Ich bin total gespannt auf dieses Wochenende. Wir werden in Bremen sein - andere in Berlin. Ehrlich: Ich bin restlos gespannt darauf, die Chance zu haben, mit Ken Wilber im Livetelefonat zu sein. Wow! Donnerstag, 30. April 2009
Auf zur nächsten Meisterschaft
Ich bin total gespannt auf dieses Wochenende. Wir werden in Bremen sein - andere in Berlin. Ehrlich: Ich bin restlos gespannt darauf, die Chance zu haben, mit Ken Wilber im Livetelefonat zu sein. Wow! Master and Servant

Wenn ich einen Wunsch äussern dürfte...Be nice, please. Niemand gewinnt hier, wenn der andere verliert. Niemand wird kleiner der dient und niemand wird größer dem gedient wird - das Gegenteil ist der Fall. Meister und Lehrer sind wie Schmerzen. Sie sind so lange notwendig, bis man bemerkt, dass sie niemals notwendig waren. Schmerzen sind die unbewussten Lehrmeister - manchmal lösen sie sich auf, wenn man sich bewusst einen Lehrmeister auswählt.
Mittwoch, 29. April 2009
Goldmine Nichts
Unter der Überschrift "Emanzipation von meinem anthroposophischen Dogma" beschreibt der Autor Christian Grauer sein ganz persönliches Verhältnis zur Anthroposophie und wie es sich gewandelt hat.
In ehrlichen Worten erzählt er, wie es passieren konnte, dass eine spirituelle Befreiungsbewegung zu seinem Gefängnis wurde: "Ich war geradezu gefangen in dieser Anthroposophie, die für jede Frage eine passable Antwort bereit hielt - und sei es nur als Stichwort in einer Bibliographie, das verbürgte, dass Steiner irgendwo auch zu dieser Frage etwas gesagt haben würde. Ich hatte das Gefühl von Leere und Einsamkeit, weil mir für mein Studium etwas fehlte: Neugier, die Möglichkeit, etwas zu entdecken, eine neue Erfahrungsschicht der Welt und des Lebens freizulegen. Denn ich hatte in der Anthroposophie vermeintlich schon den letzten, höchsten und universellsten Schlüssel zur Wahrheit gefunden."
Im weiteren Verlauf schildert der Stuttgarter Philosoph, wie er dieses Gefängnis zerschlug und sich selbst befreite - dies führte dann keinesfalls zur Ablehnung der Anthroposophie und schon gar nicht zu einer Abwehr gegen Steiner... Im Gegenteil:
"Nachdem ich so für mich die Anthroposophie zerschlagen hatte, konnte ich endlich - was für eine Befreiung! - andere Autoren mit der Unbefangenheit der echten Neugier lesen. Ich konnte aber plötzlich auch Steiner mit dieser Unbefangenheit lesen und feststellen, dass die Fragestellungen der Anthroposophie durchaus universell sind, dass Steiners Antworten nicht die einzigen aber auch nicht die schlechtesten sind, dass sie aber noch keineswegs den Horizont des Fragbaren markierten.
Ich sah andere Autoren plötzlich nicht mehr durch die anthroposophische Brille, sondern sah ihr eigenes Anliegen, ihre spezifische Weise, mit dem großen Rätsel Welt umzugehen, so wie ich auch in Steiner plötzlich nicht mehr den unhinterfragten Automaten für übersubjektive Welterklärungen sah, sondern einen ebenso Suchenden und Rätselnden, der auf eine große Goldmine gestoßen ist."
Ich selber konnte in Christian Grauers Artikel meinen eigenen Lebensweg wiedererkennen.
Die Gefangenschaft, die Befreiung und die Goldmine.
Vielleicht findest Du auch etwas von Dir darin – woher Du auch kommst. Was immer Deine spirituelle Herkunft ist, oder Deine Vorstellungen und somit Verstellungen von Spiritualität sind. Vom Leben überhaupt. Und vielleicht bleibt am Ende auch bei Dir NICHTS übrig - "und in diesem Nichts ist alles aufgehoben und kann von mir konstruktiv gefasst werden", so Grauer.
Und dann treffen wir uns vielleicht in der Goldmine wieder. Seite an Seite mit allen anderen Goldsuchern. In zerlöcherten Hosen, mit leeren Eimern und nichts in den Händen stehen wir da.
Geistig Arme. Verlorene Nullen.
Und - schöne Ironie der Geschichte - dann wird vielleicht einer dieser Goldsucher einen Satz vor sich hin murmeln, der uns aus unserer exzessiven Steinerlektüre bekannt vorkommt: "Der Mensch muss finden seine volle Freiheit aus der Nullität heraus. Und das neue Anschauen muss sich gebären aus dieser Nullität Der Mensch muss seine ganze Kraft aus dem Nichts heraus finden."
