Freitag, 5. März 2010

Man sieht sich

Heute will ich hier ausnahmsweise einmal den Beitrag eines Kollegen veröffentlichen. Info3 Chefredakteur Dr. Jens Heisterkamp schrieb, wie ich finde, einen wirklich schönen Beitrag in dem aktuellen Redaktionstagebuch. Bitte, lieber Kollege:

Ich bekenne, ich bin ein Facebook-Fan. Und wenn es diese Internet-Plattform nicht schon gäbe, man müsse sie erfinden.

Mit kleinen Status-Meldungen ("Was machst Du gerade") hält sich hier eine wachsende Schar von "Freunden" gegenseitig auf dem Laufenden, mal mit mehr alltäglichen, mal mit mehr tiefgründigen Dingen. Vor allem aber werden auf Facebook aktuelle Hinweise auf Zeitungsartikel oder Filme ausgetauscht und oft gleich kommentiert.

Ob man hier über Belanglosigkeiten schnattert oder um lebenswichtige Themen ringt, das hängt natürlich von der Zusammensetzung des jeweiligen Freundeskreises und vom eigenen Einsatz ab.

Man kann stärker in eine Debatte einsteigen, wenn man will, oder auch einfach mal nur ein Häkchen setzen ("gefällt mir") um zwischendurch zu signalisieren, dass man Anteil nimmt.

Die meisten Mitarbeiter von info3 sind inzwischen bei Facebook aktiv, aber ich erfahre durch diese Plattform beispielsweise auch, was die Grundeinkommens-Aktivistin Susanne Wiest in Greifswald heute beschäftigt oder die Leute um das Kulturzentrum "Mitte" in Basel oder was der Karmakonsum-Blogger Christoph Harrach wieder Interessantes ausgegraben hat.

Viele der "Facebook-Freunde" kenne ich auch im "echten Leben" und freue mich, wenn ich von ihnen wieder mal ein kurzes Lebenszeichen empfange. Eine ganze Reihe von Menschen habe ich aber auch erst durch Facebook kennengelernt, wurde durch interessante Kommentare auf sie aufmerksam oder eigene Freunde haben sie mir empfohlen.

Es ist spannend zu sehen, dass hier durch eine technische Plattform die Möglichkeit vorhanden ist, nahezu täglich mit einem großen Netz von Menschen gleichzeitig eine Berührung zu erleben - eine neue Dimension der Kommunikation, aber auch der sozialen Wahrnehmung.

Natürlich gibt es auch Fragen, vor allem: Gehen die Betreiber wirklich verantwortlich mit den Daten um? Ich persönlich finde, dass die Chancen bei weitem überwiegen und habe keine Angst davor, dass jemand aus meinem Facebook-Verhalten seine Schlüsse zieht - soll er nur.

Es gibt übrigens auch "Fan"-Gruppen auf Facebook für bestimmte Institutionen, einzelne Menschen, Projekte oder Produkte. Auch info3 hat inzwischen eine solche Seite - werden Sie doch einfach "Fan", die Registrierung ist einfach und die Nutzung kostenlos. Man sieht sich!

Kommentare:

Thomas hat gesagt…

Facebook – wörtlich übersetzt bedeutet das ja „Gesicht-buch“.

Das Gesicht ist ja ein Kennzeichen oder eine Eigenschaft von einem individuellen Menschen.
Womit ich wieder zum Thema übergeleitet hätte.

Diese individuellen Menschen sind ja in Gronbach-Wahrheit alle der SELBE.
Nach seiner Vorstellung schreibt der SELBE als Jens Heisterkamp einen Eintrag bei facebook, den der SELBE als Sebastian Gronbach dann liest. Und sich freut. Oder auch nicht. Nein, er freut sich nicht, sondern ES, das ALLEINS, das NICHTS, eben der SELBE, der ist es der sich freut. Wenn er sich denn freut.

