Freitag, 19. Februar 2010

Ich habe ein Herz für Reiche

Ich habe eine Schwäche für Stärke. Ich verliere mich in Siegern, ich bewundere die Schönen, verehre das Edle und habe ein Herz für Erfolgreiche. Und ich denke, das Beste, was ich für die Leidenden tun kann, ist nicht einer von ihnen zu sein.

Bei der Befreiung von Leid, geht es letztlich nicht bloß um meine persönliche Befreiung aus dem Leid - es geht darum, dass ich durch meine Befreiung tatsächlich die Welt von meinem Leid erlöse.

In unserem Land ist etwas verdreht. Anstatt dass alle begeistert von den Glücklichen, Erfolgreichen und Befreiten lernen wollen, greifen wir sie an und fordern sie auf, sich für ihren Erfolg zu rechtfertigen.

Ausserdem fordern wir ultimativ von Ihnen, dass sie den Armen, Leidenden und Gefangenen zu helfen hätten – aber wir übersehen, dass diese Menschen bereits das Wichtigste getan haben: Sie haben dafür gesorgt, sich vom Leid zu befreien. Sie sind aus dem Dschungel der Einsamkeit entkommen. Das finde ich große Klasse!


Der Freigeist mag dann den heilige Drang fühlen, selber ein Befreier und Helfer zu werden. Ja, er kann sich in gewisser Weise nicht ganz frei und ganz glücklich fühlen, wenn nicht ALLE frei und glücklich sind. Aber das ist seine heilige Liebe, die aus ihm heraus drängt. Doch darauf hat niemand einen Anspruch. Niemand hat das Recht diese Forderung zu stellen. Der Freigeist handelt aus Liebe zur Tat - nicht aus Pflicht.

Viele denken? „Ja – aber auf wessen kosten sind denn die Erfolgreichen erfolgreich?!“ Verrückt oder? Wir sind in einer inneren Gefangenschaft, die nur in solchen Kategorien denken kann. Wir denken oft, dass Reichtum, Glück und Freiheit auf der Armut, dem Unglück und der Gefangenschaft aufbaut. Das kann sein. Ist aber kein Gesetz. Es ist eine Bewusstseinsfrage.

Dieses „Armutsbewusstsein“ gründet auf der Annahme, dass wir in einem System aus Mangel und Beschränkung leben. In diesem Bewusstsein herrscht die falsche Furcht, dass jemand verlieren muss, damit jemand anderes gewinnt.

„Ein Wohlstandsbewusstsein dagegen gründet sich in der Annahme, dass das Universum mehr als genug für Dich und alle anderen bereitstellt. Es ist das tröstliche Wissen, dass es eine überreiche Versorgung mit allem gibt, die sich auch bei Entnahme niemals erschöpft.“ (Larry Winget)

Mein Herz hat immer schon für "die da oben" geschlagen - auch und vor allem wenn ich unten war. So sehr, dass ich mich nun dafür engagiere, dass möglichst viele Menschen zu den Reichen, Starken und Freien gehören können. Mein Spezialgebiet ist innerer Reichtum, innere Stärke und innere Freiheit.

Ich bin ein Fan von Reichtum, Stärke und Freiheit. Von Glück und Zufriedenheit. Ich bin ein Fan vom Masarati-Mann: "Der Schwache braucht Hilfe. Aber muss der, der Hilfe bringt, schwach daherkommen?"
Manchmal beklagen wir uns, dass sich die Reichen, Glücklichen und Starken, von den Armen, Unglücklichen und Schwachen abwenden. Der Grund liegt auch darin:

Die Reichen, Glücklichen und Starken sind es manchmal leid, sich ständig rechtfertigen und verteidigen zu müssen – irgendwie unterstellt man dem Glücklichen er habe etwas falsch gemacht.
Dabei ist der Glückliche vor allem bereit, auf eine Sache verzichten. Und zwar auf Leid. N.D. Walsch: "Ich habe gelernt auf jede Einschränkung meiner Lebensqualität zu verzichten". Darum verzichtet er nun darauf, angegriffen zu werden. Er teilt gerne sein Wissen und seine Erfahrung – aber er rechtfertigt sich nicht gerne.
Die oberen Zehntausend sind nicht mein Feindbild - sie sind mein Vorbild.
Klingt das zynisch? Schau Dir die Welt an. Wir huldigen einer Leidkultur und wir verachten die Glückskultur. Das ist Zynismus.