Treffen wir uns? In der Goldmine des Nichts...?
Oder treffen wir uns auch im Sand der Wüste, wo Jelle van der Meulen sein GOLD leuchten sah? "An den Grenzen meines Vorstellungsvermögens erscheint eine undeutliche Stimmung, die in dem Moment, als ich dies schreibe, plötzlich einen Namen erhält: Gold...Diese kreative Philosophie wird nicht in Büchern geschrieben, sondern in den trockenen Sand der Küstenwüste." (JvdM: Herzwerk)
Christian Grauer: "Spirituelle Aufklärung - Emanzipation von meinem anthroposophischen Dogma":
Montag, 27. April 2009
Balance ist explosiv

Gott hat noch was vor und das wird exakt das sein, was WIR uns vornehmen.
Mr. Andrew Cohen, darf ich bitten? „Ok, – take that: „Evolution ist, was du tust.“. Und jetzt der Dr. aus Dornach: „Nicht das Schicksal handelt – wir handeln“. Danke, meine Herren.
Sonntag, 26. April 2009
Think global - act spiritual
Meditation ist ein wirksamer Weg der Transformation. Von innen nach aussen. Wir kennen alle den Satz „Think global – act local“ – Wir spirituellen Aktivisten gehen noch einen Schritt weiter und zwar in das Zentrum aller Transformationen – in das innere des Menschen. Da wo das Herz schlägt.
Darum heisst unser Leitsatz:
„Think global – act spiritual“.
Spirituelles Handeln beginnt sehr einfach: Mit dem stillen Blick nach innen. Reine Aufmerksamkeit. Waches Bewusstsein. Mund zu. Augen zu. Herz auf.
Wenn Du in der lauten Öffentlichkeit stehst und einfach die Augen schließt und still wirst, dann öffnet sich eine neue Welt. Öffentliche Stille und öffentliche Meditation: Eines der letzten Abenteuer unserer Zeit.
Komm mit ins Abenteuerland: Am 1. Mai - in Berlin oder Bremen.
Übrigens: Meditation ist nicht nur was in den eigenen vier Wänden, sondern selbstverständlich auch eine Praxis für die Gemeinschaft – auch als geführte Meditation. Auch öffentlich. Das beweisen die großen und kleinen spirituellen Welttraditionen – so auch meine eigene. Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, hat selbst öffentliche Massenmediationen abgehalten, wenn er zum Beispiel die so genannte Grundsteinmeditation in einer vollen Halle praktizierte. Mehr dazu bei ÖKOMED.
Als Anthroposoph bin ich keiner Religion oder bestimmten geistigen Richtung verpflichtet – im Gegenteil. Ich bin nur einem verpflichtet und dieses EINE hat keinen Namen und gleichzeitig so viele Namen wie es Religionen, ja so viele Namen wie es Menschen gibt - multipliziert mit undendlich. Minus NULL.
Freitag, 24. April 2009
Segen

Ich würde Dir gerne ein Geschenk geben, was Dir auf dem Weg zu einem erwachten Leben weiterhilft. Aber ich besitze nichts. Und so wünsche ich Dir nur eines: Dass Du ebenfalls nichts besitzt. Auch nicht das, was manche so gewöhnlich als Dein "Ich" bezeichnen. Das was dann übrigbleibt, das ist Freiheit.
"Freiheit ist, was übrigbleibt, wenn das Ich verschwindet.
Innerlich ist Dir das schon längst klar." (Richard Sylvester)
Zur Freiheit zu Erwachen, das ist sowohl wunderbar, als auch völlig gewöhnlich. Es ist alles wie immer - nur ohne den Wahn des Suchens.
Donnerstag, 23. April 2009
Schockwellen

Ein bisschen schäme ich mich für die folgenden Sätze. Sie klingen wie von einem Politiker, dem man ein Mikrofon unter die Nase hält – ich sag sie trotzdem: Ich bin tief betroffen von der Krebserkrankung Christoph Schlingensiefs. Ich bin tief getroffen davon, wie Schlingensief damit umgeht und ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll. Wie geht Christopf Schlingensief damit um? Er nimmt den Krebs persönlich.
Und er bleibt nicht dabei stehen, er lebt diese Krankheit öffentlich – so wie neulich das junge Mädchen in England, die bis zu ihrem Tod diese letzten Momente öffentlich inszenierte. Auch ein wenig wie damals Papst Johannes Paul II – er brachte den Tod ins Leben. Die bisher größte Leistung eines Papstes, die sonst immer das Leben in den Tod bringen wollen. Das LEBEN inszenierte den Tod.
