Mittwoch, 19. Mai 2010

Göttlicher Stolz

Heute bekam ich Post von einem Kollegen und Freund: Michael Habecker. Michael Habecker arbeitet an vorderer Stelle für die Integrale Bewegung in Deutschland – jenen Typen, die durch Ken Wilber inspiriert wurden, sich für nicht weniger zu interessieren & zu engagieren, als für die großen Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Damit bohren sie an dem selben dicken Brett, wie wir Anthroposophen. Und das macht uns zu Verbündeten.

Michael übersetzt nicht nur die zahlreichen Texte von Ken Wilber in die deutsche Sprache, sondern auch andere englischsprachige Text integraler Autoren. In diesem Fall den Text von Corey W. deVos, dem Redakteur von IntegralLife. Bei diesem Text, schrieb mir Michael „habe ich an „MissionMensch und an Dich gedacht.“ Na dann, lieber Michael, Danke!


Und in diesem Sinne: Viel Spaß & Erschütterung mit dem göttlichen Stolz von Corey W. deVos.


Göttlicher Stolz
Du bist an vorderster Stelle der Evolution.
Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit, um das zu fühlen. Dies ist keine Übertreibung – Milliarden von Jahren stehen hinter dir, sie führen dich zu größeren Bewusstheit, größerem Mitgefühl, größerer Freiheit, und größerer Erfülltheit.

Du bist bereits vollkommen, immer schon, und doch gibt es etwas was dich noch vollkommener macht, etwas dass dich weiter zu einem Ebenbild formt, etwas was dich dazu einlädt, noch mehr in dein eigenes Leben einzutreten.

Und dieses etwas bist du selbst.

Es lebt ein Gott in dir, und das ist der gleiche Gott der in mir lebt. Gott schaut durch unser beider Augen, und sie schaut dabei auf ihre allgegenwärtige Herrlichkeit. Es gibt nichts was nicht Gott ist. Alles ist Gott.

Was auf eine ganz konkrete Weise bedeutet, dass du Gott bist. Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit, um das zu fühlen. Es ist in Ordnung das zu fühlen, es ist keine Gotteslästerung.

Es bedeutet nicht, dass das sich getrennt erlebende Ego oder das separate Selbst Gott ist. Das Universum dreht sich nicht um dich, das gesamte Universum entwickelt sich in dir.
...
Nicht in deinem Geist, deinem Herzen, oder auch deiner Seele, sondern innerhalb der anstrengungslosen unveränderlichen Geräumigkeit hinter all deine Erfahrungen -, der ungesehene Seinsgrund, in dem jeder nur mögliche Gedanke, jedes nur mögliche Gefühl, und jede nur mögliche Inspiration erscheint, verweilt und tanzt, und dann wieder verblasst.

Dies ist das was mit „göttlichem Stolz“ gemeint ist. Es ist das einfache Erkennen deines heiligen Erbes, und eine Anerkennung der Verantwortung die zu diesem Erkennen gehört.

Dies ist keine Angeberei des New Age Narzissmus – es ist ein Stolz frei von jeglicher Arroganz, von Demut durchdrungen und gehalten von einer unerschütterlichen Hingabe an eine Intelligenz, die unermesslich größer ist als man selbst.

Diese Unterscheidung ist wesentlich, um uns vor der Tyrannei des immer-anhaftenden Ego zu lösen. So wird es möglich, die ganze Wucht der nun folgenden Aussage zu erfassen: Gott braucht dich.

Jetzt sprechen wir über dein Ego, dein sich getrennt erlebendes Selbst, deinen begrenzten und endlichen Körper/Geist. Es gibt einen Grund für deine Geburt. Es war kein Unfall. Du bist von Gott gerufen um einen Beitrag in der Welt zu leisten. Deine Perspektive ist einzigartig, sie ist ein einzigartiges Teilstück im gesamten Puzzle, und es ist deine Verpflichtung einen Weg zu finden, um das Geschenk das du bist in die Welt zu bringen.

Wir befinden uns im Prozess der Evolution, einem Prozess in dem sich die Evolution jetzt ihrer selbst bewusst wird, und wir sind aufgerufen, an unserem eigenen Schicksal mitzuwirken.
...
Damit das geschehen kann, müssen wir unsere neurotischen Anhaftungen an Schwäche, Angst und Zerbrochenheit hinter uns lassen, und uns der zeitlosen Vollkommenheit übergeben, die uns auf ewig umgibt.

Wir müssen, mit anderen Worten, anfangen uns selbst ernst zu nehmen, und diese lächerliche Angst vor unserer eigene Größe aufgeben.

Die Frage an uns ist nicht, „was ist der Sinn des Lebens?“, sondern „was ist der Sinn meines Lebens?“

Es ist kein Zufall dass wir Zeugen des Hervortretens der integralen Bewegung genau an diesem Punkt der Geschichte sind, wo unserer Probleme zu groß und komplex geworden sind, um sie mit Stückwerk-Lösungen zu beheben.

Der Umgang mit Problemen dieser Größe erfordert als das Mindeste eine umfassende Sicht auf die Wirklichkeit, weil alles andere die Dinge noch schlimmer macht. Aus diesem Grund sehen wir uns an der Spitze der Evolution – die einfach Tatsache dass du Interesse an dem hast was hier gemacht wird zeigt, dass etwas in dir damit in Resonanz ist.

Dein Interesse an dieser oder eine anderen „Theorie von allem“ zeigt, dass du in diesem historischen Prozess eine Rolle spielst.

