Montag, 16. November 2009

Wenn das WIR erwacht

In den vergangenen Tagen, als Deutschland gemeinsam um den Tod von Robert Enke trauerte, habe ich intensiv dieses berührende Phänomen in mir leben lassen. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, gab es eine dermaßen große Trauerfeier. Ich erlaube mir (auch als Fußball-, und Enke-Fan) die Frage: Lag das alleine an Robert Enke? Anders gefragt: Als wir uns im FußballSommer 2006 Freudetrunken in den Armen lagen, war da Fußball die alleinige Ursache?

Und in diesem Zusammenhang: Warum sprechen wir von der neuen Volkskrankheit Depression? Rund 10 Prozent aller Männer und rund 20 Prozent aller Frauen in Deutschland leiden nach Experten-Meinungen unter Depressionen. Warum fühlen wir uns kollektiv depressiv, also im wörtlichen Sinne niedergedrückt und alleine?

Bei aller Unterschiedlichkeit ist doch eines allen diesen Phänomene gleich: Es sind kollektive Erscheinungen. Und anders als in früheren Zeiten, erscheint mir dieses Kollektiv transparenter, harmonischer und gesünder. Ein Kollektiv mit menschlichem Antlitz. Der Beginn eines neuen WIR?

Der Tod von prominenten Menschen, der Sieg einer Nationalmannschaft oder die Ernennung eines Präsidenten – das alles sind Geburtshelfer dieses neuen WIR. Noch brauchen wir den Anlass eines äusseren Ereignisses, um unsere Ich-Perspektive zugunsten einer höheren Wir-Perspektive zu transzendieren.

Durch die Augen dieses WIR, schauen wir anders auf Freude und Trauer. Es ist die Paulus-Perspektive: „So ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied leuchtet, so leuchten alle Glieder mit.“

Unsere bisherige Konditionierung lautet: „Ich bin Teil eines Wir“. Das beginnt sich gerade zu ändern. Was gerade beginnt, dass ist die „Entwicklung von einer Ich-Ich-Gesellschaft zu einer Wir-Gesellschaft.“ (Thomas Hübl).

Diese Wir-Gesellschaft schließt immer mehr Menschen ein. Wir fühlen neu, was in alten Zeiten die Paulus-Perspektive war: „Es gibt die verschiedensten Arten des Dienens, aber sie gelten alle einem und demselben Herrn. Und es gibt die verschiedensten Kräfte, aber es ist dieselbe Gottheit, die in allen diesen Kräften die eine umfassende Kraft ist.“

Immer mehr Menschen haben das Empfinden, dass sie nichts verlieren, wenn sie in Gemeinschaft aufgehen. Sie fühlen sich noch mehr dafür verantwortlich ihr Bestes zu geben – weil sie ahnen, dass sie im buchstäblichen Sinne „ein Leib und viele Glieder“ sind.

Sie blühen erst wirklich in ihrer charakteristischen Menschlichkeit auf, wenn sie sich als Organe eines einzigen und unteilbaren WIR verwirklichen können. Und „dieses Aufgehen in der Gesamtheit (ist) eine Stählung, eine Kräftigung unserer Organe. Das ist das Geheimnis des Fortschritts der zukünftigen Menschheit, aus Gemeinschaften heraus zu wirken.“ (Rudolf Steiner, 23.11.1905, Berlin).

Der Nebel beginnt sich zu lichten und im WIR erlebt man, dass dieses WIR im letzten Sinne eben keine Ansammlung von getrennten Ich-Einzelwesen ist. Im WIR gibt es ein Erwachen zum EINEN und EINZIGEN Menschen. Zu der einen INDIVIDUALITÄT.

lichT
Individualität bedeutet „Ungeteiltheit“. Jeder Mensch ist ein Aspekt dieses einen MENSCHEN. Das was wir als individuell in uns fühlen, ist gerade nicht das, was getrennt ist, nicht das, was uns unterscheidet. Das Individuelle an uns, das ist das, was uns mit ALLEM vereint.

Jeder Mensch ist, im tiefsten Sinne, diese eine und einzige Individualität. In einer bestimmten Konditionierung kann man das „den Christus“ nennen. Darum spreche ich davon, dass die Summe aller Iche EINS ist. Wir sind ein einziges Wesen.
Sonne
Unsere Individualität umfasst alle Menschen, Tiere, Pflanzen, die Erde, alle Sterne, den Kosmos. Das All. Alles geboren werden, alles Sterben, alles ereignet sich in diesem Kosmos des Ich.
WIR
Das fühlen WIR.

Es ist nur natürlich, dass sich am Beginn dieses gemeinsamen Erwachens zum EINEN Menschen viele einzelne Menschen niedergedrückt fühlen.
WIR
Denn wir beginnen zu ahnen, dass wir tatsächlich und im wahrsten Sinne des Wortes die gesamte Verantwortung für die Evolution tragen und wir ahnen auch: Diese Verantwortung ist nicht aufgeteilt auf verschiedene Schulter es ist die Schulter des einen Menschenkindes.
WIR
Wir fühlen das Christophorus-Gefühl: "Als hätte ich die Last der Welt zu tragen".
WIR
Wir sind von der Last niedergedrückt, wir sind deppressiv weil wir uns der tatsache bewusst werden, dass wir tatsächlich alleine sind.
WIR

Wir ahnen: Ich kann mich nicht vor der Last drücken. Wo ich mich auf verstecke – die Verantwortung ist einfach da, weil es niemanden gibt ausser mir.
wir

Ich – die Individualität. Das fühlen wir im neuen WIR. WIR sind EINS. Darin steckt so viel Hoffnung, dass sie Angst macht.
WIR
„Ich kann einfach nicht mehr schlafen, Herr Dr. Steiner. Jede Nacht wälze ich mich im Bett umher, nicke ein und wach schweissgebadet wieder auf und habe das panische Gefühl, dass die gesamte Verantwortung der Weltgeschichte alleine auf meinen Schultern liegt – ich fühle mich von dieser alleinigen Verantwortung völlig niedergedrückt. Haben Sie nicht einen hilfreichen Ratschlag, Herr Dr. Steiner?“
WIR

Rudolf Steiner, so will es diese Anekdote, schaute den Bekannten kurz an und sagte dann freundlich aber nachdrücklich: „Lernen sie damit zu leben, denn genau so ist es – sie alleine tragen die Last.“
WIR
Aus der selben Perspektive fragt der Lehrer für evolutionäre Spiritualität Andrew Cohen: „Was würdest du tun, wenn dir klar würde, dass alles von dir abhängt? Was würdest du tun, wenn du plötzlich begriffst, dass die Evolution der gesamten Menschheit allein auf deinen Schultern ruht? Was würdest du tun?“

Geistiges Erwachen kann einhergehen mit einem monströsen Gefühl der Einsamkeit.

