Freitag, 26. Februar 2010

Weisheit & Mitgefühl

In Dir ist Endlosigkeit. In Dir ist Ewigkeit. Nichts geht über Dich hinaus, oder liegt ausserhalb von Dir. Du siehst die Dinge einfach wie sie sind. Du richtest nicht, Du bewertest nicht – alles erscheint Dir, so wie es erscheint, in vollkommener Perfektion.

Du bist alles Böse & alles Gute. Du bist der Schmerz & die Heilung und es macht keinen Unterschied. Du bist der große Geist.

Und in dieser umfassenden, unermesslichen Soheit, bist Du auch das Herz. Das große Herz.
.....
Du bist die Sorge und die Liebe. Du kannst Unterscheiden. Wenn Du Schmerz siehst, willst Du heilen, wenn Du Leid fühlst, willst Du lindern, wenn Du Ungerechtigkeit erkennst, willst Du Gerechtigkeit erreichen. Du willst Veränderung zum Guten. Du sehnst Dich nach der Heilung und der Liebe für alle Wesen.
...
Du bist der Schlaf - Du bist die Sonne, die über dem Schlaf wacht.

Erkenne, dass Du die Weisheit bist, die nichts trüben kann.
Erkenne, dass Du das Mitgefühl bist, dass alles Trübe in das Reine führen will.

....
Verstehe Deine Herz.
Fühle Deinen Verstand.


„Die Herzen beginnen, Gedanken zu haben; die Begeisterung entströmt nicht mehr bloß mystischem Dunkel, sondern gedankengetragener Seelenklarheit.“ Rudolf Steiner


Donnerstag, 25. Februar 2010

Wer bin ich?

Welches ist das tiefste Bedürfnis des Egos? Das tiefste Bedürfnis des Egos ist es, sich selbst als etwas Einzigartiges zu betrachten. Das Ego kennt letztlich nur ein Gefühl, ein Bedürfnis, eine Gier und alles mündet immer in diesen Fragen: „Bin ich etwas besonderes? Was ist das Spezielle an mir? Was an mir ist einzigartig? Wer bin ich, im Vergleich zu anderen?“

Es ist wichtig, dass Du den Unterschied siehst, zwischen Deiner tatsächlichen Einzigartigkeit und dem Bedürfnis danach, einzigartig sein zu wollen.

Ja – Du bist einzigartig. Aber das ganze Potential Deiner Einzigartigkeit, wirst Du erst voll ausschöpfen können, wenn das Bedürfnis nach Einzigartigkeit vollkommen abgestorben ist.

Deine Spezialität wird sich erst voll entfalten können, wenn Du jegliches Interesse an dem Mysterium Deiner Person verloren hast.

Das Ego wird immer wieder Wege suchen, sein Bedürfnis nach Einzigartigkeit zu befriedigen.
......
Das gewitzte Ego im Wassermannzeitalter, hat zum Beispiel das Feld der Spiritualität entdeckt. Ich habe nichts dagegen, dass Menschen sich mit dem Gedanken von Reinkarnation und Karma beschäftigen – aber frage Dich selber: Inwiefern ist das Interesse an karmischer Forschung das Bedürfnis nach Einzigartigkeit? Will ich nicht ständig wissen, was meine Besonderheit ist?

Nochmal: Es geht nicht um die Leugnung von Unterschieden. Es geht um das Bedürfnis unterschiedlich sein zu wollen.

Darum frage ich nicht: Wer bist Du? Sondern: Wie lebst Du? Ja, Du bist eine Mission. Ja, Du bist göttlich. Ja, Du bist einzigartig. Und wie lebst Du jetzt Deine Mission? Benimmst Du Dich göttlich? Was ist Dein einzigartiger Beitrag?

Wenn Deine Seele erwachen soll, dann musst Du bereit sein, alle Frage nach Deiner Einzigartigkeit zu begraben. Wenn Du zu dem Mysterium Deines wahren Selbst vordringen willst, dann musst Du bereit sein, die Fragen und die Antworten nach Deiner Einzigartigkeit loszulassen.

Wenn Du Dich erkennen willst, dann musst Du auf eine Antwort bereit sein, die Dir absolut NICHTS sagt. Oder wie Andrew Cohen es ausdrücken würde: Genau der Teil von Dir, der die Antwort wissen will, wird die Antwort nie erfahren.

Dem, was Du wirklich bist, kannst Du nie begegnen. Das, was Dein wirkliches Wesen ist, kannst Du nie berühren.

Alles, was an Dir gierig wissen will – alles, was an Dir Bedürfnis nach Einzigartigkeit ist – alles, was getrennter Individualität sein will – das alles muss „in das unbegreifliche Geheimnis hineinsterben“. (So nennt es Andrew Cohen. In einer mythologischen Tradition bezeichnet Rudolf Steiner dies als „In Christo morimur“).

Wenn Du vor dem Spiegel stehst und dieses „Wer-bin-ich-Bedürfnis“ auftaucht, dann musst Du bereit sein, zu töten...und zu sterben. „Denn wer das Ego abtötet, der lebt ein ewiges Sein.“ (Rudolf Steiner*)

Du erwachst dann in einem Zustand des Nicht-Wissens. Du blickst in den Spiegel und diese eine Frage ist einfach so verschwunden: „Wer bin ich?“

Was bleibt, ist Freiheit.
EINFACH FREIHEIT
* Das Zitat stammt aus Steiners "Credo". Dort benutzt er statt "Ego" das Wort "Selbstheit", in diesem Sinne von Ich-Bezogenheit.

Montag, 22. Februar 2010

Steiners Erben

5000 Schweizer haben den Anthroposophen-Film bereits gesehen. Auch einige deutsche Zuschauer und Kritiker haben bereits „Zwischen Himmel und Erde“ geblickt. Nächste Woche feiert Christian Labharts Film in Köln Deutschlandpremiere - mit einem Podiumsgespräch. Als einer der Protagonisten ist es ein lustiges Gefühl, dass Kritiker u.a. meinen Auftritt benoten und ich den Film noch gar nicht kenne.

Wenn ich daran denke, dass von den drei Tagen, die wir gedreht haben, nur zwanzig Minuten zu sehen sind, dann ist das komisch. Sofort gibt es eine Stimme in mir die rufen will: „Hei – das bin ich gar nicht. Ich hab viel mehr gesagt. Ich habe noch andere Seiten, ihr seht mich gar nicht ganz – das sind nur lächerlich begrenzte Ausschnitte“. Stimmt – aber ist das nicht etwas, was jeder von uns kennt? Niemand wird ganz und vollkommen wahr genommen.