Es liegt bei dir herauszufinden worin diese Rolle besteht, und wir versprechen dir alles uns mögliche zu tun und zur Verfügung zu stellen, um dich darin zu unterstützen.

Mit Stolz geschrieben von Corey W. deVos.

Kommentare:

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Ich kenne meine Rolle. Ich hätte mir etwas anderes aussuchen sollen...

Die Erkenntnis darüber entlastet (vom Gefühl des Ausgeliefertsein) und belastet (Verantwortung) zugleich.

Wenn ich einen Riss in der Hose meines Ältesten flicke, dann weiß ich, egal wie lange ich daran sitze, es irgendwann beendet sein wird. Dann sehe ich die sauber gearbeitete Naht und weiß, kann mir das Ergenis anschauen und mich befriedigt zurücklehnen.

Wenn ich die im obigen Beitrag erwähnten Aufagen angehe, muss ich wissen, dass ich mich damit in ein unendliches Tun begebe. Ich kann mir Zwischenergebnisse anschauen, aber ich bleibe im Tun.
Und es gibt kein Entrinnnen.

Warum bekommt man das hier immer wieder auf´s Brot geschmiert?

;)

Schönen Tag euch.

Kerstin Zahariev hat gesagt…

Und warum schleichen sich hier immer so viele Fehler beim Schreiben ein? Ist ja grauenvoll... örks.

:(

Sieben Zwerge hat gesagt…

"WIR ANTHROPOSOPHEN"

Oh jessus, jetzt schnappt er ganz über!

Hilfe Monika Maria und Manfred, tut doch was!

Innerdornach strikes back!

MonikaMaria hat gesagt…

@Sieben Zwerge
Hm, ich dachte Du seist Sebastian ... als Doppelzwerg äh, -gänger und nu?

Übergeschnappte soll Übergeschnapptem helfen? Wie soll dass denn bitte schön gehen.

An Thropos Ofen wird es manchmal heiß. Bei der Kälte draußen ...

;-)

Werner (Thomas) hat gesagt…

In dem vorliegenden Text wird behauptet:

Alles ist Gott.

Daraus wird der logische Schluß gezogen:
Also bin ich Gott.

Aber es wird gesagt:
Das separate Selbst ist NICHT Gott.

Wo bleibt DA die Logik?
Wenn ALLES Gott IST, dann muss doch auch das separate Selbst Gott sein.
Oder?

Da ist zu lesen:
"Dies ist keine Angeberei des New Age Narzissmus - ..."

Es mag keine Angeberei des New Age Narzissmus sein, aber es IST New Age Narzissmus! Und dann noch kein besonders intelligenter.

Und, nebenbei bemerkt:

Was hat das alles mit Anthroposophie zu tun?

Barbarapapa hat gesagt…
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Sieben Zwerge hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Werner (Thomas) hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Werner (Thomas) hat gesagt…

Barbarapapa,

Herr Gronbach ist, glaube ich, nicht mit mir im Einklang.
Für ihn bin ich solch ein "separates Selbst". Eins das nicht Gott ist.

Stimmts Herr Gronbach?

Barbarapapa hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
manroe hat gesagt…

Hallo Ba-papa, für mein Empfinden gehst Du seit Deiner Begegnung mit "seiner hoilichkait" mit Deinem Geist ähnlich frivol um, wie auf der Ebene des Geldes die Spekulanten. Ist Dir schon mal aufgefallen, dass auf Werbeanzeigen, wenn da Männer dargestellt werden, sie fast immer ein klein wenig einen irren touch haben?, es sei denn es geht um Körperpflege, dann sind sie schmierig eitel. Das scheint mir zusammen zu hängen damit, das "irre", wenn der männliche Geist von seinem Leib mit beeinflusst wird und da wollen sie ihn offensichtlich hinhaben.

MiHa hat gesagt…

"Ich bin in der Welt, aber nicht von der Welt."

Ich bin ein endliches, sterbliches Wesen, und ich erfahre das Ungeborene.

Siehe ich bin bei euch bis ans Ende aller Tage (und ich kann dies euch als ein endliches und sterbliches Wesen sagen, weil ich die Unendlichkeit dieses und eines jeden Augenblicks schmecke.)

Ich bin die Welle eines unermesslichen Ozeans, die entsteht, etwas verweilt, und wieder zum Ursprung zurückkehrt, und ich habe die Nassheit des Ozeans geschmeckt, und damit das ewige Leben.

Zu nahe um es zu erkennen
Zu tief um es zu verstehen
Zu einfach um es zu glauben
Zu gut um es zu akzeptieren

Und wenn dich dies aufregt, dann kannst du dich fragen: was ist diese Aufregung in mir, und wer oder was in mir sieht diese Aufregung kommen, verweilen, und wieder gehen - ohne jemals in den Strom von Aufregung, Zeit und Raum einzutauchen? DAS ist es

manroe hat gesagt…

Im groben Bogen erblicke ich in diesem Text lediglich eine "Waschanleitung" für falsche und hinderliche Seelenbekleidung die den Geist verdeckt, aber wenn man dann nackt und frei ist...? ??
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"und wir versprechen dir alles uns mögliche zu tun und zur Verfügung zu stellen, um dich darin zu unterstützen."

Darin erlebe ich die hybrizistischste Variante einer Hybris, die ich mir zur Zeit vorstellen kann. Aber wahrscheinlich übersehe ich halt, dass es Götter sind, die zu diesen Darstellungen in diesem Text eine enge Beziehung haben.(?)