Sofort merke ich, wie mich die Ideologien der guten Erziehung packt und mich fragt, ob dieses „sich zur Schau stellen“, nicht widerwärtig sei oder zumindest moralisch fragwürdig.
Das öffentliche Leben von zutiefst persönlichen Fragen, Schmerzen und Leidenschaften hebt diese Fragen ins öffentliche Bewusstsein. Das ist ein Fakt. Ist es schlecht, wenn etwas im öffentlichen Bewusstsein ist? Gibt es Dinge, die wir lieber nicht im Bewusstsein haben sollten? Und ist die mediale Präsenz nicht eine legitime Form von gesellschaftlichem Bewusstsein?
Ich denke, der tiefere Grund, warum viele Menschen – mich eingeschlossen – öffentlich leben, ist der, dass wir das Gefühl haben, dass wir unsere existenziellen Geheimnisse nicht mehr alleine lösen können, sondern in die Welt tragen müssen, wo sie als ein Menschheitsereignis von allen Menschen gelöst werden. In einem Akt der Nächstenlieb. Und der Selbstliebe. Und der Gottesliebe. Spürst Du, wie dies in EINS zusammenfällt und gleichzeitig das unbedingte Engagement des Einzelnen verlangt?
Ist das nicht die Aufgabe des Individuums, so fragen manche, seine persönlichen Angelegenheiten selber zu regeln, anstatt sie an die Welt weiter zu reichen? Rudolf Steiner lehrte, was viele lehren: „Suchst du dich selbst, so suche draußen in der Welt. Suchst du die Welt, so suche in dir selbst.“ Und so haben wir modernen spirituellen Menschen aufgehört, diese strikte Trennung zwischen innen und Aussen, zwischen Ich und Welt zu vollziehen. „Nichts ist innen, nichts ist aussen, denn was drinnen ist ist draussen“, so beschrieb Goethe die Grenzenlosigkeit des Seins.
Ich muss einen Beitrag zur Lösung meiner persönlichen Probleme leisten – aber weder das Problem, noch die Lösung gehören mir. Ich habe tatsächlich Weltschmerzen - löse ich sie, sö erlöse ich die Welt. Darum ist es enorm wichtig sie zu lösen. Löse Du Deine Proble für die ganze Welt. Du bist der Erlöser - es kommt kein anderer. Und genau genommen, war auch nie ein anderer da.
Deine Sorgen sind ein Menschheitsereignis - das macht sie gleichzeitig größer und kleiner. Das Universum hat eine universelle Frage und diese Frage erscheint als mein persönliches Problem. Löse ich mein Problem, so beantworte ich damit die Frage des Universums. Die heftige Betroffenheit, mit denen unsere persönliche Probleme in uns erscheinen, sind ein Hinweis auf den Absender der Frage: Das Universum.
Schlingensief ist nicht nur „betroffen“ von seiner Krankheit. Er ist „schockiert“ und diesen Schock gibt er an uns weiter, mit dem Satz von Joseph Beuys: „Zeige Deine Wunde“. Denn ohne unsere Wunde – wo wäre unsere Kraft? Die Schockwellen die von Schlingensief ausgehen, krachen gehen meine Tür und sie verlangen von mir, dass ich die Türe öffne – oder soll ich mich lieber verschließen? Was würdest Du tun?
Ich kann damit nur so angemessen oder unangemessen umgehen, wie ich damit umgehe und dies ist was ich tue. Nicht mehr und nicht weniger. So kläglich, wie heilig. Wie kann man autonom bleiben, wenn einen der Schock umbläst? Wie kann man im Schock überleben?
Der Schock, so würden es Anthroposophen sagen, reisst den Ätherleib und den physischen Leib für einen Moment blitzartig auseinander. Nicht nur unsere gesamte Vitalität und frischen Lebenskräfte, sondern auch die Erinnerungen an alle Lebensmomente sind mit einem Augenblick aus uns rausgerissen. Denn diese Erinnerungen sind ebenfalls in diesem „Ätherleib“, in diesem „Lebensleib“ einprogrammiert. Wir stehen dann wie ein Fremder vor unserer eigenen vitalen Lebenskraft und wir stehen wie ein Fremder vor unserem eigenen Lebensplan. Vor dem Vergangenen und vor dem Zukünftigen. Alles bricht weg.
Im Schock erleben wir unser Leben als irreal. Wir sagen dann: „Ich fasse das nicht – das kann nicht sein – das ist nicht wahr.“ Wir sind uns selber ein Fremder – und gleichzeitig sind wir es selber, der sich fremd ist.