Immer sehen wir nur kleine Ausschnitte, Zitate und das was wir im inneren Schneidetisch sehen wollen.
STEINER
Immer machen sich Menschen ein bestimmtes Bild, oder nehmen nur einen Teil von uns wahr. Das Leben eines Menschen ist ein ewiges „Aus-dem-Zusammenhang-gerissen-sein.“

Ein Film macht dies nur auch brachiale und auch schöne Weise deutlich, was jeder Mensch erlebt. Jeden Tag. Das ist ok, normal und egal. Und wer guten Willens ist, sieht durch dieses kleine Fenster, was wirklich zählt. Das Wesentliche liegt eh hinter unseren Worten und jenseits von unserer Person.


Regisseur Christian Labhart stellte mir ein paar Fragen –
ich habe geantwortet:

Sebastian, Was ist dein ganz persönlicher Ansatz in der Anthroposophie?
Ich will mein Herz dabei spüren. Und mein Rückgrat - und ich will dieses zeitlose Gefühl von Lebendigkeit auch in anderen anderen Menschen ansprechen.
STEINER
Und ich will, dass Anthroposophie der ganzen Evolution dient. Ich will meinen Beitrag dazu geben, dass wir die besten Teile integrieren (und wir haben großartige Teile) und auf den nächsten Level heben – dabei muss man auch Dinge aussortieren.

Gemeinsam mit vielen inspirierenden Menschen, will ich Anthroposophie auf dem neusten Stand haben – und der neuste Stand, ist zur Zeit jenseits der Anthroposophie. Das gelernt zu haben, war eine bittere Speise für mich.

Im Vergleich zu dem geistigen Riesen Rudolf Steiner mögen wir Zwerge sein. Aber wir stehen auf seinen Schultern und können also weiter sehen als er. Wir verfügen über sein Wissen PLUS dem Wissen von 85 Jahren.
STEINER
Stell Dir vor, Du willst mit einem Menschen die Zukunft gestalten und dieser Mensch hat noch nie etwas von Joseph Beuys, Peter Sloterijk, Jacques Derrida, Heinrich Böll oder Michel Foucault gehört. Er würde nicht wissen wer Jonny Cash, Bob Dylan, Jimi Hendrix, John Lennon, Michael Jackson oder Stanley Kubrick ist.
STEINER
Wie würdest Du Dialoge mit jemand über Gott und den Menschen führen, der bei den Namen Ken Wilber, Eckart Tolle, Andrew Cohen, Martin Luther, Mutter Teresa, Nelson Mandela oder dem Dalei Lama, ahnungslos mit den Schultern zuckt? Dieser Mensch hätte noch nie vom Holocaust, nie von Hiroshima, nie vom Sowjet-Gulag, nie vom 11. September, der Berliner Mauer und auch nie etwas vom Internet gehört....Die (inneren) Dialoge mit diesem Menschen wären nur sehr eingeschränkt möglich - dieser Mensch ist Rudolf Steiner.
STEINER
Was ist in Deinen Augen ein Erbe Rudolf Steiners?
Ein Erbe Steiners, das ist jemand, der dieses Erbe als Kapital investiert. Dort wo er es investieren will. Gewinnbringend und zum Wohle aller Wesen. Es liegt in der Natur der Investition, dass das Erbe, als investiertes Kapital, nicht mehr so ausschaut wie als Erbe.

Was bedeutet dir Steiner?
Rudolf Steiner ist in einem bestimmten Sinne der wichtigste Mensch in meinem Leben. Rudolf Steiner ist mein spirituelles Gravitationsfeld und mein Schlüsselmeister zur Welt des Geistes – andere haben andere Schlüsselmeister. Es gibt verschiedene Türen, aber alle führen zum einen Geist.

Was wünschst du dem Film auf seinem Weg zum Publikum?
Ich habe ja keine Ahnung wie der Film geworden ist. Trotzdem wünsche ich dem Film großen Erfolg – auch kommerziell. Ich wünsche dem Film, dass er einen Beitrag dazu leisten kann, dass Anthroposophen als Menschen gesehen werden, die Ihr Leben als eine Mission leben.

Jeder Mensch ist eine Mission – und der Film kann zeigen, dass Anthroposophen Menschen sind, die sich entschieden haben, die „Mission Mensch“ erfüllt zu leben – in ihrer ART und im Chor von ALLEN.
STEINER
Mit allen Irrungen und Wirrungen und doch zum Wohle aller Wesen und des ganzen Universums. Man könnte fragen: „Ist das nicht ein bisschen zu viel des Guten?“ Ja, genau: Ein Anthroposoph ist jemand, der immer zuviel des Guten will – er wird sein Ziel nie erreichen. Das lässt ihn gleichzeitig etwas lächerlich und ebenso heroisch erscheinen.

Wie siehst Du Deine Rolle in der Anthroposophie, Sebastian?
Es ist eben eine bestimmte Rolle im endlichen Drama zwischen Himmel und Erde. Stell Dir vor, Christian, alle Anthroposophen wären so "feinsinnige Denker" wie unser Chef Bodo von Plato? Ach Du lieber Himmel! Diese Vorstellung ist fast so gruselig wie die Vorstellung, dass wir alle solche Lautsprecher wie Gronbach wären. Wir sind verschiedene Instrumente in einem Orchester - man sollte die Trompete nicht gegen die Geige ausspielen.

Deutschland Premiere:
Zwischen Himmel und Erde - Anthroposophie heute


Datum: Mittwoch, 3. März 2010
Zeit: 19:30 - 22:30
Ort: Köln - Filmforum NRW im Museum Ludwig
Straße: Bischofsgartenstr. 1

Im Anschluss findet ein Podiumsgespräch in Anwesenheit des Regisseurs Christian Labhart, Sebastian Gronbach (Journalist info3), Claudine Nierth (Vorstandssprecherin des Vereins Mehr Demokratie), Michael Schmock (Vorstand Anthroposophische Gesellschaft), Susanne Wende (Waldorf Lehrerin), Prof. Dr. Marcelo da Veiga (Rektor Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, angefragt) und Nils Zehnpfennig (Vorstand Alive AG, ehem. Waldorf Schüler) statt. Moderation: Andreas Rothkegel (Heilpraktiker und Gestalttherapeut).