-- Denn wie geht dann das ↑hier mit dem → zusammen??
"Dies ist keine Angeberei des New Age Narzissmus – es ist ein Stolz frei von jeglicher Arroganz, von Demut durchdrungen und gehalten von einer unerschütterlichen Hingabe an eine Intelligenz, die unermesslich größer ist als man selbst."


Schon allein "göttlicher Stolz", STOLZ, wer auf dieser Ebene stolz ist, der hat sich ganz einwandfrei eben NICHT richtig gewaschen, NIEMALS!!
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Alles ist GÖTT--L I C H, ok, aber doch niemals Gott. Auch wenn ich verstehe, was da gesagt werden möchte. Aber WARUM stellt man es SO dar?? Wenn ich das dann mal zu übertragen versuche auf menschliche Psyche und sie damit speise, ohje...

KUNST z.B. ist eindeutig MENSCH-LICH. Wenn man zu differenzieren weiss und es überhaupt will. -- Aber Menschen sind ja jetzt auch Götter --- SOOO lässt sich gar nichts mehr darstellen, da wird dann auch noch die Sprache korrumpiert...

"...dass Du Gott bist..." Ich bin also Gott -- und wer bist Du??
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Unscharf lesend, mit seinen typischen Resultaten, verstehe ich ja, wovon man begeistert ist, wenn man das SO sieht, sogar in ernsthaften Büchern vorgetragen. Aber hat man sich wirklich einmal KLAR gemacht, ob "dasjenige", was hier SO denkt, wirklich ein "sauberes" Denken ist? Zumal es ja in Gedanken gegossene Inhalte sind, entnommen aus einem Erleben, einer Ansicht, einer Erfahrung... WER giesst hier?

Und diese Erlebnisse scheinen mir überschwemmt zu haben, was man wirklich klares Denken nennt, das zu filtern und zu reinigen in der Lage ist, was man erleben kann.

Und der umgekehrte Weg mittels intelligenter Gedanken philosophisch vorzudringen in Gefilde, in denen man dann Erlebnissen begegnet, da dann begegnet man in einem solchen Kreis wieder dem Ausgangspunkt. Und dieser Ausgangspunkt, wie "geht" der? HIER wird "geboren" und da sollte man wirklich aufpassen.
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Es fällt einfach schwer, diesen Text zu entflechten, weil er einerseits von einem NICHT OFFEN UND DIREKT dargelegten Grundgedanken vorgetragen wird, mit Inhalten, die teilweise wirklich hilfreich und richtig sind, in ihrer Konsequenz aber dem falschen "Herrn" dienen. Der führende Geist stimmt nicht.

Und der "reine" (")Grundgedanke(") dieses Textes ist eben nicht die Ausssage: "jeder ist Gott", sondern es gibt hier einen "neuen" Gedankenträger, der ein solches verbreitet. Schaut euch um, wer hier spricht!
-------------

"Die Frage an uns ist nicht, „was ist der Sinn des Lebens?“, sondern „was ist der Sinn meines Lebens?“

Den finde ich eigentlich gut, aber dennoch meine ich, dass beide Aussagen richtig und wichtig sind. ... and so on ...

MiHa hat gesagt…

Was ist der „führende Geist“ eines Gedankens, eines Wortes, eines Textes, einer Aussage, eines Verhaltens?

Was ist der führende Geist der Rudolf Steiner geleitet hat, oder den Verfasser dieses Beitrages leitet, oder den Leser / die Leserin dieses Beitrages leitet?

Diese Frage lässt sich wissenschaftlich untersuchen, durch die Geisteswissenschaften, in ihrem Versuch den Geist von innen her zu verstehen und zu beschreiben, und durch die Naturwissenschaften, in ihrem Versuch den Geist von außen her zu verstehen und zu beschreiben.

Was sind die Inhalte des (nicht nur) menschlichen Bewusstseins, individuell und kollektiv? Willkommen im Untersuchungsbereich der Phänomenologie und Hermeneutik.

Was sind die (Entwicklungs)strukturen des menschlichen Bewusstseins, individuell und kollektiv? Willkommen im Untersuchungsbereich des Strukturalismus.

Was sind die Dynamiken des menschlichen Bewusstseins, individuell und kollektiv? Willkommen im Untersuchungsbereich der Psychologie und Psychodynamik.

Was ist die Außenseite des individuell verkörperten Geistes? Willkommen im Untersuchungsbereich von Anatomie, Physiologie und Pathologie.

Wie äußert sich Bewusstsein und Intentionalität? Willkommen im Untersuchungsbereich der Verhaltensforschung.

Wie hängen die äußeren Dinge zusammen? Willkommen im Untersuchungsbereich der Systemtheorie und Ökologie.

Und wie hängt das alles zusammen?
Willkommen im Untersuchungsbereich der integralen Theorie und Praxis, als einer Möglichkeit einer Philosophie der Freiheit.

MonikaMaria hat gesagt…

Danke Michael für diese Klarheit. Nach wie vor schätze ich Dein feines Differenzieren.

*

Dem Stoff sich verschreiben.
Heißt Seelen zerreiben.
Im Geiste sich finden.
Heißt Menschen verbinden.
Im Menschen sich schauen.
Heißt Welten erbauen.
(Steiner)

manroe hat gesagt…

Tja, zunächst einmal hängt es alles zusammen und sind "Spielarten" des Geistes. Daher ja wohl auch das integrierende Bedürfnis, um den "Punkt" auszumachen. Den allumfassenden und kreierenden Geist. Das finde ich wirklich berechtigt und auch wichtig und sinnvoll, weil unabdinglich, will man sich selbst begreifen. Obgleich hier das Gesuchte wiederum "hindurchgeht" durch eine kreierende Person,Individualität, von ihr geformt.