In diesem Schock lassen wir auch Dinge von fremden Menschen an uns zu, die wir sonst nie zulassen würden. Wir scheinen unsere Autonomie zu verlieren. Stehen neben uns. Und jetzt kommt Christoph Schlingensief und sagt diese drei Wort:
Das ist ein magischer Satz. Denn plötzlich bin ich nicht nur dieser Mensch im Schock, ich bin nicht mehr nur dieser Mensch, aus dem das Leben rausgerissen wird. Ich bin nicht nur schockiert – ich bin derjenige, der sich seines Schockes bewusst ist.
Ich bin nicht meine Wunde. Ich zeige meine Wunde. Sie gehört zu mir – sie macht mich ganz, aber sie ist nicht alles. Ich bin der Zweifel und ICH BIN der Trost. Und alles, alles ist in MIR. Ich bin Betroffener und gleichzeitig Zeuge des Schocks und erlebe die Macht, die von diesen Worten ausgeht: Ich bin krank und:
Ich - Bin - Autonom.
Was ist Autonomie? Autonomie ist ein griechisches Wort und es bedeutet das, was Christoph Schlingensief meint: „Sich selbst Gesetze gebend“.
Gestern habe ich mich diesen Schockwellen ausgesetzt, die von Schlingensief ausgingen – ich habe mich der Lähmung hingegeben. Furchtbare Ängste stiegen in mir auf. Ich stand in einer Kirche der Angst.
Kirche heisst "dem Herrn gehörig."
Ängste steigen in Sebastian auf. Sie schockieren Sebastian. Der Schock ist ein Ereignis, wie die Geburt von Sebastian ein Ereignis ist. Und sein Lachen und sein Leben und sein Sterben. Sebastian muss sich allem stellen – er kommt nicht an seinem Leben vorbei, auch nicht an seinem Sterben. Sebastian ist in diesen Gesetzen.
Etwas ist nicht gesetzt. Etwas ist Autonom. Etwas ist Gesetzgeber. Meine Autonomie - ich kann sie immer fühlen. Sie hat mich nie verlassen, denn sie ist ICH. ICH BIN bei Sebastian. Bis ans Ende seiner gesetzten Tage. ICH war, bevor er gesetzt wurde. ICH werde sein, wenn er nicht ist. Meine Ängste gehören dem Herrn, der ICH BIN.
"ICH BIN nicht gekommen, um Gesetze aufzuheben, sondern um zu erfüllen" (Math. 5.17)
Wie kannst Du autonom im Schock sein? Wie kannst Du Deine Gesetze erfüllen, anstatt in ihnen unterzugehen? Wie kannst Du im Frieden ruhen, wenn Du inmitten der Schockwellen stehst?
Anerkenne den Schock. So sehr, so lange, bis alles Schock ist. Schrei!!!
Dann verstehe was das bedeutet. DU lässt den Schock zu – DU bist nicht der Schock. Du bist dasjenige, was dem Schock erlaubt seine Schockwellen auszusenden.
Was passiert mit den Schockwellen? Sie verlaufen sich in der Weite Deines Seins. Ja, ich gebe zu, dass kann eine scheinbar unendliche, schmerzvolle, tränenreiche und bitterböse Zeit sein und Du wirst Freunde brauchen, die Dir beistehen.
Einer dieser Freunde soll Dir versichern, was ich erfahren habe und Dir versichere: Die tobenden Schockwellen werden sich in der Weite Deines wahren Sein verlaufen und Du wirst sie als das erkennen, was sie bereits in diesem Augenblick sind: Die selbe Substanz, die Dein wahres Sein ist:
Ruhe & Frieden & Sicherheit. In der leuchtender Stille Deiner Autonomie.
Bereits heute solltest Du beginnen, ein Schüler dieser Stille zu werden – sie wird Deine wahre Autonomie sein. Durch alle Schockwellen hindurch. Übe Versenkung und Meditation – ziehe Dich dabei nicht aus dem Leben zurück. Übe Versunkung und Meditation inmitten der Schockwellen.
„Durch die Versenkung und Meditation kommt dann über den Schüler ein Gefühl von Sicherheit, Ruhe und Frieden.
Nicht ein Frieden, der nur in Ruhe besteht, sondern ein Friede, wie er eben nur in den höheren Welten zu finden ist und der hier nur erreichbar wäre, wenn wir ihn uns so vorstellen könnten: tosende, brandende, stürmende See, deren Substanz ja dieselbe ist, als wenn sie ruhig und glatt da läge.
