Montag, 31. August 2009
Urlaub vom Ich
Was passiert, wenn Du eine aussergewöhnliche spirituelle Erfahrung gemacht hast? Viele Menschen fühlen sich dann sehr gut und befreit, oft wirken sie auch beflügelt und selbst andere Menschen spüren, dass Du eine tiefe Erfahrung gemacht hast. Manchmal kommen sogar andere Menschen zu Dir, um sich helfen zu lassen. Du bist wirklich inspiriert – doch irgendwann stimmt etwas nicht mehr mit dieser Situation. Etwas wird verkehrt.Die Erfahrung beginnt zu verblassen – die Intensität des inneren Lichtes wird schwächer. Dein Erfahrung ist keine lebendige Erfahrung mehr – Deine Erfahrung wird Erinnerung.
Warum ist das so?
Das liegt eben daran, dass Du diese spirituelle Erfahrung als etwas aussergewöhnliches und wertvolles betrachtest. Alles was wir im spirituellen Kontext mit einem Etikett versehen, wird etwas Getrenntes von uns.
Diese Menschen haben sich oft zu früh von ihrem Lehrer oder ihrer ursprünglichen spirituellen Quelle getrennt - das führt in aller Regel zum Versiegen dieser Quelle.
Auch hier ist das Motiv die Trennung - wir fühlen uns nun selber als "etwas", was sich vom Lehrer trennen kann. Unser Etikett ist nun hier "Selbstständigkeit". Es ist in Wahrheit "Selbsttäuschung".
Manchmal muss man Etiketten auf Erfahrungen kleben – sonst müsste man immer schweigen...und selbst das ist ein Etikett. Doch man muss sehr aufpassen!
Was Du vermeiden musst, dass ist das Gefühl der Besonderheit. Das Gefühl der Exklusivität.
Zusammengefasst:
Das Gefühl, das DIR etwas passiert ist.
In Wirklichkeit ist es nämlich einfach nur so passiert (und eigentlich ist gar nichts passiert). Doch sobald Du denkst, es wäre DIR etwas BESONDERES passiert, beginnst Du zu trennen und Dich und die Erfahrung abzugrenzen und Dich zu verschließen.
Deine Offenheit geht verloren. Wirkliche spirituelle Erfahrung ist immer Offenheit, Öffnung, Lösung, Enthüllung. Apokalypse.
Das Ego hat keine Angst vor Offenheit. Das Ego IST Angst vor Offenheit. Das Ego ist die nackte Angst vor dem Zustand der Ichlosigkeit. Das Ego will etwas sein.
Ichgefühl, das irgendetwas ausschließt, ist Egogefühl.
Immer und ohne Ausnahme.
Die Hoffnung, dass wir selber, mit unserem Ich, unserer Identität und unserer Persönlichkeit eine wirkliche spirituelle Erfahrung erwerben, erarbeiten oder erlangen könnten, das ist ungefähr so gut möglich, wie bei seiner eigenen Beerdigung anwesend sein zu wollen. Rudolf Steiner nennt dies "geistigen Ehrgeiz" - dieser kommt immer aus dem Ego.
Darum: Gehe gelöst, locker, tanzend und liebend den Einweihungsweg und bleibe stets in der Offenheit und Weite. Fühle Dein Ich - fühle es jedoch so, dass alles darin Platz hat. Selbst die Vergangenheit und die Zukunft. Jeder Mensch. Jeder Frosch. Jedes Ich.
Die Summe aller Iche ist 1. Das Bist DU.
Gehe den Einweihungsweg, als würdest Du Urlaub vom Ich nehmen. Löse Dich von der Bürokratie des Egos...Nimm Dir ein Tag am Meer..eine Woche...ein Leben lang...
Nachhaltige spirituelle Erfahrung beginnt dann das zu werden, was sie eigentlich ist: Etwas, was sich anstrengungslos durch den Tag und die Nacht zieht. Sie erscheint dann als Offenheit, als Hingabe und einfache Freude an diesem Leben – ohne sich jemals mit diesem Leben oder der Person zu identifizieren, welche diese Erfahrung „gemacht“ hat. LICHT
„Wirkliche spirituelle Erfahrung, jenseits der Traumwelt, ist daher die Schönheit und Farbigkeit und Aufregung, die wir im JETZT unserer Alltagswelt authentisch erleben“.
Sonntag, 30. August 2009
"Die wahre Philosophie der Freiheit"
Steiner nahm das Buch heraus und öffnete es. Keine einzige Seite war bedruckt. Er blätterte es langsam und andächtig durch. Fast 300 leere Seiten. Kein Buchstabe. Nichts. Leere. Weiss.
Steiner hörte nicht auf in dem Buch zu blättern. Dann sagte er: „So sieht die wahre Philosophie der Freiheit aus. Ja, im Grunde müsste ich so die Philosophie der Freiheit schreiben.“
Die umstehenden Damen lachten und kicherten.
Da hob Rudolf Steiner das Buch in die Höhe und schleuderte es mit ungeheurer Kraft zu Boden. Dann schrie er so laut, wie die Damen ihn noch nie hatten schreien hören: „Das meine ich absolut ernst. Das ist die wahre Philosophie der Freiheit und sonst nichts!“
Er dreht sich um, ging an den entsetzten Damen vorbei, öffnete die Tür, ging hinaus und schlug die Tür mit einem lauten Knall zu.
Ich wünsche Euch einen freien Tag.
Samstag, 29. August 2009
HeldenMeditationen
Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit."
und weit ist das eigene Sein -
Mein Auge ist der Himmelsraum -
Und der Lebensfäden(Nerven)Ende -
das sind die Sterne -
Die Sterne in meinem Weltenauge -
und meine Pupille ist der Mond -
Ich sehe - Ich sehe das Firmament -
Und ein Punkt -
ist das Firmament
Das Firmament ist meine Seele -
Meine Ich-tragende Seele."