Und Jens Heisterkamp und Sebastian Gronbach gibt es in Gronbach-Wahrheit überhaupt nicht. Er hat das ja bereits erkannt. Was eigentlich auch schon allgemein bekannt sein sollte.
Und ebenso wenig gibt es dann natürlich die anderen „faces“ bei facebook. Sie sind ja alle der SELBE. Meint Herr Gronbach.
Was er ja in seinem vorletzten post (HIS story) so unmissverständlich deutlich geschrieben hat.

Der SELBE hat dann natürlich auch facebook erfunden. Als Plattform um sich SELBST zu schreiben, um es dann SELBST zu lesen und sich SELBST zu freuen. Oder auch nicht.

Was für eine Rolle bleibt dann noch für die "faces"?

Richtig. Durchgangskanäle.
Was da so alles durch geht - durch diese Kanäle.

JANET hat gesagt…

Thomas, kannst du auch mal deinen Rand halten.. ;o)log dich bei facebook ein, da kannste plaudern über Gott und die Welt ohne Ende. Deine Selbstgespräche tun mir schon ein bischen Leid. ;o)

Thomas hat gesagt…

Janet,

wenn es Ihnen wirklich leid tut, dann zeigen Sie doch ihr Mitleid und machen Sie aus dem Selbstgespräch ein Gespräch.
Kommentieren Sie meinen Kommentar.

Dort ist einfach nur Gronbach-Theorie in die Praxis umgesetzt.

Janet gibt es in der Gronbachschen Welt übrigens nicht.

Ihren Kommentar hat nämlich der SELBE geschrieben. - Nach Herrn Gronbachs Weltentheorie.

JANET hat gesagt…

Lieber Thomas, ich sag Du, kannst auch Du zu mir sagen.. ;o)

ja Thomas ich hab auch das Gefühl das es mich nicht gibt in der Gronbachschen Welt... denn durch mich, durch dich, durch ihn..durch.. drückt sich das Eine aus...in unterschiedlichster Art und Weise mit seinem eigenem göttlichen SoSein. So sehe ich das..Ich kann aber für mich selbst bestätigen mich gibt es..

Wenn du auf deine Worte keine Antworte bekommst, kann das ja sein dass für Menschen wie Sebastian sich kein Impuls regt..der etwas nach Vorne bewegt..oder in ihm ein Aha erzeugt, wäre so mein Gedanke dazu.

Liebe Grüße
JANET

Thomas hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Thomas hat gesagt…

Liebe Janet,

ich sehe es so, dass in mir (in jedem wirklichen Menschen) ein individualisiertes "Ich" ist. Ein Geistwesen, das frei sein kann, sich zur Freiheit entwickeln kann. Frei von JEGLICHEM äußeren oder inneren Bestimmtsein.
Anders kann ich mich als real existierendes individuelles Wesen nicht denken.

Anders wäre ich und wärst auch Du wirklich nur etwas, in dem oder durch das ein Göttliches sich selbst lediglich auslebt. Eben ein Durchgangskanal für das Göttliche, ohne ein individualisiertes Eigenleben.
Mich und dich als eigenständiges und freies Wesen würde es dann einfach nicht geben können.

Wenn Du also sagst, dass Du es so empfindest, dass das EINE sich in Dir und in allen anderen Wesen nur auslebt
und
Du trotzdem sagst, dass es dich gibt, dann sehe ich da einen Widerspruch.
Was an Dir soll es dann geben, das Du bist und das bleibt?
Und: Wie siehst Du das mit der Freiheit?


In bezug auf Herrn Gronbach:
Ja, das kann gut so sein, dass sich bei ihm kein Impuls regt wenn er meine Kommentare liest.
Aber: Nichts sagen ist für mich auch eine Antwort.

Außerdem möchte ich gar nicht, dass Herr Gronbach sich weiter nach Vorne bewegt. Denn ich sehe ihn in eine Sackgasse rennen. Er sieht nur das Ende noch nicht. Das habe ich ja hier bereits so geschrieben.

