Mittwoch, 28. April 2010

Kein Schicksal

Wir erschaffen unser Schicksal auf verschiedenen Ebenen. Durch das, was wir denken, sagen und tun. Nicht nur wir sind in der Welt, die Welt ist in uns. Wir haben ES im Kopf, ES im Wort und ES in der Hand.

In diesem Sinne gibt es kein Schicksal der Menschheit.


Unser Schicksal ist, kein Schicksal zu haben. Unsere Bestimmung ist bestimmungslos. Unser Schicksal ist, dass wir entscheiden können, was unser Schicksal sein wird.

Das nämlich ist die Antwort auf die größte Frage. Die Frage nach dem Warum, nach dem Ziel, nach dem, worauf wir hinwirken.

Das große Wieso? Weshalb? Warum? Die Frage nach dem Sinn des Lebens. Und die Antwort ist das schönste, wertvollste und größte geschenkte Abenteuer, welches uns gegeben ist.


Die Antwort ist: Es gibt keine Antwort - keine Bestimmung. Kein Schicksal. Schicksal ist, was wir tun.

Wir können die Antwort geben - wir sind so frei.

Das Menschenleben, so Steiner, "hat nur den Zweck und die Bestimmung, die der Mensch ihm gibt."

"Der Mensch hat nicht den Willen eines außer ihm liegenden Wesens in der Welt, sondern seinen eigenen durchzusetzen; er verwirklicht nicht die Ratschlüsse
und Intentionen eines andern Wesens, sondern seine eigenen."
Rudolf Steiner
....
Und was ist mit dem, was einem widerfährt?
...
Du meinst "Warum gerade ich?"
...
Nun: "Warum nicht?" lautet die heilsame und unegoistischste Antwort. Shit happens!
...
Wenn man dann aktiv und liebevoll annimmt, was einem widerfährt, wird man vom Spielball zum Spieler und merkt plötzlich: "Ich bin der Ball, der Spieler und das Spiel."

Oder mit Steiner:

"Man kann auch im Schicksal noch sich selbst als wirksam erleben. Sie gibt in dem unegoistischen Betrachten des Menschenschicksals ein Erleben an, in dem man nicht nur das eigene Dasein, sondern die Welt lieben lernt.
...
Statt in die Welt hineinzustarren, die in Glück und Unglück das Ich auf ihren Wellen trägt, findet man das Ich, das wollend das eigene Schicksal gestaltet.
...
Statt an die Welt zu stoßen, an der das Ich zerschellt, dringt man in das Selbst ein, das sich mit dem Weltgeschehen verbunden fühlt."
....

Kommentare:

Frank Meyer hat gesagt…

Schicksal ist, was wir tun. Okay. Aber was ist mit dem, was einem widerfährt?

Basti hat gesagt…

Guter Artikel, Sebastian!

Klar aber aus der höheren Sicht.

Ich finde es gehört auch die naive Sicht hinein, denn sie ist auch real.

Und wenn ich Deine Steiner Zitate richtig deute, geht es darum, den Willen zu lernen, sein Leben steuern zu lernen. Und das geht nicht sofort. Das ist ein Prozess. Dieser Prozess muss erst durchlaufen werden. Das was Du schreibst ist das Ziel.

Um diesen Prozess zu durchlaufen muss aber auch alles im richtigen Zusammenhang dargestellt sein.

Das Schicksal ist das Unbewusste. Ein Kind ist ihm fast völlig ausgesetzt. Das Schicksal wird tatsächlich durch ein höheres "Ich", das ich als Mich am Ende selber erkenne, bewirkt.

Ich, mein irdisches Bewusstsein weiß davon erstmal nichts. Es ist unbewusst. Es unterliegt somit sicher diesem Schicksal.

Das Ziel kann es sein dieses aufzulösen, muss aber nicht.

Diese Auflösung funktioniert in dem ich das meinige Schicksal annehme und akzeptiere. Einer der Wege die dahin führen ist Dein beschriebenes, "Warum nicht?".

Das, im richtigen Zusammenhang erkannt, lässt erkennen das die Annahme des Schicksals dessen Auflösung bewirkt.

Ab dann wird man Herrscher über das Schicksal, man könnte auch sagen: Dann gibt es kein Schicksal mehr. Denn man ist sich der Taten BEWUSSST.

Aber das ist ein Prozess. Ich möchte interpretieren, dass das auch Steiner wusste und seine Zitate auf das ganze als Ziel deuten und nicht als immer schon gegeben.

