Mittwoch, 27. Februar 2013

Credo - von Rudolf Steiner


 
CREDO

DER EINZELNE und DAS ALL
 

Die Ideenwelt ist der Urquell und das Prinzip alles Seins. In ihr ist unendliche Harmonie und selige Ruhe. Das Sein, das sie mit ihrem Lichte nicht beleuchtete, wäre ein totes, wesenloses, das keinen Teil hätte an dem Leben des Weltganzen. Nur, was sein Dasein von der Idee herleitet, das bedeutet etwas am Schöpfungsbaume des Universums. Die Idee ist der in sich klare, in sich selbst und mit sich selbst sich genügende Geist. Das Einzelne muss den Geist in sich haben, sonst fällt es ab, wie ein dürres Blatt von jenem Baume, und war umsonst da.

Der Mensch aber fühlt und erkennt als Einzelnes sich, wenn er zu seinem vollen Bewusstsein erwacht. Dabei aber hat er die Sehnsucht nach der Idee eingepflanzt. Diese Sehnsucht treibt ihn an, die Einzelheit zu überwinden und den Geist in sich aufleben zu lassen, dem Geiste gemäß zu sein. Alles, was selbstisch ist, was ihn zu diesem bestimmten, einzelnen Wesen macht, das muss der Mensch in sich aufheben, bei sich abstreifen, denn dieses ist es, was das Licht des Geistes verdunkelt.

Was aus der Sinnlichkeit, aus Trieb, Begierde, Leidenschaft hervorgeht, das will nur dieses egoistische Individuum. Daher muss der Mensch dieses selbstische Wollen in sich abtöten, er muss statt dessen, was er als Einzelner will, das wollen, was der Geist, die Idee in ihm will. Lasse die Einzelheit dahinfahren und folge der Stimme der Idee in Dir, denn sie nur ist das Göttliche!

Was man als Einzelner will, das ist am Umfange des Weltganzen ein wertloser, im Strom der Zeit verschwindender Punkt; was man «im Geiste» will, das ist im Zentrum, denn es lebt in uns das Zentrallicht des Universums auf; eine solche Tat unterliegt nicht der Zeit. Handelt man als Einzelner, dann schließt man sich aus der geschlossenen Kette des Weltwirkens aus, man sondert sich ab. Handelt man «im Geiste», dann lebt man sich hinein in das allgemeine Weltwirken.

Ertötung aller Selbstheit, das ist die Grundlage für das höhere Leben. Denn wer die Selbstheit abtötet, der lebt ein ewiges Sein. Wir sind in dem Maße unsterblich, in welchem Maße wir in uns die Selbstheit ersterben lassen. Das an uns Sterbliche ist die Selbstheit. Dies ist der wahre Sinn des Ausspruches: «wer nicht stirbt, bevor er stirbt, der verdirbt, wenn er stirbt». Das heißt, wer nicht die Selbstheit in sich aufhören lässt während der Zeit seines Lebens, der hat keinen Teil an dem allgemeinen Leben, das unsterblich ist, der ist nie dagewesen, hat kein wahrhaftes Sein gehabt.

Es gibt vier Sphären menschlicher Tätigkeit, in denen der Mensch sich voll hingibt an den Geist mit Ertötung alles Eigenlebens: die Erkenntnis, die Kunst, die Religion und die liebevolle Hingabe an eine Persönlichkeit im Geiste. Wer nicht wenigstens in einer dieser vier Sphären lebt, lebt überhaupt nicht. Erkenntnis ist Hingabe an das Universum in Gedanken, Kunst in der Anschauung, Religion im Gemüte, Liebe mit der Summe aller Geisteskräfte an etwas, was uns als ein für uns schätzenswertes Wesen des Weltganzen erscheint.