Stände nun ein Mensch inmitten dieser brandenden tosenden See auf einem Wrack und könnte er sich da so weit selbst vergessen, keine Todesfurcht und Angst um sein persönliches Leben zu haben, sondern inmitten dieses Aufruhrs und der Todesgefahr nur in den erhabenen, großartigen Anblick des brausenden, tosenden Meeres versunken sein könnte und nur die Schönheit und Erhabenheit dieses Anblicks empfände, dann hätte er in diesem Moment den Frieden, wie er in der geistigen Welt zu finden ist.
In der geistigen Welt ist dieser Friede möglich, hier ist er nicht möglich, ausser wenn der Mensch vollkommen sich selbst vergessen könnte in der Extase, um seine Seele so weit zu öffnen, dass der Frieden der geistigen Welt in ihn einströmt.“ (Rudolf Steiner, GA 266a)
In "Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" thematisiert Autor Christoph Schlingensief seine Krebserkrankung. Samstag, 02.05.09, 3sat, 20:15-21:55 Uh
Dienstag, 21. April 2009
Spiritualität: Schnell, tief und sexy

Was denkst Du, ist Spiritualität? Wie glaubst Du, meditieren zu müssen? Ist Dir klar, dass unsere Vorstellungen von Geist, von Nirvana, von Anthroposophie oder Erleuchtung völlig von veralterten, lückenhaften und nicht integralen Vorurteilen bestimmt sind? "Warum" - so fragt Ken Wilber "sind schöne Dinge - schnelle Autos, elegante Kleidung - nicht spirituell?
Warum sind körperliche Höchstleistungen nicht spirituell? Warum ist Sex nicht spirituell?" Warum, so frage ich, soll Spiritualität nicht sexy sein? Wer hat Angst vor der Leidenschaft? Vor der Extase? Vor dem großen Sprung ins Feuer? Wer hat Angst davor, dass ALLES GANZ ANDERS sein könnte, als man es uns vormachen will?
Das große Erwachen wird Dich völlig spontan aus dem Schlaf reissen - es ist sogar wahrscheinlich, dass Du schon oft wach warst. Was ließ Dich wieder einschlafen? Nicht zuletzt die verdammten Vorurteile, die veralterten Vorstellungen und mystischen Anhaftungen, die Erleuchtung nur mit Weihrauch, religiösen Symbolen, dicken Büchern, lustlosen Graumäusen und bitterernster Mine in Verbindung bringen können. Und weisst Du was diese Graumäuse machen? Sie verfolgen uns. Sie nennen mich "Judas", sie hetzen gegen unsere unbedingte Lebenslust - sie schimpfen uns "blasphemisch". Ihr lieben Graumäuse - ich verspreche auch: Ich fresse Euch nicht. Aber glaubt doch bitte nicht, dass Euer Piepen der einzige erlaubte Laut ist und uns davon abhält, das Leben zu feiern und uns gegenseitig die Freudentränen vom Körper zu küssen!
Das ist unser Gottesdienst - feiert mit, oder bleibt draussen. Ihr seid willkommen - aber nicht als Bremser.
Eine höchst einseitige, unvollständige und halbtote Sichtweise dominiert die spirituelle und religiöse Welt. Was für ein trauriges, verarmtes und lustloses Gottesbild steckt nur dahinter? Schau Dir die Natur an – schau Dir diese unfassbar erotischen Menschenkörper an, die jetzt im Frühling erscheinen – ist das die Manifestation eines miesepetrigen und übellaunigen Geistes? Es geht nicht um perfekte Maße, es geht um explodierende Lebenslust, um unverschämtes Lachen.
Weißt Du, was Rudolf Steiner über den menschlichen Körper sagte? Er sagte, der menschliche Körper sei das göttlichste an der ganzen Schöpfung. Hier habe sich Gott an vollkommensten verwirklicht. Der Körper ist Gottes bestes Stück.
Ich finde der Mann hat Recht – schau Dir meine Braut auf dem Bild an. Rechts, Fedelma, die blonde Queen. Ist sie nicht eine strahlende Göttin, die restlose Verehrung verdient? – und weißt Du wo sie in diesem Moment ist? In Gott und Gott in ihr. Und Ann-Kathrin, die Braut von Stefan Stark, ist sie nicht der Himmel auf Erden?
Wer beim Anblick dieser Göttinnen und Göttern nicht erregt ist – der hat das Spiel nicht verstanden. Der braucht eine Auszeit, wird ausgewechselt.
Oder um es mit Meister Schlingensief zu sagen: „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein.“DEIN HERZ - ein zartes Glimmen oder ein loderndes Feuer? Eine welke Oase oder sprudelnder Quell Deiner Lebensfreude?"