Es ist Zynismus und schadet den Armen, Schwachen und Unglücklichen, wenn die Reichen, Starken und Glücklichen nicht mehr leuchtende Vorbilder sein dürfen. Es ist Zynismus gegen die Evolution. Die Evolution ruft immer den einen Ruf: Darüberhinaus!

Es ist ein Zynismus gegen Gott, der sich aus der Transzendenz in die Immanenz befreien und wachsen will. Denn „immer wenn wir uns erlauben in einer persönlichen Krise stecken zu bleiben, wird Gott der wahre Verlierer sein und nicht wir.“ (Andrew Cohen)

Kommentare:

Nene hat gesagt…

Ich bin nicht gegen Reiche, ich bin gegen die Eiszeit der Herzen.
Ich bin auch nicht für Arme, ich bin für den Reichtum der Herzen.
Aber aufheben lässt sich arm und reich in der Welt nicht dauerhaft, weil die Welt nun mal bipolar ist.
Aufheben kannst du nur den eigenen dualen Bewusstseinszustand. In diesem Sinne Sebastian gönn ich dir den Mercedes, und mir das Haus, dass ich nicht habe.

Ameli Zieseniß hat gesagt…

Endlich sagt es mal einer!
Wir verachten die Glückskultur. wir verachten auch den einfachen Weg. Wer trichtert uns das alles eigentlich ein?
Warum sollen wir eigentlich denken, dass "arm, unglücklich und schwach" sein, also leidend sein irgendwie "gehaltvoller" ist. Hängt es vielleicht mit der Illusion zusammen, der "Arme, Schwache und Unglückliche" habe weniger VERANTWORTUNG für sich, sein Leben, aber auch für die Erde und Menschen seines Umkreises als der Starke und Glückliche?
Und vielleicht auch der Dumme weniger VERANTWORTUNG als der Kluge?
Der Ungebildete weniger VERANTWORTUNG als der Studierte?

Thomas hat gesagt…

"Ich habe ein Herz für Reiche"

...
Dein Reich komme
...

JANET hat gesagt…

OOOOh Joop ein Wunderkind!! Mein Lieblingsteil von Jette trage ich am linken Mittelfinger!...ist aber keine Kornblume!

Ich mag auch den Lagerfeld, der ist übrigens auch ein toller Philosoph ich könnte den stundenlang zuhören.. http://www.youtube.com/watch?v=Xs5M_Txlhms "wenn man steht, denkt man besser mit frischen Geist und gut sitzender Kleidung.." Viel Spass!

Thomas hat gesagt…

Und dann gibts da noch die Geschichte mit dem Kamel und dem Nadelöhr und dem Reichen und dem Himmel.

JANET hat gesagt…

ansonsten ist das Thema dekandent..
die oberen 10ooo sind bestimmt nicht alle mit eigener Kreativität da oben.. Und ohne die anderen Milliardchen wären sie es auch gar nicht. Wenn ich es aber Lichtjahre entfernt betrachte dann ist das eben so wie es ist. Entwicklung geht nur wenn einige Wenige ihr Köpfchen durchsetzen und andere eben mitziehen müssen.. Die Idee hat nur einer die praktische Umsetzung müssen eben andere übernehmen und das Verhältnis ist eben scheinbar ungerecht.

JANET hat gesagt…

Wie ist das eigentlich mit dem Beispiel Bill Gates ... Könnt ihr mal googeln. Er arbeitet jetzt für seine Stiftung. Hab letztens eine Sendung ich glaube in ntv gesehen. Auch ein Super Mensch...!! Unbedingt sehenswert.

Oder wie heisst er noch..den ich interessant finde.. Hans Olaf Henkel.

JANET hat gesagt…

mir fällt gerade der Spruch meiner Kollegin ein, die meint weil jemand gut darin ist zu seinem Vorteil zu denken, sei er schlau..
Das kann ich absolut nicht teilen.
Andere ausnehmen wie krumm auch immer, kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. So will ich nicht zu den 10ooo dazugehören...Und Respekt fehlt mir da auch vor solchen Menschen.

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Lieber Sebastian, wenn ich mal eine Millionen gewinne, bekommst du deinen Mercedes, in deiner Lieblingsfarbe, mit roter Schleife drumherum... versprochen!