Und weil doch dem so ist, dass eine Nicht-Person, eine Nicht-Individualität eben auch nicht zu kreieren vermag, kann es doch nur so sein, dass ein jeder mit der gleichen Substanz handelt und daher eben göttlich, mit göttlicher Substanz umgeht. Und aus dem dann dies Postulat zu verkünden, jeder sei Gott, ist doch völlig abwegig oder ein geistiger "Erkenntnis"-Kurzschluss.

manroe hat gesagt…

Oh Monika, meditiere doch mal wirklich Dein Zitat.

"Im Geiste sich finden !!!
Heisst MENSCHEN verbinden !!!

...und eben nicht verschwinden.

MonikaMaria hat gesagt…

"Im Geiste sich finden !!!
Heisst MENSCHEN verbinden !!!

Habe ich was anderes gesagt?
Hat Michael was anderes gesagt?


Dem Stoff sich verschreiben, lieber Manfred, ist das Dein Element? Auch Stoff ist Geist, differenzierter Geist. Die Frage ist, weswegen Du ihn «verstehen» kannst.

Um als Mensch sprechen zu können, muss ich in die Differenzierung. Differenziere doch weiter. ES bleibt Dir auch NICHTS anderes übrig. Keinem von uns.

Christine G.B. Rau hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
MonikaMaria hat gesagt…

Stoff ist auch die Art, WIE wir denken und aus diesem Denken heraus Ziffern oder Sprache gebrauchen. ES bleibt Bruchstück, sobald ES in die Manifestation geht.
Kann ich mich da wieder finden oder nicht?

Nicht Dein Ding? Dann suche weiter, bearbeite ES ...
Leide oder freue Dich oder nimm es so, wie es ist ...

MonikaMaria hat gesagt…

Der Kommentar war für Manfred

manroe hat gesagt…

"Was ist der führende Geist? Eines Gedankens, eines Wortes..."?

Das steht eigentlich schon in diesem Satz darinnen. Man bräuchte nur das "was" zu ersetzen durch "Wer", wenn es um ein führen geht und der Geist muss geführt werden, geformt, gerichtet... Der Geist selbst ist völlig neutral, weil andernfalls wirkliche Freiheit eine Worthülse wäre.

Geist wäre demnach eine universelle "Substanz", die, je nachdem WER sie formt, sein entsprechendes Produkt kreiert. So gesehen könnte man natürlich sagen, dass Gott sich durch den Menschen verwirklicht, darstellt. Aber wirklich differenzierend dies betrachtend, dürfte man nur zu "göttlich" sich emporschwingen und niemals behaupten, der Mensch sei Gott "bemerke dies..." oder so ähnlich. Das ist doch völlig abwegig.

Laut Sebastian &Co. scheint die ganze Evolution im und durch den Menschen zu geschehen, weiter entwickelte angebliche Wesenheiten seien Hilfsbegriffe "unterentwickelter" Menschen... Für mich stellt sich alles als eine göttlich hierarchische Entwicklung dar in der der Mensch ein Glied ist und nicht Gott.

manroe hat gesagt…

Monika, du sprichst völlig an dem vorbei, was ich gesagt habe und steckst mich mal wieder in eine mir von Dir zugelegte Zuordnung. Ich muss Dich wohl wieder im Assoziativpool erwischt haben.

MiHa hat gesagt…

Es war einmal eine kleine Welle in einem unermesslichen Ozean. Diese kleine Welle wellte munter und nichtsahnend vor sich hin, zusammen mit den anderen Wellen. Eines Tages war sie groß genug um zu erkennen dass sie nur eine Welle war, sterblich und vergänglich, und das machte ihr Angst. „Oh je“, sagte sie, „bald werde ich sterben“, und dann, mit Blick auf ihr Wellental, „ich spüre schon, wie es mit mir bergab geht“. Die Welle erlebte eine existentielle Krise. Doch plötzlich, mitten in der Krise, geschah etwas, für das die Welle keine Worte hatte – sie erfuhr sich selbst als der unermessliche Ozean. Sie konnte das anfänglich überhaupt nicht glauben. Sie, die kleine bedeutungslose Welle fühlte sich als der Ozean. Doch es stimmte, sie hatte ihre eigene Nassheit geschmeckt, und die war identisch mit der Nassheit jeder der anderen Wellen, zu allen Zeiten. Unglaublich, aber wahr. „Ich BIN der Ozean“ rief die Welle, doch das hätte sie besser nicht getan, denn nun stürzten sich die anderen Wellen, von denen viele viel größer waren als sie, auf sie, und sagten: „wie kannst du das behaupten, das ist Gotteslästerung, du bist nur eine kleine Welle.“ „Das stimmt ja auch“, sagte die Welle, „ich bin eine sterbliche Welle UND ich bin der Ozean, und du bist auch der Ozean, und ihr alle seid der Ozean, denn wir alle kommen aus der gleichen Nassheit die nie vergeht, und keinen Anfang und kein Ende hat, auch wenn wir alle längst wieder verschwunden sind.“ „Das kann nicht sein, und es ist auch nicht logisch“, wurde ihr geantwortet, doch die Welle wellte einfach weiter, genoss ihre Einmaligkeit und ihr Zusammensein mit den anderen Wellen, drückte sich auf ihre einmalige Weise im großen Ozean aus – keine andere Welle hatte ihre Form, Farbe und Dynamik -, und war sich gleichzeitig der Nassheit in allen Wellen bewusst. „Komisch“, dachte sie sich manchmal, „ es ist so offensichtlich, dass es kaum bemerkt wird“, und dann lachte sie und weinte gleichzeitig, und wellte weiter.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann wellt sie mitten unter uns und flüstert oder dröhnt:
Du hast Gedanken doch du bist nicht deine Gedanken - wer bist du?
Du hast Gefühle doch du bist nicht deine Gefühle - wer bist du?
Du hast einen Körper doch du bist nicht dein Körper - wer bist du?

