Mittwoch, 10. März 2010

So findest Du Deine Mission

Wie findest Du Deine Mission? Indem Du Dich an etwas ausrichtest, was größer ist als Du selber - etwas, was über Dich hinaus geht. Das ist eigentlich alles. Als Anthroposoph habe ich gelernt, dass kleine Kinder ihr physisches und seelisches Rückgrat am besten entwickeln, wenn sie häufig an hohen Bäumen aufschauen.

Das streckt das körperliche und das seelische Rückgrat. Die Seele hat die Eigenschaft, in etwas hineinwachsen zu wollen. In ihre eigene Zukunft.

Mein ganzes Leben hatte ich das Glück menschliche Vorbilder haben zu dürfen – nicht nur Ideen oder Programme. Nein, wirkliche Menschen.


Menschen, die ich verehrte und denen ich kritiklos diente. Das mag unmodern klingen, aber es stellte sich heraus, dass dies der effektivste Wachstumsmotor für die Seele ist. Von Rudolf Steiner stammt der Hinweis, dass die Bewunderung den Menschen zu den Zielen führt...

Ich nenne diese Menschen „Etappengötter“. Ich suchte ihre Nähe. Ich ahmte ihre Art zu denken und zu sprechen nach. Ich lernte von ihnen und ich investierte mein Geld in die Chance, ihnen immer wieder in Würde zu begegnen. Seit meiner Kindheit habe ich solche Etappengötter – und ich habe sie selbstverständlich heute noch.

Irgendwann wurden sie in mir eine lebendige Stimme, ein Teil meines Wesens und eine Fähigkeit meiner Seele, die ich nun wiederum weitergeben konnte. Jedem dieser Lehrer baute ich einen Altar der Dankbarkeit in meinem Herzen.


Also - eine Möglichkeit: Suche Dir reale Menschen, die weit über Dein momentanes So-Sein hinausgehen. Such Dir Menschen, die von hohen Zielen inspiriert sind und diese auf integre Weise leben. Menschen, die Du bewundern willst und deren Nähe Dich wachsen lässt – das bringt Dich in Deine Mission. (Und solltest Du jetzt denken: „Diese Menschen gibt es nicht, ich bin eigentlich allen voraus.“ Nun, dann habe ich hier einen Tipp: Schau mal unter Narzissmus nach).

Der göttliche Impuls aber, der vor 14 Milliarden Jahren begann und der sich noch immer (genau in diesem Augenblick) in mir und Dir entwickelt – dieser evolutionäre Impuls, will weiter und weiter und weiter...Und so lassen wir die Etappengötter hinter uns.

Aber wenn wir wirklich und nachhaltig ein Diener – und gleichzeitig ein Anführer – dieses Impulses sein wollen, wenn wir wirklich diese Evolution durch uns verwirklichen wollen, dann brauchen wir noch etwas anderes als Etappengötter: Wir brauchen den Horizont-Gott.

Der Horizont-Gott ist immer diese unerreichbare Ferne, der wir uns niemals annähern. Ein „allmächtig-geistig-physisches Gotteswesen, das seinen Geschöpfen vorangeht“ (Steiner) und zu dem wir nur ein einziges Verhältnis haben können: Demütige Hingabe.

Wir merken irgendwann: Diesem Horizont-Gott sind wir nie gewachsen und wir können nur in die Knie gehen und stammelnd beten...beten...beten...

Und dann geschieht das Wunder: Wenn wir ganz am Boden sind, mehr erniedrigt als erhöht, dann wächst uns (vielleicht) eine Kraft zu, die nicht mehr aus unserer Biografie. Nichts, was wir erworben haben, sondern reine Gnade.

Du wirst in einer guten Weise von einem Prozess ergriffen, der unendlich über Deine Person hinausreicht und dennoch aus der Mitte Deines Herzens, aus Deinem eigenen, klaren Geist drängt.

Dem kannst Du nicht mehr ausweichen: „Du kannst nicht außerhalb davon stehen. Du bist der Prozess.“ (Andrew Cohen).

Du erlebst: Ich finde keine Mission – Ich bin Mission.
Wir sind EINE Mission.
...

Dies ist eines der drei Gesichter Gottes, denen wir uns ab Freitag in Berlin zuwenden wollen.

Ich freue mich auf Eure kritische und interessierte Teilnahme.

Hier gibts weitere Infos.

Kommentare:

Simone hat gesagt…

Ich danke dir für das hier.

Werner (Thomas) hat gesagt…

Neben Vielem, das wieder seltsam ist, kann man in dem neuen post lesen:

„Der Horizont-Gott ist immer diese unerreichbare Ferne, der wir uns niemals annähern.“

Jetzt hat Herr Gronbach einen neuen Gott erschaffen. Einen Horizont-Gott.
Und der soll auch noch für immer UNERREICHBAR fern für uns sein.

Was ist jetzt mit dem ALLEINS, dem EINEN, dem SELBEN, von dem Herr Gronbach die ganze Zeit schreibt?

Jetzt haben wir plötzlich zwei Götter?
Einer, der immer unerreichbar fern sein soll.
Und der EINE, der immer schon war, ist und sein wird und der auch in uns sein soll.

Herr Gronbach, Sie widersprechen damit allem, was Sie bisher gepredigt haben.

Erkennen Sie wirklich nicht, was das für ein Unsinn, ein Widerspruch in sich ist?

Oder ist das wirklich Vorsatz?

Oder...?

Werner (Thomas) hat gesagt…

http://de.wikipedia.org/wiki/Narzissmus

Herr Gronbach, lesen Sie doch den obigen von Ihnen verlinkten Artikel einmal, BEVOR Sie die von Ihnen empfohlenen Übung:
„Nimm keine innere Beziehung dazu auf“
praktiziert haben.

Detlef Troststätter hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Schwester hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
MonikaMaria hat gesagt…

Schwester
Ist das nicht Gotteslästerung, wonach die Worte hier klingen?

Nene hat gesagt…

Danke Sebastian, ein sehr wahrer Text, wenn man den in sein Herz aufnimmt. Ich lese, aber ich kommentiere nicht mehr so oft. Es ermüdet irgendwann. Umso schöner finde ich, dass du immer wieder einen neuen Text hier postest, unverdrossen und ohne dich von der Dauerberieselung der Pfeile abhalten zu lassen.
Da ich gerade Coelho lese:
Ein Dienstleister ist in diesem Sinne auch immer ein Krieger des Lichts.
Schön, mit dir am Feuer zu sitzen. Und nein, SeGro ist nicht mein Guru falls einer fragen wollte.
herzlich
nene