Reservierungen über Kino Gesellschaft Köln Tel: 0221 - 469 42 40 oder info@kinogesellschaftkoeln.de

Samstag, 20. Februar 2010

Die Tür

Wenn Du einmal begriffen hast, dass weder Reichtum noch Armut, weder Siege noch Niederlagen, weder Gesundheit noch Krankheit und weder die Liebe Deines Partners, noch die Bosheit Deiner Feinde von Dauer ist; wenn Du begriffen hast, das gar nichts – auch nicht weise Worte und spirituelle Lehren – von Dauer sind, dann stehst Du kurz vor der Depression. Oder dem Erwachen.

Wenn Du zutiefst begriffen hast, dass auch Du irgendwann einfach verschwunden bist – folgenlos – dann kommt die Verzweiflung. Oder die Erleuchtung.

Erleuchtung bedeutet hier nichts anderes, als eins mit dem tiefen & stillen Frieden zu sein, der jenseits aller Formen lebt. (Es gibt noch eine zweite Erleuchtung, aber das ist eine andere Geschichte.)

Dein Glück wird dann kein Glück mehr sein, was im Unglück einen Gegenpol hat.

Dein Glück wird dann eins sein mit Unglück, aber beide heben schlichtweg ihre Bedeutung verloren. Es sind bloß noch Worte – aber Du lebst jetzt jenseits der Worte.


Denn Du hast Deinen Frieden gefunden, der weiter ist als Glück und umfassender als Unglück. Ich könnte auch sagen: Du hast mit Glück und Unglück Frieden geschlossen.

Alles, wirklich alles, wird einmal verschwunden sein. An einem Tag, wird sich die Evolution in sich selber aufheben. Gott hat sich in uns ausgelebt.

Die Energie, aus der vor Milliarden Jahren alles hervorgekommen ist und die Du jetzt in Dir als leidenschaftlichen Drang zur Höherentwicklung fühlen kannst – sie wird sich erfolgreiche verwirklicht haben. Auch durch Dich. Das ist im Grunde die "zweite Erleuchtung."
wach
Dann wird sein, was immer war: Der tiefe & stille Frieden. Bis Gott wieder Lust auf ein neues Abenteuer hat...

In der Depression bist Du einen Schritt vor dem Tor zu diesem Frieden. Noch kannst Du nur lesen was als Schild darauf steht: „Hinter dieser Tür ist NICHTS. Komm herein und werde NICHTS. Es ist sinnlos.“ Diese Tür wirkt abschreckend und verspricht doch alles, wonach Du Dich je gesehnt hast. Dieses Paradox macht Dich wütend, traurig und depressiv.

Aber wenn Du wirklich diese Tür öffnest, dann wirst Du in dem unbeschreibliche Nicht-Zustand sein und erfahren können, dass es ein NICHTS ist, welches jenseits von Glück oder Unglück lebt.

Jenseits dieser Tür bist Du nicht länger zufrieden oder unzufrieden. Sinn und Unsinn heben sich auf. Du bist einfach der FRIEDEN selbst.

Wie man durch diese Tür geht?
Welche Tür?

Freitag, 19. Februar 2010

Ich habe ein Herz für Reiche

Ich habe eine Schwäche für Stärke. Ich verliere mich in Siegern, ich bewundere die Schönen, verehre das Edle und habe ein Herz für Erfolgreiche. Und ich denke, das Beste, was ich für die Leidenden tun kann, ist nicht einer von ihnen zu sein.

Bei der Befreiung von Leid, geht es letztlich nicht bloß um meine persönliche Befreiung aus dem Leid - es geht darum, dass ich durch meine Befreiung tatsächlich die Welt von meinem Leid erlöse.

In unserem Land ist etwas verdreht. Anstatt dass alle begeistert von den Glücklichen, Erfolgreichen und Befreiten lernen wollen, greifen wir sie an und fordern sie auf, sich für ihren Erfolg zu rechtfertigen.

Ausserdem fordern wir ultimativ von Ihnen, dass sie den Armen, Leidenden und Gefangenen zu helfen hätten – aber wir übersehen, dass diese Menschen bereits das Wichtigste getan haben: Sie haben dafür gesorgt, sich vom Leid zu befreien. Sie sind aus dem Dschungel der Einsamkeit entkommen. Das finde ich große Klasse!


Der Freigeist mag dann den heilige Drang fühlen, selber ein Befreier und Helfer zu werden. Ja, er kann sich in gewisser Weise nicht ganz frei und ganz glücklich fühlen, wenn nicht ALLE frei und glücklich sind. Aber das ist seine heilige Liebe, die aus ihm heraus drängt. Doch darauf hat niemand einen Anspruch. Niemand hat das Recht diese Forderung zu stellen. Der Freigeist handelt aus Liebe zur Tat - nicht aus Pflicht.

Viele denken? „Ja – aber auf wessen kosten sind denn die Erfolgreichen erfolgreich?!“ Verrückt oder? Wir sind in einer inneren Gefangenschaft, die nur in solchen Kategorien denken kann. Wir denken oft, dass Reichtum, Glück und Freiheit auf der Armut, dem Unglück und der Gefangenschaft aufbaut. Das kann sein. Ist aber kein Gesetz. Es ist eine Bewusstseinsfrage.

Dieses „Armutsbewusstsein“ gründet auf der Annahme, dass wir in einem System aus Mangel und Beschränkung leben. In diesem Bewusstsein herrscht die falsche Furcht, dass jemand verlieren muss, damit jemand anderes gewinnt.

„Ein Wohlstandsbewusstsein dagegen gründet sich in der Annahme, dass das Universum mehr als genug für Dich und alle anderen bereitstellt. Es ist das tröstliche Wissen, dass es eine überreiche Versorgung mit allem gibt, die sich auch bei Entnahme niemals erschöpft.“ (Larry Winget)

Mein Herz hat immer schon für "die da oben" geschlagen - auch und vor allem wenn ich unten war. So sehr, dass ich mich nun dafür engagiere, dass möglichst viele Menschen zu den Reichen, Starken und Freien gehören können. Mein Spezialgebiet ist innerer Reichtum, innere Stärke und innere Freiheit.

