Mittwoch, 6. Januar 2010

6. Januar

Wenn wir heute das Fest der heiligen drei Könige feiern, dann feiern wir die Weisheit aus dem Morgenland. (Morgenland und Abendland ist hier als universelle Weisheitstradition jenseits von Nationen gemeint) Wir feiern heute eine der beiden großen spirituellen Bewegungen. Es ist die Bewegung, die nicht schaut auf das, was Geschichte und historische Entwicklung ist. Die Weisheit aus dem Morgenland schaut vielmehr auf das, was nicht Geschichte ist.

Man kann sagen, dass das Morgenland unhistorisch auf die Welt schaut. Aber doch „unhistorisch in höchster Vollendung“ (Rudolf Steiner, GA139).

Mit unhistorisch ist das gemeint, was jenseits der Zeit liegt. Jenseits von Denken und Fühlen. Jenseits von Dingen. Das Ewige, was nicht von der Zeit berührt, nicht vom Zeitstrom erfasst und geformt wird oder wurde. Dasjenige, was in natürlichster Weise, stetige, ungeborene, nie gewordene und unsterbliche Gegenwärtigkeit ist.

Darauf schaut das Morgenland – oder besser: Aus dieser zeitlosen Perspektive heraus schaut das Morgenland.

Das gerade Gegenteil ist der abendländische Blick. Er schaut auf das was wird, war und ist – auf die Historie.
Er verbindet sich mit der Zeit, bekennt sich zu dem, was sich durch die Zeit entwickelt, setzt sich ganz der Lebendigkeit und den Gesetzen der Zeit aus. Er erforscht, formt, leidet, freut und prägt die Zeit, aus der Zeit heraus.

Die Zeit, das ist die große und rätselhafte Verbündete des Abendlandes. Die Zeit ist die Meisterin der Evolution – wir ehren sie ganz zurecht.
„From the perspective of evolution, time is all we’ve got“, wie es Andrew Cohen sagt.

Die Zeit kann man am besten ehren, wenn man sie aus der Zeitlosigkeit heraus würdigt.

Meine Lösung habe ich darin gefunden, dass ich die rasende knappen Zeit, die mir gegeben ist, aus der zeitlosen Ewigkeit heraus gestalte.

Für mich ist heute der Gedanke lebendig (und morgen ist es ein anderer Gedanke) dass ich jeden Tag mit dem Impuls des Morgenlandes beginne. Aus der raumlosen Ewigkeit heraus, in den engen Korridor des Zeitraums hinein – dort, wo die Zeit zur Evolution wird....Aufgang, Tag, Untergang, Nacht, Aufgang, Tag....

Und alles in dem Bewusstsein, dass die Sonne nie aufgeht und nie untergeht – sondern einfach nur ein wunderschönes Karussell bescheint...eines von vielen.

Ich muss lächeln, wenn ich das so erlebe. Ich denke, die Weisen aus dem Morgenland haben etwas mit einem Lächeln zu tun...Das Lächeln das genau weiss, dass selbst die Sonne ein Ende hat...und dann ist das, was nie endet: Kosmische Stille.

Manche finden das beängstigend. Ich liebe es.
Und wer mag kann es so sehen: Rudolf Steiner ist der abendländische Teil jener Seele, deren morgenländischer Teil Jiddu Krishnamurti ist.

Kommentare:

JANET hat gesagt…

OOOH jaaaa, die Sonne geht nicht auf und unter nur unsere Sichtweise! Ganz klar! Das Klärchen*!

*Synonym für Sonne

Thomas hat gesagt…

"Das Leben ist bunt, komplex, kompliziert und nicht zu verstehen – niemals."

Jawohl, Herr Lehrer!

Nachhilfelehrer hat gesagt…

Ach so

Sitzenbleiber hat gesagt…

Wirklich?!

Mutiger Sitzenbleiber hat gesagt…

Man kann doch mal fragen!

Oder?

So wird das Nichts hat gesagt…

Wenn Herr Gronbach die drei Könige als Repräsentanten einer Kultur des "Nichts" interpretiert, kann man sich natürlich fragen ob das stimmt, ob er Steiners Worte überhaupt richtig versteht...

Es ist aber die absolute Vollendung dieser drei (Denken Fühlen und Wollen), die Gronbach geflissentlich übersieht. Und von der eigentlichen Tiefe des Bildes bemerkt er rein gar nichts, denn: Was tun die drei Könige? Sie huldigen ihrem König, dem vierten Wesensglied, dem ICH BIN!

