Donnerstag, 7. Januar 2010

Risiko

Wenn man Psychologen fragt, warum Menschen sich nicht trauen ein Risiko einzugehen, dann sagt die Psychologie, dass dies mit Vaterlosigkeit zu tun hat. Wenn die nachhaltige, tiefe und positive Vatererfahrung fehlt, dann fehlt die innere Instanz, die einem den Rücken frei hält, das Rückgrat stärkt – dann fehlt vor allem eines: Risikobereitschaft.

Wenn eine Vaterfigur fehlt, wenn wir nicht auf die innere Stimme des Rückrates hören können, oder diese Stimme schwach ist, dann brauchen wir ein Rückgratersatz.

Dieser Rückgratersatz ist dann oft eine Ideologie, eine Weltanschauung, eine Norm oder jemand, den man immer dann zitieren kann, wenn einem die eigenen Worte als zu riskant erscheinen.

Aber es gibt kein Ersatz für das eigene Rückgrat. Es gibt kein Ersatz für den eigenen Vater. Es gibt keinen Ersatz für die Anerkennung, Zuwendung und Sicherheit, den uns der Vater geben kann.

Die Strategie keinen Fehler machen zu wollen (um die Anerkennung nicht zu verlieren), wird scheitern. Es ist die Strategie, wirklich alles falsch zu machen. Es ist die Strategie des Revolutionärs, der um Erlaubnis bittet um nicht angreifbar zu sein. Was bleibt vom Revolutionär, der um Erlaubnis für seine Revolution bittet?

Wenn Du die Welt wirklich verändern willst, wenn Du jemand sein möchtest, der die Welt einen Schritt nach vorne bringt, dann darfst Du eines niemals tun: Die Welt um Erlaubnis fragen.

Du wirst, sobald Du ein wirkliches Risiko eingehst, Fehler machen – das liegt in der Natur der Sache. In der Natur des Revolutionärs, in der Natur des Fortschritts. Du musst bereit sein, diese Opfer zu bringen – sonst bleibt die Welt wie sie ist und somit bleibt sie eben nicht. No risk - no fun.

Diejenigen, die sich auf der sichern Seite wähnen, werden auf Deine Fehler warten. Auf Deinen nächsten falschen Schritt. Auf Deinen Sturz. Deine blutige Nase. Dann werden sie Dich kritisieren. Das ist so. So ist Risiko.

Das größte Risiko besteht darin, den Schritt in das Nichts zu tun. Es ist der einzige Schritt, der nicht auf die Wege vertraut, sondern darauf, dass die Wege beim dem Gehen entstehen.

Der pfadlose Pfad entsteht dadurch, dass wir ins Nichts gehen.


Alte Menschen berichten erstaunlich übereinstimmend, dass sie risikoreiche Entscheidungen niemals bereuen. Selbst das bereuen sie nicht, was zu eigenem Schmerz geführt hat. Wichtiger sei ihnen eine Erfahrung, die der Mut zum Risiko gebracht habe. Nämlich die, dass es IMMER weiter geht.
Selbst der verkehrteste Schritt kreiert neue Wege, die immer wieder nur in das LEBEN führen. Manche ahnen, dass auch der Weg mit dem Schild „Tod“, ein Weg ins LEBEN ist.

Wenn Du wirkliche Freiheit für Dich und die Welt willst, gibt es keinen anderen Weg, als den des Risikos.

Worauf ich vertraue? Auf NICHTS. NICHTS ist mein Vater.

Kommentare:

Fackelträger hat gesagt…

Gronbach trivialisiert große Themen - ich liebe ihn dafür und habe den Traum, dass dieser Blog eines Tages ein täglicher, fester Bestandteil der BILDzeitung wird. Das wäre Revolution! Das wäre Flächenbrand!

Bis dahin trägst Du diese Flamme.

manroe hat gesagt…

Wenn man sich auf dem Wege befindet, dann benötigt man gewisse Grundhilfen wie z.B. Wachsamkeit, oder Neugier, Lernen-Wollen, bis dann eines guten Tages jemand auf meinem Wege mir begegnet mit in etwa folgender Ansprache an mich:

"Du hast jetzt vieles gelernt, Du weisst so manches. Du hast Dich daran gehalten, an das, was man Dir riet und es war gut so und richtig, war, wenn Du weiter willst.