Ich bin ein Fan von Reichtum, Stärke und Freiheit. Von Glück und Zufriedenheit. Ich bin ein Fan vom Masarati-Mann: "Der Schwache braucht Hilfe. Aber muss der, der Hilfe bringt, schwach daherkommen?"
Manchmal beklagen wir uns, dass sich die Reichen, Glücklichen und Starken, von den Armen, Unglücklichen und Schwachen abwenden. Der Grund liegt auch darin:

Die Reichen, Glücklichen und Starken sind es manchmal leid, sich ständig rechtfertigen und verteidigen zu müssen – irgendwie unterstellt man dem Glücklichen er habe etwas falsch gemacht.
Dabei ist der Glückliche vor allem bereit, auf eine Sache verzichten. Und zwar auf Leid. N.D. Walsch: "Ich habe gelernt auf jede Einschränkung meiner Lebensqualität zu verzichten". Darum verzichtet er nun darauf, angegriffen zu werden. Er teilt gerne sein Wissen und seine Erfahrung – aber er rechtfertigt sich nicht gerne.
Die oberen Zehntausend sind nicht mein Feindbild - sie sind mein Vorbild.
Klingt das zynisch? Schau Dir die Welt an. Wir huldigen einer Leidkultur und wir verachten die Glückskultur. Das ist Zynismus.

Es ist Zynismus und schadet den Armen, Schwachen und Unglücklichen, wenn die Reichen, Starken und Glücklichen nicht mehr leuchtende Vorbilder sein dürfen. Es ist Zynismus gegen die Evolution. Die Evolution ruft immer den einen Ruf: Darüberhinaus!

Es ist ein Zynismus gegen Gott, der sich aus der Transzendenz in die Immanenz befreien und wachsen will. Denn „immer wenn wir uns erlauben in einer persönlichen Krise stecken zu bleiben, wird Gott der wahre Verlierer sein und nicht wir.“ (Andrew Cohen)

Mittwoch, 17. Februar 2010

Die Hintertür zum Willen

Da ist dieser Schrank in unserer Küche. Rechts in dem Schrank ist ein Korb und in dem Korb liegen „Jogger Gums“, „Hanuta“ und manchmal (und gerne) „Tofifee“...Es steckt viel Spaß in Tofifee, viel Spaß in Tofifee! Und es steckt eine echte Chance zum inneren Wachstum in Tofifee. Wenn die Schranktür zu bleibt.

Wenn ich eine Hitparade der Fragen erstellen sollte, die nach Vorträgen gestellt wurden, dann gibt es eine unangefochtene Nummer-1-Frage: „Wie kann ich das tun, was ich eigentlich tun will?“ Diese Willensfrage zieht sich durch das Leben vieler Menschen.

Die meisten Menschen versuchen dann immer wieder bestimmte Dinge zu tun, diese Übung zu machen oder, jene Tätigkeit durchzuführen. Immer wieder versuchen sie den Willen durch die Handlung und das Tun zu schulen. So zum Willen zu kommen, bedeutet den Willen durch die Vordertür zu betreten. Dagegen ist nichts zu sagen. Wenn es funktioniert – was allerdings selten der Fall ist.

Für mich hat sich die Hintertür des Willens als weitaus praktikabler erwiesen. Die Hintertür des Willens ist der Verzicht. Anstatt etwas zu tun, verzichte ich auf etwas. Anstatt mich zu einer Handlung zu zwingen, enthalte ich mich einer Handlung. Anstatt aufzunehmen, faste ich.

Die Fastenzeit – die heute beginnt und bis Ostern dauert – ist eine gute Gelegenheit, auf diese Hintertür des Willens hinzuweisen.

Jedes Jahr nehme ich etwas anderes aus meinem Alltag heraus. In diesem Jahr bleibt der Schrank mit den Süßigkeiten zu.

Es ist – in den Worten David Deidas – der Verzicht auf das „Zappeln“ und im Kontext Rudolf Steiners die „Nervosität“, die der "Ichheit" gegenübersteht.


Nervöse Zappeligkeit, steht nicht nur einer gesunden Lebensweise entgegen, sondern auch der Erfahrung wirklicher Erfüllung & Autonomie & Wachstumschancen.

Der Verzicht auf die kleinen Süßigkeiten öffnet mich für die wirkliche Süße (schau Dir mal den TV-Spot an. Er weckt eine bestimmte süße Sehnsucht. Die kleine Version wird durch Tofifee gestillt, die große Version durch den Verzicht darauf.)

Der Verzicht auf zappelige Masturbation öffnet mich für den uferlosen Orgasmus. Der Verzicht auf Kritik öffnet mich für Selbsterkenntnis. Der Verzicht auf das Unwesentliche öffnet mich für das Wesentliche.

Daraus ergibt sich die Kraft zu einer eine neue Freiheit – nämlich das tun zu tun, was ich eigentlich zu tun wünsche. Es ist – in den Worten von Frank Meyer – die „Grunderfahrung der Handhabbarkeit der Welt und unserer selbst, der Weltveränderung und der Selbstveränderung.“

So bleibt diese Schranktür in der Küche nun für mich geschlossen. Dadurch öffnet sich die Hintertür zum Willen – ich betrete ihn diskret. Und er steht mir dennoch in voller Power zur Verfügung.

Es steckt viel Spaß in Tofifee....wenn ich bewusst und freiwillig darauf verzichten kann.

Montag, 15. Februar 2010

Überraschung

"Erleuchtung kommt durch plötzliche Erfahrung"
(Hui-Neng 638-713)
Tue heute etwas Unerwartetes für
Deine Liebsten oder Deinen Liebsten.
suprise
Überrasche Dich selbst.
Lasse Dich von den Überraschungen daran erinnern,
dass Du am Leben bist.

Samstag, 13. Februar 2010

Vier wahre Wege - und die ruhende Mitte

Wie lange dauert ein spiritueller Weg? Ist er schwer oder leicht? Kurz oder lang? Geht das Erwachen einfach so – wie per Knopfdruck? Oder muss man viel üben?

Annnette Kaiser ist eine der herausragenden spirituellen Lehrerinnen unserer Zeit. Ich durfte zweimal sehr intensiv und ausführlich mit ihr sprechen und schweigen. Seitdem ich ihre einerseits zeitlose, andererseits zutiefst feminine Kraft erfahren durfte, inspiriert mich ihre Arbeit immer wieder. Ich freue mich, bald wieder in ihrem Umfeld arbeiten zu dürfen.

Ihre Antwort – angelehnt an den Buddhismus – wie lange, kurz, leicht oder schwer der spirituelle Weg ist, hat mich wirklich überzeugt.

