Mittwoch, 20. Januar 2010

Gott – jenseits von Mythen & mitten im Leben

Kein anderes Wort verwirrt, spaltet und versöhnt mehr. Kein anderes Wort ist gleichzeitig die Quelle für heillose Kriege, für tiefen Humanismus und für größte Verwirrung. Gott ist dieses Wort, dass zahllose Fragen aufwirft. Die Postmoderne hat ihre Antwort auf diese Frage gefunden: „Frag nicht!“

In unserem Kurs, wollen Matthias Ruff und ich dennoch Fragen und mit Ihnen/Euch und den großen Weisheitstraditionen, zeitgemäße Antworten formulieren. Wir wollen dieses Wort aufklären um uns dem göttlichen Prinzip anzunähren.

Das englische Wort „Enlightenment“ meint zugleich „Erleuchtung“ und „Aufklärung“. Ich bin der Ansicht, dass wir in der Aufklärung unseres kindlichen Glaubens, zu lange einen Fehler gemacht haben:
GEIST
Wir haben mit dem mythologischen Ballast auch das wahre Herz der Religionen über Bord geworfen.

Oder wir halten krampfhaft an alten magisch-mythischen Vorstellungen von geistigen Welten fest, weil wir Angst haben, dass wir eine große Wahrheit verlieren, wenn wir diese überreichen Vorstellungen loslassen.

Aber, wie Jesus sagt, "eher kommt ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. ("Für das Menschliche in uns ist vieles unmöglich, was für den Gott in uns möglich ist." Math.10.25)

In Wirklichkeit öffnet sich hinter allem was wir loslassen nur noch ein weiterer Horizont von Schönheit. Immer klarer. Immer transparenter. Immer freier - und doch eine Herausforderung an unser Verantwortungsgefühl. Denn vielleicht ist das Himmelreich ja nicht das Ziel, sondern die Startlinie...

Das wahre Herz der Religionen ist selber keine Religion. Dieses wahre Herz wollen wir ansprechen – oder: Wir wollen uns von diesem Herz ansprechen lassen. Wach und aufgeklärt.

Wir denken manchmal, dass das Leben als aufgeklärter Mensch, dem Leben als erleuchteter Mensch gegenübersteht. Ich sehe das so: Das Gegenteil ist richtig.

Gerade für Menschen, die mit dem alten-Mann-mit-dem-Bart-Gott abgeschlossen haben und dennoch spirituell geblieben (oder geworden) sind, kann dieser Kurs in Berlin eine Einladung sein.

Aber auch für diejenigen, die gerade erst beginnen sich für Spiritualität zu interessieren aber dabei nicht ihre Rationalität verlieren wollen, ist dieser Kurs gedacht. Ich will, gemeinsam mit Matthias Ruff, den ich als Lehrer und Mensch überaus schätze, ausdrücklich auch die kritischen Geister einladen.

Letztlich ist es ein Wochenende für jeden, der sein Leben in sich zentrieren und es gleichzeitig auf etwas höheres ausrichten will – als fühlendes Wesen in Kommunion mit anderen fühlenden Wesen.

Neben der anthroposophischen Perspektive, wird es unterschiedliche Methoden und Werkzeuge geben: Yogaübungen, Meditation, Vortrag, Dialogische Übungen, Geführtes Zeichnen und die Theorie der "Die drei Gesichter Gottes" nach Ken Wilber.

Wir wollen nicht nur Fragen stellen und Antworten geben – wir hoffen mit Ihnen und Euch ein Wochenende zu gestalten, in dem wir selber zur Frage werden und die Antwort verkörpern.

Freitag, 12. März
Vortrag und Yoga Praxis
19–20 h Körper- und Atemübungen aus dem Yoga & Meditation
20–21 h Vortrag

Samstag, 13. März
Seminar
10–13 h und 15–18 h

Sonntag, 14. März
Seminar
10–13 h

Teilnahmegebühren:
Nur Freitag: 10 Euro
Wochenendseminar (inkl. Vortrag) 150 Euro

Weitere Infos, zu Ort, Person und Anmeldung hier.

Kommentare:

Thomas hat gesagt…

Ich empfehle zur Beantwortung der Frage, die in dem post gestellt wird, das Buch "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten" von Rudolf Steiner.

Hier wird detailliert ein Weg beschrieben, der in die geistige Welt führt und wodurch es möglich wird, die aufgeworfene Frage immer klarer durch sich selbst, durch sein eigenes Erleben, zu beantworten.

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Lieber Thomas, waren Sie schon in den höheren Welten?
Ich habe großes Interesse an Ihrem eigenen Erleben, Ihrer Klarheit hinsichtlich der aufgeworfenen Frage.

Danke für Ihre Antwort.

Herzlichst

Kerstin Zahariev.