WER BIST DU?

manroe hat gesagt…

Und ausserdem hat der Michael ja lediglich dargelegt, warum ein integral forschendes Bewusstsein gerechtfertigt ist, mehr nicht, läse man nur. Und dem stimme ich durchaus zu.

Aber gesagt habe ich was anderes. Ist das wieder durch freiwillige autoritäre Unterwerfung wegbelichtet worden?

MonikaMaria hat gesagt…

Ja, Roberto Assagioli in neuem Gewand :-)

Manfred
Mache ich Zuordnungen mit DIR?
Interessant.
Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Ich habe Dich mit keinen Wort erwähnt und mich bei Michael für seine differenzierte Darstellung bedankt.
Habe ich Dich vergessen?
Danke für Deine Inspirationen für andere.

Übrigens, damit keiner verloren geht: Ich danke Euch allen für Eure Inspirationen in jeglicher Hinsicht.

manroe hat gesagt…

Die Welle ist nicht das Meer, sie besteht aus Meer, was immer sie auch fühlen mag, es sind halt ihre Gefühle bloss und ein schönes märchenhaftes Gleichnis für indisch geprägte Seelen.

Ich bin Manfred, als Welle, weil man mich so genannt hat, aber nicht Gott, wenngleich aus seiner Substanz. Sag mir doch bitte mal, wie man Tulpen macht, vielleicht denke ich dann nochmal drüber nach.

manroe hat gesagt…

Monika, wir haben keinen Kanal mehr, obgleich sich meiner nicht geändert hat. Ich sag jetzt auch nichts mehr - hab ich was anderes gesagt?

MonikaMaria hat gesagt…

Manfred
«Sag mir doch bitte mal, wie man Tulpen macht, vielleicht denke ich dann nochmal drüber nach».

Manfred als Tulpe ... bist Du doch schon, sobald Du sie erkennen kannst. Du musst ja nicht alles gleich auch noch selber machen wollen. ;-)

manroe hat gesagt…

...doch, will ich, vorher bin ich kein Gott, ganz sicher und ich denke sogar noch nicht einmal die, die das "können", sind Gott. Und ausserdem habe ich nict gesagt, dass ich eine Tulpe bin. Und erkennen und sein ist zweierlei und das ist eben nicht einerlei.

MonikaMaria hat gesagt…

Ja, so ist es.

MonikaMaria hat gesagt…

Hat jetzt Michael was anderes gesagt?
Seine Differenzierungen waren doch präzise und die Oberbegriffe passende Differenzierungen. Und noch mehr zusammengezogen landen wir doch beim einen WORT. Wir bewegen uns doch ständig in irgendwelchen «Abteilungen» des Geistes. Michaels «Abteilungen» kann ich verstehen. Deine auch.

Ihr sprecht für mich (ich kann für Dich durchaus falsch liegen) vom Gleichen, benützt lediglich verschiedene Worte.

manroe hat gesagt…

Hab ich doch weiter oben gesagt, was Michael lediglich...

Mir gehts hier um die Gottesfrage, habe ich doch versucht mit meinen Worten klar zu formulieren und da gibts Differenzen und so gesehen sprechen wir da nicht vom Gleichen.

Christine G.B. Rau hat gesagt…
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JANET hat gesagt…

"Im Geiste sich finden !!!
Heisst MENSCHEN verbinden !!!

...und eben nicht verschwinden.


ICH BIN DA UND ICH BIN WEG! ;o)

JANET hat gesagt…

Hallo Christine, hier tobts du dich nun aus..:o)) Meinst du wirst hier nun schlauer, wenn du nach der Schnittmenge fragst? Olalala.

Eine Torte kannst du in 8 gute Stücke teilen oder 16 halbgute...

Sieben Zwerge hat gesagt…
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Barbarapapa hat gesagt…
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Barbarapapa hat gesagt…
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Werner (Thomas) hat gesagt…

Für MiHa!

Die Welle erlebte eine existentielle Krise. Doch plötzlich, mitten in der Krise, geschah etwas, für das die Welle sogar Worte fand – sie erfuhr sich selbst als individuellen Teil des unermesslichen Ozeans.
Getrennt von den anderen Wellen und getrennt von ihm erlebte sie sich, aber auch herausgeboren und lebend in diesem Ozean.

Sie näherte sich immer mehr der Erkenntnis der Wirklichkeit und der Möglichkeit der Freiheit.

Sie erfuhr, dass Sie wachsen konnte. Dass sie sich weiterentwickeln konnte. Und dass sie diese Entwicklung selbst in die Hand nehmen konnte. Ja, nehmen musste.

Die Welle versuchte immer mehr von dem zu beobachten und zu verstehen, was in dem Ozean und mit den anderen Wellen vor sich ging.

Dieser eine Ozean mit seiner Vielfalt, der faszinierte sie. Sie fühlte die Verbundenheit mit ihm, aber auch das Getrenntsein von ihm.

Sie hatte alles in sich selbst, was der große Ozean auch hatte. Das erkannte sie.
Aber sie sah:
Ich bin NICHT der Ozean.