Und weisst Du wo wir da auf dem Bild sind? Auf der Alanus-Hochschule. Man lehrt dort Eurythmie und neue Wirtschaft, Malen und Anthroposophie - es geht um Kunst und Gesellschaft und ohne Rudolf Steiner gäbe es den Laden nicht.
Ein HALLELUJA für Rudolf Steiner! (Der Mann der einen riesigen Beton-Tempel baute, anstatt aufzugeben, als man seinen Holz-Tempel anzündete!)
Sich Gott zu öffnen, mag alles mögliche beinhalten – manches davon halte ich für absurd altmodisch. Sei’s drum, soll es jeder mit Gott machen wir er mag.
Sich Gott zu öffnen, das bedeutet sich dem ganzen Leben zu öffnen – und das Leben, liebe Freunde, das Leben endet nicht am Hals abwärts.
Erwachen, Anthroposophie, Meditation und Geist – das ist alles mögliche und vor allem ist es auch ganz anders. Es ist so wie wir es wollen. Mal so mal so.Mal tiefe Stille und Einsamkeit - ganz langsam und unendlich schwer. Und auch so: „schnell, tief und sexy – das ist Instant Erleuchtung“ (David Deida)
Vom Hals an abwärts abgestorben, humorlos, ohne Sex, ohne die geringste ästhetische Sensibilität, siechen wir dahin und verbringen unsere Tage und Nächte verloren im Gebet, ohne die Welt wahrzunehmen ... was für ein merkwürdiger Gott ist das?
Nun, Schluss damit.
Taub für das Leben, taub für den Körper, taub für die Natur, für Sex, Schönheit und vortreffliche Dinge: Das war sowieso nie ein realer Gott, sondern vor allem die vertrocknete Essenz aller Dinge, mit denen Männer und Frauen schon immer die größten Schwierigkeiten hatten – von Dingen, für die Gott die große Zuflucht wurde, Destillat und Verkettung sämtlicher phobischer und repressiver Impulse, die menschliche Wesen haben können.
Nun, Schluss damit!
Eine neue Welt zeichnet sich ab, eine neue Spiritualität, ein neuer Mann, eine neue Frau.
GEIST ist integral, und das gilt auch für menschliche Wesen."
Ken Wilber
Sonntag, 19. April 2009
Worum Du Dir Sorgen machen musst! Und worum nicht.

Bei vielen meiner Leserinnen und Leser, löse ich innere Aktivitäten aus. Wenn Du in Ängsten gefangen bist, wenn Du seelisch verletzt bist oder in Deinem Schmerzkörper leidest, wird diese innere Aktivität als Ärger, Unmut, Trauer, Rechthaberei oder sonst einer negativen Reaktion in Dir erscheinen. Na – ist es vielleicht jetzt schon so? Was auch immer die Ursache sein mag – nutze die Gelegenheit und nimm die schlichte aber umfassende Position des Zeugen ein, der mit wachem und einfachem Interesse auf seine eigene seelische Provinz schaut.
Wenn Du jetzt diesen kurzen Moment erlebst, wo Du auf Deine Seele schaust, wenn Du jetzt Deinen Verstand für einen kurzen Augenblick als diese Maschine erkennst, die Verworrenheit produziert, wenn Du nur für eine Sekunde der Zeuge Deiner Gefühle und Gedanken warst, dann hast Du bereits erfahren was Deine Mitte ist.
Wenn Du merkst, dass Du von Deinen Gedanken und Gefühlen missbraucht wirst, dann bist Du vielleicht der Ansicht, dass Du dieses „Ich“ stärken musst, was alles kontrolliert. Du wirst versuchen wollen, diesen Moment der Mitte zu halten – damit er nicht im Sturm der Gedanken und Gefühle, ins Wanken gerät.
Selbstverständlich gibt es hervorragende Methoden um den Verstand zu ordnen und es gibt bedeutsame Hilfen um die Psyche so stabilisieren – aber alles das hat absolut nichts mit Deinem wirklichen „Ich“ und mit Deiner wahren Mitte zu tun.
Dein wahres „Ich“ kannst Du nicht verlieren. Du kannst Dein wirkliches „Ich“ nicht stärken. Du kannst mit diesem einzigen „Ich“ gar nichts machen – es ist einfach da. Du bist einfach da. Nenne es auch Bewusstsein vom Bewusstsein.
Dieses letzte „Ich“ kann auch nicht verletzt werden – die Würde des hohen „Ich“ ist tatsächlich unantastbar. Das liegt nicht daran, dass es so superstark oder magisch wäre. Auch nicht darin, dass es irgend ein Wesen wäre – sondern einfach daran, dass diese Mitte das Einzige im ganzen Universum ist, was nicht dies oder jenes ist, sondern spiegelnde Aufmerksamkeit – und selbst die ist es nicht.
