Sonntag, 28. März 2010

Alltags-Bodhisattva

Es gibt zwei grundverschiedene Arten dessen, was man soziales Engagement nennt.
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Die eine Art sich zu engagieren und der Evolution zu dienen, resultiert aus der Unfähigkeit, sich selbst anzunehmen. Sie ist voller Ressentiments, eigentlich nur eine verkappte Negativität.

Ganz anders und ganz wunderbar hingegen ist eine Art, deren innerer Ausgangspunkt und motivierenden Kraft, ein mächtiges Gefühl der eigenen Geborgenheit, des Feststehens, des inneren Gerettetseins und der unbesieglichen Fülle des eigenen Daseins und Lebens ist.


Liebe, Opfern & Helfen, ist hier ein spontanes Überfließen der Kräfte, begleitet von Seligkeit und innerster Ruhe.

Wenn Du Dich selber befreit hast, dann ist es Dein gutes Recht, Dich auf das Sofa des Seins zu legen und im Nirvana zu dösen. Niemand wird Dich stören. Weil es niemand gibt, der gestört werden kann.

Du kannst aber auch wieder aufstehen – frei & willig und die "die Rüstung der Geduld“ anlegen und Dich verpflichten, auch andere Menschen zu befreien. Du kannst der Evolution dienen. Als starke und authentische Persönlichkeit. Nirvane wird durch Dich leuchten.

Im Grund ist dies die Haltung des Bodhisattvas.


Man kann das Wort sehr hoch hängen und mystifizieren (was auch ok ist). Ich mag jedoch auch die kreative Art, wie Ken Wilber mit diesem Wort spielt.

„Wir brauchen Bodhisattva-Rechtsanwälte, Bodhisattva-Künstler und -Politiker, Bodhisattva-Ärzte und -Wirtschaftsexperten, Bodhisattva-Lehrer und -Wissenschaftler, Bodhisattva-Techniker und -Ingenieure, Bodhisattvas in allen Bereichen, die auf jeder Stufe und überall in der Gesellschaft bewusst als Kanäle des Mitgefühls und der Weisheit wirken, die daran arbeiten, ihr Bewusstsein und ihr Handeln sowie das anderer zu verwandeln, die in der Gewissheit, von den erleuchteten Wesen unter- stützt zu werden, unermüdlich für die Bewahrung unserer Welt und für eine bessere Zukunft arbeiten.“

Oder wie Teilhard de Chardin sagte: "Wenn wir eines Tages den Wind, die Wogen, die Gezeiten und die Schwerkraft in den Griff bekommen haben...werden wir die Energien der Liebe nutzbar machen. Dann wird der Mensch - zum zweiten Mal in seiner Geschichte - das Feuer entdecken."

Für mich zählen – unter vielen anderen – „Ich & Ich“ zu den Bodhisattva-Künstlern. Wer fällt Euch noch ein? Wo sind die Alltags-Bodhisattvas, die Dich immer wieder erleuchten? Dankst Du ihnen? Dienst Du ihnen? Bist Du selber einer? Benimmst Du Dich auch so?

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Wenn wir uns immer mehr mit den Alltags-Bodhisattva verbinden, dann werden wir eine Struktur erschaffen, eine Kultur der wachen Herzen, die das neu entdeckte Feuer weitertragen kann.


Zum Wohle aller Wesen und zu unserem eigenen Glück!