Wen trifft diese traurige Einsamkeit besonders, wer lebt in dieser „dunklen Nacht der Seele“? Warum sind gerade sensible, wache, mitfühlende und starke Menschen depressiv? Warum ist erwachen oft mit dieser Qual verbunden?
WIR

„Die dunkle Nacht ist die Zeit, nachdem man das universale Sein geschmeckt hat, aber noch nicht in ihm Zuhause ist, denn man hat das Paradies gesehen...und man hat es verblassen sehen,“ so Ken Wilber.
WIR
Und weiter: „Aller Trost ist dahin, der Totenschädel wird irgendwann doch beim Festschmaus hereingrinsen, das Trivial hat seine sedierende Wirkung verloren.“
WIR
Diese Menschen ahnen, dass sie nach dem Erwachen ein heroisches und integres Leben verwirklichen müssen. In Anlehnung an eine alte Symbolsprache nennt man im anthroposophischen Kontext dieses heroische Zeitalter, das „Michaelische Zeitalter“.

Was ist das Heroische, das Michaelische? Wir erleben jenseits dieses Erwachens eine neue Freiheit – eine Freiheit ohne Option.

„Pflichten und Verantwortung“ erscheinen uns als etwas „das der Mensch auf einer Stufe des Lebens übernehmen muss“, wie Steiner sein Kapitel über den „Hüter der Schwelle“ schließt.

Dort stecken viele von uns fest – wie in einem Türrahmen. Dort gibt es kein Zurück mehr – aber noch gibt es für viele auch kein stürmisches, unzweideutiges und konstantes Vorwärts.

„Ist Robert Enke auch im Türrahmen stecken geblieben? Ich glaube er steckte zu lange drin, dass er einen Richtung wählen musste.. er wählte wahrscheinlicht den Raum der größer war.“ (Janet Netzer)
LICHT
Ich glaube, wir ehren in Robert Enke etwas, was viele in ihrer Seele spüren. Manche Menschen sagen vorwurfsvoll, Enke sei unverantwortlich gewesen, denn er habe Frau und Kind alleine gelassen und dem Zugfahrer einen unheilbaren Schmerz zugefügt.

Wie unverantwortlich handeln wir, wenn wir es uns erlauben im Türrahmen stecken zu bleiben? Wen traumatisieren wir, wenn wir uns weigern, alles dafür zu tun wirklich zu erwachen?
wir

Es liegt so viel Potential in diesem WIR. So viel Freude und ekstatisches Glück. Welche Namen tragen die Menschen, die das alles starten dürfen? Welchen Namen tragen die Menschen, die den Segen haben, dieses Projekt ins Leben zu rufen? Sie tragen Deinen Namen, meinen und unsere Namen. WIR sind ES. Es gibt keine anderen.
WIR
Wenn in vielen Jahren die erwachte Menschheit zurückblickt, dann wird sie vielleicht sagen:

„Schaut: So verwirrend, so zart und doch so machtvoll, hat das neue WIR damals begonnen. Schaut: Damals standen die Menschen in der dunklen Nacht der Seele und heute trinken wir das Licht der Sonne, welches aus unserem eigenen Herzen fließt.
WIR
Lasst uns niederknien und den Helden von damals gedenken. Es waren Seelen an der Schwelle. Sie feierten, sie starben, versagten und siegten...in der Morgenröte einer neuen Zeit. Damals begann die Mission Mensch“

Damals ist heute. Was bedeutet das für uns?

ICH BIN in Weltenweiten -
und weit ist mein eigenes Sein.
ICH BIN von der ganzen Welt frei –
weil ich die ganze Welt bin.

Kommentare:

Anak hat gesagt…

"Die haerteste Droge ist ein klarer Kopf" Frank Zappa
viele sind daran gestorben oder haben sich in den tod gestuerzt...denn diese last ist so schwer...heute koennen WIR uns die haende reichen in diesem wissen! die schwelle ueberschreiten, in dem wissen: ich bin allein und allverantwortlich und gleichzeitg: es sind noch mehr da und irgendwann irgendwo werden wir in unseren visionen zusammentreffen!
was das fuer uns, jeden einzelnen bedeutet?
das jeder mensch seine eigene, ganz tief zugrunde liegende melodie singt oder anfaengt zu singen. das jeder mensch seine ganz spezielle schoenheit in der form seiner eigenen gaben ans licht hebt: und in treue an seinem lebenswerk arbeitet. auch wenn sich dieses nicht im ganzen zeigt, sondern erst den roten faden hinterher eroeffnet. wichtig ist die treue an sich selbst!
herzlich
anka

MonikaMaria hat gesagt…

Das sich neu gebärende Wir ist durch den tiefsten Punkt des Ichs geschritten. Begonnen hat das vor 2000 Jahren.

Doch was geschieht, wenn das alte Wir-Gefühl auf das neue Wir-Gefühl trifft und noch nicht durch den tiefsten Punkt des Ichs geschritten ist?

Das ist mir die spannendste Frage für unsere Zukunft. Die Frage, was Morgenland und Abendland einander zu geben haben.

Wird die Sonne am Mittag scheinen oder um Mitternacht?

Anonym hat gesagt…

"Doch was geschieht, wenn das alte Wir-Gefühl auf das neue Wir-Gefühl trifft und noch nicht durch den tiefsten Punkt des Ichs geschritten ist?"

Oh ja! Oh ja - was für eine dunkle Vision.

Mit diesem und anderen Texten sollen die guten MorgenKräfte gestärkt werden - doch gut, dass Du diese Frage im Kleingedruckten stellst.

Danke.

Anak hat gesagt…

das wird das pers. schicksal uns zeigen und auch das weltliche! loslassen und weitermachen ist die devise!
mit dem wissen der matrix, der schwingung die uebergeht...

MonikaMaria hat gesagt…

Dunkle Visionen führen zu dunklen Formen, wo doch überall Licht drin steckt. :-)

Das Wissen der Matrix ist des Verstandes Tod.

Anak hat gesagt…

yeah...da kommen wir dem schon naeher..."Die haerteste Droge ist ein klarer Kopf" ..........................................................................................

Anak hat gesagt…

das ist wahnsinn und endet entweder in der depression oder inspiration...

MonikaMaria hat gesagt…

Letzerer gebe ich mich gerne hin, ist weniger anstrengend

JANET hat gesagt…

Was ist denn das alte Wir-Gefühl?

Ich sitze vor zwei Plakaten
eins mit einer gelben Babyflasche, Mond Saturn und Sterne drauf im Hintergrund ein Laptop

Wer denkt an die Jobs von morgen?