Erst muss jeder sein Schicksal auflösen, dann gibt es kein Schicksal mehr. Schicksal noch nicht aufgelöst? Dann gibt es das Schicksal auch noch.

Beides ist real.

lg Basti

Basti hat gesagt…

Als Nachtrag:

wen das Thema mehr interessiert, ich habe hier einmal ausführlicher darüber geschrieben:

http://bastiaufreisen.blogspot.com/2010/04/herrscher-uber-das-schicksal.html

lg Basti

Stefanie hat gesagt…

Ja, es ist so.
Das geht bei mir aber nur durch Dauer-Wehen, Dauer-Geburten, Dauer-Zerschellen, gerade weil es den Weg noch nicht gibt, sondern die Schneise erst und immer wieder geschlagen werden muss.

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Danke Sebastian, dass du mich wieder daran erinnert hast.
:)

@Frank - tja, was wider-fährt einem denn und wieso gibt doch wahrhaftig Menschen, denen gar nichts wider-fährt?

Ist doch seltsam. Wie geht das?

;)

Ingrid hat gesagt…

Zu den Themen "Biographie" und "Schicksal" empfehle ich die Lektüre des Kapitels "Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal" aus Rudolf Steiners Theosophie. Da heißt es:

So wie die physische Ähnlichkeit der Menschen klar vor Augen liegt, so enthüllt sich dem vorurteilslosen geistigen Blicke die Verschiedenheit ihrer geistigen Gestalten. - Es gibt eine offen zutage liegende Tatsache, durch welche dies zum Ausdrucke kommt. Sie besteht in dem Vorhandensein der Biographie eines Menschen. Wäre der Mensch bloßes Gattungswesen, so könnte es keine Biographie geben. Ein Löwe, eine Taube nehmen das Interesse in Anspruch, insofern sie der Löwen-, der Taubenart angehören. Man hat das Einzelwesen in allem Wesentlichen verstanden, wenn man die Art beschrieben hat. Es kommt hier wenig darauf an, ob man es mit Vater, Sohn oder Enkel zu tun hat. Was bei ihnen interessiert, das haben eben Vater, Sohn und Enkel gemeinsam. Was der Mensch bedeutet, das aber fängt erst da an, wo er nicht bloß Art-, oder Gattungs-, sondern wo er Einzelwesen ist. ... Wer über das Wesen der Biographie nachdenkt, der wird gewahr, daß in geistiger Beziehung jeder Mensch eine Gattung für sich ist. - Wer freilich Biographie bloß als eine äußerliche Zusammenstellung von Lebensereignissen faßt, der mag behaupten, daß er in demselben Sinne eine Hunde- wie eine Menschenbiographie schreiben könne. Wer aber in der Biographie die wirkliche Eigenart eines Menschen schildert, der begreift, daß er in ihr etwas hat, was im Tierreiche der Beschreibung einer ganzen Art entspricht. ...
...
Als physischer Mensch stamme ich von anderen physischen Menschen ab, denn ich habe dieselbe Gestalt wie die ganze menschliche Gattung. Die Eigenschaften der Gattung konnten also innerhalb der Gattung durch Vererbung erworben werden. Als geistiger Mensch habe ich meine eigene Gestalt, wie ich meine eigene Biographie habe. Ich kann also diese Gestalt von niemand anderm haben als von mir selbst. Und da ich nicht mit unbestimmten, sondern mit bestimmten seelischen Anlagen in die Welt eingetreten bin, da durch diese Anlagen mein Lebensweg, wie er in der Biographie zum Ausdruck kommt, bestimmt ist, so kann meine Arbeit an mir nicht bei meiner Geburt begonnen haben. Ich muß als geistiger Mensch vor meiner Geburt vorhanden gewesen sein. In meinen Vorfahren bin ich sicher nicht vorhanden gewesen, denn diese sind als geistige Menschen von mir verschieden. Meine Biographie ist nicht aus der ihrigen erklärbar Ich muß vielmehr als geistiges Wesen die Wiederholung eines solchen sein, aus dessen Biographie die Meinige erklärbar ist. ...
Um diese Verhältnisse richtig zu beobachten, muß man sich den Blick dafür aneignen, wie es im Menschenleben wirksame Eindrücke gibt, die so auf die Anlagen der Seele wirken wie das Stehen vor einer zu verrichtenden Tat gegenüber dem, was man im physischen Leben schon geübt hat; nur daß solche Eindrücke eben nicht auf ein in diesem unmittelbaren Leben schon Geübtes auftreffen, sondern auf Seelenanlagen, die sich so beeindrucken lassen wie die durch Übung erworbenen Fähigkeiten. Wer diese Dinge durchschaut, der kommt zu der Vorstellung von Erdenleben, die dem gegenwärtigen vorangegangen sein müssen. Er kann denkend nicht bei rein geistigen Erlebnissen vor diesem Erdenleben stehenbleiben. ... - So wie also die physische Menschengestalt immer wieder und wieder eine Wiederholung, eine Wiederverkörperung der menschlichen
Gattungswesenheit ist, so muß der geistige Mensch eine Wiederverkörperung desselben geistigen Menschen sein. Denn als geistiger Mensch ist eben jeder eine eigene Gattung.