Erkenntnis ist die geistigste, Liebe die schönste Form selbstloser Hingabe. Denn Liebe ist ein wahrhaftes Himmelslicht in dem Leben der Alltäglichkeit. Fromme, wahrhaft geistige Liebe veredelt unser Sein bis in seine innerste Faser, sie erhöht alles, was in uns lebt. Diese reine fromme Liebe verwandelt das ganze Seelenleben in ein anderes, das zum Weltgeiste Verwandtschaft hat. In diesem höchsten Sinne lieben, heißt den Hauch des Gotteslebens dahin tragen, wo zumeist nur der verabscheuungswürdigste Egoismus und die achtungslose Leidenschaft zu finden ist. Man muss etwas wissen von der Heiligkeit der Liebe, dann erst kann man von Frommsein sprechen.

Hat der Mensch sich durch eine der vier Sphären hindurch, aus der Einzelheit heraus, in das göttliche Leben der Idee eingelebt, dann hat er das erreicht, wozu der Strebenskeim in seiner Brust liegt: seine Vereinigung mit dem Geiste; und dies ist seine wahre Bestimmung. Wer aber im Geiste lebt, lebt frei. Denn er hat sich alles Untergeordneten entwunden. Nichts bezwingt ihn, als wovon er gerne den Zwang erleidet, denn er hat es als das Höchste erkannt.

Lasse die Wahrheit zum Leben werden; verliere Dich selbst, um Dich im Weltgeiste wiederzufinden!

Donnerstag, 21. Februar 2013

Einladung: Geburtsagsfeier für Rudolf Steiner


Wenn sich jemand auf den Weg des inneren Wachstums macht, lauern auf diesem Weg Gefahren. Eine Gefahr ist – dieses offene Wort sei erlaubt – dass man anderen Menschen auf die Nerven geht. Oder es entwickelt sich ein „spiritueller Egoismus“ – man hat nur noch seine persönliche Entwicklung im Blick und vergisst die Freude & Güte des Lebens, seine Mitmenschen, die Tiere und die ganze Natur. Oder man verwickelt sich in Theorien und dogmatische Glaubenssätze und vergisst das einfach Gefühl für die Ewigkeit: Die Sonne, jenseits aller Sonnen – das Glück des Friedens, der immer schon vollkommen da ist.
Für mich ist Rudolf Steiner ein Lehrer, der nicht nur genial den Weg des inneren Wachstums beschreibt, sondern äusserst wach auf die Gefahren hinweist und bessere Wege aufzeigt:

"Die äußeren Handlungen sollen nicht störend sein für unsere Mitmenschen. Wo man durch sein Inneres veranlasst wird zu handeln, wird man sorgfältig erwägen, wie man dem Wohl des Ganzen, dem dauernde Glück der Mitmenschen und dem Ewigen, am besten entsprechen kann."

Am 27. Februar 1861 wurde Rudolf Steiner geboren. An diesem 27. Februar 2013, würdigen & feiern wir diesen Geburtstag. Du bist herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Programm:
19:30 Ankommen
20:00 - 20:15 Stille-Meditation
20:15 – 20:30 Lesung
20:30 – 21:15 Satsang (Satsang bezeichnet ein Zusammensein von Menschen, die durch gemeinsames Hören, Sprechen, Nachdenken und Versenkung, nach der höchsten Einsicht streben.)
21-15 - 21:30 Abschlussritual
Auf der ganzen Erde, verdanken viele Millionen Menschen Rudolf Steiner bedeutsame Impulse für Ihr Leben. In den Bereichen Medizin, Pädagogik, Landwirtschaft, Sozialleben und Kunst, würdigt die Öffentlichkeit ihn als Pionier. Gleichzeitig hat er als spiritueller Lehrer, einen unermesslich wertvollen Beitrag dazu geleistet, das Niveau des Wissens & Bewusstseins zu heben und das Herz der Menschheit zu weiten. Nicht nur seine Zeitgenossen, sprechen von ihm als einen herzlichen, lebensfrohen, weisen und integren Freund.
Der Abend ist so angelegt, dass zum einen Rudolf Steiner gewürdigt & gefeiert wird und zum anderen, jeder Teilnehmer für sich und seine Entwicklung davon profitieren kann - in der perfektest möglichen Weise. Zum Wohle aller.