Diese Mitte ist NICHTS und ALLES erscheint und vergeht in dieser weiten und endlosen Mitte.
Du kannst ALLES was erscheint und vergeht – also auch Deinen Verstand und Deinen Körper und Deine Emotionen – stärken und schwächen. Und tatsächlich ist ALLES auch immer bedroht und sehnt sich wie verrückt nach höherer Entwicklung und neuen Impulsen. Das ist gut so. Es ist der Befehl des Universums an Dich und der lautet: Entertain Me! Mach alles neu, sonst ist mir langweilig (Was auch sonst, wenn man sonst NICHTS ist). Mach neu! Die Umwelt, die Kunst, den Sex, die Beziehungen, die Ernährung, die Menschenrechte und die Tierrechte, die Wissenschaft und die Spiritualität und eben einfach ALLES. Und es ist ein köstliches und heiliges Vergnügen ALLES zu meistern und die Zukunft zu gestalten....Aber weißt Du, was das aller, aller, aller schönste & absolut befreienste & heiligste & köstlichste ist?
DU kannst das ALLES angehen, kannst es wagen und versagen, hinfallen und aufstehen, Angst haben und Lust haben, Du kannst alles tun und um eines musst Du Dir niemals, niemals Sorgen machen – eines wird Dich niemals verlassen, nie brechen, nie verderben, nie schwach werden oder irgendwie versagen: Dein ICH. Dein Mitte. Dein wahres ich, ist NICHTS von allem was kommt und geht. Und weil es NICHTS von allem ist, was kommt und geht, kann es auch von keinem dieser Dinge bedroht werden.
Selbst wenn Du dann einmal stirbst, wird der Tod nicht Dein ICH anrühren. Er ist eine Illusion - Anthroposophie bietet Dir an, dass diese Wahrheit (die Du glauben kannst oder nicht) auch zu Deiner persönlichen und befreienden Erfahrung wird.
Dein intimes Welten-Ich, ist immer da – aber es kann natürlich zugemauert werden. Die Mitte ist immer da, aber der Weg zur Mitte kann vermüllt sein, so sehr, dass Du in diesem Müll stecken bleibst. Die traditionelle Aufgabe des spirituellen Lehrers besteht darin, den Weg frei zu räumen. Es ist ein innerer Weg. Die Aufgabe der Anthroposophie ist es, dies so zu tun, dass Du Deine Persönlichkeit und die Welt auf diesem Weg verbesserst. Im Moment der wahren Ich-Erfahrung bist Du sofort als Evolutionär einsatzbereit. Du wirst König in einer Welt, deren einfacher Diener Du bisher warst. Was ist ein König? Der vollendete Diener.
Bis dahin verstellen vor allem die Vorstellungen über dieses wahre Ich und über diese Mitte den Weg. (Wenn eine spirituelle Bewegung mehr Vorstellungen produziert, als aus dem Weg räumt, dann hat sie im Kern versagt. Zur Zeit sitzt sie Anthroposophie auf der geistigen Anklagebank und muss die Frage beantworten, ob sie mehr Vorstellungen produziert, als aus dem Weg geräumt hat. Der Ausgang des Prozesses ist offen.)
Erst wenn ALLES fort ist, ist NICHTS da.
Lass Dich nicht von diesem postmodernen und dunklen nihilistischen Scheiss-Nichts-Begriff in die Irre führen. Aber auch nicht von falsch verstandenen Konzepten, die in diesem „Ich“ etwas wesenhaftes sehen, was eine Schwäche haben könnte. So wie Menschen einen Schnupfen haben. Auch nicht als etwas, was durch diese oder jene Maßnahme eine Stärkung erfahren kann. Wie Muskeln, die man trainiert. Das alles hat seine Richtigkeit innerhalb Deiner persönlichen Welt der Emotionen und innerhalb des Verstandes oder des Körpers. Es hat auch seine Richtigkeit in dem, was man das kleine „Alltags-Ich“ nennen kann. Da hat Anthroposophie, so wie viele andere Konzepte, eine wunderbare und stärkende Wirkung.
