Vor ein paar Tage hielt ich mal wieder einen Vortrag für Menschen aus dem Umfeld der Anthroposophie. Auf der einen Seite beglückte es mich erneut, wie direkt es in dieser Umgebung möglich ist, die Dinge anzusprechen, die uns tief in unserer Seele berühren. So viele großartige Menschen! Andererseits sah ich wieder, was der Schatten der Anthroposophie ist.
Da war dieser Mann. Er erzählte eindrucksvoll von einem Erlebnis, welches ihn emotional geschockt hatte. Er stand tatsächlich vor einem inneren Abgrund.
Während er von dieser Erfahrung sprach, konnte ich wahrnehmen, wie er auf seinen eigenen Abgrund zuging. Schritt für Schritt ging er in die schmerzvolle Schwärze seiner eigenen Abgründigkeit.
Sein Gang in die vermeintliche Dunkelheit hatte etwas wunderschönes – denn aus erwachter Perspektive ging er direkt ins Licht. Ein paar Schritte durch die Dunkelheit fehlten noch...aber dann passierte es.
Der Mann stieg aus dieser tiefen Erfahrung aus und wählte den Notausgang. Ein Notausgang in den erneuten Dämmerszustand des Bewusstseins.
Und das ging so: Anstatt weiter in den Schmerz zu gehen, anstatt weiter auf den eigenen Abgrund zuzugehen und anstatt noch intensiver in die Illusion seines Selbstbildes einzutauchen - um es von innen zu sprengen - trat er die Flucht an. Die Flucht in die Interpretation, das Wissen, die Deutung und die Projektion.
Die Flucht in die „geistige Welt“.
Plötzlich wurde aus seiner eignen Erfahrung ein fremdes „geistiges Wesen, welches sich „aufopfert“ hat. Aus der Grundlosigkeit seines Schmerzes, formte sich ein mythisches Erklärungsmuster. Der Abgrund wurde mit Zitaten aufgefüllt. Und anstatt in das unbegreifliche Geheimnis hineinzusterben und im höchsten Zustand des Nicht-Wissens zu erwachen, schlief dieser Mann wieder ein. In seinem Wissen-Kissen.
Das vermeintliche Wissen um alle möglichen „geistigen Wesen und Welten“ lässt viele Anthroposophen (und natürlich auch andere Anhänger von Weltanschauungen) im Vorhof wirklicher geistiger Erfahrungen stehen.
Da war dieser Mann. Er erzählte eindrucksvoll von einem Erlebnis, welches ihn emotional geschockt hatte. Er stand tatsächlich vor einem inneren Abgrund.
Während er von dieser Erfahrung sprach, konnte ich wahrnehmen, wie er auf seinen eigenen Abgrund zuging. Schritt für Schritt ging er in die schmerzvolle Schwärze seiner eigenen Abgründigkeit.
Sein Gang in die vermeintliche Dunkelheit hatte etwas wunderschönes – denn aus erwachter Perspektive ging er direkt ins Licht. Ein paar Schritte durch die Dunkelheit fehlten noch...aber dann passierte es.
Der Mann stieg aus dieser tiefen Erfahrung aus und wählte den Notausgang. Ein Notausgang in den erneuten Dämmerszustand des Bewusstseins.
Und das ging so: Anstatt weiter in den Schmerz zu gehen, anstatt weiter auf den eigenen Abgrund zuzugehen und anstatt noch intensiver in die Illusion seines Selbstbildes einzutauchen - um es von innen zu sprengen - trat er die Flucht an. Die Flucht in die Interpretation, das Wissen, die Deutung und die Projektion.
Die Flucht in die „geistige Welt“.
Plötzlich wurde aus seiner eignen Erfahrung ein fremdes „geistiges Wesen, welches sich „aufopfert“ hat. Aus der Grundlosigkeit seines Schmerzes, formte sich ein mythisches Erklärungsmuster. Der Abgrund wurde mit Zitaten aufgefüllt. Und anstatt in das unbegreifliche Geheimnis hineinzusterben und im höchsten Zustand des Nicht-Wissens zu erwachen, schlief dieser Mann wieder ein. In seinem Wissen-Kissen.