WER, wenn nicht WIR?

daneben ein Plakat mit einem Hochhaus, nur Fensterglas tiefblau, ein paar Lichter scheinen nur.

Wer passt auf das Arbeit menschlich bleibt?

WER, wenn nicht WIR?

Im Rücken habe ich Götz Werner

mit einem Plakat zur Woche des bedingungslosen Grundeinkommen, das was zählt: Würde und mit vielen Fragen im Hintergrund. da steht noch nichts vom WIR? Der DGB besteht 60 Jahre und spricht immer noch von WIR. Daneben ein Plakat mit Günter Wallraff in einer Bäckeruniform. Weiter unten ein gieriger Haifisch, Junge gegen Alte- Spaltung für den Profit, Solidarität für einen neuen Generationsvertarg.


mein sensibler Chef heute zu mir...

"ach mit einem Messer im Rücken geben wir uns doch nicht geschlagen.." schwups wars mir wieder besser! Warum mir es mit zwei Messern im Rücken besser gehen könnte, ich habe keine richtige Antwort eher ne latente Ahnung. Wir sind zu zweit, wenn wir das zweite Messer in den Rücken bekommen. (und Götz Werner im Rücken??)

Ein anderer im Team zu Enkes Tod
"Naja wieder ein Millionär weniger,
Der Kampf geht weiter" und ich dachte nur, jaja und im Kämmerlein mit Zinnsoldaten. . .ich war super sauer!

Ich kannte Enke vor seinem Tod überhaupt nicht..Und ich kann mir diese Wut und Trauer eigentlich nicht richtig erklären...es betrifft MICH doch eigentlich gar nicht. Aber was wäre wenn. Es ist immer ein Gefühl! Mitgefühl! Ich bin lieber im sonnigen und brennenden Mitgefühl als im dunklem Loch von Intoleranz und Egalität. Und es ist sicher, ES ist genau anders rum genauso möglich.. Wechselbäder der Gefühle...

Nene hat gesagt…

Himmel, Sebastian,
da vermischen sich total die Ebenen.
Mist, ich bin so ungern brutal, aber glaubst du im Ernst, dass die gemeinsame Trauer um einen Prominenten der Beginn oder das Abbild eines neuen "Wir" sein kann.
Oder hab ich dich falsch verstanden.
Ich gestehe an dieser Stelle ganz rabiat: "Ich habe nicht getrauert"
Wenn ich um jeden Menschen trauern würde, der seinem Leben ein Ende setzt, wäre ich mit nichts anderem beschäftigt. Um was wird da getrauert? Die Ewigkeitsessenz in jedem Menschen kann nicht sterben.
Aber die Möglichkeit, mit einem anderen Menschen im diesseitigen Teil der Matrix in Kontakt zu treten kann sterben. Das ist ein großer Schmerz für seine Familie und seine Freunde und alle, die ihm nahe standen. Diesen Schmerz nehme ich ernst. Ich weiss, dass er aus dem sterblichen Wesen im Menschen kommt, und weil ich weiss, dass dieses sterbliche Wesen fähig ist zu leiden, achte ich seinen Schmerz und alles Vergängliche in mir teilt ihn. Das hat aber nichts mit dieser kollektiven Trauer zu tun, mit diesem hype, der einfach eine weitere Inszenierung im Lichtspieltheater des Lebens ist.

Das, was ewig ist in mir, verliert nie die Verbindung zu dem, was ewig ist in allen anderen Menschen.
Bitte bleib bei der Wahrheit. Kollektive Trauer und kollektive Freude sind ein Füttern des kollektiven Egos. Schreit mich an, regt euch auf, schmeisst mich raus, aber ich muss das einfach sagen. Wo ist jetzt hier die Nachtschwester mit ihren schwarzen Löchern? Das Bild trifft es nämlich ziemlich genau. Viele schwarze Löcher zusammen sind ein Kollektiv.
Kollektive bilden sich, sie sind nicht Einheit. Einheit IST Einheit ist Urgrund, ist nicht dieseits und nicht jenseits, ist nicht ich und ist nicht du. Und Einheit ist nicht linear, sie schaut nicht zurück. Einheit schaut rundum. Wenn man überhaupt von Schauen sprechen kann. Da ist Alles, Jetzt und Ewig.
Trauer um den Verstorbenen ist die weinende Maria vor dem Grab von Jesus. Sie muss sich umwenden. Im Umwenden erkennt sie, dass das Ewige nicht stirbt.
Umwenden ist Erwachen.

Anonym hat gesagt…

Irgendwo hat ja jedes Zitat, das Gronbach verwendet seine Berechtigung in deinem originären Kontext. Doch wie er das hier zusammenwürfelt vernebelt es mehr, als dass es erhellt.

Man müsste seine Behauptungen mal Stück für Stück entfilzen. Beispielsweise kann man seinen begriff "Wir" genau unter die Lupe nehmen.

Es deuten zum Beispiel die aktuellen Nahtodforschungen keineswegs dahin, dass man nachtodlich verschmilzt in EIN-ALL-INDIVIDUUM.

Auch die aktuellen Wir-Erlebnisse die angeführt werden, sind nüchtern betrachtet überhaupt nichts neues, sondern eher Rudimente eines veralteten Bewusstseins: Wir Erlebnisse durch Krankheit und Seuchen gab es schon lange vor Mittelalter, Wir-Erlebnisse durch Sport und Krieg gab es schon lange vor Hitler.

Gronbachs Hang zum National-Heroischen-Bundewehr-Fussball-WIR entspringt vielleicht einer lange verschwiegenen Sehnsucht der Deutschen: Die Deutschen haben ja ihren Volksgeist (Ihren Kollektiv-Engel) vor über 50 Jahren vernichtet. Seit dem sind sie als Volk betrachtet - einsam und verlassen.

Damit möchte ich andeuten, dass nicht jedes WIR-Erlebnis auch von heilsamer, zukunftsweisender Qualität ist.

Diese zukünftige Art Wir-Erlebnisse finden üblicherweise von der gleichgeschalteten Presse keine Beachtung. Sie vollziehen sich in der Stille und zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass dass sie voll ichbewusst realisiert werden.

Als nächstes müsste man mal hinschauen, was Gronbach eigentlich unter Depression versteht, undso weiter.

Für mich stellt es sich so dar, als ob Gronbach hier einen Haufen von Zitaten und Begriffen hat, aber keinen Weihnachtsbaum.

Anonym hat gesagt…

;-)

Nene, die Menschen trauern nicht um das Ewige oder die Essenz. Sie trauern um das Vergängliche und das was eben nicht Essenz ist sondern unwiderbringliche Eigenart. Das ist weg, aus, vorbei. Enke ist weg. Und das ist scheisse, ist traurig, ist ein riesiger Verlust und zum weinen.

