Freitag, 16. September 2011

Das Wesentliche


Dein größter Schmerz ist, dass Du es weisst. Du weisst es. Du kannst es fühlen. Es ist ein Wissen, dass vor nichts halt macht: Nicht vor Deinem Herz, nicht vor Deinem Kopf, nicht vor Deinem Rücken, Deinem Bauch und auch nicht vor Deinem Becken. Selbst wenn Du Dir jetzt nichts gestattest, dass Dein Becken Dir von diesem Wissen erzählt – es hört nicht auf Dir davon zu berichten.

Du bist durchdrungen von diesem Wissen. Und der Schmerz kommt nicht daher, dass Du es nicht weisst. Er kommt daher, dass Du es weisst aber angestrengt versuchst, dieses Wissen zu ignorieren, zu leugnen und immer wieder zu verraten.

Du kannst nicht zu diesem Wissen vordringen. Dasjenige, was in Dir wissen will, wird immer Unwissend bleiben.

Dieses Wissen ist kein Wissen über dieses, oder jenes. Es ist ein Wissen, zu dem Du nicht vordringen kannst, sondern welches Dir aus einem absolut unbekannten Raum auferlegt wird.

Es gibt nur eine einzige natürliche Reaktion auf diesen Moment, wenn ES Dir auferlegt wird: Du hörst auf und gibst Dich hin. Hingabe ist die Antwort. Und das kannst Du nicht üben, sondern nur 100 Prozent vollziehen.

Das ist der Moment der Befreiung vom Druck des Wissens und das Auferstehen als Gewissheit. 

Dein Kopf hebt sich, Dein Rücken entspannt sich, Dein Herz öffnet sich und Dein Becken füllt sich pulsierend mit Blut.

Der Kern des Schmerzes ist, dass Du selbst dieses Wissen bist. Und so ignorierst Du, leugnest Du und verrätst Du Dich am Ende immer selbst. Ich weiss es - und Du weisst es auch. Und die ganze Scheisse hört erst auf, wenn niemand mehr so tut, als wüsste er es nicht.

Dann sehen wir – endlich blind für das Unwesentliche – das Wesentlich.

Das ist alles. Ohne das, ist alles nichts.  

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