(Rudolf Steiner)
Freitag, 28. August 2009
Geistiges Fremdgehen oder freies Geistesleben?
Ganz ehrlich: Ich bin mir nicht mehr so sicher. Eine kleine Geschichte steht für diese Unsicherheit. Neulich erzählte mir eine Freundin davon, dass sie sich intensiv mit einer zeitgenössischen spirituellen Bewegung beschäftige. Die Begegnung mit dieser spirituellen Strömung hat diese Freundin aufblühen lassen, sie wirkt motiviert und inspiriert, und freier.
Diese Freundin ist ein engagiertes Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft und weißt Du, wie sie schuldbewusst die Beziehung zu dieser Nicht-anthroposophischen Spiritualität bezeichnet? Als „geistiges Fremdgehen“.
Für mich drückt diese kleine Geschichte meine Unsicherheit darüber aus, ob Anthroposophie eine Zukunft hat.
Ist es vielleicht ein typisches anthroposophisches Symptom, dass freie, motivierenden und verzaubernden Gedanken (die nicht von Steiner stammen) in der Regel mit begrenzenden, negativen Gedanken beantwortet werden? Früher war ich mir sicher, dass dies absolut nichts mit Anthroposophie zu tun hat. Ich werde unsicher.
Dazu noch eine kurze Geschichte. Für das angekündigte Seminar „GEIST bewegt alles - Mit Rudolf Steiner und Ken Wilber Dein ganzes Leben (r)evolutionieren“, habe ich ja zusätzlich (und ohne Mehrkosten für die Teilnehmer) einen Tai Chi Lehrer gewinnen können.
Denn da erst bemerkte ich, was ich allen Jahren meines Engagements in der Anthroposophie nie erfahren habe – und so sehr vermisste:
Philosophie der Freiheit – oder esoterischer Gefangenschaft?
FreeStyle – oder Standard?
Freie Liebe – oder geistige Inzucht?
Ist die Beziehung zu anderen spirituellen Freunden geistiges fremdgehen, oder freies Geistesleben?
"GEIST bewegt. Alles. – Mit Rudolf Steiner und Ken Wilber Dein ganzes Leben (r)evolutionieren.“ Michael Habecker (Integrale Spiritualität) Sebastian Gronbach (Anthroposophie), Stefan Stark (Tai Chi).
Mittwoch, 26. August 2009
Sehr traurig
"Ja, natürlich. Warum fragst Du?"
"Nun, ich dachte, du würdest in Deinem erwachten Zustand der Leerheit zoomen und es nicht so tragisch nehmen."
"Leerheit und Erwachen bedeutet, dass man mehr Zuneigung & Trauer empfinden kann, nicht weniger.
"Ja, ich weiss. Ich bin froh darüber."
Frei nach Ken Wilber
Bring Deine Trauer mit. Jedes Gefühl. Jeden Gedanken.
LICHT
Dasjenige was fühlt, ist frei von Gefühlen.
Dasjenige was denkt, ist frei von Gedanken.
Dasjenige was den Schmerz erleidet, ist
GEIST bewegt ALLES.
Lass Dich bewegen. Bewege die Welt.
Und erlebe die stille, friedliche Leerheit Deines Selbst.
"GEIST bewegt. Alles"
Mit Rudolf Steiner und Ken Wilber Dein ganzes Leben
Ein Wochenendseminar mit:
Michael Habecker (Integrale Spiritualität)
Sebastian Gronbach (Anthroposophie)
Stefan Stark (Tai Chi)
Von Freitag, 04.09, 16.00 Uhr, bis Samstag, 05.09. 13.00 Uhr.
Ort: Haus der Anthroposophischen Gesellschaft - Kulturhaus OSKAR,
Oskar-Hoffmann-Str. 25, 44789 Bochum.
Teilnahmegebühr: 150,- Euro. Ermäßigt 125,- Euro.
Anmeldung: sekretariat.gronbach@gmx.net
Steiner & Wilber PLUS: Tai Chi
Dienstag, 25. August 2009
Get up
Gott zu verstehen ist gar nicht so schwer. Viele Menschen machen aus Gott eine verworrene Geschichte. Sie machen auch aus Spiritualität und besonders aus Anthroposophie eine verworrene und komplizierte Geschichte. Aber Anthroposophie ist im Grunde keine verworrene Geschichte - vorausgesetzt Du selber bist klar und deutlich ausgerichtet. Gott ist so klar oder so verworren, wie Du es bist.In dem Augenblick, wo Du tatsächlich Deine mythische Beziehung zu Gott beendest, fällt Gott aus dem Himmel.
gott
Und dort kann er schon lange nicht mehr leben – die Luft ist zu dick geworden. Zuviel Weihrauch. Der mythische Gott erlebt seinen Absturz.
Er stürzt und jetzt kommt es auf Dich an - es kommt auf Dich an, ob Gott neben Dir zerschmettert, oder ob er überlebt und sich erhebt.
Entweder Du öffnest Dich diesem fallenden, mythologischen "Vater im Himmel", der mit seinem Sohn und allen Engeln, Teufeln und sonstigen fabelhaften übernatürlichen Wesen vom Himmel stürzt - oder Du verschließt Dein Herz und Deinen Verstand und Deinen Körper.
Wenn Du Dich öffnest, dann fällt Gott mit allen seinen himmlischen Begleitern in Dich hinein. Und Du selber wirst dieses himmlische Wesen auf Erden. Get up!
steiner
Der einige Gott steht in zahllosen Menschen auf..."in großer Zahl erscheint dann, was in Einheit war im Beginne der Weltenentwicklung", so Steiner.
steiner
Wenn Du Dich von dem stürzenden Mythos abwendest und alles nur rationalisierst, dann stirbt Gott in Deinem kalten Rationalismus. Dein Ego wird sagen: "Wusste ich´s doch. Gott ist tot. Jetzt bin ich dein Gott. Ich, das Ego."