Ja, man müsste eigentlich jeden Tag bei der Tagesschau weinen und weil wir es nicht tun, bildet sich nun eine kollektive Trauerkultur heraus. Der Beginn einen gemeinsamen Lachens und Weinens.

Die Eben sind eben gerade NICHT
verwischt.

Ein Mensch ist Tod und das ist eine beschissene und traurige Nachricht - dasjenige was sich dieses Menschen bewusst wahr, das kann nicht sterben, es leuchtet und wächst nicht und ist der Zeuge von allem. Und es ist langweilig.

Und darum liebt es auch die Trauer. Weil die nicht langweilig ist.

Auch ne Nachtschwster.

Anonym hat gesagt…

@nene

du, ich glaube du hast da was übersehen. seb schreibt ja gerade, dass es NICHT um die trauer eines todes geht. sondern darum, dass traurigkeit sich nicht nur im stillen kämmerlein entfaltet, sondern auf eine (wie ich auch finde) neue, leicht, und transparente weise unter menschen. einfach so und ohne das totale drama.

ich konnte das so bei den feiern fühlen. hast du sieh verfolgt? da war was anderes als bei früheren trauerfeiern. irgendwie wusste niemand so genau warum er da ist. trauer war da. einfach so trauer und traurigkeit. so jedenfalls habe ich es erlebt und nicht als gruppen-ego, oder wi seteiner sagt als gruppenseele. ich kanns schon verstehen, was hier gemeint ist.

auch die anlehnung an die wm2006. das war auch eine anderes, leichteres wir, als das ganz alte. vielleicht gehen, liebe nene, die schritte vom ego zu wir auch in tippelschritten und auf diese hat seb hingewiesen.

danke übrigens dafür.

JANET hat gesagt…

Geht es denn nicht um das WIR was man im Herzen fühlt? Ist nicht DAS das NEUE WIR? ganz proFan man sieht nur mit dem Herzen gut..das wesentlich bleibt für die Augen unsichtbar.. wer das mal anders liest (mit dem Herzen) als immer und ewig runterleiert der kann das auch erkennen...

Sicher kann ich den ganzen Tag trauern, schliesslich schmeissen sich wissentlich 2000 Menschen im Jahr vor dem Zug und einem Zugführer passiert dieses Trauma auch noch öfters, weil es gar vielleicht gar nicht soviele Zugführer gibt wie es vor dem Zugschmeisser gibt. Alles dramatisch und doch richtig... Ich könnte den Wecker morgens auch gegen die Wand schmeissen aber er weckt mich nun mal! --jetzt gibts bestimmt wieder welche "ach ich brauch keinen Wecker ich hab eine innere Uhr ich wache morgens immer zur gleichen Zeit auf..dädädä spiritueller Hochmut...na super Ding..klingt aber auch irgendwie eingefahren.

Nene hat gesagt…

@auch ne Nachtschwester
schön und gut. Dann stell mal die Trauer der Familie des Verstorbenen neben die Trauer dieses Kollektivs.
Ich kenne die Trauer um das Vergängliche aus eigenem Erleben.
Wenn mir in diesem Erleben eine Gruppe von zwanzig Menschen auf der Straße gegenüber getreten wäre und sie hätten gesagt, dass sie mit mir trauern, hätte ich mich belogen gefühlt.
dasjenige, was sich des Verstorbenen bewusst war, das Langweilige, was soll das sein?
Das, was ewig ist an jedem Menschen stirbt nicht, es langweilt sich auch nicht. Warum sollte es, es braucht den hype nicht, es ist "Hype".

Nu mimm mal schön das Häubchen wieder ab. Ich seh deinen Schlafanzug.
;)

Anonym hat gesagt…

Liebe Nene,

erwacht zu sein, das bedeuet nicht WENIGER Trauer und Schmerz zu fühlen, sonder MEHR. Viel, viel mehr. Aber es gibt niemanden mehr den es persönlich betrifft.

Kannst Du das nachvollziehen?

Liebe Grüße
Dennis

Nene hat gesagt…

@noch mal eins von den Anonyms
ich habe die Feiern nicht verfolgt, aber die WM. Vielleicht kann ich dadurch ahnen, was du meinst. Aber das ist, als würde man die Wände des Gefängnisses neu streichen, statt sie einzureissen, oder die Tür zu öffnen. Ich bin kein herzloser Mensch, ich bin kein mitleidloser Mensch. Ich bin der Wahrheit verbunden und Wahrheit ist der Weg durch die Tür, von mir aus in Tippelschritten, sprich: einer nach dem anderen mit langen Pausen dazwischen. Die meisten Menschen sind nicht gerne alleine im Dunkeln. Darum verstehe ich auch das Kollektiv. Aber ich verwechsele es nicht mit der Einheit.

Nene hat gesagt…

@Denis
absolut ja.

Nene hat gesagt…

@Denis
Nachtrag
und es ist etwas völlig anderes als der ratlose, traurige Schauder angesichts des Todes eines Prominenten.

JANET hat gesagt…

als die Frau von "Schuppe" an Krebs litt und starb war es ähnlich wie bei Enkes Tod.. viele viele Menschen die ETWAS miteinander verbunden hat sind gekommen um gemeinsam Abschied zu nehmen und den Angehörigen Beistand zu leisten..irgendetwas will man tun für den Trauernden der den Verstorbenen am Nächsten war. Jeder ist immer wieder der Nächste vom Nächsten alles hat hat man doch zusammen erlebt, erlitten gefühlt, Freude und Trauer zusammen geteilt..bis zu diesem Ende Tod des Einen..Dieser Eine bei dem es einem besonders trifft, scheint wie ein AlphaMensch zu sein..ein Herzmensch denn wenn ein Herz ausgeht, merkt man es im eigenen Herzen. Für viele Menschen ist Tod ein Thema, das gar kein Thema ist im Alltag. Es wird gestorben und wieder abgehakt, die Trauer bleibt im Herzen, weil es wieder zur Tagesordnung gehen muss. Und weil man den anderen mit seiner Trauer nicht belasten will. Ist das nicht noch SO ganz normal mit dem Tod?

Es gibt tatsächlich Völker die jubeln, wenn jemand durch den Tod geht.. und es wird gefeiert. Nur das kann ich mir auch immer noch nicht vorstellen zu jubeln wenn jemand geht der mir an Herz gewachsen ist.

Wie gesagt Enke als Mensch und Fussballprofi kannte ich so gar nicht..das muss einfach was anderes sein. Eine andere Trauer!

