Mittwoch, 18. Dezember 2013

Maskulines & feminines Mitgefühl


Mitgefühl hat zwei Gesichter. Manche nennen es das weibliche und das männliche Gesicht von Mitgefühl. Es ist oft verwirrend, wenn Du nur dem einen Gesicht erlaubst zu leben. Denn dann kann es nämlich sein, dass Du das jeweils verdrängte Gesicht gar nicht als Mitgefühl erkennst und es darum ablehnst.

Das weibliche Gesicht des Mitgefühls klingt ungefähr so: 

"Ich umarme alles liebevoll - wie eine große Mutter, wie die große Heilerin. Deinen Schmerz kann ich als meinen Schmerz fühlen. Ich kann mich mit allen Wesen eins fühlen. Vorbehaltlos liebe ich sie. Einfach weil sie sind wie sie sind. So bin ich.“

Das männliche Mitgefühl sagt es ungefähr so: 

"Ich tue was getan werden muss, weil ich sehe was getan werden muss. Wenn andere Wesen Grenzen brauchen, setze ich diese Grenzen. Mein Mitgefühl zeigt sich manchmal darin, dass ich einen entschiedenen und sauberen Schnitt mache. Wenn die Welt eine laute Stimme braucht, erhebe ich kraftvoll meine Stimme. Wer wirklich wissen will wo's langgeht, dem sage ich wo's lang geht. Und ja: Ich habe das Potential, eine besonders hartnäckige Verblendung oder eine himmelschreiende Ungerechtigkeit mit einem scharfen Schnitt, und wenn es sein muss, mit einem gewaltsamen Schlag zu beenden. Auch ich liebe – aber manchmal ist meine Liebe hart und bestimmt.“

Es kann jedem Menschen sehr gut tun, wenn er beide Gesichter des Mitgefühls begrüßt und lebt.