Gott stirbt allerdings auch, wenn Du nur an ihn glaubst. Dein Glaube ist der Weihrauch, der ihm im Himmel den Atem nimmt. Gott stirbt am Glauben und am Unglauben. Er erwacht in Deiner "gedankengetragener Seelenklarheit" (Steiner) und in Deiner Bereitschaft Dich zu öffnen.
Es gibt einen Test dafür, ob Du bereit bis, Dein Herz, Deinen Verstand und Deinen Körper wirklich für Gott zu öffnen.
Der Test ist sehr einfach: Übernimm Verantwortung für Dein ganzes bisheriges und zukünftiges Leben. Für Dein Herz. Für Deinen Verstand. Für Deinen Körper. Nur in dieser Verantwortung kann Gott sich in Dir erheben.
Nein - weder Gott, noch Anthroposophie, noch Erleuchtung ist eine verworrene oder schwierige Geschichte. Wenn wir uns einreden es sei schwer und verworren, dann oft nur aus einem Grund: Weil es eine Ausrede ist, weil wir nicht zu Potte kommen. Dann sagen wir, dass alles so kompliziert sei und man ja nicht wisse was man tun soll...
Manche Menschen kommen auch zur Anthroposophen, weil sie eine Ausrede suchen. Anthroposophie erscheint von allen spirituellen Strömungen immer noch die komplizierteste - und gerade das macht sie so attraktiv. Dann kann man immer sagen: Ich bin noch nicht so weit!
Etwas in Dir weiss immer was zu tun ist. Sage nicht, Du wüsstest nicht was zu tun ist - höre zum Beispiel auf Rumi: Töpfere eine Schale, aus der dein Bruder trinken kann.
Es ist Gottes Recht ein Mensch zu werden. Es ist Dein Recht ein Gott zu werden - stand up for your right!
Gott
Öffne Dich für den fallenden Gott. Und der fallende Gott wird Dein Ego zerschmettern. Der Einschlag Gottes, ist Dein persönlicher Urknall. Es ist der Anfang Deiner Mission, Mensch!
steiner
"I see in the man of today a being in the full swing of evolution. Man is at the same time a fallen God & a God in the becoming." Rudolf Steiner.
„Menschen, die in ihrer Entwicklung über mythische Glaubenssysteme hinausgegangen sind, wissen ohne jeden Zweifel, dass es keinen Gott irgendwo dort oben im Himmel gibt.
cohen
Wenn wir aber zu dem erwachen, was ich den evolutionären Impuls nenne -- die geheimnisvolle Leidenschaft, sich weiterentwickeln zu wollen, der Drang zur Evolution auf allen Ebenen -- dann entdecken wir wieder neu, wer Gott ist.
Wenn wir diesen Drang zur Entwicklung in unserem eigenen Herzen und unserem Geist als diesen einzigartigen ekstatischen Impuls erfahren, dann beginnt der Gott, der aus dem Himmel gefallen ist, in uns selbst als der unbedingte Drang zu erwachen, den nächsten Schritt zu tun.
Es liegt an dir. In dieser Erkenntnis entdeckst du einen Lebenssinn, der spirituell erfüllt ist. Und darin findest du Würde, Selbstachtung, tiefe Bedeutung und Sinnhaftigkeit.“ Andrew Cohen
So wird es uns in Bochum auch um diese Klarheit gehen - und darum uns zu öffnen - zum Wohle aller Wesen.
"GEIST bewegt alles - Mit Rudolf Steiner und Ken Wilber Dein ganzes Leben (r)evolutionieren." steier
KEN WILBER über RUDOLF STEINER: TEINER
steinerSTEINER
Von Freitag, 04.09, 16.00 Uhr, bis Samstag, 05.09. 13.00 Uhr.
Ort: Haus der Anthroposophischen Gesellschaft - Kulturhaus OSKAR, Oskar-Hoffmann-Str. 25, 44789 Bochum. Teilnahmegebühr: 150,- Euro. Ermäßigt 125,- Euro. Anmeldung: sekretariat.gronbach@gmx.net
"Get up, stand up: stand up for your rights! Get up, stand up: stand up for your rights! Get up, stand up: stand up for your rights! Get up, stand up: dont give up the fight...We know when we understand: Almighty God is a living man!" Bob Marley
Montag, 24. August 2009
Deine wahre Freiheit
Wohlgemerkt: Zu Beginn des Seminars konnten die Teilnehmer Punkte verteilen. Durch die Verteilung wurde deutlich, für welches Themengebiet sie sich interessierten – oder eben nicht.
Aufgeteilt in zwei Gruppen, bekam jeder von Ihnen drei Punkte, die er verteilen konnte. Der Themenkomplex „Religion & Spiritualität“ wurde an niedrigsten von allen gepunktet. In einer Gruppe bekam dieser Bereich 2 Punkte. In der anderen Gruppe 0 Punkte. Und nach einem Tag und einer Meditation, saßen 20 Kerle in der Dunkelheit und sprachen über das eine Licht in Allem.
Woher der Umschwung? Der einfache Zustand der Meditation lässt jeden Menschen zwei Dinge erfahren:
Erstens, die schockierende Erfahrung, dass wir nicht denken, sondern gedacht werden. Du denkst, Du denkst? Du denkst, Du könntest darüber bestimmen, was Du denkst und ob Du denkst? Dann schau jetzt auf die Uhr und denke 1 Minute nichts.
Ok? Ok.
Eine leichtere Übung, die Dir auch nicht gelingen wird? Schließe die Augen und denke 1 Minute ausschließlich an einen Baum.
Ok? Ok.
Versuche es 30 Sekunden. Ok? Ok.