Nene hat gesagt…

ach Janet,ich will, das, was du Trauer nennst nicht in Frage stellen und auch nicht das, was Sebastian das "Wir" nennt. Als ob ich diese Empfindungen nicht alle selbst schon gehabt hätte.
Du sagst den entscheidenden Satz am Schluss.
"Es muss etwas anderes sein"
Da tiefer zu sehn, das als Frage zu formulieren und dem nachspüren, was es ist, was es mit dir und deinem Leben zu tun hat, an welche unerfüllte Sehnsucht erinnern uns Tod und Trauer genauso wie Einigkeit unter Menschen.

JANET hat gesagt…

ich glaube auch das dieses Kollektive Trauern ein Aufbrechen der Herzem jedes Einzelnen ist..Jeder oder der größte Teil hat bisher seine Trauer um was man auch immer traurig war im Herzen verschlossen getragen... An solchen Tagen wie Enkes Tod darf es gezeigt werden...Man fühlt seinen eigenen Schmerz und den frischen Schmerz vom Nächsten und auch den Verlust der Freude. Bei manch einer Musik fühlt man den Schmerz genauso. Und da gibt man sich dem Gefühl sogar mitunter gerne hin. Ich würde mir wünschen, das die starken Männer wie Frauen wieder weinen können.. Wieviele Menschen hast du bereits in deinem Leben weinen gesehen? Und wie oft weint ein Mensch neben dir.. Alle weinen immer allein...oder nehmen sich ganz schnell wieder zusammen.

MonikaMaria hat gesagt…

Auf Bali wird gefeiert, wenn jemand stirbt. Die veranstalten ein richtiges Volksfest. Die Toten werden über Monate gesammelt und dann gemeinsam verbrannt. Was für ein Spektakel. Hat mich vor 25 Jahren ziemlich irritiert.

***

Ich habe mich gefragt, wie ich denn Sebastians Text gelesen habe. Und ich muss sagen, dass ich ihn mit dem Herzen gelesen hab. Ja, Janet, man sieht wahrlich nur mit den Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.

Trotz allem war mir wichtig darzustellen, was für ein Wir-Gefühl wirkt.

Das Wir-Gefühl aus der Individualität ist ein anderes, weil es aus freien Stücken handelt. Das Wir-Gefühl aus dem Kollektiven lässt sich anstecken.

Ich hechle nach Worten und bitte um Gnade.

JANET hat gesagt…

"Es muss etwas anderes sein"

Nene es ist auch nur ein Herantasten oder Heranfühlen bis zu diesem Satz.. und noch nicht mal der ist das Ende vom Lied. Ich hab doch nicht Tschakaaaa gleich DEN perfekten Satz auf den Lippen. Fakt ist das Pänomen und sich die Zeit nehmen reinzufühlen und zu kucken was löst es in mir aus. Tschakaaaa... Es muss was anders sein.. NÖ so geht das nicht, jedenfalls nicht bei mir...Mein Gefühl spricht kein Deutsch 1:1,ich übersetze nur mit den Wortschatz den ich zur Verfügung habe.

JANET hat gesagt…

Prost ich es jetzt einen Eierlikör kuchen Kollegin hat gebacken für UNS.

Anonym hat gesagt…

"Ich würde mir wünschen, das die starken Männer wie Frauen wieder weinen können.. Wieviele Menschen hast du bereits in deinem Leben weinen gesehen? Und wie oft weint ein Mensch neben dir.. Alle weinen immer allein...oder nehmen sich ganz schnell wieder zusammen."

Wunderbar. Damit fängt es an. So versteh ich auch Sebastian´s Text.

Anonym hat gesagt…

Um das Schicksal eines Selbstmörders kann man wirklich nur traurig sein, denn es erwartet ihn eine lange Zeit des Umherirrens im Nachtodlichen - er wird nicht so leicht loskommen von der Sinnlichen Welt, wie natürlich gestorbene Menschen. Die Trauer müsste eigentlich jetzt erst losgehen und noch Jahrzehnte andauern, wenn sie wirklich Mitleid wäre. So ist es vielleicht doch nur ein Kollektivgefühl, das durch Medien inszeniert wurde, um das Ego befriedigt - wie so oft.

Nene hat gesagt…

@anonym

Um das Schicksal eines Selbstmörders kann man wirklich nur traurig sein, denn es erwartet ihn eine lange Zeit des Umherirrens im Nachtodlichen - er wird nicht so leicht loskommen von der Sinnlichen Welt, wie natürlich gestorbene Menschen. Die Trauer müsste eigentlich jetzt erst losgehen und noch Jahrzehnte andauern, wenn sie wirklich Mitleid wäre.

JA!

So ist es vielleicht doch nur ein Kollektivgefühl, das durch Medien inszeniert wurde, um das Ego befriedigt - wie so oft.

JA!

in Krimis käme an dieser Stelle die Frage: Wer profitiert davon?"

Anonym hat gesagt…

Ach Gottchen, Nene. Dein JA enttäuscht mich jetzt aber. Sagt Bettina und ist froh, daß die Hölle abgeschafft ist.

Nene hat gesagt…

@Bettina
gut, dass dich mein Ja ent-täuscht.

Wer soll die Hölle abgeschafft haben?

JANET hat gesagt…

Das klingt nach Verschwörungstheorie "wer profitiert davon"

Es muss nicht gleich immer alles Massenhysterie und Medienwahn sein.. und vor allem stecken dahinter auch immer einzelne Menschen mit besonderen Leistungsdruck.. Wäre schön wenn man auseinanderhalten könnte was echt ist und was gespielt oder aufgeputscht ist. Ich empfand es vielleicht zum Teil als Medienspektakel und jede Zeitung und Programm hat wieder Sendezeit mit Einschaltquoten aber die Kameras auf einzelne Personen und Gruppen gerichtet zeigte das Bild von Betroffenheit und Tauer. . das sah für mich echt aus. Ich steh auf Echt und bilde mir ein, das zu sehen.

Im Lesekreis meinte der "Initiator" (es muss wohl immer einen Ersten geben, der die Initiative ergreift) und ich denke er ist belesener und erfahrener als ich in der Anthroposophie, das der Selbstmördern, der aus großer Verzweiflung handelte oder aus welchen Impuls auch immer, sicher geholfen werden wird.. es wird doch niemand allein gelassen. Aber so eine Selbsttötung sicher nie wieder erlebt, weil sie eben sehr schlimm durchlebt wird.

Vielleicht sollten wir einfach für ihn beten... und für alle die auf diesen Weg sind.

MonikaMaria hat gesagt…

So halte ich es auch Janet. Jeden Tag das Vater unser, da sind alle mit drin und keiner wird vergessen.