Und dann erkannte sie immer mehr:
Ich bin

nicht mein Körper

ich bin

nicht meine Gefühle

ich bin

nicht meine Gedanken

ich bin

nicht mein Wollen.

Und sie näherte sich immer mehr der Antwort auf die Frage:

WER BIST DU?

Ich bin

getrennt von den anderen Wellen und getrennt von ihnen erlebe ich mich.

Ich bin

herausgeboren und lebend in diesem Ozean.

Ich bin

Welle neben anderen Wellen.

Und wer bist Du, MiHa?

Deine persönliche Wahrheit sagt:
Du bist NICHT.
Du wirst verschwinden.
Gott ist Du und DER wird bleiben - NICHT Du.

Das ist Logik. Aber welle ruhig weiter.
Die Wahrheit interessiert das alles nicht.

Die Wahrheit ist.

WER BIST DU?

Werner (Thomas) hat gesagt…

MiHa, Sie haben gefragt:

"Was ist der „führende Geist“ eines Gedankens, eines Wortes, eines Textes, einer Aussage, eines Verhaltens?"

Ich bin der führende Geist für mich. Ich führe mich durch die Gedanken, zu den Gedanken.
Die Gedanken sind da. Ich ergreife sie nicht mit meinem Gehirn. Mein Geist ergreift die Gedanken.

Oder haben Sie schon einen Gedanken mit Ihren physischen Händen erfasst?

Gedanken werden mit dem Geist ergriffen, so wie die physischen Dinge von den physischen Händen ergriffen werden.

Und mein Geist muss real sein.
Wäre er das nicht, könnte er auch keine realen Gedanken erfassen.

Und überhaupt, was sollte eine Streiterei um Gedanken, wenn diese keine Realität wären?

Aber/und:
So lange man nur im Gedankenbereich bleibt und sich nicht in den Geistbereich erhebt, erheben kann, oder diesen zumindest anerkennt, so lange wird man sich über eine solche Frage streiten und eine wirkliche Antwort nicht finden.

MiHa, Sie haben gefragt, hier ist eine Antwort.

Barbarapapa hat gesagt…

Irgendwas findest Du nicht gut an mir, Manfred, soviel verstehe ich.

Wie war das denn als Du erwacht bist?

manroe hat gesagt…

,,,da habe ich mir sowas auch anhören müssen. Ich schätze Deine Beobachtungen sehr, auch wie Du sie in Bilder bringst. Aber diese "Karnevalsgesinnung", die, so scheint es mir, hast Du von Deinem neuen Meister irgendwie übernommen und ich finde halt, dass es hier nicht hingehört. Aber das ist natürlich nur meine Empfindung. Und mit hier meine ich den Bereich, der sich Dir geöffnet hat.

Barbarapapa hat gesagt…
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Barbarapapa hat gesagt…
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Barbarapapa hat gesagt…
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MonikaMaria hat gesagt…

@Manfred

Die Menschen wurzeln
alle in dem einen Boden
der physischen Sinnen-
und Gedankenwelt.
Es ist dieselbe Welt
für alle,
derselbe Boden,
aus dem alle
herauswachsen.
Und jede einzelne
Menschenindividualität
saugt heraus
aus dem
gemeinsamen Boden
Kräfte zu ihrer
besonderen Entfaltung.
Viele und verschieden
geartete Stämme
sind die einzelnen
Menschenindividualitäten,
die aus dem einen Boden
hervor wachsen und,
jede in ihrem Seelenleben,
die aus dem einen Boden
aufgenommenen Kräfte
in ihrer besonderen Eigenart
verarbeiten.
Aber droben
zur Blüte gelangend,
in der Welt des Gedankens,
bilden alle
ein großes Ganzes,
ein wunderbares
wogendes Blütenmeer,
jede Blüte
eine Widerspiegelung
des großen
einen Weltendenkens,
und eine
die andere ergänzend,
sich einfügend
als Glied in die
ganze Kette,
als Juwel in eine Krone
von Juwelen,
als Welle in ein
Gedankenweltenmeer.

Rudolf Steiner
GA 97, Köln, 4.12.1906

Text gefunden bei Stefanie

manroe hat gesagt…

Mensch Ba-papa, ich grüble gar nicht, falls Du mich meinst, man sieht es doch einfach so, mehr oder weniger. Und Dein Humor gefällt mir ebenfalls, aber Karneval hat für mich nicht viel mit Humor zu tun, der ist mir eher peinlich, wenn ich den im Fernsehen sehe...

manroe hat gesagt…

Danke Monika, dass Du mich so schön gesehen hast -- :)

Barbarapapa hat gesagt…
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MiHa hat gesagt…

Hallo Christine,

Berührungspunkte zwischen der Anthroposophie und dem integralen Bemühen (oder auch zwischen Steiner und Wilber) sehe in darin, die Welt zu erklären, beschreiben und gestalten, und zwar nicht (allein) aus intellektueller Neugier, sondern um sie zu einem wahreren, schöneren und besseren Ort zu machen.
Konkret lese ich das bei Steiner in der "Philosophie der Freiheit", und einer Vortragsreihe mit dem Titel "Der menschliche und der kosmische Gedanke." Eine Entsprechung dazu wäre der Methodologische Pluralismus von Wilber. Beides sind Bemühungen, das jeweilige Wissen einer Zeit in einen Gesamtzusammenhang zu stellen, bei dem sowohl
a) die Größe der Erkenntnismethodiken, b) deren Grenzen, und c) der Zusammenhang untereinander erkennbar werden.

Herzliche Grüße

Michael Habecker (MiHa)

MiHa hat gesagt…

Danke für den Text, Werner (Thomas)

"Die Wahrheit ist."