„Es gibt vier Möglichkeiten
Die erste Möglichkeit ist: Der Pfad ist kurz und leicht.
Die zweite Möglichkeit ist: Der Pfad ist kurz und schwer.
Die dritte Möglichkeit ist: Der Pfad ist lang und leicht.
Die vierte Möglichkeit ist: Der Pfad ist lang und schwer.“


Annette Kaiser fügt hinzu, dass alle diese Pfade in etwas Fünftes führen und aus einem Fünften hervorgehen - ich nenne es die Verkehrsinsel. Die ruhende Mitte:

„Wir Menschen haben die Möglichkeit in jedem Augenblick, hier und jetzt, wenn wir vollkommen im Jetzt anwesend sind, die Ewigkeit zu erfahren. Und das Ziel jeglichen Pfades ist, präsent zu sein in jedem Augenblick. Und das ist alles.“

Es erleichtert das Gehen auf den Wegen ungemein, wenn man zwischen zwei Dingen unterscheidet – ich gebe sie sehr knapp wieder. Hier könntest Du sehr anschaulich mehr erfahren.

Die einen Dinge gibt’s einfach so und manchmal einfach per Knopfdruck – man kann es auch als „Geschenk“ bezeichnen. (Wobei niemand wirklich weiß, wo bei einem Menschen dieser Knopf sitzt). Hier gibt es nichts zu lernen, sondern nur zu verlernen und zu erleben. Hingabe und Loslassen sind vielleicht die bekanntesten Stichwörter.
WEGE
Die anderen Dinge müssen gestaltet, erarbeitet und entwickelt werden.

Einfach so und manchmal per Knopfdruck („Geschenk“) gibt es die Zustände: Das sind Gipfelerfahrungen, zu denen das geistige Erwachen gehört. Physisch-seelisch gehört der Orgasmus dazu (über dessen "Knöpfe" es noch manche Irrungen und Wirrungen gibt). Auch Einheitserfahrungen, sowie der Traum oder der traumlose Schlafzustand. Zustände kommen und gehen.

Gestaltet, erarbeitet und entwickelt werden müssen Ebenen und Stufen:
Alle Zustände/Gipfelerfahrungen werden von uns gedeutet – auf verschiedenen Ebenen/Stufen.

Alle diese Ebenen und Stufen verlangen von uns kontinuierliche und enorme Anstrengungen – auch im moralischen Sinne. Ebenen und Stufen sind (im Vergleich zu den Zuständen) dauerhaft.

Hier ist Anthroposophie kompetent (Stichwort: Wesensglieder). Anthroposophie arbeitet stark an der Kultivierung von Ebenen und Stufen.

Rudolf Steiner versucht eine Verbindung von Ebene/Stufen und den Zuständen/Gipfelerfahrungen z.B. dadurch zu erreichen, dass er empfiehlt, die erarbeiteten Ebenen und Stufen, mit den Schlaf zu nehmen. So sollen die erarbeiteten Formen, durch den formlosen Geist belebt werden.

Das nur mal so, als kleine Dienstleistung. Kostenlos – und hoffentlich nicht umsonst.

Freitag, 12. Februar 2010

Einsame Wege zum WIR


Wie viele Menschen sitzen jetzt neben Dir am Bildschirm? Ich riskiere nicht viel, wenn ich Wette, dass Du alleine vor Deinem Bildschirm sitzt. Du sitzt alleine da und liest über das WIR – das ist ein bisschen lustig und ein bisschen traurig.
Das, was uns traurig macht, dass ist letztlich das tiefe Wissen, dass diese Gemeinsamkeit aus der restlosen Einsamkeit erschaffen werden muss.

Diese Einsamkeit ist unendlich. Und es gibt nur einen einzigen Weg aus dieser Einsamkeit und das ist in der Einsamkeit stehen zu bleiben. Ohne Konzepte von Dir, ohne Konzepte von Einsamkeit, ohne Konzepte von Sinn und Mission.

Einsam zu sein, das bedeutet, sich von dem loszulösen, was einem Trost, Wissen und Sicherheit spendet.


Wenn Du Buddhist bist, wirst Du nur ohne Buddha Einsamkeit erfahren können. Wenn Du Anthroposoph bist, wirst Du nur ohne Rudolf Steiner Einsamkeit erfahren müssen. Wenn Du Christ bist, dann leugne Christus – sonst wirst Du niemals Einsamkeit erfahren. Und niemals wissen, was Christus ist.

Was immer Dich bis jetzt gehalten halt, es hält Dich jetzt nur noch fest. Was immer bis jetzt der feste Boden unter den Füßen war, es ist jetzt der Klotz an Deinem Bein.

Es ist nichts schwieriger als in diesem Moment das Herz offen zu lassen und die Angst und den Schmerz zu fühlen. Ohne Sinn und Verstand.

Ich habe einige Menschen in diesem Prozess begleitet und tue das immer noch – zwei Dinge sind essentiell.
Erstens: Lebe weiter Dein Leben. Es ist äusserst wichtig zu verstehen, dass es hier um einen inneren Prozess geht, der Dich nicht von einem verantwortungsbewussten Leben entbindet – ganz im Gegenteil! Dein Job ist es, in Deinem sozialen Kontext ganz für Dich und Deine Lieben da zu sein – während Du innerlich im Feuer stehst.

Ohne dieses verantwortungsvolle Leben – für Dich und Deine Lieben – ist diese Einsamkeit nur ein Ego-Trip.

Zweitens: Es hat nichts mit Deiner Person zu tun. Mach kein persönliches Drama daraus. Bilde Dir nicht ein, es hätte etwas mit Deinem persönlichen Karma, Schicksal oder sonst was zu tun.

Stehe ganz unbemerkt in der Einsamkeit (aber mach bitte auch daraus keine Opfer-Geschichte!). Bleibe ein sozialer Mensch in der totalen Isolation.

Bleibe solange in der Einsamkeit, bis Dir die Einsamkeit nichts mehr sagt. S
olange, bis Einsamkeit einfach Wort ist, mit dem Du nichts mehr verbindest.

Du wirst immer wieder versuchen von der Einsamkeit in die Gemeinsamkeit zu flüchten und genau das ist etwas, was das neue WIR nicht ist: Es ist kein Kollektiv von Menschen die vor der Einsamkeit flüchten. Das neue WIR erwächst nicht aus Bedürftigkeit.

Aus dem geistigen Gestanden-Haben in dem Mysterium der Einsamkeit, wächst das neue WIR.

Es gibt nichts besseres, was Du für das neue WIR tun kannst, als das was Du jetzt gerade tust: Einsam sein. Lächelnd, ohne Drama und als verantwortungsbewusster, starker und liebvoller Mensch
.

