Dienstag, 18. Mai 2010

Wir sind ALLein

„Fliehe die Vielen,
und suche das Eine;
hast du es gefunden,
so erkenne und umfange
die Vielen als das Eine.“
Ken Wilber
...
...
(Gelsenkirchen ÖKOMED Public Meditation. Foto: Georg Kentrup, Gestaltung: Stefan Stark)

Kommentare:

Ameli Zieseniß hat gesagt…

Wer kann von sich sagen:
Ich verstehe jeden Menschen auf dieser Welt?
Wer das von sich sagen kann, der kann auch einen ALLeingang tun.
Denn alle, die von sich sagen können: Ich verstehe jeden Menschen auf dieser Welt, sind bei ihm.

Christine G.B. Rau hat gesagt…
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Christine G.B. Rau hat gesagt…
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Ameli Zieseniß hat gesagt…

@Christine
Mir fällt auf, dass alles, was du schreibst, sehr anstrengend zu lesen ist. Nicht der Inhalt, der ist irgendwie recht schlicht, man könnte auch sagen, er verschwindet hinter Worte-Basteln und Bastel-Worten.
Unter Kunst verstehe ich was anderes. Beispiel:

Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht,
Schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht,
Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen
Und zu weit Schönrem berufen als jedes andere Gestirn,
Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne.
Schöne Sonne, die aufgeht, ihr Werk nicht vergessen hat
Und beendet, am schönsten im Sommer, wenn ein Tag
An den Küsten verdampft und ohne Kraft gespiegelt die Segel
Über dein Aug ziehn, bis du müde wirst und das letzte verkürzt.

Ohne die Sonne nimmt auch die Kunst wieder den Schleier,
Du erscheinst mir nicht mehr, und die See und der Sand,
Von Schatten gepeitscht, fliehen unter mein Lid.

Schönes Licht, das uns warm hält, bewahrt und wunderbar sorgt,
Dass ich wieder sehe und dass ich dich wiederseh!

Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein...

Nichts Schönres als den Stab im Wasser zu sehn und den Vogel oben,
Der seinen Flug überlegt, und unten die Fische im Schwarm,

Gefärbt, geformt, in die Welt gekommen mit einer Sendung von Licht,
Und den Umkreis zu sehn, das Geviert eines Felds, das Tausendeck meines Lands
Und das Kleid, das du angetan hast. Und dein Kleid, glockig und blau!
Schönes Blau, in dem die Pfauen spazieren und sich verneigen,
Blau der Fernen, der Zonen des Glücks mit den Wettern für mein Gefühl,
Blauer Zufall am Horizont! Und meine begeisterten Augen
Weiten sich wieder und blinken und brennen sich wund.

Schöne Sonne, der vom Staub noch die größte Bewundrung gebührt,
Darum werde ich nicht wegen dem Mond und den Sternen und nicht,
Weil die Nacht mit Kometen prahlt und in mir einen Narren sucht,
Sondern deinetwegen und bald endlos und wie um nichts sonst
Klage führen über den unabwendbaren Verlust meiner Augen.


Ingeborg Bachmann: An die Sonne (1956)

manroe hat gesagt…
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manroe hat gesagt…

„Fliehe die Vielen,
und suche das Eine;
hast du es gefunden,
so erkenne und umfange
die Vielen als das Eine.“

Da muss ich dem guten Ken allerdings eindeutig widersprechen, auch wenn ich damit dann ganz allein dastehe ;)

Statt fliehe die Vielen sollte man sagen suche die Stille oder Einsamkeit. Wirklich stören an diesem Sinn tut mich aber nur das "fliehe".

Und wenn ich das Eine gefunden habe, dann erkenne und umfange ich die "Vielen" (?) →IM← Einen, aber NIEMALS als das Eine.

Entweder der Wilber kann dorten nicht richtig im Wahrnehmen unterscheiden und will es vielleicht auch gar nicht, oder der Übersetzer kann halt nicht richtig übersetzen, weil vielleicht auch schon infiziert für ein "falsches Ziel".

Werner (Thomas) hat gesagt…

„Fliehe die Vielen,
und suche das Eine;
hast du es gefunden,
so erkenne und umfange
die Vielen als das Eine.“

So wird Ken Wilber hier von Herrn Gronbach zitiert.

Viele werden dazu aufgefordert, die Vielen zu fliehen und das Eine zu suchen.
Wenn das Eine dann von den Einzelnen der Vielen gefunden ist, soll von den vielen Einzelnen ein jeder die Vielen als das Eine umfangen.

Das gäbe ein Gewurschtel.
Da wären wir wohl bei dem Ur-ALLEINS-Chaos angelangt, das hier bei Herrn Gronbach ist, schon immer war und immer sein wird.

Oder habe ich das falsch interpretiert Herr Gronbach?

Es hat mir wieder Spaß gemacht.

Christine G.B. Rau hat gesagt…
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Ameli Zieseniß hat gesagt…

Fliehe die vielen heißt doch einfach, dass man in der Lage sein sollte, sich innerlich ein Stück weit vom "Lärm der Welt" zurückzuziehen. Was dann geschieht, geschehen kann, das kann man schon als das Finden des Einen bezeichnen. Es lässt sich aber leider mit Worten nicht erklären. Oder doch vielleicht soviel:
Die ganze Welt kann dann bei einem einkehren, es ist, als ob dasjenige, was zuvor (und natürlich auch gleichzeitig) außerhalb von mir war, nun in mein Inneres eingezogen ist.
Aber da kann man endlos drüber reden. Das versteht einfach keiner, der es nicht kennt.
LG
Ameli

manroe hat gesagt…

Wortwahl stellt Weichen. Und Wilber und ebenfalls die Ubersetzer stellen sich an eine Position, an der durchaus an Weichen gestellt wird. Und weil dem SO ist, ist obiges "fliehen" schlicht falsch!! Und wie das zu verstehen, oder gemeint sein soll, darüber dann zu philosophieren oder es gutmeinend "richtig" hin zu interpretieren finde ich daneben, halt weil es um "Weichen" geht, im Geiste. Diese sollte man schlicht austauschen.

Und das betrifft dann auch obiges von mir markierte "IM" nebst "als" bezogen auf das Eine. Mit der Bitte um ein erneutes Be- und Durchdenken.