Thomas hat gesagt…

Liebe Kerstin,

Ihr Interesse an meinen Erlebnissen ehrt mich.
Aber eigene übersinnliche Erlebnisse sind für mich eine persönliche Angelegenheit. Bezüglich des Sprechens darüber halte ich es mit dem, was Herr Gronbach am Samstag hier geschrieben hat: "Diskretion wird zur Meditationskraft".
Und ich denke auch, dass meine Erlebnisse Ihnen nicht wirklich helfen könnten. Außerdem finde ich diesen Ort (das Internet) hier unpassend zur Erörterung solcher Dinge (da zu öffentlich).

Wenn Sie aber wirklich Interesse an Berichten und Erfahrungen zum Thema "Höhere Welten" haben, dann lesen Sie doch in der anthroposophischen Literatur. Rudolf Steiner halte ich da für kompetent und er berichtet dort detailliert über die geistigen Welten.
Dort können Sie ganz bestimmt klare Antworten bezüglich der aufgeworfenen Frage finden.



Mein Versuch einer Antwort für Sie lautet:

Frage:
Wo sind Sie, wenn Sie denken?

Können Sie Ihre Gedanken mit Ihren Sinnen wahrnehmen?

Finden Sie einen Gedanken in Ihrem Gehirn?

Können Sie einen Begriff mit Händen fassen?

Wo sind Ihre Gedanken und Begriffe?

Und wo sind Sie, wenn Sie denken?

Hier können Sie anfangen, nach der geistigen Welt zu suchen.
Von da kann es dann weiter gehen.

Freundlichst

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Lieber Thomas, danke für Ihre Antwort. Ich lese Steiner, so oft es meine Zeit erlaubt.

Interessant ist Ihr Hinweis auf Diskretion, was das Schauen oder anderes Erfahren der geistigen Welt angeht.
Ich stelle mir gerade vor, Rudolf Steiner hätte genau das getan - er hätte Diskretion geübt, was sein geistiges Schauen betraf.

Was würden wir dann heute haben?

Sollte nicht vielmehr ein fruchtbarer Austausch darüber, Steiner Worte beleben und wichtiger Wegweiser sein für die eigene geistige Entwicklung?

Ist wirklich nur das Lese-Studium von Rudolf Steiners Werk der wahre Weg zu höherer Erkenntnis?

Herzlichst

Kerstin Zahariev.

Thomas hat gesagt…

Liebe Kerstin,

Rudolf Steiner hat, nach eigenen Angaben, viele Jahre gewartet, bevor er eigene geistige Forschungsergebnisse mitgeteilt hat.

Diese Vorgehensweise würden wahre Eingeweihte berücksichtigen. Und ich bin der Überzeugung, dass in Rudolf Steiner ein solcher Eingeweihter verkörpert war.
(Der Deutlichkeit halber: so ein Eingeweihter bin ich nicht. Das ist also nicht der Grund, weshalb ich hier nicht darüber sprechen möchte. Über meine Gründe habe ich oben ja bereits geschrieben)

Zum Thema Austausch:
Wenn ein Austausch so gesehen wird, dass man gemeinsam versucht die geistigen Forschungsergebnisse zu verstehen, dann denke ich schon, dass ein Austausch entwicklungsfördernd ist oder sein kann.

Zum Lesestudium:
Das Lesestudium geisteswissenschaftlicher Schriften ist, denke ich, der erste Schritt und der geeignetste Weg um sich den geistigen Welten auf sicheren Pfaden zu nähern.
Denn dort findet man Beschreibungen von Menschen, die diesen Weg bereits gegangen sind. In unserem Falle von Rudolf Steiner. Und ich weiß von keinem anderen, der eine bessere Weg- und Ortsbeschreibung gegeben hat.
Dabei kommt es gar nicht auf die Persönlichkeit an, die diese Mitteilungen gegeben hat. Allein die Mitteilungen selber sind es, die für mich wichtig sind.

Ein Beispiel:
Wenn ich jetzt nach Gdansk fahren wollte, dann würde es für mich auch sehr hilfreich sein, wenn ich eine Wegbeschreibung von jemandem bekommen könnte, der dort schon oft hingefahren ist. Und ich wäre doch dumm, wenn ich hilfreiche Hinweise, Warnungen und Ratschläge nicht annehmen würde.
Fahren muss ich ja dann selbst. Und auf dem Weg werde ich dann selbst sehen, ob die Wegbeschreibungen wirklich stimmen und ob ich auch dorthin komme, wo ich hin will.

Und: ich kann es tun oder lassen.

Herzlichst

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Lieber Thomas,

zu Ihrem ersten Absatz. Hat er das wirklich? Hat Rudolf Steiner wirklich viele Jahre gewartet, bevor er geistige Forschungsergebnisse mitgeteilt hat?

In den folgenden Jahren ab 1890 hat Rudolf Steiner als Mitarbeiter von Kürschners Nationalliteratur sich mit der Goetheschen Weltanschauung befasst und die veröffentlichten Bände dazu kommentiert. Ihm wurde dabei vorgeworfen, dass er nicht Goethes Weltanschauung darstelle, sondern seine eigene. Nachzulesen bei Wikipedia.
Er hat also bereits im Alter von 30 Jahren sein Schauen der geistigen Welt veröffentlicht, wenn auch vorerst nur in Kommentaren zur Goetheschen Naturwissenschaft.