Denn gewandelt bist Du bis jetzt auf Wegen, die nicht Du bereitet hast, sie galten Dir, um Dir Sicherheit zu vermitteln, das Gespür dafür, wie man geht. Du hast zwar gesehen und erlebt, was Dir neu war, aber es kam nicht von Dir. Es war nicht Deines, Dein Werk, nicht von Dir geschaffen.

Wenn Du das so sehen kannst, wenn Du das so siehst, endet ab hier Dein bisheriges Leben. Beginnen ab hier, tut jetzt Dein eigenes Leben. Der nächste Schritt heisst Mut für einen wirklichen Schritt, nicht Risiko! Und es geht auch nicht um fun, es geht, wenn überhaupt, um Freude, um die Freude und das Erleben am eigenen Werden durch Dich selbst. Dein Mut ist gefragt, weil Dir ab hier für einen eigenen Schritt niemand helfen kann. Du tust es, oder Du tust es nicht, es ist Deine freie Entscheidung.

Wenn Du weisst und dabei bist, ganz gegenwärtig und ursprünglich, wird Dein einziger Lohn die Erfahrung sein, Du selbst gewesen zu sein, ganz allein. Sein oder Nicht-Sein wird Dir Erleben. Du bist es wirklich selbst, der TUT aus Mut, nicht aus Risiko.

Fehler werden sich sofort bei Dir melden, sie sind Deine neuen "Führer" und korrigieren Dein anfängliches Wanken. Fehler sind Deine Freunde, nicht deine Feinde. Ab hier siehst Du die Welt von der "anderen Seite" und Dich selbst auf Dich selbst zukommen. Du kannst Dir bei Deiner wahren Geburt zusehen. Irgendwie gehst Du durchs "Sternentor" und siehst neue Freunde, die Dir zuvor unverständlich waren.

Du bist nicht allein, wird Dir Erleben. Und die Gespräche mit den neuen Freunden werden Beratungen sein. Wissen im aus dieser Welt bekannten Sinne gibt es nicht mehr. Wissen entsteht unmittelbar im Tun und erscheint in einer völlig anderen Gestalt, sie berührt Dich unmittelbar und total. Es wird sofort zum Leben, Du wandelst Dich, wenn Du hier wandelst.

Thomas hat gesagt…

@ Herr Gronbach

"Wenn eine Vaterfigur fehlt, wenn wir nicht auf die innere Stimme des Rückrates hören können, oder diese Stimme schwach ist, dann brauchen wir ein Rückgratersatz.

Dieser Rückgratersatz ist dann oft eine Ideologie, eine Weltanschauung, eine Norm oder jemand, den man immer dann zitieren kann, wenn einem die eigenen Worte als zu riskant erscheinen."


Herr Gronbach, Sie meinen, dass Sie etwas eigenes haben. Eigene Worte vermeinen Sie zu haben.
Und das, was Sie da haben steht für Sie über allem.

Was ist es aber, was Sie da haben?

Inhalte von Ideologien, die Sie bei anderen gefunden haben. Da haben Sie willkürlich extrahiert, die Teile vermengt und einen Einheitsbrei daraus gemacht. Einen pürierten Einheitsbrei, den Sie "integral" nennen.

Da ist absolut nichts Eigenes.

Und wen haben Sie hier nicht schon alles zitiert: Cohen, Wilber, Krishnamurti, und, und, und ... .

Wenn Ihnen Ihre eigenen Worte da zu riskant erscheinen, dann kann man daraus schließen, dass Sie dann wohl zu feige sind eigene Worte zu benutzen.



Weiter haben Sie geschrieben:
"Es ist die Strategie des Revolutionärs, der um Erlaubnis bittet um nicht angreifbar zu sein."

Und weiter:
"Wenn Du die Welt wirklich verändern willst, wenn Du jemand sein möchtest, der die Welt einen Schritt nach vorne bringt, dann darfst Du eines niemals tun: Die Welt um Erlaubnis fragen."

Genau das haben Sie getan. Sie haben doch in Amerika nachgefragt und dort um den Segen für Ihr ÖKOMED gebeten.
Und wie glücklich waren Sie, als Sie diesen Segen bekamen.

Sie haben in der Welt um Erlaubnis gefragt. Weil Sie nicht alleine stehen können.
Sie brauchen ein WIR. Nicht weil Sie anderen Gutes tun wollen, sondern weil Sie andere brauchen, weil Sie nicht auf eigenen Füßen stehen können.

Herr Gronbach, was sagen Sie zu dieser Inspiration?

