Mittwoch, 10. Juli 2013

Ein Erwachen unter dem Mond


Es gibt da möglicherweise ein Missverständnis. Vielleicht habe ich selber dazu beigetragen. Mal sehen: Wenn ich von einem erwachten Leben spreche, dann meine ich damit nicht, dass Du immer putzmunter und mit aufgeweckten Sinnen durch die Gegend rennen sollst.

Es gibt auch eine Wachheit, die gerade darin besteht, ein wenig müder zu sein, als wir es eigentlich an uns mögen. Eine Wachheit, die dann erscheint, wenn wir uns erlauben, etwas mehr wegzuträumen.

Es gibt da etwas, was uns erst weckt, wenn wir in unser Kissen sinken (tiefer, als wir es sonst wagen). Es gibt ein Erwachen, welches uns wie eine letzte Welle mitnimmt und absinken lässt (sehr tief ... so tief, dass wir wirklich nicht wissen, ob es jemals wieder hinauf geht).

Dieses Erwachen besteht nicht im Suchen. Dieses Erwachen kann auch nicht gefunden werden. Aber es kann Dich finden.

Wenn Du ein bisschen vergisst und ein wenig auf Deine Wachheit verzichtest (die mehr Vorsicht ist). Wenn Du das Licht leise machst und der Mond mehr verhüllt als zeigt. Wenn Du nur so da liegst. Nur so. Etwas rauscht und wogt von weit her. Du musst nichts tun. Nur ein wenig müder werden und schwerer und weniger wach. Was dann kommt, ist die Tiefe.

In ihr gibt es ein Ausmaß von Erwachen, welches Dich nur ergreift, wenn Du einen besonderen Mut hast. Den Mut der Träumer...

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