Dienstag, 24. Mai 2011

Clear your mind. Clear the earth.

Ist es den Sternen egal, was Du tust? Sind wir nur kleine unbedeutende Wesen auf diesem Planeten, dem es besser ginge, wenn wir Menschen nicht da wären? Ändert es den Erdenlauf, wenn wir anständige Menschen sind, anstatt unanständige Menschen? Was hat der Kosmos davon, wenn Du darauf verzichtest verwirrt, unanständig und süchtig zu sein?

Wenn ich von Kosmos, von den Sternen und von der Erde spreche, dann spreche ich davon, dass die kreative Kraft die alles dies hervorbrachte, die selbe Kraft ist, die Du jetzt in Dir spürst – hinter aller Verwirrtheit.

Es wäre für viele bequemer, wenn die folgende Worte falsch wären – aber für diejenigen unter uns, die endlich den Arsch hoch bekommen, sind es wunderschöne Worte von Rudolf Steiner:

„In Wahrheit hat die Menschheit die Verantwortung für dasjenige. Was in kosmischen Zeiten die Erde durchmacht. Und richtig als Erdenmensch fühlt man sich nur, wenn man sich innerhalb der Menschheit so fühlt, dass die Erde selber der Leib ist in der ganzen Erdenmenschheit.“

Es geht hier nicht um eine neue Moralkeule – es geht schlicht und einfach darum, dass wir die tiefe spirituelle Einsicht gewinnen, dass Weltenall & Seelengrund letztlich nicht ZWEI, sondern EINS sind. Und, dass wir aus dieser geistigen Erkenntnis heraus, ein neues soziales Verständnis entwickeln. Was immer diese Welt hervorbrachte – ES ist WIR und will aus uns heraus wirksam sein.

Und weil das Wesen dieser kosmischen Kraft gut ist, können und wollen wir gut sein. Also: Sei gut.

Ken Wilber nennt dies die „kosmozentrische  Perspektive.“ Rudolf Steiner nennt es „Weltenbewusstsein“. Und aus diesem Weltenbewusstsein „erweitert sich die menschliche Verantwortlichkeit zur Weltenverantwortlichkeit“, so Steiner:

„Es ist das beste Mittel die Erdenmenschheit einzulullen, indem man ihr klarmachen will, sie hätten keinen Anteil an dem Erdenverlauf. Für das Allerwichtigste liegt der Verlauf der Erdenereignisse nicht ausserhalb des Menschen, sondern innerhalb der Menschheit.“

Es ist gut, dass wir nach alternativen Energiequellen suchen. Es ist noch besser, wenn wir dies darüber hinaus in einem Bewusstsein tun, dass das „Schicksal der Planeten von dem abhängt, was tun und lassen.“ (Steiner)

Schau die Erde an: Ihre Gestalt formt sich nach unseren moralischen Impulsen. Der Erdenleib wird Ausdruck unserer sozialen, ethischen und geistigen Ausrichtung. Der Erdenverlauf orientiert sich an unseren gelebten Tugenden. 

Wenn Du also mal wieder Wert darauf legen solltest, dass vertikale Werte („mies, schlecht, besser, noch besser, herausragend…) irgendwie unspirituell wären, dann mach Dir klar:  Das Unterlassen von gesunden, vertikalen Urteilen & Wertungen, ist das Unterlassen, den Erdenverlauf in Richtung umfangreichere Gerechtigkeit, mehr Friede und umfassendere Fürsorge zu führen.

Auch Dein kleinster Verzicht auf Verwirrtheit, Unanständigkeit und Sucht, bedeutet für den Kosmos einen großen Gewinn an Reinheit. Verzichte darauf ein Sklave zu sein und Du schenkst der Erde Freiheit.

Entdecke die Schönheit der Klarheit. Schenke der Erde die Schönheit Deiner Klarheit.

Clear your mind. Clear the earth. Clearness. The new fragrance for men.

Montag, 23. Mai 2011

Meditation & Gebet

Meditieren ist in. Gut, dass diese spirituelle Kulturtechnik wiederentdeckt wurde. Ob mitten in derStadt als Guerilla-Meditierer, der kleinsten Meditationsschule der Welt, oder an welchem Ort auch immer. Kein Ort, der sich nicht eignete, um diese Technik zu praktizieren. Meditation ist leicht zu erklären.