Anonym hat gesagt…

Enke für peta:

http://www.peta.de/web/robertenke.2811.html

Jeder, der sich nicht selbst schon mal umgebracht hat sollte sich auch keine meinung erlaube, denn: er hat keine ahnung wo von er spricht!

Ein sich wundernder Geist hat gesagt…

All die Zitate und Weisheitsfetzen, die hier zusammengehäuft werden, sind wie der Weihnachtsbaumschmuck ohne Weihnachtsbaum. Oder andersherum: Auch die Klassenstunden haben nun ihren Klassenclown. Wie sonst soll man das einordnen, wenn einer sich in eine "Tradition" Rudolf Steiners stellen will (völliger Nonsens) und gleich darauf schreibt: Jeder Versuch, die Flamme festzuhalten, ... muss scheitern. So geht es die ganze Zeit: überall versucht er sich anzubiedern, allen redet er nach dem Mund: vom Soldaen zum Konsumgeilen, vom Wilberrianer bis zum Anthroposophen. Wie ein Schlumpf, der alle möglichen Rollen annehmen kann. Doch wechselt er die Rollen so schnell, dass er jede Identität in Fetzen reißt und ein heilloses Begriffschaos verbreitet. Schon erstaunlich. Entweder Herr Gronbach leidet unter einer multiplen Persönlichkeitsspaltung oder unter Identitätslosigkeit, oder er tut das bewußt, wie die Politiker (die müssen dafür aber sehr viel trainieren und können das meist nicht ohne Regieanweisung). Lustig ist das auf jeden fall - Spass muss sein.


Oder haben WIR ihn in diese Rolle gedrängt? Sind WIR nicht auch für ihn verantwortlich? Vielleicht will er nur ein wenig lieb gehabt werden von uns? Von mir?

Anonym hat gesagt…

Wir sollten das "Schmuddelkind", was a u c h in uns ist, annehmen, gernhaben und uns seiner annehmen.

MonikaMaria hat gesagt…

Ich werde mir immer meine eigene Meinung erlauben! Was ich mir nicht erlaube ist ein Urteil zu fällen, wo es über meine Individualitat hinausgeht.

Die verschiedenen Meinungen zusammenzutragen und sie nebeneinander zu stellen und daraus das Beste für die Gemeinschaft zu schöpfen, darin liegt Zukunft.

Anonym hat gesagt…

Es ist der Befehl des Universums an Dich und der lautet: Entertain Me!

Nene hat gesagt…

@ein sich wundernder Geist

das ist etwas, was ich nicht verstehe. Wieso muss es hier immer um die Person Sebastian Gronbach gehen? Ich mein, klar der hat das hier angeleiert, aber ich verstehe es als eine Plattform für den Austausch. Das tolle am Austausch ist, dass man die Möglichkeit hat, seine eigenen Ideen, Gedanken und Impulse auszuloten und in den gemeinsamen Raum zu stellen, wo sie eine Synthese bilden mit anderen, oder auch nicht. In jedem Fall verschafft mir diese Arbeit oft mehr Klarheit, die in mir selbst entsteht durch das Zusammenwirken mit den anderen. Ich stelle auch manche Gedankengänge von Sebastian in Frage, so wie ein anderer wieder meine in Frage stellt und so weiter. Aber wohin soll diese ewige "Gronbach ist doof Mühle" denn hinführen? Um das zu sagen wäre doch ne persönliche Mail viel angemessener. Oder sucht hier einer das kollektive "Gronbach ist doof Erleben"? Wenn ja, wofür?


@Universum
we love to entertain you
;)

Unbenannt hat gesagt…

@ Anonym:
geht es Dir nicht auch so ein wenig? Wie Herrn Gronach? Stell Dir doch mal vor: Er schaut in die Welt. Er sieht: Fette Autos, Geile Frauen, Anthroposophen, Postmodernisten, integrale Kongresse, meditierende Teenager, Beerdigungen im Fernsehen, kämpfende Sölnder, verreckende Kinder und all das, was es auf der Welt gibt. Er sieht das, weil es zu ihm gehört. Alles was er erkennt, liebt er, weil es zu ihm selbst gehört. Diese ganzen Facetten in der Welt sind er selbst. Sie stehen in Resonanz zu ihm. Sie sind das Mysteriöse WIR seiner facettierten Individualität. Wie ein Diamant, der mit 365 Facetten geschliffen ist. Und weil er sie alle liebt funkeln sie im Licht der Liebe. Der Weihnachtsbaum für die glitzernden Schmuckstücke ist die Liebe. So einfach ist das.

Die einzige Frage, die mich dabei noch beschäftigt: Wenn der Rohedelstein anders geschliffen worden wäre - mit anderen Facetten - was dann? Und wer ist der Edelsteinschleifer?

Anonym hat gesagt…

@Unbenannter
Vielleicht solltest du diese Frage an den Anfang stellen, dann kannst die Einleitung getrost weglassen.

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Gronbach, ich kann verstehen, wenn man ihnen in dieser Sache inhaltlich nicht folgen mag. Doch ich denke, daß liegt vor allem daran, wie hoch man den Ego-Anteil an dieser Geschichte einschätzt und dann VOR ALLEM, was man daraus macht.
Mein Eindruck ist diesser: Sie sind ein Mensch, der selbst den kleinsten Lichtschimmer zu Anlass nimmt, auf diesen Schimmer zu Deuten. Selbst nach einen Strohhalm des Guten, Wahren und Schönen greifen Sie. Selbst wenn nur ein Goldkorn in einem Misthaufen ist, stellen Sie sich schützend vor den Misthahaufen. Wissen Sie was? Dafür habe ich Sie wirklich lieb und dafür gehören Sie geehrt. Denn (wenn ich es richtig sehe) machen Sie das bereits seit JAHREN. Diese Kraft, immer, immer, immer wieder auf das LICHT hinzuweisen und immer wieder das Positive zu sehen ist fast ein kleines Wunder. Ich finde, Sie, sehr geehrter Herr Gronbach, sind im Besten Sinne dieses Wortes ein HELLseher. Meinen Gruß an Sie und alle Freunde des Lichts. Und sei es noch so klein. Es ist ein Licht.
Holger Schäfer, Aachen

manroe hat gesagt…

Wenn ein Wesen aus der Masse erwacht und sich als eigenständig erlebt, entsteht der Begriff der Individualität.

Nachdem er von dieser Erkenntnis erfasst wurde, hat er immer feinziselierter seine Eigenarten und Fähigkeiten durch Übung und Ausbildung ins innere Licht gestellt, ähnlich wie alle anderen auch.