(@ Andere: Bevor Sie kommentieren, lassen Sie doch bitte Herrn Gronbach mit EIGENEN Worten antworten - ob er die wohl findet?)

Anonym hat gesagt…

What I think is, that many people don't take you serious contains what Thomas said ... It will be a great jump in your outer and inner career and enlightening, at the moment, when people can learn YOU to know, your real inner thoughts and if you say, that the nothing is your father, people want to have proves of you :) You are fallen in love very strong and you are married for the second time since a few month, you live in a nice house, you have one son, and two 'new' girls/ 'daughters', you have a good free job, enough money, live in a democracy etcetc... so there is no prove that you trust in nothing - I think this is a lie - a self-lie perhaps ???
So if you would show people how you really risk your life for other people, from nothing and for nothing - this would be a great and lovely and acceptable prove for them and for yourself -- and with all this a real new 'theorie' ... what a great bang this could be - all this not for to show what is in you, but to be r e a l l y believable - they have the right to 'see' you acting R E A L L Y 'naked in the wind' - I'm sure you can be and do much more ! With much more power ! For a better world, for a better feeling, for the trust of the people you 'talk/ write' to :) So just do it ! Power and silence is a very good mixture !!! All the best for everything !

Versuchung hat gesagt…

Sounds like this: Matthäus 4,1-11 (Mk 1,12-13; Lk 4,1-13)

Das Nichts ist Gronbachs Schmollecke hat gesagt…

Herr Gronbach verkennt tragischerweise, dass durch die Imprägnierung der Seele mit Wahrbildern und Wesensbildern die Erkenntnisorgane für geistiges angelegt und ausgebildet werden. Diese würden ihm für sein nächstes Leben erhalten bleiben.

Das Nichts ist eine Nebenübung vorchristlicher Einweihungswege, als das Denken besonders geschult werden musste. Davon bleibt ihm im nächsten Leben nichts.

Dämonen kommen wieder, wenn das Haus leer steht. Andere Gäste muss man schon einladen.

Lade doch mal den Christus in dein Nichts zu Dir ein, ok?

Anonym hat gesagt…

He, lasst doch dem Gronbach noch ein paar Federn,ey. Das was er hier beschreibt kommt ja wohl in jedem Märchen und in jeder Legende vor, und bestimmt auch in der Bibel. Freiheit ist Risiko, ist doch klar. Autonomie zu spüren ist doch schon mal ein Anfang, lasst den Anfängern doch auch mal eine Schangse! Und wenn er heute "Nichts" sagt, ist er vielleicht einfach ehrlich, weil er eben noch nichts anderes erkennt, is doch klar, oder?

Bernhard Albrecht hat gesagt…

@ Manroe

Welch eine Freude!!!

Bernhard Albrecht

Nene hat gesagt…

@Manfred
willkommen
was juckt dich noch die Frage ob Gronbach irrt?

Nene hat gesagt…

"Der pfadlose Pfad entsteht dadurch, dass wir ins Nichts gehen.

andere Worte für die einzige eine Wahrheit des SEINS

danke Sebastian, das du den gesamten blog ins Leben gerufen hast.
Er lässt sich wunderbar als ein Wetzstein nutzen für das Messer, mit dem man sich selbst schälen kann wie eine Zwiebel.
Das Messer ist die absolute Bereitschaft zur Wahrheit jenseits jedes Pfades und jeder Lehre.
der Kern der Zwiebel ist Mensch

MonikaMaria hat gesagt…

«Der Kern der Zwiebel ist Mensch .....»
(schönes Bild)

.... und der ist unsichtbar sichtbar ....









@Manfred
Danke für Deine Blumen.

manroe hat gesagt…

".... und der ist unsichtbar sichtbar ...."

Dem ist so. Aber dieser Zusammenhang hier ist augenblicklich ein ANDERER.

Auch im Geistigen gibt es Bezüge, grade da! Und an die sollte man sich halten, sonst verirrt man sich nämlich, im Alleins.

Wenn Du das so sehen kannst, bitte für die Blumen.

♥:))♥

MonikaMaria hat gesagt…

..., bitte für die Blumen.

Ich bitte, dass die Sonne wieder kommt. Im Moment liegen die Blumen unterm Schnee und machen Winterschlaf .... Lach ...

.... Dem ist so. Aber dieser Zusammenhang hier ist augenblicklich ein ANDERER ....
Danke Manfred ....

Bitte.