Die ganze Welt ist voller Phänomene: Häuser, Bäume, Gefühle, Gedanken, Menschen, Sonne, Atomkraftwerke, Nasenbären. Meditation widmet sich nicht diesen Phänomen, sondern dem Raum, in dem diese Phänomene auftauchen: Dem Bewusstsein.


Bewusstsein selbst ist kein Phänomen – es ist der Raum, in dem alle Phänomene auftauchen, verweilen und wieder verschwinden (und das gilt für Atomkraftwerke ebenso, wie für die Sonne – und natürlich auch für den Nasenbären).

Letztlich ist der Meditierende selber ein Phänomen im Bewusstseinsraum. In der Meditation identifiziert der Meditierende sich nicht mit einem Phänomen – auch nicht mit sich – sondern mit dem Bewusstsein selbst: Bewusstsein vom Bewusstsein.

Sich nicht mit Phänomenen zu identifizieren bedeutet, von solchen Sätzen Abstand zu nehmen: „Ich bin wütend, ich bin glücklich, ich bin hier, ich bin dort, ich bin dies, ich bin das.“ Alles was in der Meditation bleibt ist das einfache, nüchterne und vollkommen unpersönliche Empfinden von „Ich bin.“ Ein Ich-Bin-Gefühl, welches alles umfasst und nichts von allem ist.

Dieses Gefühl umfasst auch die eigene Person, ist aber nicht an diese Person gebunden.
(Meditation ist an dieser Stelle eine Einweihung in die höchsten Geheimnisse des Kosmos und ohne einen Lehrer, der bereits in diese Geheimnisse eingeweiht ist, durchaus nicht ungefährlich. Denn was man hier erfährt, ist nichts weniger als den Tod der eigenen Person.

Und das Aufgehen in ein ungeborenes, und ungestorbenes Sein – jenseits aller Vorstellungen, Perspektiven und Formen. Die Gefahr besteht darin, dass der Meditierende diese Erfahrung nicht gesund in sein Leben integrieren kann. Eine Gefahr ist, dass unser Ego diese Erfahrung für sich beansprucht – man nennt dieses Phänomen dann Narzissmus. Die andere Gefahr ist, dass der Meditierende nicht mehr aus diesem objektlosen und perspektivlosen Sein in seine subjektive Perspektive zurückfindet. Dieses Phänomen fasst man dann unter dem Begriff Persönlichkeitsstörung zusammen.

Beide – extremer Narzissmus und Persönlichkeitsstörungen – sind heute immer häufiger anzutreffende Phänomene. Im Grunde eine Art fehlgegangene Einweihung. Ein Grund mehr für verantwortungsbewusste, eingeweihte Lehrer.)

Dennoch: Gut, dass Meditation in ist. Sehr gut.

Es gibt aber auch noch eine und ebenso alte spirituelle Kulturtechnik. Allerdings weit weniger chic: Das Gebet.

Das Gebet ist ebenfalls leicht zu erklären: Es hat immer eine Richtung. Und diese Richtung ist das große DU. Ein DU mit Horizont-Charakter: So lange wir auch auf dieses DU zugehen – es bleibt doch immer unerreichbar und nicht einmal in unseren kühnsten Träumen, reichen wir ansatzweise an diese Kraft, diese Herrlichkeit und das Mysterium heran, welche dieses DU seit Ewigkeit ist.

Das Gebet ist die große, vertikale DU-Meditation. In der religiösen Sprache nennen wir dieses DU dann „Gott“. Und keine andere Haltung ist uns dann möglich, als demütige in die Knie zu gehen.

Aber wir können dieses Göttliche auch einfach Universum nennen. Schicken wir unsere Gebete so zum Himmel, dann senden wir diese Gebete nicht in ein totes Universum. Wir senden sie in einen lebendigen Morgen, der nie heute und nie gestern ist, sondern immer ein Versprechen.

Das Geheimnis dieses Versprechens ist, dass es sich realisiert, wenn wir es ansprechen – ohne, dass es auch nur ein winziges bisschen weniger Versprechen würde.

Unsere Gebete für einen neuen Morgen, sind selber Teil dieses Morgens. Aber der Morgen bleibt gleichzeitig  immer vor uns.

