Sonntag, 14. Juni 2015

Die "Adepten", der "Integrale Guru" - und ein paar Dinge über die wir mal reden müssen


Liebe ist die Sehnsucht und der Drang nach Gott - nach dem verloren gegangen All-Einen, nach dem Urfrieden, nach dem Zustand vor Schöpfung. Gleich nach der Geburt, beginnt dieser Weg der Liebe. 

Das Neugeborene gibt dieser Liebe - der Sehnsucht und dem Drang nach dem göttlichen All-Einen - die erste Form: Als Schrei nach Muttermilch. Als Baby "glauben" wir, dass durch genug Muttermilch das verlorene Glücksgefühl wieder zu erlangen sei. 

Wir projizieren im Laufe der Kindheit alle unsere Liebe auf unsere Eltern, versuchen sie zu Gott zu machen und tatsächlich: Fast alle Eltern nehmen diese Liebe persönlich - dabei ist sie doch der Drang und die Sehnsucht nach Gott, nach dem ursprünglichen Frieden. Nach der Stille vor der Zeit. 

Und natürlich müssen uns die Eltern enttäuschen – sind sie doch selbst verloren und auf der Suche. Ist ihre Liebe zu dem Kind nicht selbst die Suche nach Gott? Das was wir in der Psychologie „Trauma“ nennen, ist die Enttäuschung die alle Eltern ihren Kindern mitgeben, wenn das Kind bemerkt, dass sie nicht Gott sind. Es gibt keine Kindheit ohne dieses Trauma. 

Aber es endet noch nicht hier. Dieses Trauma-Urbild setzt sich überall fort: 

Weder die erste große Liebe, noch die nächsten Beziehungen und auch nicht die Liebe zu Vaterland, Idealen, Geld, Essen (auch nicht gesundes Essen. Und auch nicht veganes Essen. Und auch nicht friedliches Essen.) und auch nicht die Liebe zu Kinder, dem Hund oder Freunde, konnten uns zu Gott zurück bringen - weil alle diese „Objekte“ selbst Suchende sind und die Liebe auf sich selbst bezogen haben. Vor allem aber, weil alle diese "Objekte" vergänglich sind. Und wir suchen doch das Ewige. 

Wir dachten diese Objekte der Begierden wären das Ziel - aber gemeint war immer Gott. Gemeint war immer ein tieferes nach Hause kommen. Gemeint war die endgültige Befreiung, die vollendete Erfüllung. 

Zum Schluss nun denken wir, wir sollten nicht im Außen suchen, sondern im Innen: Wir sollten uns am besten doch selber heiraten und unserer eigener Guru sein - ja: Diese Selbstliebe soll nun der Schlüssel sein. Aber nach einer kurzen euphorischen Phase merken wir: Es gibt gar kein "Selbst." Es ist niemand da, den man heiraten könnte und niemand der geheiratet werden kann – es gibt nur das Eine ohne ein Zweites. 

Und so führt auch dieser Weg vor die Mauer. Der Friede ist dahinter - ein Dahinter, welches ganz offensichtlich im eigenen Herzen liegt und dennoch so schwer erreichbar scheint. 

Nun gibt es die erstaunliche Tatsache, dass es immer wieder Menschen gelungen ist, diese Mauer zu überwinden. In der Regel dadurch, dass sie mit Tränen in den Augen bemerken: "Da ist keine Mauer und es war nie eine da." In diesem Moment, wenn wir bemerken, dass nie ein Hindernis da war, dass es immer nur das Eine gab, in diesem Moment ereignet sich Hingabe. Wir sterben in diesen glücklichen Moment für immer hinein. Die meisten Menschen Stolpern so zum Erwachen und das ist in Ordnung. 

Den Weg den ich anbiete, beruht auf einer erstaunlichen Leistung des menschlichen Geistes und ist das traditionsreichste Werkzeug zum Erwachen: Die Tradition des "spirituellen Lehrers" nämlich, die Erfindung einer Konstruktion nahmen  "Guru" beruht im Kern auf einem einfachen "Mechanismus": Der "Guru" nimmt die Liebe seiner Schüler an - und reicht sie ohne Reibungsverlust an Gott weiter. Das ist es eigentlich schon. In jedem Menschen ist diese Liebe da – als eine Sehnsucht und ein Drang zum Frieden, Glück und All-Einen. Zum ersten Mal im Leben, bezieht nun ein Objekt diese Liebe nicht auf sich, sondern versteht sich als Portal zum All-Einen. 

Der echte Lehrer hat verwirklicht, wonach der Schüler sich sehnt und kann ohne Mühe die Liebe annehme und sein Annehmen ist ein müheloses Weiterreichen an Gott. Die Mauer wird zur Tür. 

Und in welcher Form die Liebe auch zu dem Guru fließt, sie fließt direkt zu Gott – und Gott, das ist die offene Weite im Herzen des Schülers. Und wenn der Kreis sich schließt, wo ist der Anfang, wo das Ende. "Lehrer und Schüler sind nicht zwei", so sage ich es "meinen Schülern". 

Nach diesem Modell arbeite ich mit „meinen“ Schülern – sie nennen sich Adepten. Ich sage nicht, dass dies ohne Risiko für beide Seiten ist und die Geschichte ist voll mit gruseligen Beispielen. 

Aber nennen wir ihn den „Integrale Guru" und geben wir ihm eine Chance. Wie oft wird vor „falschen Gurus“ gewarnt – aber niemand hat ein Problem damit, sein ganzes Leben „falschen Gurus“ zu widmen: Eltern, Nationen, Partnern, Kindern, Medien, Geld oder letztlich einem „Selbst“, welches noch in jeder spirituellen Weisheitstradition als „nicht Existent“ erkannt wurde. Niemand zählt die Leichen und Verletzten dieser falschen Gurus, aber wie schnell warnen wir vor jenen falschen Gurus, die natürlich auch falsch sein können. Aber das Falsch-Sein eines Guru-Gurus ist dann ein "BUG" und nicht wie bei allen Eltern-Geld-Partner-Gurus "SYSTEM". Anders gesagt: Die Beziehung zu dem einen spirituellen Guru kann im Fiasko enden - aber die Beziehung zu allen anderen "Gurus" muss im Fiasko enden. 

Der „Integrale Guru“ ist jemand, der die Errungenschaften der Aufklärung ebenso integriert, wie das Mysterium des Erwachens. Sein Herz sollte ein Labor sein und eine Kathedrale für das erste und letzte Geheimnis. Letztlich ist die Beziehung zu einem spirituellen Lehrer, die menschlichste Form zu erwachen. 

Für uns - die "Adepten" und den "Integralen Guru" - ist es der Sinn des Lebens. Es ist bereits ein Leben in Gott.  

Denn wenn Deine Sehnsucht auf das offene Herz eines echten Lehrers trifft, hat sich in Wirklichkeit bereits Deine Befreiung ereignet. Es mag noch ein langer Weg vor Dir liegen, aber es ist bereits passiert. Und Dein Lehrer ist einfach nur jemand, der sein Herz immer und immer für Deine Sehnsucht offen hält. Im Grund ist er die offene Weite Deines eigenen Herzens.



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