Montag, 8. Februar 2010

Das rebellische Gesicht des Lebens

Zu meiner Erfahrung, dass jeder Mensch eine einzigartige Mission ist, gehört eine andere Erfahrung. Die Erfahrung nämlich, dass jeder Mensch bedeutungslos ist. Das klingt reichlich Paradox – doch die Paradoxie hebt sich auf, wenn Du dem LEBEN wahrhaftig in sein rebellisches Gesicht geblickt hast.

Was können wir sehen, wenn wir dem LEBEN in sein rebellisches Gesicht blicken? Wir sehen den kosmischen und unbeugsamen Willen zur Entwicklung in alle Richtungen, Weiten, Tiefen und Höhen. Einen Schöpfungswillen, der keinerlei Begrenzung duldet.

Das LEBEN will sich in immer neuen, immer anderen, immer besseren und immer intensiveren Lebensformen spüren, erfahren und erkennen.

So beschloss dieses universelle LEBEN, dieser evolutionäre Lebensdrang, dass nur das Beste gut genug ist. Und so bist Du auf diese Erde gekommen. Als Auserwählter und als Auserwählte. Als Mission.

Du kannst in Dir selber diesen universellen Lebensdrang fühlen. Als eine Unruhe, ein Getrieben-Werden, als schlechtes Gewissen, eine alle Fasern durchzitternde Nervosität. Auch als Begeisterung, als Erregung, als überquellende Lebensfreude und Liebe zur Verantwortung – und auch als demütige Ergriffenheit, dass Du jetzt dieser Mensch bist, der auserwählt wurde.

Kein Lebensbereich, in dem dieses LEBEN Dich nicht dazu drängt, selber der tiefste, weiteste und höchste Ausdruck dieses LEBENS zu werden.

Handelst Du gegen diesen LEBENSwillen, wirst Du in irgendeiner Weise krank werden – aber das LEBEN in Dir, wird nicht krank. Es geht weiter und über Dich hinaus.

Denn wenn Du in das rebellische Gesicht des LEBENS blickst, dann siehst Du noch etwas. Solange Du da bist, setzt das LEBEN auf Dich. Es kommt auf Dich an – aber es geht nicht um Dich. Du bedeutest dem LEBEN wirklich alles...solange Du da bist.

Doch in dem Moment, wo Du aufhörst ein einzigartiger Ausdruck dieses LEBENS zu sein, zieht sich das Leben zurück und sucht sich einen anderen.

Für das LEBEN sind wir als lebendige und einzigartige Menschen unentbehrlich. Doch sobald wir unseren Platz verlassen, werden wir für das LEBEN bedeutungslos.

Das LEBEN ist Dir unendlich treu, solange Du dem LEBEN treu bist. Sobald Du das nicht mehr bist, wird das LEBEN eine andere Lebensform finden.

Dieser bloße Gedanke kann dem Ego weh tun. Aber er führt unmittelbar zum größten Glück, wenn Du in das rebellische Gesicht des LEBENS blickst.

Denn dieses Gesicht ist Dein wahres Gesicht. Du bist nicht nur der menschlich Ausdruck dieses LEBENS – Du bist dieses LEBEN selber.

Du bist nicht nur ein sterblicher Mensch, durch den sich das LEBEN feiert. Du bist selber dieses unsterbliche LEBEN – in allen lebendigen Wesen.

Du selber - als das LEBEN in Dir - fordert das alles so nachdrücklich von Dir. Das LEBEN ist Dein Guru.

Wenn wir erkennen, dass wir zugleich sterblich Menschen und das unsterbliche LEBEN sind und wenn wir Verantwortung für BEIDES übernehmen, dann entfaltet sich ein neuer Friede – ein Friede mit rebellischen Gesicht.

Kommentare:

MonikaMaria hat gesagt…
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Fee hat gesagt…
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MonikaMaria hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
be in touch - Suscha + Bodo hat gesagt…

Monika - davon rede ich auch! Das ist gut. ;-)

Bodo

manroe hat gesagt…

Ist das Ziel ein Anfang oder ein Start?

Thomas hat gesagt…

Das, was hier LEBEN genannt wird, ist der TOD der Individualität.

Hier stirbt der individuelle Mensch - das LEBEN überlebt.


Herr Gronbach schreibt:
"Du bist nicht nur ein sterblicher Mensch, durch den sich das LEBEN feiert. Du bist selber dieses unsterbliche LEBEN – in allen lebendigen Wesen."

Zuvor auch ALLEINS, NICHTS, EINS genannt.

Nicht der Mensch (in irgendeiner Form; als Individualität)ist hier unsterblich. Nur das ALLgemeine LEBEN ist es, das unsterblich ist.