Die Sonne, die sich erhebt, wird aus dem Glanz unseres eigenen, klaren und liebenden Geistes aufgehen – und doch bleibt hinter der sichtbaren Sonne immer noch ein Sonnen-Versprechen.

Alles was wir sehen, erkennen und erleben, ist Geist. Aber Geist ist unendlich mehr, als man sehen, erkennen und erleben kann.

Das Gebet richtet sich auf dieses MEHR aus. Auf das, was immer über mich hinausgeht. Auf das mystische DU. Auf das Geheimnis selbst.

Wozu ich als Meditationslehrer anregen möchte, ist bereits in allen spirituellen Traditionen verankert: ICH-Meditation und DU-Meditation gehören zusammen.

Immer bevor Du Dich aufrichtest zu diesem tief in Dir selbst fühlbaren und universellen Ich-Bin – bitte – knie nieder, praktiziere Deine Niederwerfung, senke das Haupt – und dann erst richte Dich auf und erkenne, was Du immer wusstest: Ich bin. Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Die Ich-Du-Beziehung zum Universum, ist für alle Ich-Bin-Meditierer wichtig. Sie hilft, die Einweihung gesund zu vollziehen. Denn "wenn wir eine Ich-Du-Beziehung mit dem Geist eingehen, hat das Ego plötzlich keine andere Wahl als auf die Knie zu fallen.“ (Andrew Cohen)

Bevor Du Dich aufrichtest zum einen Geist, gehe durch das Tor der Demut. Denn „höhe des Geistes kann nur erklommen werden, wenn durch das Tor der Demut geschritten wird.“ (Rudolf Steiner)

Gebet und Meditation gehören zusammen. In beiden liegen wunderschöne, lebendige, heilsame und machtvolle Kräfte. Werden sie getrennt, dann führen sie zu krankhaften Einseitigkeiten.

Öffne mal wieder die Schatzkiste mit Gebeten Deiner Heimat und Tradition. So viel Schönheit, Kraft und Weisheit liegt darin verborgen. Bete für einen neuen Morgen – und erlebe, dass Dein Gebet bereits Teil dieses neuen Morgens ist.

Wir meditieren, damit Gott zu uns sprechen kann.
Wir beten, damit wir zu Gott sprechen können. 
Zum Wohle aller Wesen. In ekstatischer Stille.

Sonntag, 22. Mai 2011

Die Mission von Stolz & Zorn

Ist Friedrich Schiller unspirituell, weil er diese harten Worte schrieb: „Ich fühle eine Armee in meiner Faust – Tod oder Freiheit!“ Im spirituellen Kontext werden harte und maskuline Wörter allesamt mit einem einzigen Begriff gleichgesetzt: EGO. Stolz, Ehre, Zorn, das sind böse Ego-Wörter. Was für eine Heuchelei! 

Diese harten Wörter sollen nun durch weiche und egofreie und feminine  Wörter transformiert werden: Mitgefühl, Gemeinsamkeit, Zärtlichkeit, Herzdenken und natürlich Liebe. Oh was für eine Heuchelei! Was für eine Ego-Falle! Als wären diese Werte und Wörter davor gefeit vom Ego vereinnahmt zu werden.

Das EGO ist schlau – schlauer als wir denken. Es spielt jetzt ein neues Spiel: Spiritualität. Das Ego hat sich umgestellt.

Es wird nett. Es spielt WassermanzeitalterEgo.

Wer spricht da von Tod oder Freiheit? Wer von Zorn, von Ehre, gar von Stolz?
Stolz, abgeleitet von prächtig und stattlich, ist das Gefühl „einer großen Zufriedenheit mit sich selbst, einer Hochachtung seiner selbst – sei es der eigenen Person, sei es in ihrem Zusammenhang mit einem hoch geachteten bzw. verehrten Ganzen.“

Gibt es gar keinen göttlichen Stolz? Ein Stolz frei von jeglicher Arroganz, von Demut durchdrungen und gehalten von einer unerschütterlichen Hingabe an eine Intelligenz, die unermesslich größer ist als man selbst.

Ist das weniger spirituell als einfühlsam zu sein? Kennen wir nur noch die kranke Version von Stolz?

