Freitag, 12. März 2010

Dankbarkeit

Ich bin stolz auf meine Leistungen. Und ich bin mir gleichzeitig bewusst, dass ich fast alles in meinem Leben anderen Menschen verdanke. Dieser Blog zum Beispiel. Klar, ich schreibe hier meine Texte. Aber ich nutze einen Laptop (gebaut von anderen Menschen) und Strom (bereitgestellt von anderen Menschen) und ich sitze auf einem Stuhl (gebaut von anderen Menschen).

Ich könnte eine Liste mit Dingen machen, die ich anderen Menschen verdanke. Sie wäre endlos. Wenn ich mich zum Beispiel hier umschaue, dann bin ich umgeben von den Leistungen anderer Menschen:

Internet, Laptop, Schuhe, Kaffee, WC, Musik, Bücher, Haus, Buddhastatue, Kruzifix, Strom, Straßen, DB (wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich einen Bahnhof), Demokratie, Müllabfuhr, Facebook, Steiner-Foto, Jeans, AQAL, DVD, Bett, GA, Blumenvase...Alles Leistungen anderer Menschen.

Oder dieser Blog. Ich fing hier vor einem Jahr mit ca. 4000 LeserInnen im Monat an und mittlerweile sind es über 7000.

Als Autor muss es mir etwas bedeuten, wenn ich viele Leserinnen und Leser erreiche und gesunder Stolz ist eine schöne Sache. Und dennoch: Ihr helft mir, dass ich mir treu bleibe. Ihr helft mir, mein Versprechen zu halten und „wenn Du öffentlich deine Ideen vertrittst, musst Du Dich bemühen, ihnen entsprechend zu leben“. (Paulo Cohelo, Krieger des Lichts).

Die Kultivierung der Dankbarkeit, bringt uns zur körperlichen und seelischen Gesundheit und führt uns zur spirituellen Wahrheit.

Die immer erneuerte Dankbarkeit gegenüber anderen Menschen – gegenüber allen Generationen der Menschheit bis hin zum Urmenschen – führt zu zwei erstaunlichen und revolutionären Erfahrungen: Zunächst erkennen wir die Getrenntheit und das Rätsel des anderen Menschen. Doch allmählich, nach immer erneuerter Dankbarkeit, stellt sich ein Gefühl der Verbundenheit ein.

Dankbarkeit formt aus dem Rätsel des Gegenüber, das Wunder des Wir. Zwei umarmen sich als das Eine.

Ein Mangel an Wir-Bewusstsein, ist immer ein Mangel an Dankbarkeit. Das gilt im Sozialen, wie auch im Geistigen.

Wenn Du in Deine Dankbarkeit alle Wesen einschließt (und auch die umfasst, die Dir nicht genehm sind – was wäre ich ohne meine Kritiker? Sind Steine im Weg nicht auch Bausteine für eine Treppe?), wenn Tiere, Pflanzen, Mineralien, Sonne und Mond und alle unbekannten Welten in Deine Meditation der Dankbarkeit mit einfließen, dann kann in Dir ein Gefühl der EINHEIT erwachen.

Nichts fördert die seelische und körperliche Gesundheit mehr, als ein Erwachen zu diesem geistigen Gefühl der vollkommenen Einheit aller Wesen, Zeiten und Räume.

Dankbarkeit ist der gesündeste Weg zu diesem Erwachen.


Wenn Dein Wesen aus über 50% Dankbarkeit besteht, dann beginnst Du im Überfluss zu leben. Das ist eine harte und schwer zu schluckende Wahrheit. Aus bewusster und klarer Dankbarkeit, wächst Fülle und die Erkenntnis, dass wir nicht allein, sonder ALL-EIN sind.

Danke für Deine Aufmerksamkeit & Liebe, danke für Dein Geld, Deine Geschenke & für Deine Kritik & Lob & Leistung.
...
Danke für die Dankbarkeit - sie ist die Mutter aller Tugenden und Erkenntnisse.

Kommentare:

Werner (Thomas) hat gesagt…

Herr Gronbach,

Sie schreiben hier so schöne Worte über die Dankbarkeit die Sie Ihren Mitmenschen gegenüber empfinden. Und Sie sagen, wie wichtig für Sie die Dankbarkeit ist.

Gleichzeitig lösen Sie aber Ihre Mitmenschen in dem ALLEINS - durch Dankbarkeit - auf. Sie lassen sie wieder verschwinden.

Dankbarkeit Ihrer Mitmenschen "formt" das Wunder des Wir, das EINE. Die Menschen eliminieren sich so selbst.
Und was bleibt ist das EINE - OHNE die einzelnen Menschen.

Sehen Sie das wirklich so?

Oder erkennen Sie selbst NICHT, was Sie schreiben?

MonikaMaria hat gesagt…

Oooh. Noch kein Kommentar zum Thema Dankbarkeit?

Danke Sebastian :-)
So und genau so geht es mir jeden Morgen, wenn ich aufstehe und wahrnehme, Du darfst hier sein. Du bist DA!

Wunderbar und es hält an dieses Wunder bis abends, wenn ich müde ins Bett gehe.

Delilah's Mystery hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
soniah hat gesagt…

Lieber Sebastian, vom tiefsten Herzen danke ich dir.
Aus mein allein Sein, individuell, getrennt, punktuell, spüre ich die Dankbarkeit wie Strahlen die sich in der Periferie ausbreiten und uns alle in kosmische Gefüge vereinigen. Da strahlt auch wieder das besondere Lächeln und ich fühle mich nicht mehr einsam, sondern von diese Mutter getragen.
Nochmal Danke für diese Erinnerung die mich einfach nur glücklich und gesund macht.

Werner (Thomas) hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Detlef Troststätter hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
MonikaMaria hat gesagt…

Oh. MissionWir ist abgenabelt worden. Erst wurde der Durchgang kleiner und nun ist gar kein Durchgang mehr.

Danke Sebastian :-)

erika42 hat gesagt…

Dankbarkeit zu üben, ist ziemlich anstrengend. Ich bin aber im Training und versuche, ein "guter" Mensch zu sein. Gutes Vorbild ist auch Ekhard Tolle, der es ähnlich aussehen lässt.
Die Prägung, zuerst misstrauisch zu sein, dann kritisch und dann Entscheidungen zu treffen, sitzt tief. Woher das Misstrauen kommt: früh- und spätkindliche Erfahrungen, Aufwachsen ohne Natur und ohne (gelebte) Verbindung zum höheren Selbst, keine Rituale und nur dogmatische Überzeungen um einen herum. Da war es nicht ganz unkompliziert, den Weg zurück zur Dankbarkeit zu finden. Jedenfalls, ich bin drauf, auf dem Pfad. Manchmal kullere ich hier und da runter, aber ich bin ja nicht der Dalai Lama, nicht wahr.
Schön, wen man so auf facebook alles "trifft".