Man kam immer interessierter zusammen mit den Fragen im Herzen, wo steht der andere, wo schaut er hin, welche Ziele hat er ... Und erlebte immer mehr, ja, das kenne ich auch, von ganz genau so bis prinzipiell. Und die Unterschiede von prinzipiell zu prinzipiell haben wir dann subjektiv genannt, obgleich man schon so einen objektiven Anteil darin erblicken konnte.

Es gab einige, die dachten nach über den Begriff "subjektiv" und bemerkten, dass er eigentlich nicht stimmt, er war eine Synthese aus subjektiv und objektiv, bei genauerer Betrachtung musste man sich eingestehen doch besser sobjektiv zu sagen.

Was bedeutet das, sobjektiv?? Der Eine ist für den Anderen subjektiv, ein objektives Subjekt... Und man selbst, betrachtet man die anderen, muss dem zustimmen, obgleich man sich selbst doch schon eher als subjektives Objekt erlebt, der andere wiederum nicht und ich mache es ebenso mit den anderen.

Das bekannte Bild ",,,wir sitzen alle im gleichen Boot" bekommt eine intensive Bedeutung von unausweichlichem und befreiendem -- ja, wie wollen wir es nennen? WIR??

Es beginnt zumindest etwas "zusammen zu wachsen", das, obgleich es getrennt sich darlebt und auch so erscheint, doch irgendwie zusammengehört. Wie nennen wir es?? WIR?? Wie könnte, ja wie sollte man das, was uns verbindet, was uns allen gleich, obgleich "verschieden" erscheint, nennen??

Ist es so, dass wir alle gleich sind, oder ist es so, dass wir eigentlich, prinzipiell am Gleichen schaffen? Dieses uns verbindende Gleiche scheint von seiner "Substanz" her insofern gleich zu sein, als sie uns ermöglicht, das was uns unzweifelhaft zusammenhält und zusammenbringt, zu ermöglichen. Und dass man es nur schafft, wenn wir zusammen schaffen, uns verbinden, uns in unserer Unterschiedlichkeit verbinden, im Paradoxon lebendig werden, staunen darüber, dass das geht.

Und wenn wir dann in diesem Sinne staunen, dann geht etwas auf, man vermag in ein anderes "Land" zu schauen und sieht sich darin um und erblickt auch andere mit staunendem Blick, wir schauen uns an und erkennen uns wieder?

WIR erkennen uns hoffentlich ---

manroe hat gesagt…

@Nene

"...das ist etwas, was ich nicht verstehe. Wieso muss es hier immer um die Person Sebastian Gronbach gehen?"

Vielleicht, weil man schon etwas aufgegeben hat, bevor man es kannte? Ein Jammer dies.

Ich finde, es gibt ein echtes WIR und ein falsches wir. Das falsche ergibt sich aus meinem ersten Satz, das richtige durch Anerkennung dessen, dass ein jeder auf seinem Gebiete schafft und die Früchte an andere verschenkt.

Thomas hat gesagt…

@ Manfred (und andere)

"WIR erkennen uns hoffentlich ---"

Ich denke, dass wir uns erkennen.

Aber ICH erkenne MICH nicht als WIR und Sie erkennen sich ja auch nicht als WIR.


Was nützt dieses Erkennen auch, wenn sich alle Menschen als die EINE INDIVIDUALITÄT erleben. Wenn es individuelle Menschen, menschliche Individualitäten überhaupt nicht gibt. Wenn sich alles in diesem EINEN auflöst.

"Im WIR gibt es ein Erwachen zum EINEN und EINZIGEN Menschen. Zu der einen INDIVIDUALITÄT."
Schreibt Herr Gronbach hier.

INDIVIDUALITÄT = WIR

IN dem WIR, wie es von Herrn Gronbach verstanden wird, gibt es KEINEN individuellen Menschen!

Und er hat sich anscheinend wirklich schon als individueller Mensch verabschiedet.

Thomas hat gesagt…

@ Manfred

"wir sitzen alle im gleichen Boot"


Bei Sebastian Gronbach sitzen zwar verschiedene Körper im Boot, aber diese vielen Körper SIND WIR, sind die EINE INDIVIDUALITÄT.

Das ist so. Sehen Sie das nicht auch so?

ICH-WIR!? hat gesagt…

"Der Nebel beginnt sich zu lichten und im WIR erlebt man, dass dieses WIR im letzten Sinne eben keine Ansammlung von getrennten Ich-Einzelwesen ist.

Im WIR gibt es ein Erwachen zum EINEN und EINZIGEN Menschen. Zu der einen INDIVIDUALITÄT.

Individualität bedeutet „Ungeteiltheit“. Jeder Mensch ist ein Aspekt dieses einen MENSCHEN.

Das was wir als individuell in uns fühlen, ist gerade nicht das, was getrennt ist, nicht das, was uns unterscheidet.


Das Individuelle an uns, das ist das, was uns mit ALLEM vereint.

Jeder Mensch ist, im tiefsten Sinne, diese eine und einzige Individualität.

In einer bestimmten

Konditionierung

kann man das „den Christus“ nennen. Darum spreche ich davon, dass die Summe aller Iche EINS ist. Wir sind ein einziges Wesen.


Unsere Individualität umfasst alle Menschen, Tiere, Pflanzen, die Erde, alle Sterne, den Kosmos. Das All. Alles geboren werden, alles Sterben, alles ereignet sich in diesem Kosmos des Ich.

Das fühlen WIR."

So steht es da.

manroe hat gesagt…

Tja Thomas, ich sehe es so, auch innerlich, weil einzig sinnvoll (meine An-Sicht) dass es eine individuelle Individualität geben muss, andernfalls macht auch der Begriff WIR keinen Sinn. Ich sehe das, mit dem AllEins so, daß es die verbindende "Substanz" darstellt durch die es entsteht, entstehen kann, was wir hier schaffen und daß wir aus ihr heraus schaffen. Und das Ziel, der Mensch -- und dann, dann wirds schwierig es zu benennen, weil dann, für mein Erleben, diese unsere Begriffe zusammenfliessen und dennoch unterscheidbar sein werden, weil wir dran teilhatten, so ähnlich.

Nene hat gesagt…

@Thomas und Manfred
hey, kann es sein, das "wir" gerade in einem Boot sitzen?
;)


"IN dem WIR, wie es von Herrn Gronbach verstanden wird, gibt es KEINEN individuellen Menschen!

Und er hat sich anscheinend wirklich schon als individueller Mensch verabschiedet."

Thomas so kommt es bei mir nie an.
Ich verstehe aber, dass es bei dir so ankommt. Das ist so eine Sache von Schwingungsverwirrung. Irgendwie bringt aber gerade dieses in Frage stellen und nach haken mich z.B. dazu noch einmal genau in die Tiefe zu gehen (meine eigene) und das ist ein gutes Graben.


