Montag, 1. November 2010

"Nicht wieder. Noch." Zum Tod von Johannes W. Schneider

Mein langjähriger Kollege Johannes W. Schneider ist nun gestorben. Ich sprach mit ihm immer wieder über seinen geahnten Tod. Dr. Schneider starb am vergangenen Dienstag den 26. Oktober 2010. In jener Jahreszeit, in welche die Kelten das Fest der Toten feiern. In diesen Tagen - so die Mythologie - stehen die Tore zur "Anderswelt" offen. 

Als er sich vor einigen Monaten aus der Vorstandsarbeit der Anthroposophischen Gesellschaft in NRW verabschiedet hatte, rechnete er mit seinem baldigen Tod. Ich dachte, ich würde ihn vielleicht nie wieder sehen.

Doch am nächsten Monat stand er wieder bei uns in der Tür.
Ich begrüßte ihn: "Ah da sind sie ja wieder, Herr Dr. Schneider!"
Schneider (ein Leben lang dem Reinkarnationsgedanken verbunden):
"Nicht wieder. Noch."

Schneider starb in einem anthroposophisichen Pflegeheim. Bis zum Schluss an seinen letzten Büchern arbeitend. Er konnte diese Arbeit weitgehend beenden.

Zum Frühstück war er munter. Zum Mittagessen war er tot.

Und munter.

Nicht wieder. Noch. Denn Leben ist endlos und ohne Gegenteil & ohne Unterbrechung. Und der Tod ist ein Ereignis im Leben. Er beendet nicht das Leben. Er beendet bestimmte Formen des Lebens. Die Lebensform Johannes W. Schneider ist tot.

Das Leben bleibt lebensmunter. Die Form zerfällt. Das ist es, was uns - vollkommen zurecht - so traurig macht.

Es mag munter sein - und mitten darin bin ich traurig. Denn Fakt ist, der Mann ist einfach nicht mehr da. Der Mann ist weg! Die Form verschwunden!

Johannes W. Schneider ist tot.


(Und er ist NICHT in die "Anderswelt", in die "Geistige Welt" gegangen - er ist tot. In der "Geistigen Welt" war er schon vorher. So wie Du. Jetzt.)

Hier mein letzter Artikel über ihn - es sei ein Nachruf.

Im Menon Verlag erschien ein kleines biografisches Büchlein mit einem längeren Interview, welche ich mit Schneider führte - u.a. über seinen eigenen Tod.

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