Montag, 26. April 2010

Anthroposophie und ihr Schatten

Gerne gebe ich an dieser Stelle einen Wortwechsel mit dem Magazin MENSCHNKLANG wieder. Da ich in der Anthroposophie Zuhause bin, ist es mein Job in meinem Haus auch nach den Schatten zu schauen. Ich halte auch dort den „3-2-1-meins-Prozess“ für den Königsweg: „Face it, talk to it, BE it.“
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"Waldorfwelt - Heile Welt. Die Schatten der Waldorfschulen und was wir von ihnen lernen können!". So lautet der Titel eines Vortrages, den Sebastian Gronbach am Mittwoch in Mainz in der Waldorfschule halten wird. Nicht nur in seinem Buch „Missionen“ und einem Kinofilm über Anthroposophen, setzt sich Sebastian Gronbach kritisch mit seiner eigenen spirituellen Tradition auseinander.
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Wir sprachen mit dem Redakteur der Zeitschrift "info3" darüber, was eigentlich ein „Schatten“ ist. Und wir fragten ihn nach der dunklen Seiten der Anthroposophie. Weiter im Text bei MENSCHENKLANG...

Kommentare:

nanook hat gesagt…

hilfreich bei der analyse meiner schatten themen fand ich folgendes:

der charakter einer projektion (auch in der traumsymbolik) unterscheidet sich, je nach dem auf welcher seite eines innern konfliktes (einer spaltung) man sich gerade schlägt.

zum beispiel im konflikt zwischen impuls oder selbstkontrolle.

der aggressive bzw dominante (retroflektierende) teil (also das über-ich, zb die selbstkontrolle) ist nicht unbedingt identisch mit dem projizierendem teil - projektionen spiegeln also nicht immer das, was unterdrückt wird.

die spaltung (impuls/kontrolle) definiert also noch nicht das wesen der projektion.

zb, entpweder projiziert die selbstkontrolle den impuls und denkt "Alle kriminell!!". ODER der impuls projeziert die selbstkontrolle und denkt "Alles autoritäre Bullenschweine, Denunzianten, Konformisten!!!".

spaltung (unterdrückung, bzw retroflektion) ist also ein erster schritt, und die entscheidung der identifikation für eine seite mit folgender projektion der gegenüber liegenden seite, ist ein zweiter schritt. der zweite schritt folgt dem ersten, ist aber nicht durch den ersten fest gelegt.

besser und ausführlicher erklärt es ken wilber in seiner synthese aus transaktions analyse und gestalt therapie.

http://www.kenwilber.com/editor/TAGT.pdf

manroe hat gesagt…

"Nun ist „da draussen in der geistigen Welt“ alles das, was ich für mich selber nicht bewusst annehmen kann. „Geistige Wesenheiten“ wie Luzifer und Ahriman, Satan oder einfach der Teufel sind so entstanden – eine Art Kulturleistung des Unterbewusstseins. "

Das Würde dann ja bedeuten, dass all das Ganze hier lediglich ein psychologischer Vorgang und Prozess ist/sei -. Das Ganze hier, mit dem was wir Mensch nennen, er kämpft halt lediglich, verfinsterter Trottel der er nunmal ist, mit seinen eigenen unbewältigten Produkten. Da frage ich mich dann doch, wenn das so wirklich alles sein soll, in welchem "Raum" er das dann tut, bzw. ob es wirklich nichts anderes gibt als das, was er tut, dieser arme irre Tropf "Mensch". Es gibt dann nur ihn??!!! Dann wäre er kein Schattenboxer, sondern ein Traumtänzer, das wäre aber was anderes dann.

WAHN-Sinn wäre das für mich, solche VOR-Stellungen, alles auf nur diesen Schattenboxer Mensch zu reduzieren ---- ! Ein Geistessportler beim Schattenboxen. Und wenn er ganz allein ist, wozu denn dann eigentlich noch Schatten lichten? Jaja, ich versteh schon und sehe schon wieder diese türkise "Sonnen-Heute-Liege" vom 19. April. Ich blase die Schatten weg, damit mein Ego strahlender glänzt, zum Aalen bereit.
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"Wenn wir persönlich noch nicht in der Lage sind, einen angemessenen Umgang mit unserem höchsten Potential zu pflegen, dann kann es helfen, diese Energie in Formen wie Engel oder Götter zu übertragen."

Wieder so ein simpler Psychohybristrick. Und DER kann NUR dann "funktionieren", wenn man den Menschen wirklich nur reduziert auf ein psychologisch-verstricktes Wesen, als "Spinne" im eigenen Netz.
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Leute, es gibt bereits "Leute", die haben dieses Schattenboxen bereits längst hinter sich gelassen und haben erkannt, dass es mehr gibt. Beleg: Sie sind es bereits.

