. Zwischen die Augen.

Kommentare:

song snaft... hat gesagt…

hmm, ich finde das gerade irgendwie passend...
songtext von rio reiser
snaft:
Manchmal stehen alle Uhren still
auf meinen Reisen nach Neuenziel.
Dann bin ich mir wieder unbekannt,
lehn mich zurück und schau ins Land.
Und niemand hört mich, wenn ich singe.
Ich bin allein mit meiner Stimme.
Nur Fahrtwind und die Wellen lauschen,
ich fühle mich wie Meeresrauschen.
Laß mich in die Wolken fallen
und tauche in die Himmel.

Bäume und Schatten, Blätter und Licht
zählen Sonnenflecken auf meinem Gesicht
auf meinem Weg durch die langen Alleen.
Gedanken verlieren sich, Träume zergehen.
Ich schweb über'm Abgrund wie eine Brücke,
unter mir Felder wie Kuchenstücke.
Ich spiele Radio für Millionen,
zitronenfrische Illusionen.
Ich laß mich in die Wolken fallen
und tauche in die Himmel.

Da heult ein Zug auf in der Ferne,
sprüht Funken - Fünfziger-Jahre-Sterne.
Ich frag 'ne Kreuzung irgendwo
"Entschuldigung, wo ist nirgendwo?"
Zuhause, Anfang oder Ende,
fühle ich mich schwindelig und weit,
Ganz snaft schließt du mich in die Arme.
Wir küssen uns und wir sind frei.

Anak hat gesagt…

...das war von mir...
gruesse
anka

Anonym hat gesagt…

Thanks Sebastian Gronbach!

Anonym hat gesagt…

Ja, gut, ich nehme an Sie wissen, wovon Sie sprechen, Sie sind wohl dort bei der Endstation angekommen und ausgestiegen, ich nehme an, dass Sie aus Erfahrung sprechen. Sie haben Ihre Person überwunden, keine lästigen Schatten mehr zu verwandeln, durch Sie spricht nur noch pure Freiheit.

Wieso haben sie es dann nötig, in ihren Mitmenschen schattenhafte Emotionen anzusprechen? Erotik, Luxus, Kampf, Eitelkeit? Sie wollen die Menschen vielleicht da ansprechen, wo sie zugänglich sind? Sie glauben Wahrheitssucher sind so ordinär? Wollen Sie sie Schockieren? Sie bedienen sich der Mittel, die in dem Medien unablässig rauf und runter genudelt werden, und sprechen andererseits von Freiheit?

Das empfinde ich als dreckiges Hohngelächter.

Sie wollen mit Hilfe von Schatten die Menschen von Schatten befreien?

Spricht Freiheit in Ihnen Schattensprache?

Irgendwas stimmt doch hier überhaupt nicht!

MonikaMaria hat gesagt…

:-)))))))))))))

@Sebastian
Deine Arbeit hier ist Krebsprävention pur! Die Tagung über Krebs in Dornach war sehr interessant in Bezug auf mein Erleben und auch auf Deine Arbeit.

Der Vortrag über Sterbebegleitung beinhaltete zum großen Teil das, worüber Du hier schreibst. Nur, dass .... Du in JEDEM Fall aufstehst .... und Dich nicht in die Grube legst. :-)

Was mir an der Tagung sehr deutlich wurde, ist dieses verschwommene Darstellen von ich und höherem Selbst und Christus-Ich und und ....

Dadurch ist eine Orientierung schwer möglich für solche, die noch am Suchen sind.

Das Betreten des «Zwischenraumes» (worüber ich schon geschrieben habe), war ein ganz großes Thema.

Was so nicht formuliert wurde, war der Ausspruch Jesu: Keiner kommt zum Vater, es sei denn, er geht den Weg durch mich. :-)

Willkommen im Zwischenraum der Präsenz.

Vielen Dank für Deine Arbeit Sebastian.

JANET hat gesagt…

SEBASTIAN DU hast HEUTE Geburtstag? Es klang jedenfalls weit weit hinten so an.
WENN es so ist, wünsche Ich dir natürlich alles Liebe und sende dir ein Gedicht.

Wie denn das Gute, Schöne nimmer schwindet
und, immer wirkend, immer sich erhält,
sich ungesäumt zum höchsten Wahren findet,
als lebend zu Lebendigem gesellt;
und glücklich ist, wer ihnen sich verbindet,
beständig bleibt ihm die bewegte Welt . . . .
- Johann Wolfgang von Goethe -

Liebe Grüße und einen sonnigen Tag!
JANET

MonikaMaria hat gesagt…

@Janet
Genau diese Frage (ob Sebastian Geburtstag hat) hatte ich heute auch – denn: Meine Mutter hat heute auch Geburtstag und mir war da noch so eine Erinnerung..... :-)

@Sebastian
Alles, alles Liebe Dir, was «Sebastian» heißt. Was nicht Sebastian heißt – da bist Du schon ..... :-))))))

Anonym hat gesagt…

Stimmt, Sebastian Gronbach hat heute Geburtstag. Nachlesen kann man dies im Beitrag über seinen Vater.

Also dann, alles Liebe und Gute auch von mir und einen Kuss direkt zwischen die Augen...

;)

Herzlichst

Kerstin Zahariev.

Anonym hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch, lieber Sebastian Gronbach!

manroe hat gesagt…

Wenn dem so ist, lieber Sebastian, dann möchte ich mich einreihen in die Glückwünschler und Dir ein solches wünschen. Bleib weiterhin so lebendig, saug es auf und erzähle uns davon, von der anderen Seite. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Sebastian.

Manfred

Anonym hat gesagt…

Was mir an diesem ´Bloggen` sehr deutlich wurde, ist dieses verschwommene Darstellen von ich und höherem Selbst und Christus-Ich und und ....

Dadurch ist eine Orientierung schwer möglich für solche, die noch am Suchen sind.