Was ist die Wahrheit?

"Ich und der Vater sind Eins"

Ist die Wahrheit von Jesus Christus.

(Wenn ich eine bessere/höhere Wahrheit gefunden habe, sag' ich bescheid.)

Christine G.B. Rau hat gesagt…
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MiHa hat gesagt…

(von Werner (Thoams))

MiHa, Sie haben gefragt:
"Was ist der „führende Geist“ eines Gedankens, eines Wortes, eines Textes, einer Aussage, eines Verhaltens?"
"Ich bin der führende Geist für mich. Ich führe mich durch die Gedanken, zu den Gedanken.
Die Gedanken sind da. Ich ergreife sie nicht mit meinem Gehirn. Mein Geist ergreift die Gedanken."

... und gestaltet sie auch. Die Frage ist, inwieweit ist sich dieser Geist seiner eigenen Konditionierungen bewußt? (Psychologisch, strukturell, physiologisch, systemisch)?
Denn: "Ich bin der führende Geist für mich" sagen auch der Narzißt, der Despot, der Terrorist.

"Oder haben Sie schon einen Gedanken mit Ihren physischen Händen erfasst?"

Gedanken sind phänomenologische Wirklichkeiten, die noch niemand mit den Händen hat greifen können.

"Gedanken werden mit dem Geist ergriffen, so wie die physischen Dinge von den physischen Händen ergriffen werden."

... und auch von ihm gestaltet. Die Frage ist: wie bewußt geschieht das?

"Und mein Geist muss real sein. Wäre er das nicht, könnte er auch keine realen Gedanken erfassen."

Jeder Geist ist als eine phänomenologische Wirklichkeit real. Der von Hitler genau so wie der von Mutter Teresa. Das alleine sagt noch nicht viel.

"Und überhaupt, was sollte eine Streiterei um Gedanken, wenn diese keine Realität wären?"

Gedanken sind eine (phänomenologische) Realität. (Deswegen habe ich die Phänomenologie erwähnt.)

"Aber/und: So lange man nur im Gedankenbereich bleibt und sich nicht in den Geistbereich erhebt, erheben kann, oder diesen zumindest anerkennt, so lange wird man sich über eine solche Frage streiten und eine wirkliche Antwort nicht finden."

Was ist der Geistbereich, phänomenologisch und strukturell?
(und wieder sind wir bei den Geistes- und Naturwissenschaften)

"MiHa, Sie haben gefragt, hier ist eine Antwort."

Danke.

manroe hat gesagt…

Bei der Frage nach dem führenden Geist kommt man in die imaginierende Ebene in der man bemerkt, dass ein jeder Gedanke ein Produkt ist, denkendes "Tun" ein realisierendes Fragen. Schaut man sich um nach dem Tätigen, bemerkt man, dass man es selbst ist. Ich "atme" Energien, um sie lenkend, richtend zu formen aus der fragenden Haltung heraus. Gedanken sind Produkte eines handelnden Individuums. In ihrer Güte und Qualität ein Ausdruck ihres erworbenen Seins. Gearbeitet mit einer Substanz, die einem Jeden zur Verfügung steht. Insofern sind wir alle nur insofern gleich, als das wir, relativ, die gleichen Chancen haben. Aber in Worte gegossen, wir seien alle eins oder gleich oder gar Gott ist in meinen Augen völlig daneben und daher auch nicht einer Integration würdig ;)

Werner (Thomas) hat gesagt…

Für Michael
(Teil I)

Auf der Suche nach der Wahrheit!

Die Wahrheit ist.

Sie fragen: “Was ist die Wahrheit?“ - Etwas, das ich durch das Denken erfassen kann.

Nur die durch das Denken erfassbare Wahrheit habe ich hier gemeint. (Nicht etwa eine jenseitige „wahre“ Welt „hinter“ dem Diesseits.)

Für die Wahrheit spielt es keine Rolle, was ich, oder was Sie oder ein anderer über eine Sache denkt. So habe ich das gemeint mit den Worten:
Die Wahrheit „ist“.

Michael, wenn Sie Gedanken aber nur verstehen als phänomenologische Wirklichkeit, dann können Sie „Natürlich“ niemals durch Denken etwas Wirkliches in Wahrheit erfassen.
Sie haben ja jetzt, als Mensch auf der Erde, „nur“ die phänomenologisch wirklichen Gedanken. DIESE un-wirklichen Gedanken können dann „natürlich“ niemals eine Wahrheit erfassen.
Sie haben damit eine duale Welt. Eine diesseitige Welt der Phänomen-Gedanken und eine jenseitige Welt, in der die Wirklichkeit der Gedanken ist.

Aber wer hat diese Idee der Dualität geschaffen?
Sie!
Und zwar selbst.
Durch Ihr Denken.
Und durch das Denken können Sie auch Denkfehler, die zu dieser Idee der Dualität geführt haben (wenn welche da sind) erkennen und korrigieren.

Man kann auf diese Weise doch niemals eine einheitliche Welt denken.
So gedacht, bleibt die Welt immer dual. Daraus eine ALLEINS-Welt zu machen, wäre ein Irrtum. Der ist durch das Denken erfassbar und korrigierbar. (Wenn er da ist – und er ist da)

Zu dem Gedanken, oder zu der Vorstellung „EINER“ Welt kann ich nur kommen, wenn ich erkenne, wie die Dualität entsteht. Und entstehen tut sie nur durch mich.



Sie schreiben:

“"Ich und der Vater sind Eins"

Ist die Wahrheit von Jesus Christus.