Die wahrhaft spirituelle Erfahrung, zu der Anthroposophie jedoch führen soll, ist die Ich-Erfahrung, wie ich sie hier skizziert habe. Anthroposophie treibt Dich an (und so sehe ich auch meinen Job). Anthroposophie dient diesem "Entertain-Me-Universum" und motiviert Dich ohne Ende - solange, bis Du von dieser Erde gehst. Anthroposophie motiviert und befähigt Dich und sie tätowiert Dir in Deine Seele:
„Sorge Dich um ALLES – mit aller Kraft und radikaler Vehemenz. Schlafe immer unruhig und lebe in ständigem Drang dienen zu müssen und Dich und die ganze Welt zu verbessern. Vergiss nie den Befehl des Universums der da lautet: Entertain ME! Und denk dran: Dem Universum ist das Beste gerade gut genug.“
Aber, Anthroposophie versichert Dir gleichzeitig und im Geiste des ewigen Friedens, welches ja das Wesen des Universums ist:
"Sorge Dich nicht um Deine Mitte. Du bist immer diese Mitte – Du kannst Dich nicht verlieren, Du bist immer dieses Ich, es gibt nichts was Du tun kannst. Du bist die wahre Würde, der unermessliche Friede und der heilige Glanz meines eigenes Bewusstseins."
Wenn Du das immer wieder auf unmittelbare Weise und durch ERWACHTE Menschen erfährst, „dann geht dem Schüler auf der Zusammenfluss des Ich mit dem großen Welten-Ich. Und nun muss er sagen zu dem kleinen Ich: Ich bin nicht du.“ (R. Steiner: GA 93).
Du brauchst Dich vor NICHTS zu fürchten. Das NICHTS, von dem u.a. Rudolf Steiner spricht, ist nicht dunkel und nicht hell. Es geht über alles hinaus. Über Dunkelheit und über Licht. Dein Ich ist Über-Licht. Deine Mitte ist Über-All.
Wenn Du diese SELBSTsicherheit erfahren willst, kann ein spiritueller Lehrer Dir helfen. Vorausgesetzt dass er bewusst aus dem wahren „Ich“ lebt, welches auch Dein wahres Ich ist.
Er hilft Dir, den Geschmack dieser Erfahrung zu ertasten. Wenn Du diesen Geschmack einmal hattest, wirst Du ihn immer wieder erkennen und auch das, was nicht dieser Geschmack des EINEN ist. Du kannst dann unterscheiden, zwischen dem kleinen Ich was man stärken kann und dem großen Ich, was einfach ist. Und Du wirst erkennen, dass Du in Wahrheit nie dieses kleine Ich warst.
Und es ist ein wichtiger Moment, wo der Schüler „sich klarmacht, was es heisst: Ich bin nicht du. Das ist ein Moment, wo man anfängt zu begreifen, dass es höhere Kräfte in der Natur gibt als das Denken, dass es ausser ihm etwas gibt, was man nicht mit den Gedanken der Gegenwart ausdrücken kann, was aber bewirkt, dass bei zwei Menschen, die über dasselbe sprechen können, die Rede des einen klar aber öde, die des anderen durchpulst ist von dem warmen Licht, das die Zukunft schaffen wird“. (Rudolf Steiner, GA 93).
Also, liebe Freundin, lieber Freund: Geh & marschiere & tanze mit einer extra Power-Portion & mit bestem Wissen & Gewissen & mit allen geschliffenen Instrumenten des kreativen Evolutionärs in die Zukunft. Go on!
Und ja, liebe Freundin, lieber Freund: Bleibe dabei immer und anstrengungslos, was Du bereits jetzt bist. Das perfekte, unsterbliche und alles überstrahlende ICH. Wo Du auch gehst, Du kannst Dich in Wahrheit nicht verlaufen, denn Du bist die Mitte, um die Du tanzt.
Du bist immer schon da – weit über jede Zukunft hinaus.
Freitag, 17. April 2009
Lektionen über die Liebe
Wer unvorbereitet diese Erfahrung macht, der wird zunächst schockiert sein, dass dort nicht diese Liebe ist. Man gerät mit dem Erwachen eigentlich an einen Punkt wo man sagen kann: „Ich bin, bevor etwas anderes war – Ich bin vor der Schöpfung."
Sein harter Aufschlag auf der Erde, ist auch gleichzeitig der Moment der Geburt. Darum ist jede Erfahrung der All-Liebe auch immer mit einem kaum zu erklärenden Schmerzgefühl verbunden. Denn das, was Rudolf Steiner die „Geister der All-Liebe“ nennt und was im griechisch-hebräischen die „Seraphime“ sind und im christlichen die obersten Engelhierarchien, das sind ja bereits Formen, die aus dem Formlosen abgetrennt sind.
Es ist gut, dass diese abendländische Phase, in der Erkenntnis immer mit dieser Leidensgeschichte einhergeht, sich nun langsam dem Ende neigt. Wir werden dann erfahren, dass die Trennung von Gott gar keine Trennung ist. Wir werden dann erleben, dass wir untrennbar vom Gottes-Ich sind und ab sofort wird Menschwerdung ein lusterfüllter Gottesdienst sein. Gott werden, wird zur heiligen Menschenweihehandlung.