Gronbach propagiert mit seiner Meditationskampagne für den Rückzug in einen Urzustand zurück, der völlig antievolutionär ist (ICH BIN NICHTS), sonst würde sich ihm das Leben niemals als ein Karussell darstellen. Denn die Anthroposophie kennt keine unbewegte Ewigkeit, selbst Gott ist hier in Evolution und Gott ist bestimmt nicht nicht irgendwo im Nichts, sondern real als Christus im Erdenkörper inkarniert.

Die Anthroposophie spricht unter diesem Blickwinkel nur vom Diesseits, von der Zeit, daher spricht sie von Wesen, daher spricht sie von Evolution.

Wenn Gronbach im Nichts also keinen Gott finden kann - was dann? -
Die Frage nach dem Vor-Zeilichen ist sinnlos. Allein das Leben ist ewig. Über das Nichts gibt es eben nichts zu sagen, es ist der Nonsens, das Nicht-Licht, die Brechstange mit der Herr Gronbach die Anthroposophie begreifen will.

So wird das Nichts.

Anonym hat gesagt…

danke, sehr geehrter herr gronbach. nicht kirre machen lassen. danke nochmal.

so oder so hat gesagt…

Die geradezu als gewaltig zu bezeichnende Frohbotschaft, betrifft unser Karma!
Mit dem Jahr 1997 erklären wir feierlich für alle Kinder des Lichts: Das karmische Gesetz der letzten Äonen wird abgelöst durch das Gesetz der Resonanz.
Es ist nun eine genügend große Gruppe von erwachten Seelen zusammengekommen, um die Menschheit in diesem Punkt in eine höhere Existenzebene zu geleiten. Natürlich lassen wir jedem die Freiheit, sich nach wie vor für ,schlechte Taten' selbst zu bestrafen und zu geißeln, wenn es ihm Spaß macht, doch all jenen Kindern des Lichts, die sich entschieden haben, die Rückreise ins Licht jetzt anzutreten, sei gesagt
Lebt nicht mehr für die Sünden der Vergangenheit!
Richtet Euch auf, breitet Eure Flügel aus!
Werft allen Ballast ab und fliegt unbeschwert in Eure Zukunft! In dieser Zukunft wird Euch nur noch das erwarten, was Ihr momentan anzieht. Eure Erwartungen werden sich manifestieren, genauso wie Eure Ängste.
Deshalb löst Euch von allem, was Euch limitiert.
Trennt Euch von den falschen Freunden dieser Illusion: Der Angst, dem Stolz, der Eitelkeit und der Gier. Nehmt nur den einen, wahren Freund mit Euch: die Liebe. Das Leben des Erwachten besteht heute wie früher darin, sich in die inneren, aber ,gehobenen' Weisheiten zu vertiefen. Diese zu bringen, ist der Erlöser gekommen. Der Erlöser ist das Licht.
Der irdische Lebensweg ist der Lernprozeß von der Existenz des Lichtes als geistliches oder göttliches Prinzip in einem jeden von uns.
Der Erlösungsweg ist somit ein Selbst-Erlösungsweg und ist ein Aufstieg ins Licht und dieses Freiwerden kennenzulernen, ist kostbarer als jede frühere Anhängerschaft an bindende Lehren.

Anonym hat gesagt…

Mal wieder so ein versteinerter uralt Anthroposoph, nee, so kann das nichts werden. Kann einem echt leid tun, dass die so verwirrt sind. Dabei ist alles doch so einfach! Abwesenheit von Licht ist auch nur eine Form von Licht, muss man halt mal erwachen um das zu merken. Du musst nichts Tun, genau wie Sebastian sagt, es ist alles längst perfekt, und wenn Du genug hast vom Perfekten switch halt um ins Unperfekte, missioniere die Leidenden und fahr ne runde Karussell. Oder besser Geisterbahn, oder "Wesensbahn". Das ist geil. Das ist halt surfen. Und Steiner war auch nur ein Surfer. So ich switch jetzt mal wieder um ins Zeitlose. Mal sehen, wie lange, tschau, Kevin

Streber hat gesagt…

"Du musst nichts Tun, genau wie Sebastian sagt, es ist alles längst perfekt,..."

Jawoll, Herr Oberstudienratserleuchteter Kevin!
(Sebastian hats gesagt. Dann muss es stimmen - Oder?)

Der Märchenonkel hat gesagt…

jetzt aber husch,husch, wieder ab ins Bettchen liebe Kinder, Schlafwandeln ist nicht erlaubt und ihr kriegt nur kalte Füße.
träumt was schönes.

manroe hat gesagt…

Der "erwachte" Kevin möge sich bei seiner Landung aus dem Irrtum nicht die Flügel brechen. Bei solchen Fällen reicht mir "leid tun" nicht mehr aus, da meldet sich bereits echte Besorgnis um eine solche Seele.

