Dienstag, 9. März 2010

Vollkommene Verbundenheit

Dies ist eine der schönsten und gleichzeitig eine der gewagtesten Übungen auf dem Weg zu einem erwachten und erfüllten Leben. Die Übung ist in ihrer Einfachheit kaum zu überbieten – und dennoch für viele Menschen ein unüberwindbares Hindernis. Sie besteht nur aus einem einzigen Satz: „Fühle Dich in Liebe mit allem verbunden.“

Mitfühlende Liebe und Verbundenheit mit allen Wesen, das bedeutet tatsächlich, dass Du Dich vollkommen jeder Begegnung hingibst. Du lässt Dich von jedem Wesen und jedem Ereignis soweit öffnen, dass Du ein Tor für die Innenwelt des Anderen wirst. Ein Tor für Gott.


Du gibst den Widerstand & die Kontrolle auf und öffnest Dich so, dass Deine Mitwelt in Dir aufgehen und Dich erfüllen kann.

Oft wird diese heilsame Praxis – die zum Kern der Anthroposophie gehört – gefürchtet und missverstanden.

Man denkt, man müsse seine Abwehrkräfte stärken um in einer kalten, harten und giftigen Welt bestehen zu können. Man denkt, man müsse eine Art seelischen Mundschutz tragen und nur die reine Luft einatmen.

Dabei ist gerade umgekehrt. Wenn wir – sanft und mühelos(!) und nur so viel wie es gut geht(!) – Kälte & Härte & Gift einatmen, dann erwacht unser Herz zu seiner wahren Mission.

Es beginnt sich zu öffnen und zu drehen und beim nächsten Ausatmen, sind wir in der Lage – sanft und mühelos(!) und nur so viel wie es gut geht(!) – Wärme & Weichheit & Reinheit zu vergeben. Wir atmen Fülle aus - für die ganze Welt.

Du wirst durch diese Praxis ein sympathischer Mensch. Sympathie bedeutet „mitempfinden.“

Das Geheimnis dieser vollkommenen Hingabe liegt darin verborgen, dass Du Dich nicht nur für andere öffnest, sondern auch für Dich selber.

Bei jedem Atemzug, atmest Du auch Deinen eigenen Schmerz ein. Dein eigenes Getretensein, Deine Unvollkommenheit, Schwäche und Verwundbarkeit. Und ebenso atmest Du für Dich die Heilung aus.


Du bist Dir selber vollkommen sympathisch. Sympathie für Dich & für alle anderen. „Heilung für mich – Heilung für Dich“ sei Dein atmendes Mantram.

Du öffnest Dich – auch für das Wagnis verletzt zu werden. Wenn Du auf jede Verletzung mit noch mehr Öffnung antwortest, dann wird die letzte Öffnung, die Öffnung zu der reinen, edlen und vollkommenen Liebe sein.

Die Liebe ist das einzige im Universum was nicht wächst – denn sie ist bereits alles was ist, war und sein wird. Es ist im Grunde unmöglich ausserhalb dieser Liebe zu sein. Du bist diese Liebe in Person und Deine Liebe ist die selbe Liebe, die in mir lebt.

Liebe wird nicht. Liebe ist. (Achte bei diesem Lied nicht nur auf die Musik und den Text, sondern auf das Atmen. Nenas Atmen ist Nenas Geheimnis.)

Diese Art der vollkommenen Öffnung, erfüllt Dich mit einer Liebe, die weit über jede persönliche Liebe hinausgeht und dennoch Deine Person umarmt.

Die Welt ist komplex. Die Liebe erfüllt alle Komplexität mit ihrem Licht und ihrer Wärme und es ist überall diese eine Wärme und dieses eine Licht.

Im mitfühlenden Herz, erwacht die Göttlichkeit Deiner Seele.

Kommentare:

Christine G.B. Rau hat gesagt…
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Conny hat gesagt…
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Kerstin Zahariev hat gesagt…

Anthroposophie: griech. anthropos, Mensch, und sophia, Weisheit - die menschliche Weisheit, die Weisheit des Menschen oder die Weisheit im Menschen.

Lieber Conny, wie kann die Weisheit ein flüchtiges Geistwesen sein, wenn sie nur in Verbindung mit dem Menschen existiert -Anthropo-sophie?

Dennoch haben Sie recht, eigentlich kann ich wirklich keine Menschen-Weisheit sein, ich kann sie nur erfahren.

Danke für Ihren Hinweis.

Ich fühle mich dennoch der Anthroposophie sehr verbunden. Und wenn man mich dananch fragt, sage ich, dass ich Anthroposophin bin.

:)

Barbarapapa hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Werner (Thomas) hat gesagt…

Herr Gronbach schreibt:

"Ein Tor für Gott."

Ein Eigentor also.

Denn es gibt in dem Gronbach-Welt-Spiel ja nur Gott, den SELBEN, das ALLEINS.


Und wenn dieser Gott durch dieses, dein, Tor geht, dann bist Du nicht mehr. Dann hast Du die Erleuchtung und weißt: Ich bin nicht - Gott ist.
So sagt das Herr Gronbach.


So sehr betont er das "Du" in diesem post. Und erzeugt dabei die Wirkung, als ginge es ihm wirklich um die Persönlichkeit. Als ginge es ihm wirklich um jeden einzelnen Mitmenschen.
(Das meint er vielleicht sogar wirklich - aber gerade das ist dann auch das Gefährliche)

Diese Mitmenschen, die gibt es für ihn ja gar nicht. Ein "Du", eine Persönlichkeit existiert ja nach seiner Lehre überhaupt nicht real.

Ich habe den Eindruck, als wolle er seine Mitmenschen zu seiner Lehre führen, um ihnen dann klar zu machen und zu zeigen, dass es sie in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Dass es das höchste Ziel ist, dass sich die (Schein-)Individualitäten, das sind die Menschen für ihn, auflösen.
Ich sehe da eine Ver-führung im schlimmsten Sinne.


Er wird wieder nichts dazu sagen.

Das erwarte ich von ihm.

Weil es so ist, wie ich schreibe.