Wenn er wirklich vorwärts kommen will, dann muss er sich zuerst herum drehen. Und das kann er (noch) nicht. Erst muss er wohl mit seinem Kopf gegen die Wand am Ende der Sackgasse laufen und es selbst erfahren, dass er es ist, der den Schmerz spürt und nicht das ALLEINS. Vielleicht wird er ja dann wirklich wach.
Ich wünsch es ihm jedenfalls - das Erwachen meine ich.

06.03.10 17:37
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manroe hat gesagt…

Das Prinzip facebook hat für mich etwas von geistigem Inzest, da man dort nur mit dem sprechen kann, den man dazu eingeladen hat, bzw. von dem man eingeladen wurde.

Thomas, Dich und mich, bei einem Kontaktversuch zu Sebastian, würden wir dort wohl mit Sicherheit abgelehnt werden. So geschlossene Gesellschaft halt, man bleibt unter sich und mal ganz nebenbei, das was hier so läuft ist eh nur noch Fassade, die sind dort schon längst bereits unter sich.

JANET hat gesagt…

Manfred und Thomas ich bezeuge, dass es nicht so ist...Jeder wird bei facebook als Freund angenenommen...sofern er integer mit seinen Mitfacebookern umgeht. Obwohl ich hatte schon zweimal erleben müssen, das sogenannte Anthroposophen sich wieder entfreundet haben von mir.. weil ich in ihren Augen nicht so reagiere wie sie sich es wünschten..ich passe sozusagen nicht in ihren Rahmen. Genau da wird man dann einfach ohne viel Federlesen ausgenockt..muss man mit Umgehen lernen..jedermanns Freund sein, ist ja auch verdächtig... ich empfehle es Euch, es macht Spass und es gibt so viele andere tolle Menschen..und wir sind ja alle miteinander verbunden..Irgendwann checkt man das man mit jemanden schreibt und der wohnt gleich um die Ecke..ist doch toll.

und Fakt ist dies...
Ob man hier über Belanglosigkeiten schnattert oder um lebenswichtige Themen ringt, das hängt natürlich von der Zusammensetzung des jeweiligen Freundeskreises und vom eigenen Einsatz ab...

Liebe Grüße
Janet

Barbarapapa hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Bernhard Albrecht hat gesagt…

@ Barbarapapa

The Day After ist immer der Tag an dem es mir gelingt mich allein auf mich zurück zu wenden, an dem ich immer wieder neu etwas bewirke, das mich im Blick auf den oder die anderen Menschen dazu führt ein anderer Mensch zu werden.
Es wäre eine Überlegung wert und nicht nur eine, ob Kopfschütteln oder Schlimmeres nicht die grösstmögliche soziale Untat ist, deren der einzelne Mensch fähig ist. Indem ich über andere Menschen ein vernichtend richtendes Urteil fälle hänge ich meine gestaltend denkend-liebende menschliche Grundfähigkeit an den Nagel. Evolution kann immer nur von mir ausgehen, andernfalls ich andere Menschen in meine Vorstellungsbahnen zwinge und die "hoch gehandelte Freiheit" just in diesem Augenblick verrate.
"Noch ehe der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verraten"
Jedes Urteil über andere Menschen, hinter dem im Augenblick der Urteilsfällung nicht ein Bewusstsein heraufsteigt, in welchem ich mich selbst vorrangig zur Selbstverwandlung aufrufe, jedes derartige Urteil ist aus meiner Sicht ein weiterer Verrat im Sinne des >Petrus<, weil es das Erwachen am anderen Menschen nicht aktiv in die Tat umsetzt.
Ich kann nicht umhin zu sagen, dass mich Urteile, wie dieses hier von Ihnen pauschal über Info3 Fans ausgesprochene zutiefst bestürzen und beschämen, weil sie den einzelnen Menschen, über die Sie hier die Geisel schwingen einfach nicht gerecht werden können. Warum nicht? Mit nur ein wenig Bedachtsamkeit finden Sie das selber heraus.

Bernhard Albrecht