Wir bestimmen nicht unsere Gedanken. Unsere Gedanken bestimmen uns.
Wenn Du das nicht glaubst, gehe wieder nach oben und fange von vorne an. Du denkst 1 Minute ist meisterlich? Geh auf 1 Stunde. Beweise Dir, dass Du frei bist zu denken ob und was du willst.
Die erste & schockierende Erfahrung der Mediation besteht darin, dass sie uns radikal die engen Mauern unseres Gedankengefängnisses vor Augen führt.
Wenn Dich ein Mensch zum Gedanken-Duell herausfordert, dann bestehe darauf, dass dieser Menschen sich über seine Gedanken-Gefangenschaft bewusst wird. Du solltest überhaupt gar keine ernsten Gedanken mit jemanden austauschen, ohne in der gemeinsamen Leerheits-Meditation erfahren zu haben, wie eng diese Gedanken-Mauern sind.
Unsere Gedankenfreiheit ist sehr relativ.
Doch das Paradox der Meditation (vorausgesetzt sie wird richtig angeleitet) besteht eben auch in der gegenteiligen Erfahrung.
Die Erfahrung, dass wir nicht unsere Gedanken sind, die Erfahrung, dass tief in uns eine Stille ist, die jedes Gefühl und jeden Gedanken überlebt und die Erfahrung, dass diese Stille unsere ursprüngliche Natur ist, diese Erfahrungen sprengen (zumindest vorübergehend) die tiefen und häufig unbewussten Gedanken-Ketten.
Diese absolute Wirklichkeit meint Steiner, wenn er in der "Philosophie der Freheit" formuliert: "Das mit dem Gedankeninhalt erfüllte Leben in der Wirklichkeit ist zugleich das Leben in Gott"
Wer sich für diese aussergewöhnliche und doch völlig natürliche Wirklichkeit öffnet, gerät in einen Zustand tiefer und exstatischer Glückseligkeit. Diese Gipfelerfahrungen sind wichtig (aber natürlich sind sie nicht alles).
"Gipfelerfahrungen befreien unser Bewusstsein, das sich in alle Richtungen ausdehnt, sodass unser Bewusstsein nicht nur die äußersten Grenzen umfasst, sondern auch das innerste Zentrum unseres größeren Körpers, des ganzen Kosmos. Wenn wir diese befreiende existenzielle Klarheit mit anderen teilen, entsteht eine wahrhaft erleuchtete Perspektive.“ (Andrew Cohen).
Diese Erfahrungen zeigen uns, dass in dem Gefängnis des Relativen etwas Absolutes wohnt und sich jederzeit ausdehnen kann. Wir sind gefangen und wir sind frei.
Und diese Erfahrung zeigt, dass die unlösbare Verbindung mit dem absoluten Wesen der Freiheit in uns, nicht ein entferntes Ideal ist (irgendwann im Himmel), sondern eine Möglichkeit in diesem Augenblick (jetzt und hier auf Erden).
Unsere Mitte ist absolute Freiheit.
Rudolf Steiner geht in seiner Philosophie genau auf diesen Aspekt ein: "Wer von uns kann sagen, dass er in allen seinen Handlungen wirklich frei ist? Aber in jedem von uns wohnt eine tiefere Wesenheit, in der sich der freie Mensch ausspricht".
Dieser "tieferen Wesenheit hat auch Ken Wilber seine Arbeit gewidmet. Michael Habecker ist der deutsche Ken Wilber Experte und wird immer wieder von Rudolf Steiner inspiriert.
Für Habecker lebt in dem Satz Steiners auch folgender Gedanke:
"Absolute Freiheit besteht in absoluter Erkenntnis des Seinsgrundes, der Soheit dieses und jenes Augenblicks. Relative Freiheit besteht in der Bewusstmachung aller Perspektiven, so tief man darin vorzudringen mag.
Beides zusammen ist wahre Freiheit des vollständig bewussten In-der-Welt-seins, bei gleichzeitiger Bewusstheit eines nicht (nur) Von-der-Welt-seins."
Ich bin sehr froh darüber, gemeinsam mit Michael Habecker den Dialog zwischen Steiners Anthroposophie und Wilbers Integraler Spiritualität in einem Wochenendseminar fortzuführen – die Erfahrung mit den jungen Männer hat mir wieder vor Augen geführt, dass wir uns mit aller Kraft diesem Relativen und Absoluten widmen müssen, wenn wir ein Segen für alle lebendigen Wesen sein wollen.
Darum werden wir nicht nur Gedanken austauschen. Wir wollen - um den Seminartitel zu zitieren - "Mit Rudolf Steiner und Ken Wilber Dein ganzes Leben (r)evolutionieren."
Lebenspraktische Aspekte, klare theoretisch-dialogische Darstellungen der beiden spirituellen Strömungen, tiefe Momente der Stille und Deine persönlichen Perspektiven und Fragen - das soll am 4. und 5. September in Bochum im Mittelpunkt stehen.
"GEIST bewegt alles - Mit Rudolf Steiner und Ken Wilber Dein ganzes Leben (r)evolutionieren." Von Freitag, 04.09, 16.00 Uhr, bis Samstag, 05.09. 13.00 Uhr.
Ort: Haus der Anthroposophischen Gesellschaft - Kulturhaus OSKAR, Oskar-Hoffmann-Str. 25, 44789 Bochum. Teilnahmegebühr: 150,- Euro. Ermäßigt 125,- Euro. Anmeldung: sekretariat.gronbach@gmx.net
Wir freuen uns auf Dich. Jeder relative Beitrag eines einzelnen Menschen, ist ein heiliger Aspekt unserer gemeinsamen und absoluten Göttlichkeit.