:)


Wie ist das, wenn man in einen guten Schuhladen geht und sich dort gute Schuhe für 150, - Euro kauft und während man die Geldkarte über den Thresen schiebt, daran denkt, dass es Menschen gibt, denen für neue Schuhe genau 7,64 Euro im Monat zur Verfügungen stehen (7,64 Euro ist der Anteil für Schuhe aus einem Hartz4-Satz für alleinstehende Erwachsene, Stand Juli 2009)?

Als ich neulich einkaufen ging, stand an dem Einkaufswagendepot ein junger Mann, gebrochener Akzent, der auf einem Akkordeon spielte. Jeden, der dort seinen Wagen wieder hineinstellte, fragte er nach dem 1-Euro-Stück aus dem Einkaufswagen.

Ich hatte eine so eine Metall-Plakette drin und als dieser Junge Mann das sah, meinte er, das sei nicht gut. Ich schmunzelte und fragte zurück, warum es nicht gut sei.
Da verzog er sein Gesicht und meinte wieder, dieses Metallstück sei nicht gut.
Darauf fragte ich ihn, ob er einen Euro haben wolle und als er eifrig nickte, gab ich ihm einen.

Dieser eine Euro machte mich weder ärmer noch den anderen reicher. Und doch machte er uns beide froh.

Herzlich

Kerstin Zahariev.

manroe hat gesagt…

Die meisten "Erfolgreichen" wissen in der Tat, wie man einen solchen Status erreicht, man möge lediglich auf ihre Ellenbogen schauen und man weiss, wie die das machen. Aber das sind dann ja lediglich die "Normalen". Und es gibt "Erfolg" und wirklichen Erfolg.

Wenn aber ein Mit-"Anthroposoph" wie Sebastian hier ein Loblied darauf singt, mit seinem spirituellen Hintergrund, dann wirds für mich wirklich bedenklich.

Strebt man mit einem solchen Wissen einen derartigen "Erfolg" an und interpretiert ihn hier auf obige Art, dann sehe ich darin eine ganz bestimmte Geisteshaltung, die sich eines solchen Wissens bedient um zu... und dann wird es in meinen Augen wirklich schlimm.

In diesem Sinne wie im aktuellen blog hier würde ich dann gern noch einmal eine entsprechende Definition von Egoismus zu lesen bekommen, ich habe meine "Haare" bereits gegeelt, damit sie mir nicht so leicht zu Berge stehen werden :)

Schon allein dieses absolut widerliche Foto... diese Pose... Wenn eine Seele Derartiges wirklich anziehend findet... boahh, ich muss hier persönlich gegen meinen Brechreiz angehen.
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Wenn man nur ein Fünkchen egofreies Bewusstsein in sich trüge müsste man unschwer erkennen können, was hier wirklich spricht, das ist meine Überzeugung.
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Und Das hier ist widerlichster Zynismus:

"Ausserdem fordern wir ultimativ von Ihnen, dass sie den Armen, Leidenden und Gefangenen zu helfen hätten – aber wir übersehen, dass diese Menschen bereits das Wichtigste getan haben: Sie haben dafür gesorgt, sich vom Leid zu befreien. Sie sind aus dem Dschungel der Einsamkeit entkommen. Das finde ich große Klasse!"

Thomas hat gesagt…

... und am Ende erkennen wir alle, als höchstes Ziel, unsere Homosexualität, so wie der Freigeist Wolfgang Joop.

Und die Menschheit ist bald von ihrem Leiden erlöst und es gibt nur noch freie, reiche, schöne, vorbildhafte Menschen - nur eben nicht mehr lange.

Der, der diesen post geschrieben hat, ist wirklich "Frei"geist - in dem Sinne von "frei von allen guten Geistern".

Christian Grauer hat gesagt…

Oh, homophob sind wir also auch noch...

Thomas hat gesagt…

Für den plötzlich auftauchenden, wild schimpfenden, und dann genau so plötzlich wieder verschwindenden Infosophen Herrn Grauer

Sie schreiben: "Oh, homophob sind wir also auch noch..."

Wieso schreiben Sie "wir"?

Heißt das, dass Sie es sind?

Ich bin es nämlich nicht.

Da haben Sie eine voreilige und dazu noch falsche Schlussfolgerung gezogen.