Ort: 53340 Meckenheim, Bahnhofstraße 29 - Anmeldung: Fedelma.Gronbach@gmx.de
 

Dienstag, 19. Februar 2013

Verbundenheit & Verbindlichkeit




Viele Menschen sehnen sich nach Verbundenheit – ohne Abhängigkeit. Eine Verbundenheit, die uns ehrliche Sicherheit gibt und Raum für freies Wachstum.


Doch Verbundenheit fällt nicht vom Himmel. Man kann sie erschaffen: Durch Verbindlichkeit. Viele Menschen wollen zwar Verbundenheit haben aber Angst vor Verbindlichkeit.

Der Grund ist einfach: Sie befinden sich immer noch in einem unbewussten post-pubertärem Abhängigkeitskampf: Gegen Eltern, Schule oder dominante Partner.

Und immer wenn sie „Verbindlichkeit“ hören sehen sie das „rote Tuch“ der Abhängigkeit. Doch wirkliche Verbindlichkeit hat nichts mit Abhängigkeit zu tun. Wirkliche Verbindlichkeit hat nur ein Motiv: Das Wohl, den Schutz und die Würde der Beziehung.

Nochmal: Verbundenheit ist nichts was vom Himmel fällt und nichts was man einfordern kann: Verbundenheit entsteht, wenn Menschen freiwillig ihre Beziehung beschützen, würdigen und pflegen. Durch Verbindlichkeit.

(Und was wirklich erstaunlich ist: Das alles gilt auch für die Verbundenheit zu Gott. Auch sie wächst durch unsere Verbindlichkeit.)

Montag, 4. Februar 2013

Schweiz: Offener Abend mit Sebastian Gronbach


Gut zehn Minuten von Basel liegt Münchenstein. Dorthin laden wir Dich herzlich ein. Zu einem offenen Abend mit Sebastian Gronbach.
 
„Solange Du Deinen Wunsch einem einzigen Ding aufdrückst, ohne dass dieser Dein Wunsch aus dem Ding selbst geboren ist, solange verwundest Du das Ding. Kehre Deinen Willen um. Lass ihn so kraftvoll wie möglich werden.


Aber lass ihn nicht als den Deinen in die Dinge strömen, sondern erkundige Dich nach der Dinge Wesen. Gib ihnen dann Deinen Willen. Lass Dich und Deinen Willen aus den Dingen strömen." (Rudolf Steiner)

Ort:
Nina Frey
Emil Frey-Straße 65
4142 Münchenstein
Anmeldung: sekretariat.gronbach@gmx.net


Kostenbeitrag: 15 Schweizer Franken

Samstag, 2. Februar 2013

Setz Dich hin und hör einfach mal mit allem auf.

 
Meditation führt nicht zum Erwachen. Denn Meditation führt nirgendwo hin und hat kein Ziel. Meditation ist auch kein Weg. Meditation ist einfach mal mit allem aufhören.
 
Du setzt Dich hin, hältst den Mund, bewegst Dich nicht, klappst die Glotzer zu und gestehst Dir ein, dass Du nichts tun kannst, um Erleuchtung zu erlangen. Du gibst das größte spirituelle Ziel auf. Viele Menschen haben dieses Ziel aufgegeben. Doch sie haben es zynisch aufgegeben – mit Trauer & Hass im Herz. Und das heißt eben, dass sie es nicht aufgegeben haben – denn da ist noch Hass & Trauer. Also ist da noch Vergangenheit. Und wo Vergangenheit ist, ist auch noch Zukunft.
 
Aber Meditation kennt keine Zukunft und keine Vergangenheit. Meine einfachste Anleitung zur Meditation lautet also: Höre einfach mal mit allem auf. Ohne es zu üben. Ohne es zu spielen. Ohne Strategie. Ohne Wahl. Ohne noch etwas heilen oder aufarbeiten zu wollen. Ohne endlose Ausreden. Ohne den Anspruch noch Zeit zu brauchen.
 
Setz Dich hin und hör einfach mal mit allem auf. Das ist der Sprung über die Zeit. In das erwachte Herz. Das bist Du.
Du willst das erleben und mit Sebastian Gronbach vertiefen? Join the next HomeReterat. Kliche here.