Ich bitte, dass die Sonne wieder kommt. Im Moment liegen die Blumen unterm Schnee und machen Winterschlaf .... Lach ...

.... und der ist unsichtbar sichtbar ....

MonikaMaria hat gesagt…

♥♥♥Manfred♥♥♥

manroe hat gesagt…

Na geht doch ((:))

MonikaMaria hat gesagt…

Na geht doch ((:))

♥♥♥M+M♥♥♥

♥♥♥.♥♥♥


.



♥♥♥.♥♥♥



♥♥♥M+M♥♥♥



Na geht doch ((:))

manroe hat gesagt…

Es lebe das noch Unsichtbare - zumal sich alles sehen lässt!

na sehn Sie! :)))

JANET hat gesagt…

oaah Monika ist wieder da.. ich fühl mich gleich wieder sauwohl hier.. Auf die Couch schmeiss und die Beene uffn Tisch... So!

Sorry mach ich natürlich nicht..will nur meiner Freude Ausdruck verleihen...

ich wünschte ach..naja

ES schneit hat gesagt…

Für Dich Janet ♥

Lieber Grunz
MM

? - cambia la tua vita ("meraviglia mix") hat gesagt…

Für Dich Manfred ♥

Nicht lustig.. hat gesagt…

*pfeif*

MonikaMaria hat gesagt…

*piiieps*

JANET hat gesagt…

die Vögel von den Dächern..

aber im Grunde ist DAS völlig egal!
pieps dich doch mal bei facebook ein..das wäre echt eine Bereicherung. :o))))))

MonikaMaria hat gesagt…

Manno, wozu? Ich hab bis jetzt Stand gehalten. :-))))

Everyone Loves You When You're Down hat gesagt…

ach schon gut..

hier das ist so schön von Nene!

Witzbold hat gesagt…

Jeder der sagt, er habe das höhere Nichts oder das wahre Nichts gefunden unterliegt dem Irrtum der Getrenntheit. Jeder der sagt: „Wer das erkennt, verliert buchstäblich Nichts und gewinnt NICHTS“ oder „Worauf ich vertraue? Auf NICHTS.“, der träumt von einer Beziehung zwischen seinem Nichts und einem höheren NICHTS. Solche Beziehungen gibt es nicht.

Es gibt im letzten Sinne überhaupt keine Beziehungen. Es gibt letztlich nur ein einziges Nichts: Und Du wirst das Nichts, wenn Du nicht ins Nichts gehst.

Witzbold hat gesagt…

Mann könnte auch sagen: die Gronbachsche Gebetsmühle oder:
"Rad des Wirrwarrs, der Egozentrik und des Getrenntseins"

kleine Synapsenkunde hat gesagt…

Witzhold, ich verstehe das nicht..fehlen mir vielleicht Synapsen im Gehirn?

der Otto hat gesagt…

@ kleine Synapsenkunde

Anscheinend!
Lassen Sie doch mal nachschauen.

Und ewig rattert die Meckermühle hat gesagt…

Blubb!!

Quer- hat gesagt…

Schnitt

Bernhard Albrecht hat gesagt…

@ Fackelträger

Können Sie sich Fackelträger nennen, wenn Sie im gleichen Atemzug innerlich zurücktreten und Herrn Gronbach das Tragen der Flamme überlassen.
Geht das, Fackelträger zu sein, ohne das die Fackel brennt?
In Brand gesteckt werden kann die Fackel aber nur durch das eigene Ich. Wer sich dieser "elementaren" inneren Beobachtungsgegenwärtigkeit eigenen Tuns nicht unterzieht, der träumt und die Revolution schreitet über ihn hinweg, ohne dass er auch nur die Spur davon bemerkt.
Die Bildzeitung macht es täglich vor, wie Millionen in Schlaf gehalten werden können!
Ich hoffe, Sie träumen jetzt nicht weiter und warten mit dem "Augenreiben" und "von Innen her aufstehen" bis die Kolumnen von Herrn Gronbach hier in der Bildzeitung abgedruckt werden!
Es könnte nämlich durchaus sein, dass die Welt vorher untergeht und dieser Untergang Sie im Schlaf erwischt.
Auf welcher Seite wollen Sie also stehen, auf der Seite träumender Revolutionäre oder wacher, sich selbst managenden Ich-Aktivisten?

Bernhard Albrecht

MonikaMaria hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Ameli Zieseniß hat gesagt…

Mann merkt, hier wissen wieder mal alle tierisch gut Bescheid.