Mittwoch, 31. März 2010

Wi.n.d in der Bewusstseins-Arena

Als ich sechs Jahre alt war, fing ich Kaulquappen an einem Tümpel. Ich nahm die Tierchen mit nach Hause und baute ihnen ein kleines Paradies. Der Tümpel befand sich auf dem Gelände der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn. Heute bin ich vierzig und Dozent an dieser Hochschule.

Wie man so sagt, kann man sein Leben nur vorwärts leben und nur rückwärts verstehen. Ich betrachte meinen Lebensweg allerdings weniger als eine Entdeckungsreise, auf der ich mal schaue, was der Tag so bringt. Für mich ist mein Lebensweg ein Schöpfungsakt. Wir stehen morgens auf, um den Tag zu erschaffen.

Anstatt zu sagen: „Mal sehen was der Tag mir so bringt“, stehe ich eher mit diesem Satz auf: „So – was kann ich dem Tag denn mal bringen?“

Ich denke, es sind die 10000 kleinen Entscheidungen, die wir treffen, die unser Schicksal ausmachen. Im privaten Leben und in der großen Wirtschaft.

In diesen kleinen Sekunden entscheidet sich unser Leben, und wenn wir am Ende überrascht sind, dass sich Gold oder Pech auf uns ergießt, dann vielleicht nur, weil wir vorher nicht aufmerksam waren, als wir uns so oder so entschieden haben – in diesen kleinen, aber alles entscheidenden Augenblicken.

Ich freue mich, dass ich (ausser als Dozent im berufsbegleitenden Studium der Kunsttherapie) nun auch als Referent und Workshopleiter bei dem Alanus-Ökonomie Symposium Wi.n.d dabei bin.
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Wi.n.d., das steht für „Wirtschaft neu Denken", eine interdisziplinäre Initiative von Studenten der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft.

Im Spannungsfeld von Werten, Idealen, Visionen und der Realität gilt es, die Gegenwart genau wahrzunehmen und aus ihr die Zukunft zu gestalten.

Mein Beitrag wird damit zu tun haben, eine Bewusstseins-Arena zu schaffen. Ganz aus dem Augenblick heraus - und mit dem Potential, welches in den TeilnehmerInnen lebt.
...
Was ist eigentlich die Gegenwart die wir wahrnehmen? Und wer ist es, der sie wahrnimmt?

Haben meine persönlichen Entscheidungen eine überpersönliche Bedeutung? Welche Werte schaffen es, durch mein Engagement in die Welt zu kommen? Folge ich Idealen und werde ich selber ein Ideal, dass andere inspiriert?
Werde ich jemals einen Sinn in irgend einer Arbeit finden? Oder läuft es andersherum: Ich finde keinen Sinn heraus, sonder ich gebe Sinn hinein?

Erledigst Du noch, oder unternimmst Du schon? Wie begegnen wir Hindernissen? Sind die Trümmer einer Biografie, vielleicht Bausteine für die Zukunft?

Im Wirtschaftsleben sind wir auf das Miteinander angewiesen. Wie schaffen wir motivierende Zusammenarbeit und authentischen Kontakt? Was berührt uns und was kann sich niemals berühren, weil es EINS ist?

Komm zum Alanus Ökonomie Symposium 2010 nach Alfter, um an zwei intensiven Tagen mit anderen Menschen ein Stück in die Zukunft zu investieren.

Der sechsjährigen Jungen mit den Kaulquappen ist heute vierzig und Dozent. 10000 Dinge haben sich geändert – gibt es auch etwas was immer gleich war? Und was, wenn gerade das die Gegenwart wäre?

Die Bewusstseins-Arena ist eröffnet.

Kommentare:

Werner (Thomas) hat gesagt…

Herr Gronbach, Sie schreiben hier:

"Im Spannungsfeld von Werten, Idealen, Visionen und der Realität gilt es, die Gegenwart genau wahrzunehmen und aus ihr die Zukunft zu gestalten."

"10000 Dinge haben sich geändert – gibt es auch etwas was immer gleich war? Und was, wenn gerade das die Gegenwart wäre?"

Wenn das was gleich bliebe, die Gegenwart wäre:

Dann wäre das Gestalten einer Zukunft aus dieser Gegenwart immer wieder die selbe Gegenwart.

Und es gäbe nie eine Veränderung. Weil ja die Gegenwart immer gleich bliebe.

Werner (Thomas) hat gesagt…

Wenn das sich also im Bewusstsein der TeilnehmerInnen ausweiten würde, dann käme es da zu einer Stagnation in der Entwicklung des Wirtschaftslebensdenkens.
Oder etwas anders ausgedrückt. Die TeilnehmerInnen und der Dozent würden sich im Hamsterrad drehen und meinten, sie würden etwas bewegen.

Geist, realer Geist ist es doch was hier in jedem der Beteiligten wirken muss, wenn wirklich etwas effizient bewegt werden soll.

Wenn man jetzt die Wahrnehmungen der Gegenwart hat. Und man trägt diese in ein Symposium, dann sind diese Wahrnehmungen da ja schon wieder Vergangenheit. Und sie würden nicht aus der Gegenwart heraus arbeiten, sondern aus der Vergangenheit.