Das obige Bild ist eine Produktion von Anna Litwak & Aaron Bolte
Freitag, 21. August 2009
Ich liebe den Hass
„Wer nur handelt, weil er bestimmte sittliche Normen anerkennt, dessen Handlung ist das Ergebnis der in seinem Moralkodex stehenden Prinzipien. Er ist bloß ein Vollstrecker. Er ist ein höherer Automat.“ (Rudolf Steiner).
Ich bin kein Automat. Ich bin ein Mensch und ich liebe, was ich tue. Ich liebe was ich denke und ich habe mich entschieden, jedes Gefühl das zu mir kommt, in Liebe willkommen zu heissen. Das ist oft sehr lustig...vor allem wenn der Hass kommt.
Dann begrüße ich den Hass mit offenen Armen und wir fragen uns gemeinsam, was wir denn mit dem Tag so anfangen könnten. Und dann beginnt der Hass zu erzählen, was er so alles hassen könnte. Dann hassen wir alles was wir sehen. Wir lassen nichts aus. Jede armselige Person die uns begegnet, jedes beschissene Auto, jeden verfluchten Fleischfresser, die verdammte Telefontante und, oh ja, unsere Kritiker – wir hassen sie leidenschaftlich.
Wir arbeiten richtig an uns. Der Hass und ich. Und während wir so richtig hässlich sind und während ich selber der Hass werde, stelle ich mir vor, ich würde genau jetzt, während ich so sehr hasse, sterben. Ich hasse und ich fühle dabei, wie es wäre genau jetzt im Sterben zu liegen. „Würden Sie lieber anders sterben als hasserfüllt“, fragt mich David Deida dann in dieser Übung zur „Instant Erleuchtung“.
Wie würde ich lieber sterben? Und dann beginne ich die Antwort auf diese Frage zu leben.
Ich lebe dann so, wie ich sterben will. Liebevoll.
Und manchmal werde ich nachlässig und lebe nicht in der Liebe – dann übe ich mich wieder darin zu hassen und stelle mir beim Hasshöhepunkt die Frage: „Willst Du so sterben“?
Dann öffnet sich anstrengungslos mein Herz und ich spüre, wie liebevoll ich sein möchte, wenn ich sterbe. Und das könnte genau jetzt sein.
Ja, ich will mich entwickeln. Mein Denken verfeinern, mein philosophisches Verständnis schärfen, mein Wissen erweitern und vertiefen, mein Handeln immer meisterhafter werden lassen und weiter meine Kampfkraft stählen – kein Bereich des Lebens, den ich nicht ausbauen, verbessern und transzendieren könnte.
Aber das Motiv meines Handelns bleibt immer das eine. Diese Liebe. Diese Liebe kann so gesehen auch nicht wachsen. Sie ist das Leben selber.
Sie ist der rote Faden aus der Ewigkeit, das zeitlose Feuer und die frische und unerschöpfliche Quelle aus meiner Mitte – aus der Mitte eines jeden Lebens.
Dieses Leben hat kein Gegenteil. So wie die Liebe kein Gegenteil hat – auch nicht den Hass. Hass ist nur aktive Traurigkeit. Und Traurigkeit ist passiver Hass.
Und was ist Traurigkeit anderes, als ein kleines Kind, das geliebt werden will?
Wenn ich meinen Hass mit offenen Armen begrüße und umarme und wenn ich ihn dann so anschaue, dann hat er sich in Traurigkeit transformiert. Und ich blicke dem kleinen Jungen in die Augen. Und dann halten wir uns sehr fest und wir haben uns sehr lieb.
So ist es, wenn ich liebe was ich denke, fühle und tue.
Mittwoch, 19. August 2009
Der Pott kocht...
Dienstag, 18. August 2009
Zwischen Himmel und Erde: Anthroposophen
Ihre Radikalität in sozialen Fragen und ihr Idealismus in einer zunehmend zynischen Welt weckten mein Interesse. Zugleich regte sich in mir Widerstand gegen dogmatische, sektiererische und allzu esoterische Facetten dieser vielfältigen Bewegung.
Die Arbeit an meinem Film war eine Gratwanderung zwischen Polemik und Hofberichterstattung. Ohne definitive Antworten zu geben, soll er dem Publikum die eigene Annäherung an das kontroverse Thema ermöglichen."
Christian Labhart, der Regisseur des Films "Zwischen Himmel und Erde - Anthroposophie heute", stellt diese Gedanken seinem Kinofilm voran.
Der Film kommt im Winter in die Kinos - aber Ihr könnte Euch bereits jetzt hier bei youtube, oder auf der schön gemachten Webseite, den Trailer anschauen.
Ich bin - nach den intensiven Dreharbeiten im vergangenen Jahr - sehr gespannt auf diesen Film. Ich verbinde mit diesem Film Hoffungen und Ängste - doch wie immer: Ich vertraue darauf, dass alles zum Besten geschehen wird.
Es ist Urvertrauen. Es ist mein Ein und Alles.
Sonntag, 16. August 2009
Das Normale sprengen
Gestern war ich in Köln und wurde Zeuge der „normalen“ Menschen. Doch wenn ich ihnen genau zuschaute, wie sie da saßen und aßen, dann tickte hinter dieser „Normalität“ ein evolutionärer Sprengkörper. Es tickt das positive Gegenbild des Terrors. Etwas will sich selber geistig entzünden.
Ich sah die verborgene Sprengkraft der Träumer, Visionäre, Idealisten, Utopisten und Evolutionäre. Aber wo war die explosive Kraft dieser evolutionären Sprengkörper, die in jeder Zelle unseres Seins darauf warten, scharf gemacht zu werden? Ich sah Menschen, die im elitären Luxus dieser Stadt des Westens leben, und die ihre Lebenszeit absitzen.
Offensichtlich so reich – reicher als alle anderen Menschen auf der Welt. Reicher, als jemals Menschen waren...und doch offensichtlich so missvergnügt, so spannungslos, so NORMAL.