Kevin -- wach richtig auf, Du träumst in Deinen Wünschen, bzw. Sie träumen Dich!

manroe hat gesagt…

@so oder so

Bei Deiner "Predigt" sagt mir schon der pure Instinkt, dass ich unter solchen Geistern mit Sicherheit niemals würde leben wollen!

Da beschleichen mich Visionen wie von Vampiren verfolgt. Da sehe ich "freundliche" "liebliche" Gesichter aus denen Augen schauen, wie von einer Trance gebannt. Menschlicher Geist scheint entwichen und es spricht durch einen solchen Leib eine ihn steuernde Macht die mich bannen möchte. Widerstehe oh Mensch - und wende Dich ab!

Da stehen sich dann zwei Wesen gegenüber, die sich gegenseitig "retten" möchten, obgleich ich dann merke, dass mein Retten ins Leere läuft weil mich hier ein anderer Kosmos anspricht.

JANET hat gesagt…

.. es kann sehr gut auch sein, dass du mit deinem Krankenschwestergehabe Menschen noch kränker machst.. Alles was von der Krankenschwesternorm abschweift ist krank.. und muss eingelullt werden.. Ich habe kalte Füsse, ist mir aber egal! Ich lass mir nicht sagen wann ich ins imaginäre Bett muss! Auch wenn es noch so zuckersüss klingt. Der Teufel machts ähnlich! Aber das ist ja total mystisch.. Zuckersüss braucht auch mal was olles Bitteres. Was verkaufst du eigentlich noch neben Wein, Brot? oder Kuchen?

Darf ich das jetzt abschicken? GOTT sag mal, darf ich?

"Ja mach"..hat er gerade gesagt!

ich steh gerade mal wieder zwischen Baum und Borke...

aber
mit

J

Die Märchentante hat gesagt…

Ich verkaufe alles, was ich habe und bin wer ich bin.

MonikaMaria hat gesagt…

♥♥♥
:-)

Schluss mit den Märchen hat gesagt…

Manche sehen hinter die Masken

MonikaMaria hat gesagt…

entlarvt

Der Schmetterling fliegt

die kleine Raupe Nimmersatt hat gesagt…

das hoffe ich doch sehr
:)

MonikaMaria hat gesagt…

Verpupp Dich mal. Wird ziemlich eng .... und dann: flieg ...... die Eier legt er nämlich erst dann: Mission Schmetterling.

Mission Verpuppung hat gesagt…

verflixte Erleuchtung!

MonikaMaria hat gesagt…

Wieso? Ist doch ganz einfach. JETZT geht seinen geregelten Gang.

«Verflixt» denkt nur der Mensch, der noch nicht fliegen kann.

Nach der «Röhre» schmeckt er den Nektar der Gaukler, die Äpfel und Birnen zu «durchbohren» interessiert ihn nicht mehr.
:-))

Bernhard Albrecht hat gesagt…

@ Monika Maria
Ist das alles, wozu der Durchgang durch die Röhre dienlich ist?!
Bin ich, wenn ich den „Nektar der Gaukler“ (beobachtungswert diese ins Wort geprägte Anschauung) schmecke schon wirklich in Gänze durch die Röhre gegangen? Oder schnuppere ich mit meinen Fühlern gerade einmal ein wenig vom Licht der Anderwelt?
Erlebe ich diese Anderwelt immer noch so, wenn ich mit aufrechtem Rückgrad durch die Röhre schreite und möglicherweise etwas weniger hindurch gaukele?
Das eigene Handling beim Durchgang durch die Röhre hat „so seine Auswirkungen“ auf die Anschauung, die sich mir dort dann eröffnen kann. Hier scheint es mir mehr als diesseits der Röhre darauf anzukommen, wie mein Beobachten ausgebildet ist.

Und auch dieses scheint mir in der Art seiner Aussage luftig, vielleicht allzu luftig von der zu Grunde liegenden Anschauung her ausgedrückt zu sein: „JETZT geht seinen geregelten Gang.“
Ist dieses Jetzt, so wie es sich hier gibt nicht ziemlich nahe daran (immer wieder?) als Luftblase zu platzen und mit welchen Konsequenzen für die Anschauungsergebnisse, die sich aus derartigen Luftblasen Tänzen für die eigene Wegfindung ergeben können?
Kann das Jetzt gehen oder geht das Ich in fortlaufender Selbst-Aktualisierung seinen Weg?!
Kann dies voraus sagend ein „geregelter Gang“ sein oder generiert das Ich seinen Gang schöpferisch?!
Ich hoffe, dass Sie diese Fragen mit ihren eingelagerten Möglichkeiten mehr als synergetische Bereicherung auffassen können, denn als ein „Durchbohren von Äpfeln und Birnen.“
Ich grüsse Sie von Herzen,

Bernhard Albrecht