Dienstag, 9. Februar 2010

Darum meditiere ich!

Wie ist Meditation für mich? Ich gehe immer wieder durch das torlose Tor, welches sich vor einigen Jahren einfach so geöffnet hat. Ich werde immer wieder eins mit jenem formlosen Zustand, wo nur schweigendes Gewahrsein, radikale ICH-BIN-heit und zeitlose Zeugenschaft existiert – Rudolf Steiner nannte es einmal das „Urselbst“.

Und wozu ist das gut? Zunächst zu gar nichts. Das ist das wichtigste. Es unterscheidet Meditation von allen anderen Dingen auf der Welt. Sie ist einfach die radikalste Form von praktizierter Freiheit. Sie ist zweckfrei.

Aber sie ist nicht folgenlos. Dadurch, dass ich meditiere, bleibt das torlose Tor offen...Das Tor in das JETZT welches nicht nur die Vergangenheit und die Gegenwart, sondern auch die Zukunft umfasst.

Alle Weisheitstraditionen erzählen die gleiche Geschichte: die urferne Zukunft, steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit der urfernen Vergangenheit.

Alle Weisheitstraditionen berichten davon, dass das Ziel der ganzen Weltgeschichte bereits in ihrem Anfang vollendet ist – nur ganz anders.

Das „göttliche Bewusstsein“, so Rudolf Steiner, „gönnt einer unermesslich großen Anzahl von Wesen denselben Inhalt, den es selber hat. In großer Zahl erscheint dann, was in Einheit war im Beginne der Weltenentwicklung.“ Der Ausgangspunkt und der Zielpunkt der Evolution sind von gleicher Qualität.

Schöpfung ist - in Anlehnung an van Doorn – wie die Oktave. Zuerst kommt der Grundton, dann folgt ein Abstand von sechs dazwischen liegenden, grundsätzlich anderen Tönen. Dann folgt ein Ton, der selben Qualität wie der Grundton, doch auch wiederum nicht.

Der Klang des Grundtons lässt Dich sofort den Abschlussklang erkennen. Wenn Dir aber die Erfahrung des Grundtons fehlt, dann weisst Du nicht wo´s lang geht. Du hast kein authentisches Empfinden dafür, ob Du über Dich hinauswächst, oder hinter Dich zurückfällst.

Ohne den Zugang zur ursprünglichen Leerheit, fehlen die klaren Referenzpunkte der Vertikalen. Den höchsten Punkt haben wir noch längst nicht erreicht, aber wenn wir den Urgrund kennen, dann kennen wir auch die grundsätzliche Qualität des höchsten Punktes.

Nur dann hat Deine Evolution eine Zielrichtung – sonst bleibt sie Verwicklung statt Entwicklung.

Nur und ausschließlich dadurch, dass ich den Klang des Grundtons kenne, kenne ich auch den Ton der Zukunft, denn nur er ist von der selben Qualität – und wiederum nicht.

Wer die formlose Leerheit und stille Gegenwärtigkeit dieses und dieses Augenblicks leugnet, wird zum kastrierten Evolutionär. Wer sich jetzt nicht in der Leerheit verliert, der kann sich nicht in der Fülle des Morgen finden.

Ich meditiere Stille, weil nur die Stille den Klang der Zukunft erzeugen kann. Ich meditiere Leerheit, weil nur die Leerheit die Fülle gebiert.

Urselbst
Von dem alles ausgegangen,
Urselbst
Zu dem alles zurückgekehrt,
Urselbst
Das in mir lebt –
zu dir strebe ich hin.
(Rudolf Steiner)

Montag, 8. Februar 2010

Das rebellische Gesicht des Lebens

Zu meiner Erfahrung, dass jeder Mensch eine einzigartige Mission ist, gehört eine andere Erfahrung. Die Erfahrung nämlich, dass jeder Mensch bedeutungslos ist. Das klingt reichlich Paradox – doch die Paradoxie hebt sich auf, wenn Du dem LEBEN wahrhaftig in sein rebellisches Gesicht geblickt hast.

Was können wir sehen, wenn wir dem LEBEN in sein rebellisches Gesicht blicken? Wir sehen den kosmischen und unbeugsamen Willen zur Entwicklung in alle Richtungen, Weiten, Tiefen und Höhen. Einen Schöpfungswillen, der keinerlei Begrenzung duldet.

Das LEBEN will sich in immer neuen, immer anderen, immer besseren und immer intensiveren Lebensformen spüren, erfahren und erkennen.

So beschloss dieses universelle LEBEN, dieser evolutionäre Lebensdrang, dass nur das Beste gut genug ist. Und so bist Du auf diese Erde gekommen. Als Auserwählter und als Auserwählte. Als Mission.

Du kannst in Dir selber diesen universellen Lebensdrang fühlen. Als eine Unruhe, ein Getrieben-Werden, als schlechtes Gewissen, eine alle Fasern durchzitternde Nervosität. Auch als Begeisterung, als Erregung, als überquellende Lebensfreude und Liebe zur Verantwortung – und auch als demütige Ergriffenheit, dass Du jetzt dieser Mensch bist, der auserwählt wurde.

Kein Lebensbereich, in dem dieses LEBEN Dich nicht dazu drängt, selber der tiefste, weiteste und höchste Ausdruck dieses LEBENS zu werden.

Handelst Du gegen diesen LEBENSwillen, wirst Du in irgendeiner Weise krank werden – aber das LEBEN in Dir, wird nicht krank. Es geht weiter und über Dich hinaus.

Denn wenn Du in das rebellische Gesicht des LEBENS blickst, dann siehst Du noch etwas. Solange Du da bist, setzt das LEBEN auf Dich. Es kommt auf Dich an – aber es geht nicht um Dich. Du bedeutest dem LEBEN wirklich alles...solange Du da bist.

Doch in dem Moment, wo Du aufhörst ein einzigartiger Ausdruck dieses LEBENS zu sein, zieht sich das Leben zurück und sucht sich einen anderen.

Für das LEBEN sind wir als lebendige und einzigartige Menschen unentbehrlich. Doch sobald wir unseren Platz verlassen, werden wir für das LEBEN bedeutungslos.

Das LEBEN ist Dir unendlich treu, solange Du dem LEBEN treu bist. Sobald Du das nicht mehr bist, wird das LEBEN eine andere Lebensform finden.