Das vermeintliche Wissen um alle möglichen „geistigen Wesen und Welten“ lässt viele Anthroposophen (und natürlich auch andere Anhänger von Weltanschauungen) im Vorhof wirklicher geistiger Erfahrungen stehen.
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Denn erst „wenn nicht mehr Zahlen und Figuren sind Schlüssel aller Kreaturen... dann fliegt vor Einem geheimen Wort, das ganze verkehrte Wesen fort.“ (Novalis)
Aus erwachter Perspektive ist so eine Flucht in das sichere Wissen-Kissen ein betrüblicher Anblick - anstatt tiefer in die Erfahrung zu sinken, beginnen die Menschen Geschichten über diese Erfahrung zu erzählen. Im Modus des StoryTelling fühlen wir uns wieder sicher.
Aus erwachter Perspektive ist so eine Flucht in das sichere Wissen-Kissen ein betrüblicher Anblick - anstatt tiefer in die Erfahrung zu sinken, beginnen die Menschen Geschichten über diese Erfahrung zu erzählen. Im Modus des StoryTelling fühlen wir uns wieder sicher.
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Andererseits kann es natürlich sein, dass in jedem Menschen eine gesunde Mauer vor dem wirklichen Erwachen gebaut ist (Steiner nennt das den „Hüter der Schwelle“).
Denn Erwachen ist nicht weniger als ein gewaltiger, geistiger Zusammenbruch. Erwachen ist der Großvater aller Zusammenbrüche.
Die Mauer des Wissens ist voller bunter Bilder – doch solange wir noch etwas „wissen wollen“, solange wir noch etwas „begreifen wollen“, solange wir noch „sehen und verstehen“ wollen, solange sind wir noch im Modus der getrennten Persönlichkeit: Hier das Subjekt, welches etwas „begreifen“ will und dort das Objekt welches zu „begreifen“ ist. Doch Hinter der Mauer existieren diese Kategorien nicht mehr.
Es ist ein kosmischer Witz, dass das vermeintliche „Wissen von der geistigen Welt“, die Mauer vor dieser Welt darstellt.
Es ist ein kosmischer Witz, dass die immer wiederholte Nennung des sog. „Mysteriums von Golgatha“ gerade dieses Mysterium verhindert. Und zwar dort, wo es hingehört: Im eigenen Herzen.
Ich bin sicher, dass jeder Mensch seine Zeit hat und sein Tempo. Sein Weg und seine Tür. Insofern ist das alles auch kein Drama. Eher ein kosmischer Witz. Irgendwie kann ich trotzdem nicht darüber lachen.
Denn Erwachen ist nicht weniger als ein gewaltiger, geistiger Zusammenbruch. Erwachen ist der Großvater aller Zusammenbrüche.
Die Mauer des Wissens ist voller bunter Bilder – doch solange wir noch etwas „wissen wollen“, solange wir noch etwas „begreifen wollen“, solange wir noch „sehen und verstehen“ wollen, solange sind wir noch im Modus der getrennten Persönlichkeit: Hier das Subjekt, welches etwas „begreifen“ will und dort das Objekt welches zu „begreifen“ ist. Doch Hinter der Mauer existieren diese Kategorien nicht mehr.
Es ist ein kosmischer Witz, dass das vermeintliche „Wissen von der geistigen Welt“, die Mauer vor dieser Welt darstellt.
Es ist ein kosmischer Witz, dass die immer wiederholte Nennung des sog. „Mysteriums von Golgatha“ gerade dieses Mysterium verhindert. Und zwar dort, wo es hingehört: Im eigenen Herzen.
Ich bin sicher, dass jeder Mensch seine Zeit hat und sein Tempo. Sein Weg und seine Tür. Insofern ist das alles auch kein Drama. Eher ein kosmischer Witz. Irgendwie kann ich trotzdem nicht darüber lachen.