(Wenn ich eine bessere/höhere Wahrheit gefunden habe, sag' ich bescheid.)“

Das sagt der Christus selbst – über sich.
Sie sind aber doch nicht der Jesus Christus. Oder?
Das „ich“ steht da für den Christus und nicht als Abstraktum für alle Menschen, die mit dem Wort „ich“ sich selbst bezeichnen.
Ich kann doch nun wirklich nicht sagen: Michael und der Vater sind Eins. Oder?




Und: Kann man eine Wahrheit besser oder höher nennen?
Man mag sagen, dass irgendeine Aussage eine Wahrheit von einer „höheren“ Welt ist. Aber ist eine solche Wahrheit an sich dann als besser oder als höher einzustufen?

Sie schreiben, dass Sie meinen, dass der Geist die Gedanken auch gestaltet.
Wenn Gedanken nur als Phänomene eine Realität haben, wie meinen Sie, kann dann ein wirklich existierender Geist diese unwirklichen Gedanken bearbeiten?

“Die Frage ist, inwieweit ist sich dieser Geist seiner eigenen Konditionierungen bewusst?“

Meine Antwort auf diese Frage ist:
Diese Frage kann sich dieser Geist mit Hilfe der Selbstbeobachtung und des DENKENS selbst beantworten. (Das ist schwierig. Aber es funktioniert.)
(Es ist ja schon ein Fortschritt, wenn ein Menschengeist erkennt, dass Konditionierungen da sind.)

Werner (Thomas) hat gesagt…

Für Michael
(Teil II)

Und Sie schreiben:
„Denn: "Ich bin der führende Geist für mich" sagen auch der Narziss, der Despot, der Terrorist.“
Natürlich!
(Aber „natürlich“ kann er das doch nur sagen, wenn der Geist für diesen auch eine Realität IST.)
Für materialistisch denkende Terroristen wäre das ja zum Beispiel nicht so.

Dann steht da:
„Gedanken sind phänomenologische Wirklichkeiten, die noch niemand mit den Händen hat greifen können.“

„Natürlich“ kann man Gedanken nicht mit Händen greifen. Aber sie sind doch da. Sie haben sie doch auch.
Nicht mit Händen, aber mit GEDANKEN können Sie Gedanken erfassen, ergreifen.
Und diese Erkenntnis halte ich für sehr wichtig. So lange man Gedanken versucht anders zu erfassen, als mit Gedanken, so lange kommt man hier nicht weiter.

Sie kommen in Ihrem Kommentar noch zum „Bewusstsein“.
Das Denken als solches - so, wie es in meinem Bewusstsein erscheint - muss existieren, wenn Wahrheit etwas wirklich existierendes sein soll.
Interessante Dinge sind hierzu Irrtümer und Lügen. Sie können ja durch das Denken - durch falsches, unvollständiges Denken - entstehen. Und durch das Denken kann ich selbst Lügen entlarven, kann Irrtümer korrigieren. Meine eigenen und die anderer. In MEINEM Bewusstsein geschieht das.

In meinem Bewusstsein erscheinen die Dinge der Außenwelt. Vermittelt durch meine Sinne.
In meinem Bewusstsein sind auch Gedanken über diese Dinge.
Die Dinge erscheinen mir außen.
Die Gedanken erscheinen mir innen.
In meinem Bewusstsein verbinde ich beide.
In meinem Bewusstsein erscheint die Welt dual.
Als Gegenstand der Außenwelt; und als Gedanke.
In MEINEM Bewusstsein führe ich die Verbindung herbei.
Und in meinem Bewusstsein hat das Außending die gleiche Realität, wie mein Gedanke.
Wenn ich dem Außending Realität zugestehe, dann muss ich auch den Gedanken als Realität ansehen.
Das wäre sozusagen ein Beweis, dass die Gedanken in meinem Bewusstsein genauso eine Realität sein müssen, wie die Dinge der Außenwelt. .

“Jeder Geist ist als eine phänomenologische Wirklichkeit real.“
Ein interessanter Satz ist das.

Eine phänomenologische Wirklichkeit ist ja an sich KEINE Wirklichkeit. Also wäre auch ein solcher Geist KEINE Realität.
Der Geist würde hiermit aufgelöst.
Er würde nur in unwirklichen Gedanken existieren, bzw. nicht existieren.

Sie schreiben:
" Was ist der Geistbereich, phänomenologisch und strukturell?
(und wieder sind wir bei den Geistes- und Naturwissenschaften)

Der Geistbereich ist phänomenologisch und strukturell für mich das, was uns von Rudolf Steiner als Beschreibungen, z. B. in der „Theosophie“ und in der „Geheimwissenschaft“, gegeben ist.

Ich möchte noch erwähnen, dass ich zwischen
Denkwissenschaften (z.B. Naturwissenschaften - und auch Philosophie) und Geisteswissenschaften unterscheide.

Geisteswissenschaft kann jemand betreiben, der selbst in der Geisteswelt forschen kann.
Denkwissenschaften betreibt jemand, der selbst „nur“ im Sinnes- und Gedankendenkbereich bleibt.
Gedankliche Beschäftigung mit geisteswissenschaftlichen Dingen ist für mich ein Zwischending.

Ich „denke“, wir sind weit auseinander mit unseren Vorstellungen.
Aber vielleicht können wir durch gedankliche Auseinandersetzung doch die eine oder andere persönliche Konditionierung erkennen und auflösen.

Es ist ein umfangreicher Kommentar geworden. Aber das Thema ist ja auch umfangreich.

Ich freue mich auf Antwort.