Der gesunde Stolz ist das Gefühl, von radikaler, freier Autonomie und Selbstbestimmung. Mitgefühl wächst aus liebender Kommunion. Beides zusammen ist das GANZE.

Wer fühlt denn noch Zorn in seinem Herz?  Rudolf Steiner sprach von der „Mission des Zorns“: „Der Zorn hat die Mission, des Menschen ICH herauszuheben in die höheren Gebiete. Das ist seine Mission. Er ist ein Lehrer in uns selber.“ Ist das weniger spirituell als Mitgefühl?

Das, was Peter Sloterijk die freie thymotische Dimension nennt, das fehlt der spirituellen Welt bisweilen. Der Zorn ist eine freie, eine heilige Triebkraft der Geistesgeschichte.

Ist nur Heilung wahr? Liegt nicht auch im Verletzen eine spirituelle Mission? Ist das Symbol des Erzengels Michael nur ein Bild für einen Drachenversteher, oder auch ein Zeichen für einen Drachenkämpfer?

Ist der Riss im Ego nur freundliche Worte herbeizureden?

Das Ego ist ein geschlossener Kreis. In der Mitte will ein Kraftwerk der Freiheit ausbrechen. Wer das Ego kleiner macht, macht das Kraftwerk kleiner. Das Ego darf nicht kleiner werden – es muss aufgerissen werden, durchstoßen.

Dann kann das lebendige Nichts der Freiheit strahlen.

Wenn ich sage, dass Du nichts tun musst um Freiheit zu verwirklichen, wenn ich sage, dass Freiheit anstrengungslos in Deiner Mitte leuchtet, und Dein persönliches Ich eine flüchtige Erscheinung von Freiheit ist, wenn ich sage, dass alles bereits vollkommen ist und nie etwas anderes war als Freiheit, wenn ich sage, dass Freiheit einfach so sichtbar wird, wenn Du vollkommen aufhörst Dich zu bewegen, wenn ich sage, dass Du in jedem Augenblick frei bist und Du absolut nichts zu tun hast, wenn ich sage, dass Freiheit Dich küsst, wo Du Dich aufgibst, wenn ich das alles so sage, dann war das nie eine Liebeserklärung an das Ego. Es war eine Kriegserklärung!

„Pfui über das schlappe Kastraten-Jahrhundert“. Ja, Herr Schiller!

Dienstag, 17. Mai 2011

Wir Weltenbürger

 
Woher nur, woher? Woher kommen die neuen sozialen Ideen? Oder noch wichtiger: Wie können wir die guten sozialen Ideen, die so viele Menschen sich schon ausgedacht haben, ergreifen und so in die Welt pflanzen, dass sie fruchtbar werden und endlich gute Früchte bringen? Wie werden aus sozialen Ideen soziale Taten  zum Wohle aller Wesen? Wenn Sie ein spiritueller Mensch sind, wenn Sie vielleicht in der Anthroposophie ihre geistige Heimat haben, dann fallen Sie jetzt sicherlich nicht überrascht vom Stuhl, wenn Sie lesen: Das ist eine Bewusstseinsfrage. Gähnen Sie jetzt? Was soll das eigentlich sein? Eine Bewusstseinsfrage?

Was muss in unserem Bewusstsein, in unserer Empfindung, in unserem ganzen Gefühlsleben anders werden, damit das Soziale sich aus diesem elendig düsteren, schweren Staatsdenken erhebt  zu einem leichten und dennoch kraftvollem sozialen Denken?

Einfacher: Wie wird das Soziale endlich menschlich?
So genug der Fragen. Hier die Antwort. Sie werden vielleicht nicht vom Stuhl fallen, aber erstaunt dürfen Sie ruhig sein: Es ist eine Antwort von Steiner auf genau diese soziale Frage:
„Die Menschen sollten fühlen lernen, wenn sie auf der Erde wandeln, dass in ihnen das Weltenall lebt. Sonne und Mond sind nicht nur da draußen im kosmischen Raume, Sonne und Mond sind in uns.

Und insofern wir denken, sind wir Sonnenwesen und insofern wir wollen, sind wir Mondenwesen. Du bist ein Weltenbürger. Du wärest nicht, was Du bist als Mensch, wenn nicht das Weltenall in dir wirkte. Sonne und Mond sind in Dir. Wenn dies der Mensch als Empfindung, als Gefühl in sich trägt, dann wird er erst reif, soziale Ideen zu fassen.“

Ich bin mir sicher, dass die große Faszination Rudolf Steiners damit zu tun hat, dass er immer dann, wenn wir uns im Kleinsten bewegen, dass er dann auf das Größte hinweist.