@Manfred
nu sagste lauter Sachen, zu denen ich nicken muss
du willst dir bestimmt Altarplätze mit Kerzchen und frischen Blümchen sichern.
von Herzen
Nene

Anonym hat gesagt…

Man könnte es ja eigentlich auch al Darallelwelt verstehen. So dass es sich nicht ausschließt Überindividuell und zugleich individuell zu sein - als Umstülpung etwa. Das fänd ich eine interessante Perspektive. Diese finde ich auch bei Steiner häufig als Meditationsinhalt. Doch Gronbach meint dummerweise, dass ein erwachter seine "niedere individualität" auflösen muss. Er mag Dualität oder Parallelität gar nicht. Er will gleich ganz in den Weltenurgrund zurück....

Nachtschicht-Käptn hat gesagt…

Halo Nene:

Wieso muss es hier immer um die Person Sebastian Gronbach gehen?

Darauf gibt es mindestens zwei Antworten:

a) S.G. hat sein NICHTS schon so weit realisiert, dass alles, was wir hier kommentieren, nur noch eine Selbstreflektion ist. Er ist völlig zum Spiegel geworden und wir können Spiegelkabinett spielen. Das juckt ihn weiter nicht. Das was gespiegelt wird ist WIR, NICHT Er.

b) S.G. ist (vielleicht ohne dass er es merkt), auf einem superkrassen Egotrip und liebt es, wenn man sich über ihn den Kopf zerbricht. Er stiftet mit seinen Artikeln so viel Verwirrung, dass man automatisch nicht mehr über ein Thema reden kann, sondern nur noch über ihn selbst.

c) Beide Antworten sind richtig: (WIR leben alle mit S.G. zusammen im EGO-Submarine)...

Anonym hat gesagt…

Ich erlebe in diesen Worten viele Energien gebunden.

manroe hat gesagt…

"Ich erlebe in diesen Worten viele Energien gebunden."

Gebunden oder geformt?

Eine Form allerdings wird benötigt, ansonsten verpufft Energie ins Nichts. Man nehme z.B. einen Motor und verbrenne die gleiche Menge Energie einmal ohne Motor und einmal in einem solchen. Der Unterschied ist enorm.

Nene hat gesagt…

Hör mal Nachtschichtkapitän,
einen Spiegel beschimpfen kann aber ziemlich öde sein. Und über den Erleuchtungs oder Nichterleuchtungs Stand eines anderen zu spekulieren ist echte Energieverschwendung, wo das olle U-boot eh schon fast absäuft.
Dann wünsch ich allen Spiegelfechtern Glück im Unglück.
:o))

Enke und WIR hat gesagt…

Schaut mal die Bilder an (Enke und WIR). Mit Eurem Herz und fragt euch, was ich mich nun frage: Lag Sebastian Gronbach vielleicht doch ganz recht mit seiner Vermutung, seinem Ansatz, seiner Frage. In mir steigt ein JA auf. Wenn wir nichtmal um einen Fussballer trauern können, wie sollen wir dann mit der ganzen Welt fühlen?

Bitte mal aufwachen hat gesagt…

Wer nicht begreift, daß dieses Ich ein zweischneidiges Schwert ist, der wird kaum den ganzen Sinn der Menschheits- und Weltenentwickelung verstehen. Auf der einen Seite ist dieses Ich die Ursache dessen, daß die Menschen in sich selbst sich verhärten, daß sie alles, was ihnen zur Verfügung stehen kann an äußeren Dingen und inneren Gütern, in den Dienst dieses ihres Ichs einbeziehen wollen. Es ist dieses Ich die Ursache, daß sich alle Wünsche des Menschen darauf richten, dieses Ich als solches zu befriedigen. Wie dieses Ich danach strebt, einen Teil des gemeinsamen Erdenbesitzes an sich heranzubringen als sein Eigentum, wie dieses Ich danach strebt, aus seinem Gebiete alle anderen Iche hinwegzutreiben, sie zu bekriegen, zu bekämpfen: das ist die eine Seite des Ichs. Aber auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, daß dieses Ich zugleich dasjenige ist, was dem Menschen seine Selbständigkeit, seine innere Freiheit gibt, was den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes erhöht. In diesem Ich ist seine Würde begründet. Es ist die Anlage zum Göttlichen im Menschen.

Dieser Ich-Begriff macht vielen Menschen Schwierigkeit. Es ist uns ja klar geworden, daß sich das Ich des Menschen herausentwickelt hat aus einer Gruppenseelenhaftigkeit, aus einer Art umfassenden All-Ichs, aus dem es sich herausdifferenziert hat. Unrichtig wäre es, wenn der Mensch wieder das Verlangen haben würde, mit seinem Ich unterzugehen in irgendein Allbewußtsein, in irgendein Gesamtbewußtsein. Alles, was den Menschen streben läßt, sein Ich zu verlieren, mit ihm aufzugehen in ein Allbewußtsein, ist ein Erzeugnis der Schwäche. Nur der allein versteht das Ich, der da weiß, daß, nachdem er sich dieses Ich errungen hat im Laufe der kosmischen Entwickelung, es nunmehr unverlierbar ist, und der Mensch muß vor allen Dingen nach der starken Kraft streben, wenn er die Weltenmission versteht, dieses Ich immer innerlicher, immer göttlicher zu machen. Die wahren Anthroposophen haben nichts von jener Phrase in sich, die da immer wieder betont das Aufgehen des Ichs in einem All-Ich, das Zusammenschmelzen in irgendeinen Urbrei. Die wahre anthroposophische Weltanschauung kann nur als Endziel die Gemeinschaft der selbständig und frei gewordenen Iche, der individuell gewordenen Iche hinstellen. Das ist ja gerade die Erdenmission, die sich durch die Liebe ausdrückt, daß das Ich dem Ich frei gegenüberstehen lernt. Keine Liebe ist vollkommen, die hervorgeht aus Zwang, aus dem Zusammengekettetsein. Einzig und allein dann, wenn jedes Ich so frei und selbständig ist, daß es auch nicht lieben kann, ist seine Liebe eine völlig freie Gabe. Das ist sozusagen der göttliche Weltenplan, dieses Ich so selbständig zu machen, daß es aus Freiheit selbst, dem Gott die Liebe als ein individuelles Wesen entgegenbringen kann. Es würde heißen, die Menschen an Fäden der Abhängigkeit führen, wenn sie irgendwie zur Liebe, wenn auch nur im entferntesten, gezwungen werden könnten.

Lieber Herr Gronbach, wenn Sie von Ihren Ansichten überzeugt sind, dann sehen Sie bitte ein, dass diese der Anthroposophie zutiefst widersprechen und ziehen Sie endlich Konsequenzen!