Dieser bloße Gedanke kann dem Ego weh tun. Aber er führt unmittelbar zum größten Glück, wenn Du in das rebellische Gesicht des LEBENS blickst.

Denn dieses Gesicht ist Dein wahres Gesicht. Du bist nicht nur der menschlich Ausdruck dieses LEBENS – Du bist dieses LEBEN selber.

Du bist nicht nur ein sterblicher Mensch, durch den sich das LEBEN feiert. Du bist selber dieses unsterbliche LEBEN – in allen lebendigen Wesen.

Du selber - als das LEBEN in Dir - fordert das alles so nachdrücklich von Dir. Das LEBEN ist Dein Guru.

Wenn wir erkennen, dass wir zugleich sterblich Menschen und das unsterbliche LEBEN sind und wenn wir Verantwortung für BEIDES übernehmen, dann entfaltet sich ein neuer Friede – ein Friede mit rebellischen Gesicht.

Freitag, 5. Februar 2010

Seelenblume

Annnehmen und Loslassen. Dieses Begriffspaar gehört in der Spiritualität zu den wichtigsten Kernbotschaften. Wer sich mit den großen Fragen des Lebens und Sterbens beschäftigt, wird in diesen beiden Bewegungen des Einatmens und des Ausatmens die Kraft und Ruhe finden, nach denen wir uns sehen – gerade in schweren Zeiten: Selbst das Unannehmbare annehmen – selbst das Loslassen loslassen.

Aber es gibt noch eine dritte Kraft, eine mittlere Dynamik. Es ist das dynamische Zentrum jeder evolutionären Spiritualität, in die sich auch Anthroposophie eingereit hat:
atmen
Zwischen Annehmen und Loslassen ereignet sich Verwandlung. Zwischen dem Einatmen und dem Ausatmen der Luft, findet ein dynamischer, lebenskräftiger und nahezu unbegreiflicher Prozess.

Die eingeatmete Luft erneuert und transformiert mit jedem Atemzug das Leben in unserem Körper.
Auch im seelischen kann der Mensch zwischen dem annehmenden Einatmen und dem loslassenden Ausatmen einen bewussten Prozess der Verwandlung und Höherentwicklung in Gang setzen.

Wunden werden zu Weisheit, Erfahrungen zu Erkenntnissen und als Mängel erlebte Charakterzüge können in Fähigkeiten verwandelt werden. Einatmen und Ausatmen geschieht einfach so – alles dazwischen muss geführt werden. Durch das bewusste Ich.

Zwischen den natürlichen, hin und pendelnden Bewegungen des Annnehmens und Loslassens, kann die Entwicklung eine bewusste Richtung bekommen. Einen vertikale Drang. Evolution ist Entwicklung plus Richtung. Der evolutionäre Drang in uns, ist identisch und untrennbar verbunden mit mit Leerheit Gottes, aus der die Fülle der Welt geboren wird.

Rudolf Steiner stellte sich mit der Anthroposophie in einen evolutionären Bewusstseinsstrom, den im 17. Jahrhundert ein Jakob Böhme, im 18. Jahrhundert ein Goethe, im 19. Jahrhundert ein Ralph Waldo Emerson und nach Steiner ein Sri Aurobindo, ein Pierre Teilharde de Chardin, ein Jean Gebser, ein Andrew Cohen und ein Ken Wilber prägte.
atmen
Viele Helden - ein evolutionärer Wille.

Zwischen dem Einatmen und dem Ausatmen können wir in uns die Seelenblume zur Blühen bringen. Sie blüht nur, wenn wir uns dafür entscheiden sie zur Blüte führen zu wollen – sie ist unsere Kreation.
atmen
Einatmen - zur Blüte bringen - ausatmen.

Der Mensch ist in der Lage, auch das Negative einzuatmen, es zu verwandeln und als Positivität auszuatmen. Das ist die ureigenste Mission des Menschen.

Wirkliches, tiefes und vollkommenes Annnehmen und Loslassen – das ist der Ausgangspunkt und der Endpunkt jeder Spiritualität und jedes gelungen Lebens.

Das Ergreifen des Zwischenraumes, das dynamische Verwandeln der Luft in Leben und das evolutionäre Entwickeln von neuem Leben, das ist die Besonderheit der Anthroposophie.

Es ist gleichzeitig das Merkmal einer evolutionären Spiritualität die weit, weit vor uns ihren rebellischen Anfang nahm und weit, weit nach uns nichts von ihrer alles transformierenden Dynamik verlieren wird.

"Mein Eigenwesen ist beschlossen mit der Atemstärke

Aoum mani padme aoum

Mein Ich ist beschlossen in der Lotusblüte"

(Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden.)

Donnerstag, 4. Februar 2010

Space Cowboy & Gangster of Love

Das Weltall ist unsere Heimat - und die Heimat des Weltalls ist mitten in uns. In unserem Gewissen. Rudolf Steiner gehört für mich zu den Pionieren, welche die Schallgrenze zwischen Weltenall und Seelentiefen überwanden. Sie landeten an dem Ort, wo Kosmos und Gewissen EIN und DASSELBE sind. Thanx: "Space Cowboy & Gangster of Love".

Some people call me the space cowboy yeah
Some call me the gangster of love
Some people call me Maurice
Cause' I speak of the pompetous of love


People talk about me baby
Say I'm doin' you wrong, doin' you wrong
But don't you worry baby don't worry
Cause' I'm right here at home

Cause' I'm a picker
I'm a grinner
I'm a lover
And I'm a sinner
playin' my music in the sun
I'm a joker
I'm a smoker
I'm a mid-night toker
I get my lovin' on the run


You're the cutest thing that I ever did see
I really love your peaches
Want to shake your tree
Lovey dovey, lovey dovey, lovey dovey all the time
Ooh wee baby, I sure show you a good time

Cause' I'm a picker
I'm a grinner
I'm a lover
And I'm a sinner
playin'my music in the sun
I'm a joker
I'm a smoker
I'm a mid-night toker
I sure dont want to hurt no one

People keep talkin' about me baby
Say I'm doin' you wrong
Well don't you worry, don't worry, no don't worry mama
Cause' I'm right here at home
You're the cutest thing I ever did see
Really love your peaches want to shake your tree
Lovey dovey, lovey dovey, lovey dovey all the time
Come on baby now, I'll show you a good time.
LOVE

BigMind & BigHeart

Big Mind-Pozess und Voice-Dialog sind starke Methoden, um die Befangenheiten des Ego aufzubrechen. Damit mehr daraus wird als die Sehnsucht nach Ausnahmezuständen, ist eine dauerhafte und integrierende Willensarbeit erforderlich.