Und wir erkennen: Wir finden für das Kleinste nur eine Lösung, wenn wir vorher einen galaktisch tiefen Atemzug nehmen und fühlen, was Ken Wilber so beschreibt:

"Man atmet mit jedem Atemzug Galaxien ein, schläft die ganze Nacht als die Sterne. Sonne und Mond und herrliche Novä rasen und rauschen durch deine Adern, und dein Herz wird im Rhythmus mit dem ganzen liebenden Universum pochen."

Ich glaube, ein spiritueller Mensch, ein Anthroposoph, ein Weltenbürger, könnte jemand sein, dessen Herz, Verstand und Bewusstsein immer dann noch weiter werden, wenn sie sich eigentlich - aus welchen Gründen auch immer - zusammenziehen möchten.

Wenn wir Sonne und Mond wirklich Raum – Weltraum - in uns schenken wollen, dann müssen wir uns weiter öffnen als bisher. Viel weiter.

Und dann beginnt die soziale Spiritualität der Weltenbürger.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Ernsthafte Liebe ist subversiv

Reden wir über die zwei Welten. Die äusserliche Welt: Eine freie & enthemmten Gesellschaft. Sex ist allgegenwärtig, Mann & Frau sind hippe Androgyne. Null Problemo und alle haben sich voll lieb – so voll als Mensch un so und auch irgendwie so in einem Bewusstsein  – weisste?
Doch wenn sich die Tür schließt, einige Zeit in Stille vergeht und noch mehr Zeit in Stille vergeht und die Masken fallen, dann zeigt sich die innere Welt: Verklemmung & Gefangenschaft. Lustlose Mangelerfahrung, statt erfüllter & befreiter Sexualität.
Männer zwischen machohafter Überheblichkeit und weinerlicher Unterwürfigkeit. Frauen zwischen metastasierender Fröhlichkeit und traumatisierter Verhärtung.

Illusionäre Liebe. Wir machen uns gerne was vor. Schluss damit!
Alles beginnt damit, dass wir aufhören uns und andere zu täuschen. Und es geht da weiter, wo wir uns endlich entscheiden, unser wertvolles Leben aus den richtigen Gründen ernst zu nehmen.
Ernsthaftigkeit ist ein subversiver Akt. Ernsthafte Sexualität. Ernsthafte Spiritualität. Ernsthafte Befreiung. Ernsthafte Erfüllung. In einer Pseudo-Happy-Welt, ist Ernsthaftigkeit subversiv.

Subversiv zu sein bedeutet, die Welt von innen nach aussen zu verändern. Und zwar so, dass die Veränderungen unumkehrbar sind.

In einer pseudo-spirituellen Gesellschaft, in der alle vorgeben alles und jeden irgendwie total fröhlich und bedingungslos zu lieben, ist ernsthafte Liebe ein subversiver Akt.
Ernsthafte Liebe gibt Dir nichts.
Ernsthafte Liebe verlangt Dir alles ab.

Dienstag, 10. Mai 2011

Allow Your Heart to be Broken - It is an Awakening

Sebastian Gronbach -translated by Gertraud Goodwin

If in these days thoughts and feelings rise up in you, which compress you and tighten your ribcage – then give this constriction within you a wide space.  Invite your fear and open the door to your rage, make yourself wide open for your anguish.  Prepare an oasis in yourself for sadness.  Do not prohibit your heart to be broken.  This would be as if you would prohibit the seed to spout.  Allow your heart to be broken.  It is an awakening.
Relax into your tension.  Unbind yourself deeply into irresolution.  Calm down deeply into your stress.  Recognise, that you cannot appreciate everything in yourself.  Forgive yourself your incapacity to not be able to forgive yourself completely.
Throw a mild light onto your shadow.  Be conscious of your unconsciousness.  Recognise with great clarity the fog in your soul.  Look upon your empty talk with tender silence.
Breathe in what appears.  Breathe out what is passing.  That, which breathes in you, is breathless presence. 
Another word for all this is LOVE.  When you love you are without an opposite. 
These days are days full of oppositions.  When you love you are without opposition. 
The deepest pain you can know is when you decide against LOVE.  Because you are LOVE, you decide yourself each time against yourself.
Be yourself the place of the opening, in which all polarities can live consciously.  This opening is a natural love beyond all myths.  Decide yourself again and again to act out of this conscious realm of polarities. 
It is an action out of natural love.
Permit your heart to break ever more while it opens itself.  Experience how softly and irresistibly you let yourself become open.  Let yourself be surprised at what will appear behind the broken heart. 
Open yourself for the unreachable and enter a space without exit and entry.  It is a space that you never left.
Now a moment appears which has no name.  These words are said for that, which you will be into your next deed.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Die Würde des Menschen

