Montag, 24. Oktober 2011

Religion & Biografie


Wenn wir die heiligen Schriften der spirituellen Weisheitstraditionen nicht lesen, als wären sie unsere persönliche Biografie, dann können wir das Wesentliche an ihnen nicht erfassen. Alle Religion ist nicht abstrakte Geschichte von Göttern, Engeln und sonstigen geistige Wesen. Es sind tiefgehende und konkrete Beschreibungen des Menschen selbst.

Es gibt keine geistigen Wesen ausserhalb des Menschen, die der Mensch nicht vorher in einem geistig-schöpferischen Prozess aus sich selbst heraus in das Aussen gesetzt hätte.

Das macht Götter & Engel nicht kleiner und nicht unwichtiger, sondern veranschaulicht nur den grenzenlosen Schöpferwillen, das nie endende kreative Potential und seinen evolutionären Drang nach Selbsterkenntnis durch Selbstverwirklichung.

Postmoderne Spiritualität leugnet nicht Engel & Götter - aber sie erkennt und würdigt sie als Kreationen des Menschen - als ein Prozess der menschlichen Selbsterkenntnis durch Welterschaffung aus SICH heraus.

Wir können unfassbar viel von Religionen lernen, wenn wir sie so verstehen - als die Biografie der Menschheit. Und wir werden blind für das Wichtigste, wenn wir vergessen, wozu der Mensch die Götter schuf:

Zu seinem Bildnis schuf er sie. Um sich zu erinnern, was er ist: Ein schöpferisches ICH BIN in alle Richtungen und Welten-Zeiten-Kreisen.

"Es gibt keinen Gott - und das bin ich."