Mittwoch, 17. März 2010

Die fantastischen vier Eigenschaften

Vier Eigenschaften sind es, die Rudolf Steiner für den Lehrerberuf als „notwendig“ bezeichnet: Erstens das Weltinteresse. Zweitens den Enthusiasmus. Drittens, die Elastizität des Geistes. Und viertens die Hingabe. Mir erscheinen diese Lehrereigenschaft als universell-notwendige Eigenschaften des Menschsein überhaupt.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann haben Sie (wie ich) Ihre eigenen Erfahrungen mit LehrerInnen und Schulen und mit anderen Menschen – vor allem aber habe wir Erfahrungen mit uns selber. Jeder kann an diesen „Fantastischen 4 Eigenschaften“ selber einmal schauen wie er in der Welt steht.

Wie ist es mit meinem Weltinteresse? Weiss ich welche Bücher gerade gelesen, welche Kino-Filme gesehen und welche Musik gerade gehört wird? Kenne ich die aktuellen Debatten in der Philosophie oder Wissenschaft? Bin ich up to date, was die spirituellen Lehrer und geistigen Evolutionäre zu sagen haben? Weiss ich wie es meinem Nachbarn geht?

Wo ist mein Enthusiasmus? Wann habe ich mich zuletzt so sehr gefreut, dass ich fast geplatzt wäre? Wann entfachte ein Gedanke, eine Idee oder ein Gefühl eine unbeugsame Kraft in mir – zum Wohle aller Wesen? Wann habe ich meine Partnerin oder meinen Partner zuletzt in eine neue Stufe der Gemeinsamkeit mitgerissen? Wann war ich zuletzt – um dem Ursprung des Worte gerecht zu werden – „von Gott erfüllt“?

Wie groß ist die Elastizität meines Geistes? Wann habe ich zuletzt einen Gedanken zum ersten mal gedacht? Wie schwer fällt es mir, das fremde Wollen zu verstehen? Wie sehr gelingt es mir, auch in ganz neue und fremde Ideenwelten einzutauchen? Kann mein Spirit sich in jedem Kontext angemessen verhalten? Ist mein Geist so elastisch, dass er sich selbst beobachten kann?
....
Wo ist meine Hingabe? Ist meine Hingabe etwas was Geist, Seele und Körper umfasst? Wem oder was, habe ich mich zuletzt so sehr hingegeben, dass ich die Einheit selbst war? Wie sehr bin ich bereit, mich der Liebe, dem Schmerz und dem Kosmos hinzugeben?

Jeder mag sich seine Fragen stellen – ich habe als Anregung ein paar meiner spontaner Fragen mit Ihnen geteilt und teile dazu gerne einen weiteren Satz Rudolf Steiner mit Ihnen: „Interesse an allem Sein haben, das ist Menschenpflicht."

Ach und noch eine Frage: Wenn auch Anthroposophie ein Wesen sein soll – wie steht es mit dem Weltinteresse, dem Enthusiasmus, der Elastizität des Geistes und der Hingabe dieses Wesens?

In diesem Sinne sehen wir uns vielleicht beim Info3 Stand auf der Leipziger Buchmesse: Halle 5, Stand E401-403.

Kommentare:

Werner (Thomas) hat gesagt…

Ich frage mich:
Wieso stellen Sie, Herr Gronbach, die Frage:
Wenn auch Anthroposophie ein Wesen SEIN SOLL – ...?

Haben Sie denn noch nicht bei Ihrem Lehrer, ich meine damit Rudolf Steiner, haben Sie da noch nie gelesen, dass der gesagt hat, dass, von einem gewissen Standpunkt aus gesehen, man Anthroposophie ein Wesen nennen kann? Ein reales geistiges Wesen.
Oder vertrauen Sie Ihrem Lehrer nicht?
Oder können Sie, auf Rudolf Steiners Schultern stehend, das Kleingedruckte nicht mehr lesen?

Ich meine:
Wendet sich jemand wirklich mit

Hingabe
und Interesse,
mit Begeisterung
und mit beweglichem Denken

der Anthroposophie zu, dann findet sich auch die Antwort auf die von Ihnen gestellte Frage.
Herr Gronbach, Sie könnten das auch. Tun Sie es. Einfach so. "Enlighten now - not later".

An Ihrer Frage erkenne ich wiederum, dass Sie kein Anthroposoph SIND.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Stimmts?

Denn Ihr Motto ist ja etwa so:
Stets offen für Neues und stets beweglich bleiben. Integral eben.

Stellen Sie sich vor:
Anthroposophie ein reales Wesen.
Und, nicht wie nach Ihrer momentanen Sichtweise, eine mythische Figur in Ihrem Wesenszoo.

Könnten Sie diese Revolution, denn das wäre es ja für Ihr jetziges Weltbild, überhaupt ertragen?

Sie mögen sich Ihre Fragen stellen, Herr Gronbach – ich habe als Anregung ein paar meiner spontanen Fragen mit Ihnen geteilt und teile dazu gerne einen weiteren Satz Rudolf Steiners mit Ihnen:

„Wenn man die Anthroposophie nimmt, so wie sie lebenig ist,ohne auf ihren Namen zu achten, dann ist es heute sogar am besten."

(GA 257; Anthroposophische Gemeinsachftsbildung; S. 183)

Ach! Und noch eine Frage, eine persönliche:
Wie fühlen Sie sich, wenn Sie Fragen stellen und Sie bekommen keine Antwort?

Oder wollen Sie vielleicht gar keine Antworten?

Fragen über Fragen.
Na ja. Sie werden wohl wieder so stehen bleiben. Unbeanwortet. Oder?

Aber freuen wir uns, dass wir wenigstens noch Fragen stellen können.

Conny hat gesagt…
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Detlef Troststätter hat gesagt…
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manroe hat gesagt…

Hallo Detlef,

möge "Gott" Deinen einfachen Geist segnen - simple first? Im Warenhaus, da ist in allen Tüten was drin, ist doch voll einfach, oder? Wie heisst der Planet eigentlich, auf dem Du lebst?

Detlef Troststätter hat gesagt…
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Delilah's Mystery hat gesagt…
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Barbarapapa hat gesagt…
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J. Namaste hat gesagt…
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