Zu einem vom Integralen Forum initiierten Dialog über Kriterien zeitgemäßer spiritueller Schulung wurde auch Info3 eingeladen. Aus anthroposophischer Sicht legte Sebastian Gronbach ein Positionspapier für die „Schule integraler evolutionärer Spiritualität“ vor. Dabei geht es insbesondere um die Rolle einer spirituellen Lehrerin oder eines spirituellen Lehrers:

Reden wir also über ein Geheimnis. Reden wir darüber, was es bedeutet, eine spirituelle Lehrerin oder ein spiritueller Lehrer zu sein. Und – das ist Inhalt dieses Textes – reden wir darüber, was die Besonderheiten der spirituellen Lehrerschaft im Kontext der Anthroposophie sind.

Wer heute ernsthaft in der Tradition Rudolf Steiner als spirituelle Lehrerin und Lehrer arbeitet (unabhängig davon, ob er als Coach in Firmen oder Teams, als Biographieberater, Seminarleiter, Vortragsredner, oder Buchautor arbeitet) ist sich immer bewusst, dass er Teil von einem Geheimnis ist.

Und dieses Geheimnis hat vier Seiten. Weiter zu den vier Geheimnissen hier auf der Seite des Integralen Forums. (Den Text gibt es HIER auch in englischer Sprache.)

„Anthroposophische Lehrerin anthroposophischen Lehrer lieben den Menschen so wie er werden könnte – aber eben auch so wie er ist. Wir lieben ihn als vollkommenen Ausdruck eines Göttlichen, welches ungetrennt ist von uns selbst. Für Rudolf Steiner – und somit auch uns, seine Erben – ist das Licht des Geistes immer auch eine Wärme des Herzens.“ Sebastian Gronbach


Ausgelöst durch die Diskussionen um (angeblichen oder tatsächlichen) Missbrauch von spirituellen Lehrern gegenüber ihren Schülern, von denen auch Lehrer betroffen sind, mit denen das Integrale Forum in Kontakt und Austausch steht, hat der Vorstand des IF ein Positionspapier erstellt und Stellung bezogen.

Dieses Papier formuliert sowohl eine ethische Basis für uns selbst und unsere Arbeit als auch explizite Kriterien für spirituelle LehrerInnen und Menschen in Führungs- und Verantwortungspositionen allgemein.

Parallel dazu, und im Dialog mit spirituellen  Lehrern, ist die Idee einer "Schule integraler Spiritualität" (SIS) entstanden, als ein Forum und Raum für eine Begegnung von Wissenschaft (Natur- und Geisteswissenschaft) und Spiritualität.

Verschiedene spirituelle Lehrer haben Stellung genommen. Weitere Antworten u.a. auch von Andrew Cohen, Thomas Hübl, Annette Kaiser…Hier geht’s zu den verschiedensten Stellungnahmen.

Montag, 2. Mai 2011

Zombie-Zone oder Gelobtes-Land

"Du sollst nicht werten & urteilen " lautet ein beliebtes Werturteil von esoterischen Menschen. Bullshit!

Das Missverständnis liegt darin, dass man die absolute, mit der relativen Ebene des Lebens verwechselt.

Die absolute Ebene ist ein Land jenseits von falsch und richtig - dort sind wir immer Zuhause.

Gleichzeitig leben wir im Land von relativ falsch & relativ richtig.

Ohne klare Werte & Urteile, mutiert dies Land zur Zombie-Zone und nicht zum Gelobten-Land.