Ja, ich weiss, Geliebter, Du bist kein Suchender mehr. Du hast es bereits gefunden. Du hast alles erkannt und weisst alles. Du hast die Freiheit gefühlt, den Kosmos der Liebe geschmeckt – Du warst kurz Zuhause. Und für einen Moment dachtest Du: Nun ist sie endlich vorbei – die dunkle Nacht der Seele.
Doch "die dunkle Nacht ist die Zeit, NACHDEM man das universale Sein geschmeckt hat, aber noch nicht in ihm Zuhause ist, denn man hat das Paradies gesehen...und man hat es verblassen sehen. Aller Trost ist dahin, der Totenschädel wird irgendwann doch beim Festschmaus hereingrinsen, das Trivial hat seine sedierende Wirkung verloren.“ (Ken Wilber)
Kannst Du sehen, dass ich mehr bin als ein einmaliger Türöffner? Ich bin die
Mutter, die Dir jeden Tag das Essen bereitet – wenn Du stattdessen hungrig
durch die Wälder ziehst. Ich bin der Vater, der Dir abendlich das Feuer im
Kamin anzündet – wenn Du stattdessen frierend in der Kälte zitterst. Ich bin
die Geliebte, die Dich jede Nacht sehnsuchtsvoll im Bett erwartet – wenn Du Dich
stattdessen zappelnd befriedigst.
Ich bin Dein Herzschlag und ich erinnere Dich
pochend daran, was Du immer schon wusstest, wenn Du wieder heimatlos vor den zahllosen
Türen des Paradieses gestanden hast: „Ich bin die Tür. Wer anklopft, dem wird aufgetan.“
Du denkst, dass Du leidest da draussen in der Nacht? Hast Du einmal an den Schmerz des Lichtes gedacht, Geliebter, dass Dich vermisst?