Herr Gronbach hat sich hier weit, weit entfernt von der Anthroposophie.

Bemerkt er es wirklich nicht?

Fee hat gesagt…

Ist doch egal, er wird es über-leben!

manroe hat gesagt…

Fee, Du scheinst zur Zeit taub durch den Knall Deiner Überheblichkeit!

Simone hat gesagt…

Das, was stirbt, ist "menschliche Besonderheitlichkeit" (genannt Ego) und was beginnt, das ist LEBEN - nicht zu verwechseln bitte mit Leben!
Der feine Unterschied macht's.
Nicht das Umgehen mit dem Nur- Bekannten.
Ich kann eine Unmenge Sachen veranstalten, um mich dem Unbekannten nicht zu stellen.
Macht aber nichts.
Tut dem Ganzen in keiner Weise Abbruch, sondern trägt nur bei zu seiner Vielfältigeit und zu dem, was wir Menschen "Entwicklung" nennen.

Thomas hat gesagt…

@ Simone

Menschen-Entwicklung ist bei Herrn Gronbach eine Entwicklung DES Alleins DURCH Manifestation des Alleins im Sinnlichen ZUM Alleins ZURÜCK.

Realität ist für ihn immer nur das EINE, hier nennt er es LEBEN.

Sie, liebe Simone, lösen sich auf, sobald Sie dies erkannt haben durch die Erleuchtung, die Herr Gronbach bereits erlebt hat. Sie als Ganzes, nicht nur Ihr EGO. So sieht das Herr Gronbach.

Simone gibt es in Wahrheit überhaupt nicht. Sie hat es nie gegeben. Und es wird Sie nie, in keinster Weise, in keiner Form, geben.
Nicht im Sinnlichen und nicht im Übersinnlichen.
Das ist Inhalt der Lehre von Herrn Gronbach. Keine Interpretation von mir. Das ist alles hier zu lesen. Man muss nur die Augen öffnen. Und denken.
Und nicht nur das herauslesen, was man möchte.

Sie brauchen auch nicht darauf zu warten, dass Herr Gronbach das hier von mir Geschriebene richtig stellen wird.

Er wird es deshalb NICHT tun, WEIL es richtig IST.

Thomas hat gesagt…

@ Fee

"Ist doch egal, er wird es über-leben!"

Nach seiner Lehre wird er es eben nicht über-leben.

Er hat ja bereits erkannt, dass er das ALLEINS, das LEBEN, dass er GOTT IST.

Aber in dem Sinne, dass Gott ER IST. Noch nicht einmal IN ihm.

Gott IST Sebastian Gronbach und er wirkt durch ihn. Die Persönlichkeit "Sebastian Gronbach" ist bereits tot.
So hat er es hier selbst geschrieben.

Nur wenn man sich selbst blind macht, kann man das nicht erkennen.

Er wird auch das nicht richtig stellen. Weil das Inhalt seiner Lehre IST.

Fee hat gesagt…
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manroe hat gesagt…

Aber Fee --

... würdest Du diese Aussage von Sebastian - hast Du eigentlich selbst nichts zu sagen? - mal im Denken, falls Du es noch nicht verlernt haben solltest, ausprobieren, würdest Du erkennen können, was das da oben eigentlich bedeutet. Und ich meine NICHT das, was da bei Dir anklingelt, das kenne ich auch, sondern das, was es wirklich bedeutet.

Selbst die Natur "lernt", entwickelt sich und rollt sich nicht nur aus und nennt es Selbsterkenntnis. Diese Aussage da oben ist ein absoluter Genickschuss, was das Werden betrifft, weil es diesen Keim im Zentrum erstickt.

Hast Du schon mal über den Unterschied von Auspacken und Kreativität nachgedacht? Ist das für Dich dasselbe? Oder ist reflektierendes Nachdenken als geistbefruchtende Handlung für Dich auch ein Bereich von egal?

Hast Du Deine beiden Aufsätze aus "Seelenblume", dem vorigen Beitrag, die ja doch nicht von Dir sind, mal wirklich gelesen? Du hattest es doch schon ganz dicht bei Dir.

Dirk Burgardt hat gesagt…

Wenn das Leben die Länge und der Himmel oder Traum die Höhe, dann ist die Meditation die Tiefe. Was uns hoch steigen läßt, kann uns auch lange fallen lassen. Aus der Tiefe der Meditation setzen wir unser Leben fort als ein anderer und bleiben wir selbst. Um das Höchste zu erreichen, brauchen wir die Erfahrung der Tiefe. Den Blickwinkel des von unten Schauenden.

Nene hat gesagt…

@Dirk
:O)

Fee hat gesagt…
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