Und ich glaube, er hätte es auch noch früher getan, wenn er die Gelegenheit dazu bekommen hätte. Rudolf Steiner war kein Mensch, der mit seinen Erkenntnissen aus der geistigen Welt im stillen Kämmerlein sass - nein, die ganze Menschheit sollte daran teilhaben, weil sie in ihrer Entwicklung längst soweit war und ist.

Ich akzeptiere Ihre Gründe des Nichtteilen-Wollens. Und ja, ich betrachte diesen Austausch hier als einen Versuch zum besseren Verständnis geistiger Forschungsergebnisse.

Ihr Bild von der beabsichtigten Reise nach Gdansk (ich danke Ihnen sehr für diese Schreibweise) gefällt mir sehr.
Doch stellen Sie sich nun einmal vor, Sie bräuchten niemanden der Ihnen eine Wegbeschreibung gibt, weil sie alles selbst sehen könnten - mit Ihrem eigenen geistigen Augen.

Wie würde sich das für Sie anfühlen? In welcher Weise würde Sie dann Rudolf Steiners Werk sehen und nutzen?

Herzlichst

Kerstin Zahariev.

Thomas hat gesagt…

Liebe Kerstin, er hat viele Jahre gewartet.

Rudolf Steiner wurde von seinen Gegnern noch viel mehr vorgeworfen, als Sie hier schreiben.
Und das war schon lange, lange vor Wikipedia. Und die Gegner hatten dabei keinerlei Hemmungen. Auch nicht davor, zu lügen. Und das tun die Gegner der Anthroposophie auch noch heute. Um das zu erkennen, muss man sich schon intensiv mit der ganzen Sache beschäftigen.

Und als er 30 Jahre alt war, da hat er schon selbst viele Jahre geistige Forschungen betrieben. Dieses Argument, das Sie da vorbringen ist keins.

Er hat aber seine Erkenntnisse im stillen Kämmerlein gelassen. Bis sie reif für die Mitteilung waren und bis die rechte Zeit da war und die Menschen da waren, die das verstehen konnten.

Er hat es als Aufgabe der Anthroposophischen Gesellschft angesehen, der Welt Wahrheiten der geistigen Welten mitzuteilen. Aber die Welt, die Menschen, haben sie damals nicht angenommen (bis auf wenige) und nehmen sie immer noch nicht an (bis auf wenige).
Es wird sogar alles getan, damit dies nicht geschieht. Vieles wird verbreitet an esoterischen Dingen. Geschichten, die die Menschen gerne hören. Von Liebe und Frieden. Von Brüderlichkeit und Einigkeit. Von Glück. Aber wo findet man Beschreibungen der geistigen Welten in der Art, wie sie Rudolf Steiner gegeben hat? Ich kann Ihnen nichts nennen. Hier, bei Mission Mensch, finden Sie auch nur schöne Worte,verführerische Worte. Aber eben keine geistigen Forschungsergebnisse.

Könnte ich selbst in die geistige Welt schauen, dann würde ich ja selbst das wahrnehmen, von dem Rudolf Steiner in Worten geschrieben hat. Dann könnte ich selbst erkennen, ob das wahr ist, was er geschreiben hat oder nicht.

(Weshalb erfreut Sie diese Schreibweise von Gdansk?)

Freundlichst

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Lieber Thomas,

diese Schreibweise erfeut mich deshalb, weil ich eine andere kenne, welche ich nicht mag, weil sie nicht anerkennt, was längst Geschichte ist - ich meine die Schreibweise Danzig.

Zitat Thomas: "...Könnte ich selbst in die geistige Welt schauen, dann würde ich ja selbst das wahrnehmen, von dem Rudolf Steiner in Worten geschrieben hat. Dann könnte ich selbst erkennen, ob das wahr ist, was er geschreiben hat oder nicht...."

Er schrieb die Wahrheit und nichts als die Wahrheit und seine Worte können dennoch nur ansatzweise das wiedergeben, was sich zeigt, wenn man in die geistigen Welten schaut.

Mir sagte mal eine Dozentin im Lehrerseminar für Waldorfpädagogen, dass sie gut verstehen könne, dass Rudolf Steiner mitunter sehr viel Alkohol getrunken habe - denn was da aus den geistigen Welten herunterströmt (im wahrsten Sinne des Wortes - ein gewaltiger Strom), kann man mit dieser irdischen Hülle kaum aushalten.

Und sie hat recht. Nicht umsonst rät Rudolf Steiner allen, die es versuchen, seine Nebenübungen zu machen, damit sie vorbereitet sind, wenn es soweit ist.

Ich wollte eigentlich nur sagen, dass sie niemanden mehr brauchen, der ihnen Landkarten zeichnet, ihnen Wegbeschreibungen gibt, Ihnen die Landschaft beschreibt - auf ihrer Reise, wenn Sie diese selbst sehen können, ohne auch nur einen Fuss in diese Gegend gesetzt zu haben.

Danke für Ihre Kommunikationsbereitschaft.

Herzlichst

Kerstin Zahariev.