Dienstag, 9. Februar 2010

Darum meditiere ich!

Wie ist Meditation für mich? Ich gehe immer wieder durch das torlose Tor, welches sich vor einigen Jahren einfach so geöffnet hat. Ich werde immer wieder eins mit jenem formlosen Zustand, wo nur schweigendes Gewahrsein, radikale ICH-BIN-heit und zeitlose Zeugenschaft existiert – Rudolf Steiner nannte es einmal das „Urselbst“.

Und wozu ist das gut? Zunächst zu gar nichts. Das ist das wichtigste. Es unterscheidet Meditation von allen anderen Dingen auf der Welt. Sie ist einfach die radikalste Form von praktizierter Freiheit. Sie ist zweckfrei.

Aber sie ist nicht folgenlos. Dadurch, dass ich meditiere, bleibt das torlose Tor offen...Das Tor in das JETZT welches nicht nur die Vergangenheit und die Gegenwart, sondern auch die Zukunft umfasst.

Alle Weisheitstraditionen erzählen die gleiche Geschichte: die urferne Zukunft, steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit der urfernen Vergangenheit.

Alle Weisheitstraditionen berichten davon, dass das Ziel der ganzen Weltgeschichte bereits in ihrem Anfang vollendet ist – nur ganz anders.

Das „göttliche Bewusstsein“, so Rudolf Steiner, „gönnt einer unermesslich großen Anzahl von Wesen denselben Inhalt, den es selber hat. In großer Zahl erscheint dann, was in Einheit war im Beginne der Weltenentwicklung.“ Der Ausgangspunkt und der Zielpunkt der Evolution sind von gleicher Qualität.

Schöpfung ist - in Anlehnung an van Doorn – wie die Oktave. Zuerst kommt der Grundton, dann folgt ein Abstand von sechs dazwischen liegenden, grundsätzlich anderen Tönen. Dann folgt ein Ton, der selben Qualität wie der Grundton, doch auch wiederum nicht.

Der Klang des Grundtons lässt Dich sofort den Abschlussklang erkennen. Wenn Dir aber die Erfahrung des Grundtons fehlt, dann weisst Du nicht wo´s lang geht. Du hast kein authentisches Empfinden dafür, ob Du über Dich hinauswächst, oder hinter Dich zurückfällst.

Ohne den Zugang zur ursprünglichen Leerheit, fehlen die klaren Referenzpunkte der Vertikalen. Den höchsten Punkt haben wir noch längst nicht erreicht, aber wenn wir den Urgrund kennen, dann kennen wir auch die grundsätzliche Qualität des höchsten Punktes.

Nur dann hat Deine Evolution eine Zielrichtung – sonst bleibt sie Verwicklung statt Entwicklung.

Nur und ausschließlich dadurch, dass ich den Klang des Grundtons kenne, kenne ich auch den Ton der Zukunft, denn nur er ist von der selben Qualität – und wiederum nicht.

Wer die formlose Leerheit und stille Gegenwärtigkeit dieses und dieses Augenblicks leugnet, wird zum kastrierten Evolutionär. Wer sich jetzt nicht in der Leerheit verliert, der kann sich nicht in der Fülle des Morgen finden.

Ich meditiere Stille, weil nur die Stille den Klang der Zukunft erzeugen kann. Ich meditiere Leerheit, weil nur die Leerheit die Fülle gebiert.

Urselbst
Von dem alles ausgegangen,
Urselbst
Zu dem alles zurückgekehrt,
Urselbst
Das in mir lebt –
zu dir strebe ich hin.
(Rudolf Steiner)

Kommentare:

Thomas hat gesagt…

Herr Gronbach zitiert Rudolf Steiner (Quellenangabe?!) und schreibt:

"Das „göttliche Bewusstsein“, so Rudolf Steiner, „gönnt

einer unermesslich großen Anzahl von Wesen

denselben Inhalt, den es selber hat.

In großer Zahl erscheint dann,

was in Einheit war im Beginne der Weltenentwicklung.“

Der Ausgangspunkt und der Zielpunkt der Evolution sind von gleicher Qualität."


Rudolf Steiner spricht hier von

EINEM Ausgangspunkt.

Und er spricht von einer

UNERMESSLICH GROSSEN Zahl von Wesen,

die denselben BewusstseinsINHALT HABEN (werden) wie das göttliche Bewusstsein.

Also nicht EINS bleibt EINS, wie bei Herrn Gronbach,

sondern aus EINS werden UNERMESSLICH VIELE
(mit demselben Bewusstseinsinhalt).

Also: Genau das Gegenteil von dem, was Herr Gronbach hier immer wieder predigt.

Thomas hat gesagt…

Herr Gronbach stellt sich heir die Frage:

"Wie ist Meditation für mich?"

Auf alle Fälle vollkommen anders als von Rudolf Steiner, seinem selbsternannten Lehrer, beschrieben.

Der Schüler weiß es bereits ANDERS als der Lehrer.

Wozu braucht er noch den Lehrer?

Thomas hat gesagt…

Urselbst
Von dem alles ausgegangen,
Urselbst
Zu dem alles zurückgekehrt,
Urselbst
Das in mir lebt –
zu dir strebe ich hin.
(Rudolf Steiner)

Ein wunderschöner Spruch.
Von dem Urselbst ist alles ausgegangen.
Zu dem Urselbst kehrt alles zurück.
Das Urselbst lebt IN MIR (und in Dir und in Dir ...)
und zu dem Urselbst STREBE ICH hin.

Als eigenständiges Wesen, als ICH, strebe ich da hin. Als eigenständiges Wesen, in dem das Urselbst lebt strebe ich zu dem Urselbst.

Und eine unermesslich große Zahl mit mir.

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Lieber Thomas, wenn ich ein eigenständiges Wesen bin, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes eigen-ständig, warum sollte a) ein Urselbst in mir leben und b) ich zu einem Urselbst hinstreben?

Und wenn das Urselbst in mir ist, was bin ich dann? Bin ich dann noch ich oder schon Urselbst in anderer Form?

Und wenn es viele meinesgleichen gibt, heißt das gleichzeitig, es gibt auch viele Urselbste oder sind die vielen nur Teile des einen?

Was bin ich dann - eins im Einen oder eins im Vielen oder sind wir alle viele im Einen oder doch ganz und gar nur Eines im Vielen?

Dies sind wahrhaft ernstgemeinte Fragen.


Herzlich

Kerstin Zahariev.

Barbarapapa hat gesagt…
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Kerstin Zahariev hat gesagt…

@barbarapapa - die Betrachtungen sind interessant und es lohnt sich wirklich, über sie nachzudenken.

Auch der Dalai Lama ist "nur spirituell" und mir ist nicht bekannt, dass er noch einen "ordentlichen" Beruf ausübt. Millionen Menschen gibt die Art und Weise des Dalai Lamas zu leben, zu denken und sich zu präsentieren, Mut, Kraft und Glaube an sich selbst.

Sind diese Menschen alle "geistes-krank", weil sie einem "Geistes-kranken" folgen, sich von ihm inspiriert fühlen?

Herzlich

Kerstin Zahariev.

MonikaMaria hat gesagt…
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Detlef Troststätter hat gesagt…
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MonikaMaria hat gesagt…
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