Schwester hat gesagt…

Sehr gut, Bruder Sebastian, du leistest ganze Arbeit. So ein Blog ist doch was ganz feines für all diese Möchtegerneantros. Sie zerfetzen sich gegenseitig, verirren sich in sinnlosen Gedankenlabyrinthen. Und sie merken gar nicht, dass Du sie damit fesselst. Ha. So können sie wenigstens nicht mehr noch größeren Schaden anrichten in unserer abendländischen Kultur. Aber eigentlich könntest Du Dich auch noch mehr anstrengen, bisher hast Du gerade mal eine Handvoll von ihnen vor den Bildschirm gebannt. Am besten kommt immer Sexualität und Gewalt. Die Schatten ziehen nicht so gut. Also bin gespannt, wann Du in unserem Orden den nächsten Level erreichst...

Christine G.B. Rau hat gesagt…
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Christine G.B. Rau hat gesagt…
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manroe hat gesagt…

Ja, Christine, ist ja nicht schwer zu verstehen, was Du da sagst. Aber zum Einen, warum wendest Du Dich eigentlich GEGEN meine Aussagen und nicht gegen die von Sebastian?? Nicht weil ich das wollte, aber bezüglich Deines Anliegens mal nachdenkenswert. Denn absolut den gleichen Text könntest Du ihm dann nämlich auch schreiben.

Und worum geht es nun?!?

Ist ein Meter nun ein Meter? Oder 1kg nun 1 kg oder nicht? Und wenn plötzlich etwas anderes behauptet und damit gerechnet und gearbeitet wird, dann ist es eben NICHT egal und hat schon gar nichts damit zu tun mit Deinem: "Getroffene Hunde bellen", das ist doch absoluter... auf dieser Ebene mit solcher Trivialpsychologie um sich zu reden.

Schwester hat gesagt…
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Werner (Thomas) hat gesagt…

Für Christine

Sie schreiben:
"Und ist es nicht vollkommen in Ordnung, dass sich Menschen als 'Anthroposoph' titulieren, auch wenn sie die Existenz von Engeln und Teufeln als 'an-greifbare' Wesenheiten für nicht wichtig erachten oder nicht nützlich ?"

Würden Sie bei einem Elefanten den Rüssel und die Stoßzähne abschneiden, nur weil jemand sagt, dass diese nicht wichtig und nicht nützlich sind?

Und was würden Sie von jemandem denken, der so etwas behauptet?

Wenn Sie das verstehen, dann verstehen Sie auch, weshalb Herr Gronbach kein Anthroposoph ist.

Belinda hat gesagt…

Liebe Christine G.B. Rau,

……“Welche Kriterien muss Ihrer, deiner AnSICHT nach ein Mensch erfüllen, damit er sich 'der' Anthroposophie für würdig erweist ?“……

Zitat aus Anthroposophische Leitsätze:
„1. Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte. Sie tritt im Menschen als Herzens- und Gefühlsbedürfnis auf. Sie muß ihre Rechtfertigung dadurch finden, daß sie diesem Bedürfnisse Befriedigung gewähren kann. Anerkennen kann Anthroposophie nur derjenige, der in ihr findet, was er aus seinem Gemüte heraus suchen muß. Anthroposophen können daher nur Menschen sein, die gewisse Fragen über das Wesen des Menschen und die Welt so als Lebensnotwendigkeit empfinden, wie man Hunger und Durst empfindet“.

Herzlichst Belinda

Belinda hat gesagt…

Liebe Christine G.B. Rau,

vor allem dieser Satz sagt doch m. E. alles:

„Anthroposophen können daher nur Menschen sein, die gewisse Fragen über das Wesen des Menschen und die Welt so als Lebensnotwendigkeit empfinden, wie man Hunger und Durst empfindet“.

Herzlichst Belinda

Conny hat gesagt…
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Marcel B. hat gesagt…

Ja, mir mutet es auch befremdlich an, wenn einer mit Pauschalurteilen aufwartet. Solche "Überflieger" stürzen irgendwann mal ab. Und in der Sache kann man als Waldorfschulbeteiligter genauso zu der Behauptung kommen, 90% der Waldorflehrer interessieren sich einen feuchten Dreck für die Wurzeln der Waldorfpädagogik, die machen einfach, wonach ihnen der Sinn steht - was natürlich nicht ausschließt, dass gerade dies dann zu Schablonenhaftem Verhalten führt. Ich möchte jedenfalls nicht in einem Vorstand von "Antroposophen" sitzen, wenn da solche Schatten geboxt werden, vielleicht geht es der zukünftigen Generation wie mir, dann erklärt sich auch der rasante Mitgliederschwund bei denen.

Conny hat gesagt…

"Hat der Mensch einmal die Fähigkeit erworben, mit "Geistesaugen" zu sehen, so begegnet er auch, über kurz oder lang, den genannten höheren, zum teil auch tieferen WESEN, die niemals die physische Wirklichkeit betreten."

Conny hat gesagt…

Es hilft gar nichts, "Wesen" mit psychoanalytischen Schemata wegrationalisieren zu wollen.