Herzlichen Gruß
Ingrid

manroe hat gesagt…

Ich würde gern mal verstehen, Sebastian, warum Du weiterhin Deine Kenaussagen so hartnäckig unbelehrbar vertrittst. An mangelnder Intelligenz kann es doch nicht liegen. Mir kommt es so vor, als handeltest Du nicht wirklich frei, hast Du einen Auftrag, oder warum habe ich diese empfundenen Fragen?

Werner (Thomas) hat gesagt…

Jetzt hat er auch noch eine Anthroposophie ohne Karma.


Bald muss er nur noch Rudolf Steiner eliminieren - dann hat er es geschafft:

Eine reine moderne Anthroposophie - Gronbach pur.

Und sich selbst hat er ja schon aufgelöst im ALLEINS.

Was bleibt noch: NICHTS!

So wunderbar einfach ist das bei Herrn Gronbach ...

Werner (Thomas) hat gesagt…

Ingrid,

ich bin gestern "zufällig" auf den selben Text gestossen und wollte ihn hier unter "Lebensläufe" veröffentlichen.

Barbarapapa hat gesagt…
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Barbarapapa hat gesagt…
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Schwester hat gesagt…

"Der Mensch hat nicht den Willen eines außer ihm liegenden Wesens in der Welt, sondern seinen eigenen durchzusetzen.."

Danke für dieses Zitat, man kann Steiner wirklich für alles benutzen.
Hab gerade das entdeckt, falls Du es mal brauchst:

"Abergeradeso, wie Geburt und Tod von innen nach außen gegangen sind im menschlichen Anschauen, so muß der Mensch wiederum etwas entwickeln in seinem Inneren im fünften nachatlantischen Zeitraum (Gegenwart), was im sechsten Zeitalter,das also im vierten Jahrtausend (3570) beginnt, wiederum nach außen gehen wird.
Und das ist das Böse. Das Böse wird im Inneren des Menschen entwickelt im fünften Zeitraum, muß nach außen strahlen und im Äußeren erlebt werden im sechsten
Zeitraume so wie Geburt und Tod im fünften Zeitraume. Das Böse soll innerlich in den Menschen sich entwickeln."

Barbarapapa hat gesagt…
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Avatar Devotee J. N. hat gesagt…
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manroe hat gesagt…

Ach da lebst Du, avatar, Du willst in die 8. Sphäre. Hast Du Dir das auch genau überlegt? Das gelobte Land der Diebe?

manroe hat gesagt…

Die Schwester hat irgendwie das falsche Gewand an, so glaube ich, das ist nicht so ganz stimmig.

Sebastian Gronbach hat gesagt…

Ich wurde darauf hingewiesen, dass der gesamte Text von "Avatar Devotee J. N." von Wilfrid
Jaensch geklaut wurde. Geklaut, da er ohne Hinweis auf seine Herkunft veröffentlicht wurde.

Sollte "Avatar Devotee J. N." identisch mit Wilfrid
Jaensch sein, hat er sicherlich nichts dagegen, dass ich den Text oben lösche und hier den Hinweis auf den O-Ton veröffentliche:

http://enzyklika.blogspot.com/2010/02/weil-auch-andere-briefwechsler-danach.html

Werner (Thomas) hat gesagt…

Shit happens!

Barbarapapa hat gesagt…
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Avatar Devotee J. N. hat gesagt…

Und ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst,
und dass du mich beim Namen nennst und mir vergibst.
Herr, du richtest mich wieder auf,
und du hebst mich zu dir hinauf.
Ja, ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst.

(Quelle unbekannt)

Avatar Devotee J. N. hat gesagt…
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