Ich lege die Maske der Normalität ab – im Kontext der Anthroposophie bedeutet das etwas völlig anderes als im Kontext eines Fußballvereins. In beiden Fällen führt es zum Aufstand der Normalen. Das ist ganz normal.
Ich habe Träume, Visionen, und völlig übertriebene Wünsch an mich und an die Welt – und ich werde sie niemals erfüllen. Ich bin bereit, für unerfüllbare Wünschen und Visionen zu kämpfen. Ich möchte dem Gott dienen der mehr von mir fordert, als ich zu leisten bereit bin.
Ich will „vor Energie zu Grunde gehen“, wie Rudolf Steiner es einmal nannte, als man ihn fragte, welcher Beruf ihm der schönste sei: „Jeder bei dem man vor Energie zu Grunde gehen kann“.
Einmal wurde ich bei einem Podiumsgespräch als „Umtriebiger“ bezeichnet. Ich bin lieber ein Umtriebiger als ein Unbeweglicher.
Also – was treibt mich um in nächster Zeit?
Heute und morgen haben mich die Kollegen von Aventerra mal wieder beauftragt – im Namen der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners – eine Trainingseinheit für junge Männer zu absolvieren.
Ich bin absolut darauf angewiesen, dass meine Worte offene Herzen finden und wenn uns diese Tage gelingen, kann das ein wichtiger Mosaikstein in der Biografie dieser jungen Männer sein. Sie gehen in die Welt und in diesen Tagen haben wir die Chance, ihnen etwas Richtiges auf dieser Reise mitzugeben.
Ein Woche später wird es eine interne und zweitätige Klausur der Anthroposophischen Gesellschaft NRW geben. Ich bin nicht sicher, inwiefern es mir erlaubt ist, hier inhaltlich davon zu erzählen. Deshalb nur so viel: Wir werden u.a. den Blick auf einige bedeutsame, spirituelle Strömungen der Gegenwart fokussieren und wir werden uns dem Thema widmen, welche spezifische Kraft und Aufgabe die Anthroposophie in diesem Kontext spielt.
Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich hier sage, dass ich zutiefst davon überzeugt bin, dass Anthroposophie ein bedeutsamer Faktor der Spiritualität ist – aber sicherlich nicht der einzige Faktor. Wohl aber einer mit einer stolzen Tradition – die Frage ist für mich: Was & wer führt über diese Tradition hinaus? Hoffentlich kann ich dort angemessen meinen Beitrag leisten und hoffentlich entsteht ein Klima der Freude und des lustvollen Willens, den nächsten Sprung zu wagen.
Dann ein weiterer Höhepunkt am 4. und 5. September: GEIST bewegt alles - Mit Rudolf Steiner und Ken Wilber Dein ganzes Leben (r)evolutionieren. So lautet das Motto des Seminars, welches ich gemeinsam mit Michael Habecker in Bochum im Haus der Anthroposophischen Gesellschaft anbieten werde.
Michael Habecker ist der deutsche Ken Wilber Experte. Wenn Ken Wilber und Rudolf Steiner sich begegnen, dann grüßen sie sich im Geiste des ewig, evolutionären Gleichgewichtes. Wenn Michael Habecker spricht, dann ist es, als würden alle sichtbaren und unsichtbaren Elemente des Raumes in ein Gleichgewicht kommen – in ein spannungsgeladenes Gleichgewicht.
Hier könnt ihr Euch über alles weitere Erkundigen und Eure Plätze sichern. Wir wollen nicht viel – nur mit Rudolf Steiner und Ken Wilber unser ganzes Leben (r)evolutionieren: Sekretariat.Gronbach@gmx.net
Ich bleibe mal in Bochum – denn am 12. September findet dort die Jahrestagung der Anthroposophischen Gesellschaft in NRW statt.
Ich bin mir sicher, dass es wirklich um das „Eingemachte“ gehen wird – und das ist in jedem Fall eine enorme Herausforderung für uns alle.
Eine solche Herausforderung bin ich selber – was nützt alles reden um den heissen Brei.
Ich weiss, dass Form und Inhalt meines Engagements nicht der anthroposophischen Normalität entsprechen (ja, es gibt diese anthroposophische Normalität – siehe Fußnote: „Die sieben(!) Grundgesetze der anthroposophischen Normalität“).
Es ist ein normaler Vorgang, dass diejenigen, die sich nicht im Rahmen der Gruppennormalität verhalten, es ikn dieser Gruppe schwer haben.
Ob ich mich weiter – und es ist mein brennender Wunsch – für diese Anthroposophische Gesellschaft engagieren darf, das hängt nicht vom Schicksal ab. Es hängt davon ab, wer an diesem Tag die Mehrheit hat – und das ist nicht das Schicksal. Es sind die Menschen die da sind und die Menschen die nicht da sind. Ich vertraue restlos darauf, dass die richtigen Menschen die richtigen Entscheidungen treffen werden.
Ich denke, dass eine gesunde Streitkultur diesem Aufwärtstrend unterstütz. Manchmal machen wir Anthroposophen sehr ernste Gesichter...Glück – das ist manchmal ein kämpfender Mensch mit ernstem Gesicht.
Ich empfinde eine nervöse, aufgeregte und gewaltige Spannung, auch wenn ich an diesen 12. September denke. Doch das, was diese Nervosität, Aufgeregtheit und Spannung fühlt, ist selber ohne Nervosität, Aufgeregtheit oder Spannung. Dasjenige was die Steigerung und den Sturm des Fortschritts für die Anthroposophie will, ist selber ohne Steigung – es ist die Ruhe im Sturm.
In diesem Sinne geht es weiter: Am 18. September startet mein attraktivste Projekt des Jahres – ich habe keine Ahnung was passieren wird und fühle mich mit Freiheit beschenkt:
Der Musiker, Komponist und Theatergründer Michael Gees hat mich für ein Jahr engagiert, mit Jugendlichen öffentlich zu meditieren – bis zu einem Schlussprojekt im Herbst 2010.