Meine Kollegin Cordula Mears-Frei über die Leere des Zen und Fülle der Welt im Bewussten Ich. Ein spannennder Artikel auf Menschenklang, der unsere gemeinsame Arbeit beleuchtet.

Die männlichen/weiblichen Gesichter Gottes - Einführung in die Psychologie der Selbste, Meditation und Bewusstseinsarbeit
Cordula Mears-Frei und Sebastian Gronbach, 26.2.-28.2.10 in der Villa Unspunnen


Das Foto stammt aus einer Kollektion von Eva Gronbach

Mittwoch, 3. Februar 2010

Wo endet Willi Wiberg?


"Hier steht Willi Wiberg, sieben Jahre alt. Willi denkt nach. ´Bist Du da, Willi?´ hat Papa eben gerufen. Das hat Willi auch gerade überlegt. BIN ich hier? Na klar! Das sieht doch jeder, der ihn kennt. Das ist Willi!...ABER IST DAS ALLES?"

"Willi überlegt noch weiter, ob er nicht auch ein Teil von Leuten ist, die an ihn denken." Willis Freund heisst Benni. "Ich bin ein Teil von Bennis Gedanken".
Ich bin ein Teil von Ihren Gedanken.

"Papa klopft Willi freundschaftlich auf die Schulter" Kurz darauf merkt Willi, "dass er immer noch die Stelle spürt, wo Papa ihm auf die Schulter geklopft hat. Sie ist ganz warm.
Willi
An meiner Schulter – da ist noch ein bisschen Papa! Mann kann wirklich nicht sagen, wo ein Mensch zu Ende ist...Und wenn einer alleine schon so weit reicht, dann stell dir mal die anderen vor!"

Willi streckt seine Arme aus: "Sooo weit reiche ich und noch viel weiter."

Wenn Du die Arme ausstreckst, bist Du dann am Ende der Arme zu Ende? Wann bist Du zu Ende? Und was bedeuten dann Begriffe wie "Innen" und "Aussen"?

"Willi ist nie zu Ende."

Wie weit geht der Mensch, Herr Steiner?

"Seine Gedanken sind so weit wie das Licht, seine Gefühle sind so weit wie die Wärme, sein Wollen ist so weit wie die Luft."

Erst wenn wir uns bewusst werden, dass wir so groß wie das Weltenall sind und unsere Verantwortung für das ganze Weltenall und sein Erwachen annehmen, erst dann erwacht die Erde als ein Stern.

Erst dann wird der Himmel wieder bewohnt werden. Erst dann sind wir wahrhaft Mensch.

Worte


Das Ziel beim Schreiben dieses Textes, ist nicht das Verfertigen dieses Textes. Das Ziel, ist das Erlangen eines Seinszustandes. Eines Zustandes intensivster Tätigkeit, eines mehr als gewöhnlichen Augenblicks der Existenz. Der Text, den Du gerade liest, ist nur ein Nebenprodukt dieses Zustands, seine Spur, sein Fußabdruck.

So ähnlich beschrieb der US-amerikanische Maler Robert Henri einmal das Malen und so erlebe ich das Schreiben.

Schreiben gleicht der Kunst des Bogenschießens. Dort ist der Pfeil, der die Mitte trifft auch nicht das Ziel der Übung, sondern nur das äussere Äquivalent eines eigentlich inneren Vorgangs.

Der Schütz zielt aber im Grunde auf sich selbst und will sich selber treffen.

Wenn Du von meinem Schreiben berührt wirst, dann liegt das weniger an dem Text. Es liegt daran, dass Du in meinem Fußabdruck auch Deinen Fußabdruck erkennst. Es liegt daran, dass mein Pfeil, Dich an den Pfeil erinnert den Du selber auf Dich abgeschossen hast.

Was Dich an meinen Texten anspricht, ist das, was Deine Seele bereits in einem tieferen Sinne weiss.

Was Du in meinem äusseren Text erkennst, das ist ein Widerkennen Deiner eigenen Innenseite.

Es gibt rein gar nichts, was ich Dir sagen könnte, was nicht bereits in Dir klingt, wenn ich es ausspreche.

Dramatischerweise trifft das sowohl auf Deine positive, wie auf Deine negative Reaktion zu.
DUICH
Nichts kann Dich im Guten anrühren, was nicht Teil Deines Selbst ist.
Nichts kann Dich im Schlechten aufregen, was nicht Teil Deines Selbst ist.

Was Dir an mir wirklich und emotional gefällt, das bist Du.
Was Dir an mir gewaltig und emotional missfällt, das bist Du.

Das sind die alten Gesetze. Man sieht nur was man kennt, so nennt Goethe sie.

Ich vertraue beim Schreiben nie auf mich. Ich vertraue auf Dich.
Ich vertraue Dir, dass Du nicht nur das Beste aus meinen Texten machst. Ich vertraue Dir, dass Du weit über sie hinausgehst – bis zu dem Ort, wo wir beide diesen Text schrieben
.

Vielleicht ist es gut, wenn wir nicht nur gegenseitig unseren Fußspuren verfolgen. Nicht den Zeilen und Produkten – obwohl sie einfach so als Nebenprodukt anfallen.

Vielleicht ist es gut, wenn wir die Spuren auch zurückverfolgen. Bis wir gemeinsam jenen Seinszustandes erfahren, der mehr ist als die gewöhnliche Existenz und der dennoch auf geheimnisvolle Weise in genau diesem Gewöhnlichen verborgen liegt und zur Erscheinung kommt.

Dieser gemeinsam erfahrene Seinszustand kann in zweifacher Weise erreicht werden. Entweder durch die gemeinsame und punktuelle Konzentration auf eine Tätigkeit (u.a. deshalb ließ Rudolf Steiner z.B. das Goetheanum bauen). Oder durch die gemeinsame Entfaltung der Stille in den ausgedehnten Umkreis (weshalb wir gemeinsam meditieren). Ich erlebe es als eine enorme Potenzierung, wenn wir BEIDES praktizieren.
Was Dich und mich berührt, das sind nicht Worte - es ist die gemeinsame Erfahrung dieses ungetrennten Seinszustandes.
Wer die Spuren der Menschheit zurückverfolgt, steht am Ende in seinem eigenen Anfang.

Wer die Worte rückwärts liest, steht am Ende in dem Wort des Urbeginns.

Und das Wort war bei Gott.


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