Wenn man jedoch im Sinne der Anthroposophie aus dem Geist heraus arbeitet, dann arbeitet man mit Impulsen die in der Zukunft iegen. Und die durch den realen Geist aus der Zukunft getragen werden.

Wenn nur Gegenwarts(Vergangenheits)gedanken da sind, entsteht nichts Neues und nichts, das wirklich positiv wirken kann.
Dafür gibt es, leider, genügend Beispiele.

Wenn Anthroposophie drauf steht, dann sollte doch auch Anthropsophie drinnen sein.
Und das ist hier (wieder)nicht der Fall.

Werner (Thomas) hat gesagt…

Und, Herr Gronbach, Sie schreiben noch:

"Ich denke, es sind die 10000 kleinen Entscheidungen, die wir treffen, die unser Schicksal ausmachen. Im privaten Leben und in der großen Wirtschaft."

Dann denken Sie auch hier nicht anthroposophisch. Nicht, wenn Sie so von Schicksal und von Entscheidungen treffen reden.

Wichtig erscheinen uns diese Entscheidungen und sind es von einem gewissen Standpunkt aus gesehen natürlich auch.

Es sind aber doch, anthroposophisch gesehen, nicht die vielen kleinen Entscheidungen, die unser Schicksal in diesem Erdenleben bestimmen, die es ausmachen.
Jetzt sind es die Wirkungen vergangener Erdenleben, die wir erleben. Und jetzt gestalten wir zukünftige Erdenleben.

Da muss man doch gerade über das gegenwärtige Leben hinausschauen. Man muss sehen, wie aus der Vergangenheit, aus vergangenen Erdenleben sich Schicksal gebildet hat, wie es sich in der Gegenwart auslebt und wie wir durch die Gegenwart unser Schicksal für die Zukunft, für weitere Erdenleben gestalten, gestalten können. Als einzelner, individueller Mensch und als Gesamtmenschheit. Für jeden einzelnen und für alle.

Haben Sie da noch nichts bei Rudolf Steiner gelesen?
Oder haben Sie es gelesen und dann für Ihre Weltanschaung zurechtgestutzt? "Modernisiert", wie Sie es ja nennen.

Lesen Sie es doch noch einmal - unbefangen - bevor Sie den Studenten "Ihre" Sichtweise mitteilen.

Denn es wäre sicherlich nicht gut für Ihr Karma, wenn Sie die Unwahrheit lehren würden.

Stefanie hat gesagt…

Anstatt zu sagen: „Mal sehen was der Tag mir so bringt“, stehe ich eher mit diesem Satz auf: „So – was kann ich dem Tag denn mal bringen?“


Ich stehe mit dem Satz/Willen auf zu sehen, auf welche Art mir der Tag das bringt, von dem ich mehr und mehr ahne, dass ich es in der Nacht, aus der ich erwache, so vorbereitet habe. Es ist, als hätte ich mir in der Nacht ein Kleid genäht für den Tag, das genau passen wird, wenn ich es gut ausfülle. Wenn ich mich aufplustere, kneift es. Wenn ich mich dünn mache, schlottert es an mir rum.

Schwester hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Hermann Finkelsteen hat gesagt…

* 10 000 Dinge haben sich geändert - .." aus den 10 000 Kaulquappen, die durch die kleinen Gronbach`schen Bubenfinger geglitten sind, sind Frösche geworden. Das ist ein Zeichen ein Wunder für *evlutionäres Nirvana." Passt auf Studenten Alfters, lasst Euch nicht zu Fröschen transformieren.
Liebe Schwester ER macht das Martyrium seines heiligen Namensgebers durch. Der Sieg liegt im Schmerz. Der Schmerz gehört IHM, liebe Schwester. Lasst uns am Tage vor der Kreuzigung für IHN beten.
Herzlichst Euer Geistesbruder
Herrmann Finkelsteen

JANET hat gesagt…

OOh Gott, ich habe gerade 10ooo Frosch-Könige vor Augen...

Sieben Zwerge hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Hermann Finkelsteen hat gesagt…

Wer wirft hier mit Dreck? WIR ALLE sind das Puzzle das zu einer Bewusstseins - Arena auf der Metaebene sich hin evolutioniert. Lieber Computerschlumpf nein nicht Dreck sondern wir werden Schneewittchen wachküssen so wie all die 10 ooo Frösche also bring Dein Labellostift mit in die Arena.
Ich freue mich auf Euch!

Sieben Zwerge hat gesagt…

Du kannst uns aus Deinem Blog löschen. Doch kannst Du uns nicht entfliehen. Wir, Deine Schatten sind immer bei Dir, bis du uns erlöst.

JANET hat gesagt…

mit Dreck werfen, 7zwerge, 7berge, den Apfel ausspucken, Labello mitbringen in die Arena.. jetzt wirds aber etwas verrückt.. Von mir aus können die Froschkönige Frösche bleiben und quaken was sie wollen.