Diese ÖKOMEDs werden im erweiterten Rahmen der Aktion „pottfiction Ruhr2010“ im öffentlichen Raum des Ruhrgebietes starten.
Ich werde diese Termine hier bekannt geben und es wird für uns alle enorm hilfreich sein, wenn wir viele weitere Gefährten der öffentlichen Meditation dabei haben.
Das Riff der Stille, das muss im Pott besonders kraftvoll sein – denn der Pott kocht und in der Hitze, der Großstadt, da meditieren wir.
Guerilla-Meditation überlässt den öffentlichen Raum nicht dem Terror des normalen Lärms. Guerilla-Meditation setzt sich mit der ganzen Persönlichkeit dafür ein, was über jede Persönlichkeit hinausgeht: Stille. Friede. Einfach – da – sein. Der große Zeuge des Lebens, dessen Herz das Leben selber ist.
Meditation öffnet unser Herz für den Schmerz – ohne selber Schmerz zu sein.
Sei dabei wo Du nur kannst! Lege die Maske der Gewohnheit und der Normalität ab. Zeige, das darunter ein Held leben will. Zünde den Sprengkörper der Evolution in Dir – was dort explodiert und die Welt nach vorne reisst, das ist der beste Teil von Dir selbst. Lebe Deine Mission, Mensch!
Die sieben(!) Grundgesetze der anthroposophischen Normalität:
1. Wir sind so unglaublich individuell, dass es uns als Gruppe gar nicht gibt.
3. Wer uns als Gruppe wahrnimmt, der irrt.
4. Wir haben als Anthroposophen keine gemeinsame Meinung.
5. Niemand kann uns und unsere Weltanschauung beurteilen, der nicht zu uns gehört.
6. Wir können jeden Menschen in eine Weltanschauungsschublade einordnen, sobald er nur den Mund aufmacht.
6. Wer uns kritisiert, hat sich nur noch nicht richtig mit Anthroposophie befasst.
7. Selbstverständlich ist vernünftige Kritik an Steiner gerechtfertigt – man wird aber, wenn man vorurteilslos und vernünftig an die Sache herangeht, nichts Kritikwürdiges finden können.
Donnerstag, 13. August 2009
Altar des Feuers
Wirklich: So stand das da. Und wirklich: So habe ich auch jahrelang gedacht. Steiner – sonst keiner.
Ich will keine große Geschichte darum machen, aber es waren schließlich nur wenige Minuten des Erwachens, die mich aus dieser Wurstpelle der anthroposophischen Dogmatik befreit haben.
Was denkst Du, was ich als erstes erlebte? Ich erlebte, wie sehr Rudolf Steiner tatsächlich aus einer wirklichen Wirklichkeit heraus gesprochen hatte. Ich sah es vor meinem inneren Auge, wie er mitten in der Liebe, dem Licht und der einfachen und dennoch unbeschreiblichen Wahrheit gestanden hatte.
Alle seine komplizierten Wörter und verschachtelten Sätze und Begriffe gingen in Flammen auf – alles brannte lichterloh. Alles was ich in allen Jahren mühsam an Büchern in mir aufgestapelt hatte, griff sich nun diese Feuer-Göttin und transformierte es in Licht und Liebe.
Denn aus Licht und Liebe waren alle seine Worte gemacht. Alle Worte? Nein, nicht alle. Ich erkannte nun, dass manches einfach nur flaches und bisweilen dummes Gerde gewesen ist, mit dem ich mich kein bisschen verbinden will.
Erst seit diesem Tag, ehre ich Rudolf Steiner tatsächlich als mein spirituelles Gravitationsfeld - ich kann nun besser museales von zeitlosem unterscheiden. Steiner steht nun mit einem Bild an meinem Schreibtisch, bekommt Blumen und Grüße und ist – eingerahmt zwischen Buddha und Neo – mein stiller Beobachter.
Oft sagen Menschen, dass man die unendliche Dimension des inneren Erwachens nicht beschreiben könne, dass sich das Nirvana der Liebe nicht in Worte fassen lässt – ja, etwas daran ist tatsächlich richtig. Worte sind einfach nur Worte über ETWAS, aber sie sind eben nicht diese ETWAS selber (was eben kein ETWAS ist).
Dennoch habe ich seit diesem Tag eine Referenzerfahrung. Und wenn in Dir dieses Feuer brennt, dann hast Du die Flammen der Prüfung in Dir. Und diese Prüfung ist sehr einfach.
Lege die Worte, die Begriffe, Ideen, Ideologien und Visionen in dieses innere Feuer der Wahrheit und siehe was geschieht. Brenne diese Worte und Begriffe? Gehen sie in Flammen auf und erzeugen sie nichts als Licht und Liebe?
Opfer alles, was Du in Deinem Verstand an Ideologien, Gedanken, Erkenntnissen, Begriffen, Wissen und Wörtern gesammelt und hart erarbeitet hast. Opfere es am Altar dieser feurigen Göttin der Liebe und des Lichts.
Ich weiss heute, dass dieses Feuer immer schon in mir brannte. Und ich weiss, dass dieses Feuer in jedem Menschen glüht oder brennt. Niemand ist ohne dieses Feuer. Dieses Feuer ist nichts, was Du entzünden kannst. Denn Du bist selber dieses Feuer.
Du kannst es nicht „machen“ – aber Du kannst es sein. Es gibt keine Formel, wie Du das Feuer erzeugen könntest, es brennt einfach in Dir und fließt als glühende Lava durch Deine Adern.
Es zeigt sich in tiefer und unnachgiebiger Liebe und Fürsorge gegenüber allen Menschen und Dingen. Bitte entdecke dieses Feuer Deines menschlichen Selbst und erkenne es, als eins und ewig mit dem Feuer, welches seit dem ersten Tag der Schöpfung für diese Welt brennt.
Es ist für manche Anthroposophen schwer anzunehmen, dass nicht nur Rudolf Steiner in diesem ewigen Feuer der Wahrheit brennt und die Menschheit mit Licht & Liebe zu Fürsorge und Fortschritt inspiriert.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass immer mehr (auch ältere) Anthroposophen wirklich ein Empfinden dafür bekommen, dass dieses Feuer nicht exklusiv für Anthroposophen reserviert ist.
Immer mehr Freunde Rudolf Steiners, werden zu Freunden der einfachen spirituellen Erkenntnis, die Rudolf Steiner als sein Leitmotiv so formulierte: „Es schlummern in jedem Menschen Fähigkeiten, durch die er sich Erkenntnisse über höhere Welten erwerben kann.” In JEDEM Menschen. Wir werden nur ZUSAMMEN reicher. WIR kommen nur ZUSAMMEN weiter.
Ich bin entschieden weiter in diesem Feuer zu leben – denn in Wirklichkeit, gibt es dazu keine Alternative.
Ich bin entschieden denen zu dienen, der vorbehaltlos bereit sind in dieses Feuer zu gehen und nicht nur mit dem Feuer zu spielen.
Montag, 10. August 2009
Danke für den Kuchen
Montag, 3. August 2009
Der Weg aus dem Dschungel der Einsamkeit
Kannst Du Dir die Freude und Erleichterung vorstellen, die er empfand? Er rannte zu dem Mann am Baum, umarmte ihn und er rief voller Glück: „Was für eine Freude!“. Und auch der andere Mann schien glücklich und freute sich wie ein Kind.
So ging es mir immer. Ich war einsam und der andere war einsam – dann trafen wir uns. Zuerst war die Begeisterung groß. Die Einsamkeit wich zunächst einer Gemeinsamkeit der Einsamen – aber das hielt nicht lange.
Am Anfang dauerte es lange, bis ich diese Rechnung begriffen hatte, doch am Ende erkannte ich immer schneller, dass die Summe von zwei Einsamkeiten einfach zwei Einsamkeiten ist und eben keine Erlösung, kein Frieden und keine Rettung aus dem Dschungel der Einsamkeit.
Als ich vor ein paar Jahren in die tiefe Erkenntnis meiner wahren Natur eintauchte, als ich erfuhr, wie einfach und anstrengunslos mein individuelles Ich zum All-Ich aufgehoben wird, da war mit einem Atemzug alle Einsamkeit verschwunden – bis zu diesem Augenblick.
An ihre Stelle trat etwas anderes: Alleine und vollkommen selig sein mit mir selbst. Eine ekstatische Liebe zu mir selbst – nur (und bitte trennt diese Sätze nicht), dass dieses Selbst nicht an Sebastian Gronbach gebunden ist. Dieses Selbst war einfach der ewige Grund von jedem Menschen. Das Herz aller Religionen. Der stille Friede in der Mitte eines jeden Wesens.
Als ich begann darüber zu reden, da war mir klar, dass dieses Reden über diesem Moment des Erwachens mit Schwierigkeiten verbunden sein würde. Ich schrieb dazu in meinem Buch – in der dritten Person:
„Er weiß auch, dass er sich verletzlich macht und verletzt werden wird. Er weiß, dass er nun zu Hause ist, und de weiß, dass er immer schon zu Hause war.
Er erkennt seinen eigenen Geist als in Ewigkeit eins mit dem universalem Geist. Es ist der glücklichste Moment seines Lebens – und dieser Moment dauert unaufhörlich an und hat alles von Grund auf verändert.“
Über die Schwierigkeiten will ich hier nichts sprechen – sie können in diversen Kommentaren nachgelesen werden.
Sprechen will ich darüber, was ich in meinem Leben geändert habe. Vor allem habe ich begonnen zu meditieren – einfach darum, weil Meditation der natürlich Zustand dessen ist, was ich damals erfahren habe.
Sobald ich in den Zustand der Meditation übergehe, expandiert dieser glücklichste meines Lebens. Und wenn ich andere in der Meditation anleite, dann überträgt sich diese Expansion.
Das ist kein Guru-Hokuspokus, sondern das einfache Überfließen der Leerheit – und überfließende Leerheit wird zu Liebe.
Es ist ein Teilen des Überflusses – das ist letztlich der einzige Grund für diesen Blog. Es gibt keine Einsamkeit mehr in mir. Es ist das Überfließen aus einer Mitte, das nur im Teilen zur Liebe wird. Was ist die Mitte?
Die Mitte ist die Stille. Die Mitte ist die Leerheit.
In der spirituellen Praxis bedeutet dies (in Oshos Worten): „Meditation ist die Mitte – Liebe umgibt sie. Meditation ist die Flamme – Liebe die Ausstrahlung davon. Meditation ist die Blume – Liebe ist der Duft.“
Liebe ist, wenn der Mensch aus der Leerheit überfließt. Lieben ist Teilen des Unteilbaren.
Wenn Du die Einsamkeit wirklich beenden willst, dann suche nicht nach anderen Einsamen – auch wenn das den eigenen Schmerz für kurze Zeit relativiert. Geteilte Einsamkeit bleibt leider Einsamkeit - geteiltes Leid ist auf lange sicht nicht halbes Leid. Zwei Unglückliche machen sich gegenseitig unglücklich.
Darum geht es in der Mediation als Weg aus der Einsamkeit: Du erfährst die radikalste aller Einsamkeiten. Du bist der einzige MENSCH und Du bist wie ein Kreis und ohne Anfang und Ende.
Du bist aufgehoben in Deinem eigenen & grundlosen Frieden.
Du bist Freiheit. Du bist Leerheit. Werde Leben. Werde Liebe.